Blaulicht und Graulicht – Das Online Magazin

Vaterverbot proudly presents – Premiere „Der entsorgte Vater“ – Tuchlauben Kino

Veröffentlicht in Aus den Vereinen, Familienrecht, Scheidung, Vaterverbot, Väterrechte von marcusjoswald am 20. November 2009

Verein Vaterverbot lädt zur vorgezogenen Kinopremiere in das Wiener Tuchlauben-Kino und ins Grazer-Geidorf Kino. Regie-Karten auf der Webseite! (Foto: Der entsorgte Vater. Filmwebseite: www.derentsorgtevater.de)

(Wien, im November 2009) Der Verein Vaterverbot, der gemäßigt, aber in der Sache bestimmt auftritt, bietet all jenen, die sich mit der neuen Väterrechtebewegung identifizieren oder sich mit deren Zielen solidarisch erklären, am 25. November 2009 in Wien und Graz einen kostenlosen Kino-Abend. Zwei Tage vor dem offiziellen Kinostart läuft die Dokumentation „Der entsorgte Vater“ des deutschen Regisseurs Douglas Wolfsperger.

Die Synopsis (roter Faden) des Films: „Douglas Wolfsperger widmet sich einem gesellschaftlichen Phänomen, das in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt: Männer, die nach einer Trennung von ihren Frauen nicht nur als Partner, sondern auch als Vater „entsorgt“ werden und die – oft vergeblich – um die Beziehung zu ihren Kindern kämpfen. Vier Väter schildern in berührenden Interviews ihr Leid und ihre Bemühungen. Eine Mutter begründet die Umgangsverweigerung aus ihrer Sicht.“

Vertiefung der öffentlichen Diskussion

All jene, die sich den Film anschauen wollen, sind willkommen. Der Regisseur ist im Wiener Tuchlauben-Kino persönlich anwesend. Nach dem Film wird es eine kleine Diskussion und geselliges Beisammensein geben. Der Film will eine gesellschaftliche Diskussion, die seit einigen Jahren schärfer wahrgenommen wird, nicht nur anstoßen, sondern vertiefen. Dass die öffentliche Diskussion schärfer geführt wird, kann man damit belegen, indem man einfach die Medienberichte zwischen 2005 und 2009 auf einen Tisch legt und gegengleich Medienberichte aus dem Zeitraum 1995 und 1999.

In den 90er Jahren war das Thema Vater-Kind-Beziehung medial überhaupt kein Thema. Es existierte nicht. Mitte 2000 im selben Zeitfenster werden dazu Diplom- und Doktorarbeiten an Universitäten und Sachbücher geschrieben. Dieser neue Kinofilm will mit dem „Medium Film“ das Thema in ein breites Bewußtsein bringen.

Kostenlose Regiekarten liegen bereit

Kostenlose Premierenkarten gibt es via Webseite Vaterverbot. Der Verein hat ein Kontingent an Karten. Einfach unten eintragen und den Namen angeben, für den sie hinterlegt werden sollen. Zum Tuchlauben-Kino geht es hier.

Einmal im Sommer 2009 gab es eine Einstweilige Verfügung. Der Film wird so aber sicher nicht verhindert. (Gerichte überschätzen sich.)

Zum Trailer des Films.

Hier gibt es einen Trailer zum Ansehen.

Die Filmwebseite lautet: www.derentsorgtevater.de

Offizieller Kinostart in Österreich: 27. November 2009
Originaltitel: Der entsorgte Vater
Land, Jahr: D, 2008
Filmlänge: 86 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Douglas Wolfsperger
Produktion: Douglas Wolfsperger Filmproduktion GmbH in Co-Produktion mit:
SWR (Redaktion: Gudrun Hanke-El Ghomri) und ARTE (Redaktion: Ulle Schröder)
Drehbuch: Douglas Wolfsperger
Kamera: Tanja Trentmann bvk, Inigo Westmeier bvk
Schnitt: Bernd Euscher
Ton: Kai Lüde
Musik: Konstantin Gropper
Verleih: GMFilms / Wilder Süden Filmverleih

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Der Verein fragte freundlich am 19. November 2009 per Email an: „Sehen wir uns bei der Premiere des Films „Der entsorgte Vater“ am Mittwoch den 25.11. um 20 Uhr im Tuchlaubenkino?“ Aber klar doch!

Vaterverbot lädt ins Kino.

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Familienrecht, Scheidung, Väterrechte, Vaterverbot)

Marcus J. Oswald vor LKA

Veröffentlicht in Das ist von marcusjoswald am 12. November 2009
Herwig Baumgartner - Anklagschrift Seite 20 - STA Linz

Am 30. Oktober 2009, als seine Gruppe vor dem Justizministerium demonstrierte, war die Linzer Anklageschrift noch nicht fertig. Am 3. November 2009 schon und der Haftbefehl wurde im Nebenraum des Gerichtssaals 305 im LG Wien nach einer Medienverhandlung vollzogen. (Foto: Anklageschrift gegen Herwig Baumgartner)

(Wien, im November 2009) Der Herausgeber des Journals, Marcus J. Oswald, machte heute, 12. November 2009, seine Aussage vor dem Landeskriminalamt Linz zum Thema Mag. Herwig Baumgartner und seinem Internetforum. Die Zeugenvernehmung fand in den Gebäuden das LKA Wien-Ost statt. Die Verschriftlichung der Aussage fand von 12 Uhr 30 bis 15 Uhr 45 statt. Über den Inhalt wurde mit allen Seiten Stillschweigen vereinbart.

Ein Dank gilt all jenen, die am Vortag in den Vorderreifen des Fahrrads des Herausgebers eine Heftklammer hinein gejagt hatten, sodass am heutigen Tag ein Platter war. Doch dieses Problem ließ sich lösen (Pickzeug). Wie sich auch das andere Problem lösen lässt, zu dem eine Verschriftlichung erstellt wurde (Dechiffrierung).

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Nachlese: Noch am 30. Spetember 2009, um 0 Uhr 24 hatte Herwig Baumgartner eine tolle Idee: Er schrieb ein Gesetz ohne Rückfrage, dafür „für alle“. Es zeigt, wie demokratisch gesinnt er in Wahrheit ist. Hauptsache er, der Supergescheite mit seinen 140 IQ [nicht erwiesen, Anm. B&G], weiß immer Bescheid. Er schrieb in seinem Forum: „Betreff Beitrag: VOLKSTRIBUNAL“. (Verfasst: Mittwoch 30. September 2009, 00:24. Autor: Analytiker. Registriert: Montag 3. März 2008, 16:17. Beiträge: 1.544. Wohnort: Europa [dzt. JA Linz, Anm. B&G])

„Volkstribunal (§ 1 VtrG) [Ein solches Gesetz gibt es nicht, Anm. B&G]

(1) Zum Menschenrechtsverbrecher wird erklärt, wer als Richter/in des OGH an einer Entscheidung mitgewirkt hat, wegen der Österreich in Folge vom EGMR verurteilt wurde.
(2) Da in jedem Senat des OGH mehrere Richter diese Entscheidung verantworten, haben alle diese Richter unehrenhaft aus dem Richteramt entlassen zu werden.
(3) Sollten sich betroffene Richter gem. Abs. 2 bereits im Ruhestand befinden, so hat die Summe aller Ruhebezüge auf das absolute Mindestmaß reduziert zu werden. – Das Volk.“ [also Herwig Baumgartner, Anm. B&G]

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Wagner_Jauregg_Julius

Wagner-Jauregg.

Derzeit ist ein Gutachter von der Einrichtung Landesnervenklinik Wagner-Jauregg bestellt, um ihn zu untersuchen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Das ist)

Mordfall Journalist Günther Schädel – DNA an Patrone wird untersucht

Veröffentlicht in Harte Hacken - Mord von marcusjoswald am 26. Oktober 2008
OÖN)

Der Mörder vom OÖN-Redakteur Günther Schädel (1988) läuft nach wie vor frei herum. (Foto: OÖN)

(Wien, im Oktober 2008) Am 27. Februar 1988 wurde gegen 3 Uhr 45 der Sportredakteur der Linzer Tageszeitung „Oberösterreichische Nachrichten“ Günther Schädel in der Linzer Altstadt erschossen. Die Waffe war eine Pistole Marke „Frommer“, Kaliber 7,65 mm. Wie es vor zwanzig Jahren zu dieser Tat gekommen ist, darüber herrscht heute noch Rätselraten.

Die letzten Stunden sind bekannt: Der 41-Jährige ging am 26. Februar 1988, ein Freitag, um 23 Uhr 15 von der Redaktion der OÖN ins Wochenende und danach in ein Lokal in der Linzer Innenstadt. Rekonstruktionen ergaben damals, dass er gemeinsam mit einer schwarzhaarigen Frau die Lokale „Vanilli“, „s’Linzerl“, „Antiquitätenstuben“ und „Sansibar“ in der Altstadt besucht hatte. Am 27. Februar 1988 besuchte er dann alleine gegen 3.45 Uhr das Lokal „Klausur“, um danach nach Hause zu gehen. Um diese Zeit traf er auf den Mörder. Nach dem Kopfschuss wurde er im Linzer AKH notoperiert, vergeblich. Zwei Stunden später, um 5 Uhr 45 verstarb der 41-jährige Sportjournalist der OÖN.

Neue Ermittlungen

Nun gab der OÖ Sicherheitsdirektor Alois Lißl am 24. Oktober 2008 bekannt, dass dieses abgeschossene Projektil auf DNA untersucht wird. Die Patrone drang beim rechten Ohr ein und blieb im linken Scheitelbereich stecken. Die Staatsanwaltschaft Linz stimmte zu. Es kommt also neuer Schwung in die Sache, denn der Mörder läuft nach wie vor frei herum.

Lißl ist überzeugt, das der Täter die Patrone beim Laden angegriffen hat. Damals vor 20 Jahren war das Thema „genetischer Fingerabdruck“ noch kein Thema und auch in der kriminellen Welt kein Bewußtsein dafür vorhanden. Lederhandschuhe, die die Finger gefühllos machen, trugen nur Profikiller. Man geht aber von einer Motivlage „Rache und Eifersucht“ aus, also von einem Amateurtäter.

DNA auf Patrone?

Laut „Oberösterreichische Nachrichten“ stützt sich die Ermittlung auf eine neue Methode, die in England wissenschaftlich publiziert wurde und schon zu Fahndungserfolgen bei Bluttaten führte: Die Arbeit mit dem Titel „The Retrieval of a DNA profile from Spent Cartridge Cases“ („Die Gewinnung von einem DNA-Profil von ausgeworfenen Patronenhülsen“) beschreibt ein Verfahren, ausgeworfene Munition zu untersuchen. Sie wurde von zwei Experten der Staffordshire University erarbeitet. Da es im Fall nach wie vor „fünf Verdächtige“ gibt, werden diese nun gezwungen ihre DNA abzugeben.

B&G ergänzt gerne aus dem Fundus: Zum Fall erschien auch eine literarische Arbeit (1996), die sehr verklausuliert im Wesentlichen den Fall Schädel beschreibt. In der mittlerweile eingestellten Linzer „Edition Resistenz“ veröffentlichte die Schriftstellerin Marie Kaps das dünne Büchlein „Das Heranwachsen der Unruhe“ (Eine Kriminalnovelle). Darin wird Schädel mit dem Spitznamen „Schähil“ geführt. Es ist leider kein Sachbuch, daher
für Ermittlungsarbeit wenig brauchbar.

OÖN vergißt nicht

Die „Oberösterreichische Nachrichten“ hat den Fall bis heute nicht vergessen. Es ist für die Linzer eine Ehrensache, dass der Mörder – auch mit Hilfe der Öffentlichkeit – gefunden wird. Günther Schädel arbeitete 21 Jahre in der Zeitung als Berichterstatter.

Marcus J. Oswald (Ressort: Mord)

Geschädigte der Finanzkrise – Erste Impression

Veröffentlicht in Short Message Service, Wirtschaft von marcusjoswald am 12. Dezember 2008
Marcus J. Oswald für Blaulicht und Graulicht)

Geldvernichtung in der Finanzkrise 2008. Man könnte sich vorstellen, dass der Mann am Bild ein Geschädigter ist. Nachsatz: Der 20-Euro-Schein wurde nur für das Foto zerschnitten, danach wieder zusammengeklebt. (Foto: Marcus J. Oswald für Blaulicht und Graulicht)

(Wien, im Dezember 2008) Weihnachtlicher Kaufrausch überall, der vergisst, dass tausende Personen ihr Geld an Finanzmärkten verloren haben. Im Bild ein Geschädigter, der 93.000 Euro durch gewissenlose „Broker“ in der Schweiz zur Gänze (98%) verloren hat. Sein Verfahren am Handelsgericht Wien als Kläger hatte bereits fünf Tagsatzungen. Blaulicht und Graulicht beginnt nun eine ausführliche Berichterstattung und Recherche zu seinem Fall. Das wird eine Weile Zeit, eine Portion Kraft und viel Ausdauer in Anspruch nehmen. Wir setzen auf „weltweite Verbreitung“ durch das Internet.

Party ist für manche zu Ende

Am langen Ende der Berichterstattung, das sei versprochen, ist das Wien-Büro der Schweizer Firma geschlossen und der Geschädigte voll entschädigt. Mit 93.000 plus Zinsen, also mit rund 120.000 Euro. Ohne Wenn und Aber. Aggressiver Finanzkrieg fordert aggressiven publizistischen Krieg. Vor allem dann, wenn ein Wiener Anwalt Geheimverhandlungen endlos prolongieren und österreichische Geschädigte papierln will. Der Krieg ist eröffnet.

Archiv Oswald)

Der Schweizer Broker finanzierte sich mit dem Geld des Mannes aus Ybbsitz dieses Auto: Ferrari Modena 360. (Foto: Archiv Oswald)

Weitere Hintergründe:

Eiger AG – Methoden im Schweizer Finanzbusiness (29. Jänner 2009)
Übermäßiges Churning an Eiger Nordwand (25. März 2009 – Beitrag im Detail in Arbeit!)
Stefan Caveltis Eiger Commodity Warengeschäftsvermittlungs GmbH in Konkurs (Beitrag in Arbeit!)
Stefan Caveltis Commtrend GmbH in Konkurs (13. August 2009)
Die Zeugenaussage des Michael Porco am Handelsgericht Wien (19. Oktober 2009)
Der Fall O. aus Salzburg – Prinzip Eiger – 20.000 Dollar Kommissionen bei 27.000 Euro Einsatz (12. September 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Short Message Service, Wirtschaft)

Max Friedrich – neuerlich für zehn Jahre zertifiziert

Veröffentlicht in Gutachter, Max Friedrich von marcusjoswald am 3. Januar 2009
Sachverständigenliste)

Statt einer parlamentarischen Anfrage wurde er belohnt: Max Friedrich wurde völlig überraschend knapp vor Jahresende für weitere zehn Jahre bis 2018 als Gerichtsgutachter zertifiziert.
(Quelle: Sachverständigenliste, 2. Jänner 2009)

(Wien, im Jänner 2009) Das Wort Justizskandal soll man nicht zu oft in den Mund nehmen, da der Begriff sonst inflationär wird und an Gripp verliert. Doch dieser Vorgang ist einer: Durch „Handauflegen“ einflussreicher Freunde im Justizministerium kam eine Rezertifizierung zu Stande, die durch saubere und gewissenhafte Bewertung bisher geleisteter, fehlerhafter Arbeit nicht zu rechtfertigen ist.

Fakt ist: Nervenarzt Max Friedrich wurde kurz vor Ende 2008 für zehn (!) weitere Jahre neuerlich als Gerichtsgutachter zertifiziert. Diese erschütternde Hiobsbotschaft ist Ausdruck schlichter Inkompetenz im Justizministerium. Anwälte, aber auch Justizbetroffene sind entsetzt, wie es zu dieser Gefälligkeitsentscheidung gekommen ist.

Max Friedrich, pensionsreife 64, stand zuletzt vor allem für Skandale gut. Die Entscheidung der neuerlichen weit greifenden Rezertifizierung ist durch die zuständigen Stellen nicht nur verantwortungslos. Diese Stellen haben offenbar auch ein schlechtes Gedächtnis.

2005 brachte Max Friedrich durch ein Fehlgutachten einen 56-jährigen Mann acht Jahre ins Gefängnis. Erst ein Zweitgutachten in Strafhaft durch einen deutschen Gutachter brachte die Enthaftung nach 18 Monaten.

Zwei Jahre zuvor brachte Max Friedrich durch ein Gutachten einen Kärntner für drei Jahre in Haft. Auch hier brachte erst ein privat bezahltes Gegengutachten einen Unschuldsbeweis und Enthaftung nach 21 Monaten.

Im Fall Robert Ackermann stellte Max Friedrich beim in Wien lebenden Deutschen keine Gefährlichkeitsprognose nach offensichtlichen Verhaltensauffälligkeiten. Welch ein Irrtum: Nur zwei Jahre später (2008) schlitzte dieser einen Obdachlosen auf und ging in Boulevardmedien als „Kannibale von Wien“ in die Kriminalgeschichte ein (der Kannibalismusvorwurf fiel dann bei Gericht weg).

In Kärnten trat der Wiener Gutachter in einer Strafrechtscausa an und sprach sich pro Kindesmissbrauch aus. Der Fall ging drei Mal vor den OGH und wurde drei Mal aufgehoben.

Im Scheidungs- und Obsorgefall Mag. Herwig Baumgartner sorgte er 2001 dafür, dass dessen Ehefrau Chantal Gabrielle Edwige Marguerite Bund, damals 34, aus der Ehe ausbrach, mit einem Italo-Hengst fremd und danach ins Ausland ging (Fribourg), ungeschoren blieb und dem Kindvater alle vier Kinder wegnahm. Friedrich billigte diese irrwitzige Gangart von der ersten Minute an durch ein skandalöses 13-Minuten-Kurzgutachten an der Großmutter. Der Noch-Immer-Ehegatte und Kindvater hat bis heute seit sieben Jahren keine einzige Minute Besuchsrecht bei seinen vier Kindern durch dieses Drecksgutachten. Ein ganze Familie wurde durch den fanatisch väterfeindlichen Gutachter Max Friedrich kriegerisch vernichtet.

Im Scheidungs- und Obsorgefall Gottfried D. ließ der SPÖ-Seilschaftsgutachter Max Friedrich ebenfalls zu, dass eine urkainische Einwanderin zuerst in Wien mit einem Krebsarzt fremd ging, die Ehe brach und zuguterletzt dem Wiener Ehemann und Kindvater bis heute und seit fünf Jahren keine einzige Minute Besuchsrecht bei seinem heute achtjährigen Sohn eingeräumt wurde. In diesem Fall wurde mittlerweile ein Menschenleben (das des Kindvaters) gefährdet.

Die Brutalität, Kaltschnäuzigkeit, Arroganz und politische Versiertheit, mit der Max Friedrich gegen Personen vorgeht, verwundert. Noch mehr verwundert, dass im Justizministerium niemand den Mut hat, eine weitere Zertifizierung zu überdenken. Man fügte sich offenbar dem Druck aus dem allmächtigen AKH Wien, wo Friedrich eine Abteilung leitet.

Was lernt man daraus? Bei Gerichten geht es offenbar nur mehr um Machtspiele. Wer nicht mitspielt, kommt unter die Räder. Wer wehrhaft ist und aktiv für sein Recht kämpft, wird von Friedrich vorsätzlich kaputt gemacht. Max Friedrich kann und darf unter den Augen des Justizministeriums Leute durch seine Fehlgutachten in Haft bringen und am Ende stellt sich heraus, dass diese schuldlos waren. Friedrich kann umsichtigen und hochmotivierten Kindvätern halbe Jahrzehnte lang die Kinder bis zur Entfremdung vorenthalten, weil er nicht für Väter entscheiden kann, weil er mit den Feministen in Vereinsvorständen sitzt und diesen im Wort ist. Friedrich ist ein in rote Wolle gewirkter Parteigänger der SPÖ und niemals ein objektiver Gutachter. Das wissen alle, die die Parteienlandschaft und den Filz in Wien kennen.

Nicht zuletzt darf man nicht vergessen, dass auch Richter in sein gerissenes Konzept der Väterfeindlichkeit hineinspielen. In Wien ist das vor allem die Richterin Gabriele Thoma-Twaroch, die eine enge Verbündete von Max Friedrich ist. Sie ist heute die Vorsteherin des BG Josefstadt. 200 Meter um die Ecke hat Max Friedrich seine Praxis.

Dieses Journal steht in den nächsten Monaten vor der Aufgabe, genau und auf den Punkt präzise herauszufinden, wer die schützende Hand im Justizministerium über ihn legte und ihm durch Handauflegen noch einmal zehn goldende Jahre bescherte. Mit normalen Umständen kann es nicht zugegangen sein, da dieser Gutachter derjenige ist, der in den letzten drei Jahren wie kein anderer empfindliche Fehleinschätzungen (vor allem im Strafrecht) produziert hat, über die man unter normalen Umständen nicht hinwegsehen kann.

Marcus J. Oswald (Ressort: Gutachter, Max Friedrich)

Auf zum Appell – Vätertreffen – 8.01.2009

„Bei jeder Aufgabe ist es ohne allgemeine Appelle, die sich an alle wenden, unmöglich, die breiten Massen in Bewegung zu bringen. Aber wenn die leitenden Funktionäre sich auf allgemeine Aufrufe beschränken, ohne sich selbst konkret und gründlich mit der Arbeit zu befassen, um, nachdem sie dort einen Durchbruch erzielt und Erfahrungen gesammelt haben, diese Erfahrungen dann bei der Leitung anderer Organisationen auszunutzen, werden sie nicht nachprüfen können, ob ihre allgemeinen Aufrufe richtig sind; sie werden auch den Inhalt dieser Aufrufe nicht bereichern können, und es besteht dann die Gefahr, dass die allgemeinen Appelle in der Luft hängen bleiben.“

Mao Tse-Tung. Großer Vorsitzender. 1. Juni 1943. In: „Einige Fragen der Führungsmethoden“. (Werke Bd. III)

Oswald)

Das österreichische Kindschaftsrecht stellt das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Viele Männer und Väter werden jedoch in ihrer Väterrolle geschnitten, wogegen nun zahlreiche Vereine aufstehen. (Foto: Gottfried Helnwein, etwa 1972. Repro: Oswald)

(Wien, im Jänner 2009) Die Lage in Wien ist ruhig. Minus 9 Grad. Die kriminelle Front ist friedlich. Dort und da ein Bauchstich, aber nichts Großes. Der Goliath Landesgericht Wien macht eine Verschnaufpause und atmet durch. Mohammed Mahmoud, ohne Davidstern, ist in Hungerstreik getreten, aber die Justizanstalt Josefstadt bekräftigt, dass keine Lebensgefahr besteht. Von Helmut Elsner, nicht im Hungerstreik, aber am Hungertuch, hörte man auch schon mehr (etwa im Dezember-WIENER, wo er die Weltwirtschaftslage erklärte). Es ist allgemein ruhig. Die Lage ist übersichtlich.

Das ändert sich schlagartig am 8. Jänner 2009. Um 19 Uhr findet im 5. Wiener Bezirk im Lokal „Vom Feinsten“ ein Männertreff statt, der von vielen mit großen Papa-Augen erwartet wird. Die kundige Fachrunde kommt nicht zum Biertrinken zusammen. Am Podium sitzen honorige Personen, die das Familienrecht mit den väternachteiligen und dadurch kindernachteiligen Facetten diskutieren.

Es sitzen am Podium:

Ort: Restaurant „Vom Feinsten“, Margaretenstraße 166, 1050 Wien.

Einige wurden nicht eingeladen. Die Tiroler, Kärntner, Salzburger und Wiener Fraktion wurde nicht berücksichtigt. Dafür lud man Oliver Peter Hoffmann ein, der keinerlei nennenswerten Beitrag zur Diskussion leistet. Dieser zeigt mit seiner großspurigen „Männerpartei“ kein Profil. Außer, dass er, wie recherchiert wurde, diverse Domains parkt, hat dieser Mann nichts zu sagen. In einem Internetforum hieß es dazu: „Mir missfällt, dass dieser Hoffmann sich zwar öffentlich nirgends schriftlich äußert, aber ein Gesichtsbad nimmt. Er meint, weil er eine gute Domain hat (maennerpartei.at, auch juristen.at), hat er etwas zu sagen. Da scheint etwas Freunderlwirtschaft im Gange zu sein. Man muss sich auf die Fachfragen konzentrieren.“

Auch Mitläufer dabei

In der Tat: Was dieser Mann genau macht, erklärt sich keinem in der Männerbewegung. Am 14. Dezember 2008 hat er vor einer Würstelbude bei der Wiener Stadthalle angeblich einen „Parteitag“ durchgeführt. Zu Sachthemen äußert er sich nie. Dieser Mann lebt politisch unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Dass der 43-Jährige fünf Jahre in Australien mit Forschungsstipendium gearbeitet und sich eine Menge Domains gesichert hat, macht ihn noch zu keinem „Vorsitzenden der Männerpartei“.

Die Veranstalter sind trotzdem zuversichtlich, neuen Schwung in die Diskussion zu bringen. Einer aus dem „Verein Vaterverbot“ sieht in einem Internetforum die Zeichen der Zeit gekommen und feuert unter seinem Namen „Hades“ die gesamte Mannschaft an: „Väter brauchen keine Gerichtsurteile! Väter brauchen keine Anwälte! Väter brauchen kein Besuchsrecht! (… Kinder sind keine Gefangenen!) Väter brauchen keine Besuchsbegleitung! Kinder und Väter brauchen keinen Psychiater! (…Sie sind nicht krank – danach sind sie dann traumatisiert!) Kinder und Väter brauchen keinen Psychologen! (…Sie sind nicht verwirrt – können selbst sprechen!) - 2009 – Der AUFBRUCH -
Die AUFERSTEHUNG aller VÄTER!“

Das ist der Appell der Veranstalter.

Marcus J. Oswald (Ressort: Familienrecht, Veranstaltung, Aus den Vereinen, Väter ohne Rechte, Männerpartei, Vaterverbot)

Mannifestation – Der Aufstand der Scheidungsväter

Marcus J. Oswald (am 8. Jänner 2009, 22 Uhr 10)

Verein Luca (Gerald Zeiner) interviewt Verein Humanes Recht (Robert Böck). Vor dem Plakat der Männerpartei. Hinter der Filmkamera ein arabischer Kameramann, der angeblich für Al Jazeera arbeitet. Das Foto machte - wie immer auf dieser Seite: Marcus J. Oswald (8. Jänner 2009, 22 Uhr 10)

(Wien, im Jänner 2009) Was war die Botschaft der Kick-Off-Veranstaltung der österreichischen Väterrechtler im Festsaal des Restaurants „Vom Feinsten“ im 5. Wiener Bezirk am 8. Jänner 2009? Vereinfacht gesagt: Mit Scheidungsvätern ist nicht mehr zu spielen. Noch einfacher gesagt: Wenn sich heute ein Mann scheiden lassen muss (weil 80 Prozent der Scheidungen von Frauen eingereicht werden), dann sollte er zuerst einem der mittlerweile zahlreichen Vereine beitreten. Dann bekommt er in einem Crashkurs Einführungen, was ihm blüht: Breitseiten vom Eherecht, Bürgerlichen Recht, der Exekutionsordnung, (auch) dem Strafrecht. Ganz simpel gesagt: Wer sich heute nicht organisiert, bleibt über. Nach dem alten Grundsatz der Gewerkschaft: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Volles Haus

Daher kamen 120 Personen und setzten sich in einem Raum zusammen. Diese 120 Männer, darunter zehn Frauen, sind entschlossen, aber beherrscht. Sie sind emotional geladen, aber unter Kontrolle. Daher ist es völlig überschießend, wenn sich eine Richterin in eine solche Runde nur mit vier Leibwächtern der Firma ISS wagt. Die Selbstbeherrschung, das kenntnisreiche Ausnutzen des – wie von vielen gesagt – korrupten Justizsystems, ist, das wissen viele Männer, die Grundlage, dass man in diesem System überhaupt noch etwas erreicht. Daher werden auch in Zukunft bei solchen Veranstaltungen, von denen weitere in Planung sind, nie Gewaltübergriffe stattfinden. Auch wenn es den schärfsten Justizkritikern immer wieder in den Mund gelegt wird, sie seien potentiell zu Gewalt bereit.

Emotional geladen, aber beherrscht

Die Gewalt provoziert noch schärfere Gegenmaßnahmen innerhalb des väterfeindlichen Justizsystems. Die Grundregel der Gewaltfreiheit kann sich jeder, der bei Greenpeace Ausbildung genoss, an der Widerstandskultur großer Organisationen ansehen. Dort wird tolerierte Systemkritik im Großen betrieben. In der Justiz, in der verzärtelte, wohlstandsverwahrloste Bürgerstöchter und Bürgerssöhnchen Dienst tun, genügt jedoch schon ein Bruchteil an sonst akzeptierter Protestkultur, um eine Kette von Beschlüssen ins Laufen zu bringen, die sich wiederum für Männer nachteilig auswirken. Daher werden diese Gruppen weiterhin auf Gewalt verzichten und den Justizpalast kein zweites Mal in Brand stecken. Und wenn es so schon weit ist, dass Familienrichter für eine Podiumsdiskussion vier Leibwächter brauchen, dann muss sich die Richterschaft fragen, ob sie etwas falsch macht und nicht die Protestbewegung aus den Kreisen der Väterrechtler.

Marcus J. Oswald)

Der Verein Vaterverbot hat derzeit den stärksten Organisationsgrad. Man errichtet Landesgruppen und Ortsgruppen. Man geht an die Öffentlichkeit. Manchmal noch zu freundlich und zahm. Aber durchaus mit analytischer Strategie der Vereinnahmung derer, die von vielen als Feinde gesehen werden: Richter und Politiker. Man wird die Entwicklung dieses Vereins aufmerksam beobachten müssen.
Im Bild einer der Sprecher. (Foto: Marcus J. Oswald)

Die Vereine sind unterschiedlich ausgerichtet. Das Motto lautet derzeit noch: Getrennt Marschieren, gemeinsam Auftreten. Hinter den Kulissen gibt es im Jahr Drei einer Neuen Männer- und Väterbewegung in Österreich kleine Eifersüchteleien. Die einen betreiben ein großes Internetforum. Die anderen kooperieren fromm mit einer Partei. Die dritten stehen in Salzburg durchaus der katholischen Kirche nahe. Die anderen nehmen Luca ins Zentrum. Die weiteren im Süden sind fern vom Schuss aber gut mit der Volksanwaltschaft. Einer gründete eine Männerpartei und sagte den anderen Männern nichts davon. Die nunmehr stark auftretenden Männer von „Vaterverbot“ genießen Medienrespekt und lesen in vielen Regionen duzende Gestrandete auf, um sie zur Mitarbeit zu animieren. Niemand kann sagen, wohin es führt, denn nichts ist schwieriger als gleichlautende Interessen zu bündeln. Am Besten harmoniert es noch, wenn man eine Veranstaltung macht. In Hinkunft, das klang durch, will man den Vatertag als neuen Protesttag umfunktionieren und an diesem Tag jährlich eine Demonstration abhalten – bei der wieder die unterschiedlichen Gruppen gemeinsam auftreten.

Marcus J. Oswald)

Die Neuen Männer stehen im Krieg mit der Justiz und sie suchen die Gruppe. In einer
Come-Together-Veranstaltung gibt es viele Wortmeldungen aus dem Publikum, denen
die anderen mit voller Konzentration und Andacht lauschen. (Foto: Marcus J. Oswald)

Wenn an einem Podium zwei Vereine und ein Vertreter einer Kleinstpartei sitzen, wissen die Vereine, dass im Publikum die wahren Kaliber sitzen. Wenn dann die Richterin Doris Täubel-Weinreich mehrzeitlich im Gesetzbuch blättert statt die Linie der Richtervereinigung zu erklären, deren Fachbereichssprecherin für Familienrecht sie ist, kommt Unmut auf. Wenn ein Vertreter der Volksanwaltschaft am Podium seine Einrichtung lobt, aber nicht erwähnt, dass das Ergebnis der Beschwerden bei der Volksanwaltschaft ernüchternd ist wie der Blick aufs Konto im Jänner, kommt noch mehr Unmut auf. Der Jurist Markus Huber vergaß zu erwähnen, was kundige „Blaulicht und Graulicht“-Leser längst wissen: Zwischen 2002 und 2006 wurde den insgesamt 2.434 eingebrachten Beschwerden nur in 77 Fällen (3,16%) Berechtigung zuerkannt. Missstände wurden gar nur in 14 Fällen (0,58%) festgestellt, also pro Jahr bei 2 bis 4 der eingebrachten Beschwerden. Scheidungsvätern, die von Rechtspflegern, die nach drei Jahren Ausbildung zu Richterweihen kommen, und von mütterrechtlich auf Linie gebrachten Familienrichterinnen systematisch benachteiligt werden, die Volksanwaltschaft als erste Adresse zu empfehlen, empfinden viele wie das Hornberger Schießen. Man darf an die Historie erinnern: In Hornberg hatte sich 1564 der Herzog Christoph von Württemberg angesagt. Dieser sollte mit Salut und allen Ehren empfangen werden. Als alles bereit war, näherte sich aus der Ferne eine große Staubwolke. Alle jubelten und die Kanonen donnerten, was das Zeug hielt. Doch die Staubwolke entpuppte sich nur als eine Postkutsche.

Marcus J. Oswald)

Nicht wirklich wohl fühlten sich die beiden Beamten, die die Dinge schön redeten, aber schnell durchschaut waren: Richterin Doris Täubel-Weinreich und Markus Huber, ein Mitarbeiter der Volksanwaltschaft, lernten an der Universität, dass Paragrafen im Zentrum stehen. In Wahrheit ist es die Deutung des Gesetzes und damit die Politik, Ideologie und Wertausrichtung in einer bestimmten Zeit, die es definiert. (Foto: Marcus J. Oswald)

Von der Veranstaltung, die als erste größere Mannifestation gedeutet wird, wird auf dieser Webseite zur Dokumentation eine Nachlese veröffentlicht. Dies geschieht in Textfassung und als Videotrailer. Von der Veranstaltung wurde im Zwei-Kamera-System ein Mitschnitt angefertigt. Zusätzlich existiert ein Video mit einer kleinen Kamera. Moderator Robert Marschall von der Webseite „wien-konkret“ wurde ersucht, einen Trailer von der Veranstaltung in der Länge von fünf Minuten zu schneiden, damit dieser auf mehreren einschlägigen Webseiten eingebaut und die Botschaft einer im Familienrecht merklich hilflosen Justiz syndiziert werden kann.

Es sollen auch die daran teilhaben können, die zu Hause geblieben waren. Etwa Mag. Herwig Baumgartner, der schon einen ganzen, aus seiner Sicht inkompetenten, OLG-Wien-Senat aufgemischt hat. Er erschien persönlich nicht am 8. Jänner 2009. Das geschah in der Absicht, um das sanfte Hineingleiten des neuen Vereins „Vaterverbot“ in den Justizmarkt nicht zu gefährden. Baumgartner ist Protestkultur für Fortgeschrittene. Nach der Veranstaltung wurde ihm in einem Wiener Lokal, wo er wartete, ausführlich von den Hauptpunkten der Veranstaltung berichtet.

Ein anderer war da: Ernst-Peter Hauser. Er lud das „Blaulicht und Graulicht“-Magazin zu seiner nächsten Verhandlung ein: Sie steigt am 28. Jänner 2009 am Bezirksgericht Hietzing. Es ist dem Magazin eine große Freude, an dieser öffentlichen Verhandlung teilzunehmen. Die Maulhure des Wiener Feminismus, Anwältin Helene Klaar, klagt Ernst-Peter Hauser nach „Übler Nachrede“. Die Frauenhaus-Syndikatsanwältin aus der Kanzlei Klaar-Marschall fühlt sich im Rahmen eines Gerichtsverfahren beleidigt.

Komplett-Zusammenfassung der Kick-Off-Veranstaltung der Väterrechtler am 8. Jänner 2009 (19 bis 22 Uhr) kann erst folgen, wenn die technischen Möglichkeiten vorliegen. Ein erstes Klein-Video hier (Schnitt: Marcus J. Oswald, 17. Jänner 2009).

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Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Humanes Recht, Männerpartei, Vaterverbot, Väter ohne Rechte, Familienrecht, Männerpolitik, Scheidung, Väterrechte)

Justizrebell Mag. Herwig Baumgartner im Internetradio

Veröffentlicht in Medien, Webseiten von marcusjoswald am 20. Januar 2009
Oswald)

Herwig Baumgartner (li.) deckt die Justiz mit Arbeit zu. Im Bild mit seiner rechten Hand, Gottfried Divos. (Foto: Oswald)

(Wien, im Jänner 2009) Der Tiroler Justizrebell, der in Wien gegen die Justiz einen wahrhaften Krieg führt, spricht heute im Internetradio „radioaktiv“. Live ab 20 Uhr.

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Blaulicht und Graulicht

Blaulicht und Graulicht

Sozialarbeiter gegen Mag. Herwig Baumgartner – Vorschau Medienprozess (31. Oktober 2009)

Webforen-Exzesse (18. September 2009)

Herwig Baumgartner mit drittem Buch – Co-Autor Robert Böck (8. September 2009)

Herwig Baumgartner mit Buch: Mord an Luca-Elias – Die Annalen des Horrors (21. Juli 2009)

Mag. Herwig Baumgartner obsiegt am VwGH – In Nebenfrage (21. Juni 2009)

Hausverbot für Herwig Baumgartner am BG Wien 15 (12. Februar 2009)

Hausverbot für Herwig Baumgartner am BG Wien-Innere Stadt (11. Februar 2009)

Herwig Baumgartner – das Untier: 120 eröffnete Verfahren (3. Juli 2008)

Herwig Baumgartner – gesetzloses Landesgericht Innsbruck (28. Juni 2008)

Mag. Herwig B. erhält Hausverbot im Justizpalast (28. Mai 2008)

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)

Fall Josef Branis – Anwälte um (eigene) Medienarbeit bemüht

Veröffentlicht in Justizfälle von marcusjoswald am 25. Januar 2009
Josef Branis - In Haft.

Schütze Josef Branis - Vor Prozess.

(Wien, im Jänner 2009) Die Angehörigen des Josef Branis diskutieren derzeit viel. Auch heute, Sonntag, trifft die Großfamilie in Strasshof (NÖ) wieder zusammen. „Wir sind stark reduziert. Der Clan ist verkleinert“, so einer. Vier sind tot. Einer sitzt in Haft. Man bespricht das Vorgehen. In der Vorwoche war man noch fest entschlossen, den Staranwälten des Vierfachschützen zu kündigen. Werner Tomanek und Rudolf Mayer bringen keine Leistung, meinten einige.

Die Gründe lauteten:

Erster Grund: „Aussichtslosigkeit“. (sicheres Lebenslang)
Zweiter Grund: „Hohe Kosten“. (bisher: 15.000 Euro)
Dritter Grund: „Aussichtslosigkeit und hohe Kosten“. (15.000 Euro für sicheres Lebenslang)

Dann tagte der Familienrat. Es kam alles anders. Die drei Töchter setzten sich mit der Ansicht durch, noch an den Anwälten festzuhalten.

Am Mittwoch, 21. Jänner 2009 wurde den Anwälten in ihren unterschiedlichen Kanzleien ein Besuch abgestattet.

Anwälte suchen TV-Präsenz (in eigener Sache)

Um 16 Uhr war in der Kanzlei des Rudolf Mayer ein ORF-Team. Die Besprechung mit den Angehörigen war kurz. Bei ihm macht die Rechnung 15.000 Euro aus, die mit Tomanek brüderlich geteilt wird.

Um 17 Uhr war man in der Kanzlei des Werner Tomanek in der Esslinggasse (nicht in der ausgebrannten Ex-Kanzlei in der Börsegasse) zur kurzen Besprechung im 4. Stock. Danach ging es in ein Speiselokal an die Gasse, wo Christian May (Ex-“News“) dazu stieß, der nun für „ATV“ arbeitet. Tomanek wurde abgefilmt, sein Hund und eine der drei Branis-Töchter. ATV will im Herbst eine Dokumentation zum Fall bringen.

Kritische Worte blieben nicht ausgespart. Vor allem Werner Tomanek wurde vorgeworfen, warum er damals in „Österreich“ zwar die zugkräftigen Abschiedsbriefe des Josef Branis medial ausgebreitet hat, nicht aber die Droh- und Schmähbriefe, die der halbblinde Todesschütze lange vor der Tat erhalten hatte. Der Vorwurf lautete immer, dass er ein „Kinderschänder“ sei. Selbst in Strasshof blieben Autos neben ihm stehen und terrorisierten ihn mit diesem Vorwurf. Mit Publikation dieser Post hätte man einen anderen Schützen zeigen können.

Archiv Blaulicht und Graulicht)

Am 28. September 2008 bezeichnete der Anwalt Werner Tomanek seinen eigenen Mandanten medial als Mörder. Er müsste sich nun selbst klagen. Was er natürlich nicht tut. (Quelle: TZ Österreich/Archiv Blaulicht und Graulicht)

Bruder Johann Branis kritisiert bis heute, dass Tomanek zwar versprochen hatte, Medien zu klagen, die einseitige Berichterstattung machen, dieses bisher aber noch nicht gemacht hat. Der Gipfel der Ironie ist, dass es zwar Medien nicht gestattet ist, einen Todesschützen vor einem Urteil „Mörder“ zu nennen, aber dessen eigener Anwalt den Fall in „Österreich“ so publik machte: „So einen Mörder habe ich noch nie getroffen“. In diesem Fall hätte sich Werner Tomanek selbst klagen müssen, was naturgemäß unterblieben ist.

Werner Tomanek erntet Kritik, warum er in der Fallvorbereitung nie gegen den Wiener Anwalt Walter Lichal durch Strafanzeige vorgegangen ist. Laut Auskunft der verbleibenden Familienmitglieder, habe dieser keine Zurückhaltung in der Verbreitung der Vorwürfe „Kinderschänder“ an den Tag gelegt. Ein Angehöriger: „Herr Tomanek, ich muss Ihre Arbeit machen“. Sagte es und ging zur Staatsanwaltschaft Wien, um Anzeige zu erstatten. Warum Tomanek diese Schritte nicht machte, liegt daran, dass auch in Wiener Anwaltskreisen eine Krähe der anderen kein Auge auskratzt.

Hält Josef Branis an seinen „Staranwälten“ fest?

Am Montag, 26. Jänner 2009, wird Josef Branis selbst entschieden, ob er an seinen Anwälten festhalten will. Lehnt er am Montag die beiden Anwälte ab, von denen einer eine katastrophale Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld machte, muss der Prozess um zwei Monate verschoben werden. Dann erfolgt die Ablehnungserklärung zu Prozessbeginn und es wird vertagt. Lässt er die Anwälte über sich ergehen, findet es am 27. Jänner 2009 ab 9 Uhr 00 im Großen Saal des Landesgericht Korneuburg statt.

Zeugenliste erweitert

Der Prozess beginnt mit der Einvernahme des Beschuldigten. Dann kommt der Zweitbeschuldigte, der Mitwisser gewesen sein soll. Dann die Schwester Branis, die in die Streitigkeiten nie involviert war. Dann die Ehefrau vom Zweitbeschuldigten. Für 13 Uhr 30 wurde nun auch Bruder Johann Branis, 61, als Zeuge vorgeladen worden, nachdem er am 15. Jänner 2009 bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen den Anwalt Walter Lichal erhoben hatte. Walter Lichal beantragte nach Josef Branis Flucht am 1. Juli 2008 bekanntlich Polizeischutz.

Wie weit sich das Korneuburger Schwurgericht um tatsächliche Aufklärung der Hintergründe dieses Verbrechens bemüht, ist abzuwarten. Einige rechnen, dass auch der Wiener Anwalt Walter Lichal befragt wird, der über Jahre Vertrauensanwalt eines der Todesopfer war. Er betrieb die tödliche Mietrechtsklage an vorderster Front und in Alleinvertretung. Die später getötete Schwester des Josef Branis war beim Gerichtsstreit nie anwesend. Die Ursachenforschung, wie der Anwalt Walter Lichal mit „Kinderschänder“-Vorwürfen den Josef Branis so aufbringen konnte, wird vom Schwurgericht in Korneuburg zu erledigen sein.

Blind.

Josef Branis - Jahreskarte bei ÖBB - Vermerk: Blind.

Zu Josef Branis, 67, wurde am 23. Jänner 2009 bekannt, dass er eine Jahreskarte bei den ÖBB hatte.

Darauf der Vermerk: „Blind“. Wie er seine vier Widersacher so gut treffen konnte, ist bis heute ein Rätsel.

Zur Anklageschrift

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle)

Eiger AG – Methoden im Schweizer Finanzbusiness

Veröffentlicht in Wirtschaft von marcusjoswald am 29. Januar 2009
nomen nescio, Digitales-Archiv-Blaulicht und Graulicht)

Wer der Finanzspekulant ist, wird aus dem Bild ersichtlich: Stefan Cavelti, Chef der Eiger Europe AG, genießt am 25. Juni 2008 seine Freizeit im Pferderennverein Zürich-Diehlsdorf, während am Handelsgericht Wien ein Niederösterreicher eine Schadenersatzklage in der Höhe von 92.627 Euro gegen seine Firma einbringt.
(Foto: nomen nescio, Digital-Archiv-Blaulicht und Graulicht)

(Wien/Schweiz, im Jänner 2009) Es begann alles harmlos – und doch nicht. Es wurde ein Gerichtsstreit, dessen Ausgang nach der 5. Tagsatzung am Wiener Handelsgericht noch nicht vorbei ist. Wie alles begann:

Ende März 2005 wurde ein Niederösterreicher im Verfahren des „cold calling“ angerufen und telefonisch gefragt, ob er sein Geld mehren will. Der Anruf kam unangemeldet. Die Firma „Eiger AG“ stellte sich als „seit 12 Jahren“ international agierendes Finanzunternehmen vor, das „Vermittler für Warenterminkontrakte“ ist. Der angerufene Niederösterreicher „wusste nicht, was das ist“, wie er am 29. Jänner 2009 erzählt. Im April 2005 kam die erste Imagemappe der „Eiger AG“ per Post. Der Niederösterreicher, Geschäftsführer eines Unternehmens, ließ folglich alle weiteren Anrufe durch seine Mitarbeiterinnen abwimmeln. Dennoch erreichte man ihn an einem Samstag und sprach ausführlicher. Dann kam ein zweites Mal Post, nun mit Vertragsunterlagen.

Warenterminkontrakte

Die Finanzkeiler ersuchten zu Beginn 7.900 Euro auf ein Konto der englischen AMT-Brokerfirma zu schicken. Zur damaligen Zeit stiegen Öl und Sprit. Der Niederösterreicher überwies sein Geld am 19. April 2005 und spekulierte mit kleinem Einsatz „auf steigenden Ölpreis“. Zu Beginn war kein großer Gewinn, aber auch kein Verlust am Konto zu verbuchen.

Archiv-Prospekt)

Eiger AG in Schweiz - Lockerer Umgang mit Geld der Anderen.
(Foto: Prospekt)

Dann setzte eine Zäsur ein. Er war als „Neukunde“ angeworben. Es wechselte sein Betreuer. Nun war die Schweizer Eiger Europe AG zuständig. Die Mutterfirma betreut Stammkunden, denen man das Weiße aus den Augen holen will. Nun begann die Anforderung zu steigen. Es begann das „Churning“, das heißt, der schnelldrehende, provisionslastige Ankauf und Verkauf von Terminpapieren mit dem Geld des Niederösterreichers. Dazu reichte natürlich der kleine Einsatz nicht aus. Denn „bei jedem globalen Wirbelsturm rief der Broker an und empfahl sofort auf Weizen zu setzen“.

Anstieg des Einsatzes

Der Niederösterreicher stand am Scheideweg. 7.900 Euro hatte er schon eingesetzt. Doch die Schweizer verlangten höheren Einsatz für höheren Gewinn. Es kam ein Karusell ins Laufen: Ende Mai 2005 riet man ihm, sein Konto aufzufetten, dass man für den Fall der Fälle schnell schießen kann und startklar ist. Der Niederösterreicher unterlag der Verkaufskunst der Schweizer. Er überwies am 2. Juni 2005 noch einmal 30.000 Euro auf das Konto in London. Am 8. Juli 2005 weitere 15.000 Euro und schließlich am 25. Juli 2005 noch einmal 40.000 Euro.

Alle „Trades“ (Handelsschritte) im Sommer 2005 schlug der Schweizer Broker vor. Der Niederösterreicher hat kein einziges Mal bei diesem Mann angerufen, sondern immer dieser bei ihm. Meist geschah dies drei Mal pro Woche. Der Niederösterreicher hatte „vollstes Vertrauen“ in die Fachkompetenz der Schweizer Broker in Zürich. Dieses Vertrauen sollte enttäuscht werden.

In Summe wurden 92.627 Euro der Schweizer Eiger AG (via englisches Konto der AMT) aus Niederösterreich überwiesen. Binnen weniger Monate war das Geld weg. Der Klagssatz am Handelgericht Wien (10 Cg 79/07h), gestützt auf das penible Gutachten des Wiener Börseexperten Christian Imo, spricht von einem Verlust von 99,71 Prozent. Dem Niederösterreicher blieben: 269,41 Euro.

Anwalt Roland Rast, der am Handelsgericht Wien gerne über das Golfen spricht, teilt die Kanzlei

Anwalt Ronald Rast spricht im Gerichtssaal gern und nicht mundfaul über das Golfen. Er vertritt die Finanzfirma Eiger AG vor dem Handelsgericht Wien. Er teilt die Kanzlei mit Thomas Rast und Christian Werner.
(Quelle: Akte 10 Cg 07/h, Digital-Archiv-Blaulicht und Graulicht)

In seinem umfassenden, 87 Seiten langen Gutachten für das Handelsgericht Wien regte Christian Imo am 11. April 2007 folgende Punkte zur Eiger Commodity GmbH und Eiger Europe AG an:

„Abschließend wird empfohlen, folgende Behörden vorliegend einzuschalten:

• Staatsanwaltschaften in Wien und Zürich
• Eidgenössische Bankenkommission in Zürich
• Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien
• FSA in London“

Man soll in diesem Ganzen nicht vorgreifen. Detailhandel und öffentliche Gutachtenserörterung auf dieser Seite folgen. Es ist nicht so, dass Stefan Cavelti im Finanzgeschäft ein gänzlich Unbekannter ist. Seine Finanzfirma „Commtrend“ ging in Konkurs. Seine Finanzfirma „IMS“ (Wien) ging in Konkurs. Aus ihr erwuchs die „Eiger AG“, die über die „Eiger Commodity Warengeschäftsvermittlung GmbH“ (Wien) und die „Eiger Europe AG“ (Zürich) organisiert ist. Sie wackelt vor allem in Wien und steht vor dem Konkurs.

Es ist auch nicht so, dass jeder jedem Finanzkeiler völlig ausgeliefert ist. Auch nicht der Eiger AG. Im Jahr 2006 legte nach gleicher Methode (wurde angerufen) ein Salzburger 18.000 USD an und stellte das Geld der Firma zur Verfügung. Es wurde verspielt. Darauf klagte der Mann die Firma und Anwalt Ronald Rast, der Stefan Cavelti schon länger vertritt, gab klein bei. Der gesamte Betrag, den die Firma verloren hatte, wurde rückerstattet.

Digital-Archiv Blaulicht und Graulicht, 1/2009)

2006 klagte ein Salzburger gegen die Eiger AG seinen Komplettverlust ein. Und er bekam alles zurück.
(Quelle: Digital-Archiv-Blaulicht und Graulicht, 1/2009)

Der Niederösterreicher brachte seine Klage am 4. Mai 2007 ein. Bis jetzt waren fünf Tagsatzungen. Noch in der letzten Tagsatzung am 24. November 2008 drängte der weise Richter Kulka im 19. Stock des Handelsgerichts mit prächtiger Aussicht auf den Wiener Prater auf einen Vergleich. Alles andere hätte keine Aussicht, so der Richter, weil dann ein Rattenschwanz von Klägern aus den Niederungen von Niederösterreich auftauchen werde, die die Firma Eiger in den Ruin klagen könnten. Wirklich?

Marcus J. Oswald (Ressort: Wirtschaft)

Beschlagwortet mit:, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Sondertermin – Der Stalker – Gerhard Helmi Eichberger

Veröffentlicht in Gericht, Termindienst von marcusjoswald am 3. Februar 2009
Oswald)

Schauspieler von Servierkraft angezeigt. (Foto: Oswald, am 2. Februar 2009)

(Wien, im Februar 2009) Zu einem Sondertermin am 13. Februar 2009 laden alle Freunde der „Unsagbar„, Freunde von „Drahdiwaberl„, wo Helmi Eichberger seit 1991 als Akteur mitmacht und Freunde von Hubsi Kramar, bei dem Helmi Eichberger in zwei Stücken, nämlich „Die 20 Hüte des G.W. Bush“ und „Gugging goes Ballhausplatz“ mitwirkte und mit dem er soeben das neue Stück „Pension Fritzl“ probiert. Premiere ist am 23. Februar 2009.
(Am 2. Februar 2009 war ein Kamerateam der ARD im Theater und machte Interviews.)

„Nützlicher Idiot“ (Lenin)

Helmi Eichberger wird von einer heute 43-jährigen Wiener Thekenschlampe des Stalkings (per Email) bezichtigt und von der StA Wien angeklagt. Was nur wenige wissen: Er war der „nützliche Idiot“, den sich manche Frau hält. Zwischen 2004 und 2008 chauffierte er die Servierkraft in Summe 300 Mal um 3 Uhr Nacht von ihrem Arbeitsplatz „Unsagbar“ mit seinem Aixam-Mopedauto in die Wiener Plattensiedlung „Am Schöpfwerk“ nach Hause. Danach fuhr er weiter nach Tulln und ging morgens zur Arbeit. Ebenso in diesem Zeitraum brannte er drei Mal pro Woche die gesamte Zeche in diversen Lokalen wie „Unsagbar“ (1070 Wien, bis zu 70 Euro pro Tag für unter anderem 5 (!) Schachteln Zigaretten und 12 Bier – Eichberger ist Nichtraucher und trinkt keinen Alkohol) oder in der Afrika-Disco „Okapi“ (1070 Wien, bis zu 100 Euro pro Besuch). Er brannte wie ein Luster. Gegenleistung? Keine. Trotz 300 Anreisen in die Tiefen Wien-Meidlings sah er ihre Wohnung nur ein einziges Mal von Innen. Sex gab es keinen.

Privattaxi für Servierkraft

Der übergewichtige Gerhard „Helmi“ Eichberger aus Tulln (NÖ) spielte nicht nur Theater und schrieb Gedichte, sondern auch Privattaxi für die vier Mal verheiratete Anzeigerin, die einmal wegen Kokainschmuggels schon fünf Wochen in U-Haft saß. Einer ihrer Ehemänner, drogensüchtig, sprang aus dem 6. Stock in den Tod, nachdem er zwei Katzen hinunter geworfen hatte. Trotzdem: Eichberger chauffierte die zeitweilige Notstandshilfeempfängerin geduldig wohin sie wollte. Als er Ende 2007 den Geldhahn zudrehte und auf ein Gelddarlehen an den stillen Rivalen Chris Bauer, 56, in der Höhe von 5.000 Euro nicht einstieg, da ihm die Rückzahlung durch den klammen Wiener Schallplattengeschäftsinhaber nicht gewährleistet genug erschien, zeigte ihn die illustre Dame, die in Bauers Band „Sextiger“ als „Tänzerin“ auftritt, sowie bei den „Karl May-Festspielen“ als „Indianerin“ und bei „Drahdiwaberl“ als „Nackttänzerin“ mitwirkte, aus Rache im Mai 2008 nach Stalking an.

Nackttänzerin

Die Vorbereitung mit Helmi läuft auf Touren. Er wird auf die Gegebenheiten bei Gericht und des Stalking-Gesetzes auch vom Herausgeber in Gesprächen eingeschwört. Mittlerweile und mit 2. Februar 2009 übernahm der Wiener Advokat Roland Friis die Cause.

Sondertermin: Landesgericht Wien, 13. Februar 2009, 9 Uhr 00 bis 9 Uhr 45, Saal 103, Richter Christian Gneist.

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht)

Aktenverlesung Islamistenprozess gegen Mohamed Mahmoud

Veröffentlicht in Gericht, Termindienst von marcusjoswald am 3. Februar 2009
Mona Salem, 22: Jüdische Wurzeln, Eltern aus Katar, geboren in Wien. Der Islamistenprozess gegen sie am Landesgericht Wien, findet ohne sie im Gerichtssaal statt, weil sie den Schleier nicht abnimmt. (Foto: Marcus J. Oswald am 12. Februar 2009)

Mona Salem, 22: Jüdische Wurzeln, Eltern aus Katar, geboren in Wien. Der Islamistenprozess gegen sie am Landesgericht Wien, findet ohne sie im Gerichtssaal statt, weil sie den Schleier nicht abnimmt.
(Foto: Marcus J. Oswald am 12. Februar 2009)

(Wien, im Februar 2009) Das wird zäh. Die Termine für die Aktenverlesung im Prozess gegen Mohamed Mahmoud im Wiener Islamistenprozess. Das erste Urteil lautete auf Nötigung der Republik Österreich durch Bereitstellen eines Drohvideos gegen Personen der Bundesregierung und vier Jahre Haft. Dieses Urteil wurde aufgehoben und der Prozess wird neu ausgetragen.

Richter entschieden, dass dem Antrag des Verteidigers Lennart Binder stattgegeben wird, und der gesamte Akt öffentlich verlesen wird. Das geschieht an diesen Terminen:

10. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (Bericht hier)
11. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (Verlesung um 12 Uhr abgebrochen)
12. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (cancelled)
13. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (cancelled)
16. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (cancelled)
17. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (cancelled)
20. Februar 2009 (ab 9 Uhr 00) (cancelled)

Jeweils im Saal 303 des Landesgericht Wien. Vortragende ist die vorsitzende Richterin Mag. Michaela Sanda.

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht)

Bekannte Straftäter und ihre OGH-Entscheidungen

Veröffentlicht in Gerichte, OGH -Entscheidungen von marcusjoswald am 11. Februar 2009
Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi. (Ulpian)

Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi. (Ulpian)
(Foto: Marcus J. Oswald für diegalerie/Blaulicht und Graulicht)

Hier eine Liste bekannter österreichischer Straftäter und ihre OGH Entscheidungen. Liste ist nur für Strafrechtsspezialisten und Freaks geeignet und nicht jugendfrei. Liste wird laufend verlängert.

Herbert Petsch – genannt die „Bestie von Favoriten“
Zur OGH Entscheidung

Georg Brunnbauer – Tötung eines Gendarmen
Zur OGH Entscheidung

Tibor Foco – Auf Flucht
Zur OGH Entscheidung

Wolfgang Ott – Frauenmord
Zur OGH Entscheidung

Udo Rudolf Proksch – Lucona
Zur OGH-Entscheidung

Juan Carlos Bresofsky-Chmelir – Postraub
Zur OGH Entscheidung

Mohamed Mahmoud – Islamistenprozess
Zur OGH Entscheidung

Helmut „the cutter“ Frodl – Blutrauschmord
Zur OGH-Entscheidung

Johann „Jack“ Unterweger – neunfacher Prostituiertenmord
Zur OGH-Entscheidung (post mortem)

Marcus J. Oswald (Ressort: OGH Entscheidungen)

Juan Carlos Bresofsky-Chmelir wird heute gegen Adolf Schandl ausgetauscht

Veröffentlicht in Justizanstalten, Justizkultur von marcusjoswald am 11. Februar 2009
Juan Carlos Bresofsky-Chmelir - JA Garsten - 30 Jahre in Haft

Juan Carlos Bresofsky-Chmelir - JA Garsten
30 Jahre in Haft

(Wien, am 11. Februar 2009) Der 1978 verurteilte Wiener Bankräuber Juan Carlos Bresofsky-Chmelir ist seit 30 Jahren inhaftiert und lebte die letzten viereinhalb Jahre tadellos in der JA Garsten (OÖ). Heute wird er in die JA Graz Karlau (Stmk) verlegt.

Das ergab am 11. Februar 2009 um 10 Uhr 38 ein Anruf durch Bresofsky-Chmelir beim Journal B&G. Das Telefonat dauerte 6 Minunten und 18 Sekunden.

Abgejankert

„Ich wurde abgejankert“, erklärt der 61-Jährige. Das ist eine „Riesenschweinerei“. Ich „fahre heute in die Karlau und werde mit Adolf Schandl ausgetauscht. Vermutlich komme ich sogar in seine Zelle.“ Den Haftraum in Garsten auf Abteilung Gemeinschaft 3, Zelle 9 musste er schon räumen. Seine Effeken sind kartoniert, verschweißt und reisefertig gemacht.

„Familienbetrieb Garsten“

Abfahrt ist heute gegen Mittag. Er wurde von Anstaltsleiter Norbert Minkendorfer aus der JA Garsten hinausgeworfen, obwohl er in den letzten viereinhalb Jahren strukturangepasst in der Justizanstalt gelebt hatte. Auch der Garsten-Psychologe Dr. Wabra half nicht, dass er in der JA Garsten bleiben kann (wo ein liberales Vollzugsgericht Steyr ist).

Bresofsky-Chmelir, trocken: „Schauen Sie, die JA Garsten ist ein Familienbetrieb. Diesen leitet Norbert Minkendorfer. Da kann nicht ein kleiner Angestellter gegen den Chef etwas sagen. Sonst kann er selbst zusammenpacken.“

Juan Carlos Bresofsky-Chmelir fährt heute mit dem „Krokodil“, dem weißen Justizbus, die Südroute nach Graz.

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Mehr zum Thema:
Juan Carlos Bresofsky-Chmelir wird gegen Adolf Schandl ausgetauscht (11.02.09, B&G)
Juan Carlos Bresofsky-Chmelir soll in JA Graz-Karlau verlegt werden (21.01.09, B&G)
Juan Carlos Bresofsky: „Ball wird hin und her geschoben“ (Brief) (8.10.08, B&G)
Juan Carlos Bresofsky wird nicht aus Haft entlassen (7.10.08, B&G)
Juan Carlos Bresofsky hat Haftprüfungstermin (5.10.08, B&G)
Die Vergessenen: Juan Carlos Bresofsky-Chmelir – Seit 30 Jahren durchgehend in Haft
(29.07.08, B&G)

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten, Justizkultur)

Wiener Islamistenprozess mit Urteilen

Veröffentlicht in Gerichtssaal, Islamismus von marcusjoswald am 12. Februar 2009
Marcus J. Oswald)

Herr Heinz, der erfahrene Gerichtskiebitz am Landesgericht Wien und Mona S.,
die 22-jährige Terrorismusverdächtige. (Foto: Marcus J. Oswald um 18 Uhr 40 in einer Prozesspause am 12. Februar 2009)

Marcus J. Oswald)

Mona S., Zweitangeklagte im Wiener Islamistenprozess - mit der Kamera des Herrn Oswald in einer Prozesspause. (Foto: Marcus J. Oswald)

Marcus J. Oswald)

Am dritten Tag sind die Mienen angespannt. Am Ende dieses Tages wird das Urteil gefällt. Im Bild die Wache der Justizanstalt Wien-Josefstadt und der Hauptangeklagte im Wiener Islamistenprozess Mohamed Mahmoud.
(Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, am 12. Februar 2009) Der Prozess am dritten Tag im Wiener „Islamistenprozess“ dauert von 9 Uhr bis 20 Uhr 18. Nach einer mehr als siebenstündigen Beratung und langen Wartezeit für Zuseher fällt das Urteil durch acht Geschworene. Alle sieben Hauptfragen, die die Richter formulierten, werden mit 8:0 im Sinne der Anklagebehörde bejaht. Die Urteile: 4 Jahre Haft für Mohamed Mahmoud. 22 Monate Haft für Mona S.

Verteidiger Lennart Binder, Bruder der Präsidentengattin Margit Fischer (geborene Binder), meldet erneut Berufung und Nichtigkeit gegen Strafe und Schuld an.

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal)

Gerhard „Der Stalker“ Eichberger – Freispruch!

Veröffentlicht in Gerichtssaal, Stalking von marcusjoswald am 13. Februar 2009
Marcus J. Oswald im Cafe Nadler im LG Wien, 13. Februar 2009)

Gerhard Helmi Eichberger ist kein Stalker - das stellte ein Richter am Wiener Landesgericht rechtskräftig fest.
Er berichtet die frohe Kunde telefonisch sofort an Freunde in ganz Österreich. (Foto: Marcus J. Oswald im
Café Nadler im LG Wien, 13. Februar 2009 um 11 Uhr 20)

(Wien, am 13. Februar 2009) Alle da: Biggi, ihr neuer Stecher, ein wie ein Christbaum gepiercter rothaariger Punk-Lover, zehn Männer aus der Abteilung „Prozessbeobachtung“ der Männerrunde und Freunde, ein präsenter Strafverteidiger Roland Friis und natürlich in voller Leibesfülle (126 Kilo): Gerhard – „Der Stalker“ – Eichberger.

Es liegt Spannung in der Luft. Schon am Gang vor dem kleinen Saal 103. Unruhe, als die schwarzhaarige Indianerbraut Biggi, langjähriger Schwarm des Gerhard „Helmi“ Eichberger aus Tulln, mit einem gänzlich unbekannten und neuen bis unter die Ohren gepiercten Begleiter im Punk-Outfit die Stiegen hoch kommt. Sofort sagt einer aus alter „Drahdiwaberl“-Zeit zur Zeugin: „Is des notwendig? Des mit der Anzeige?“ Biggi, emotional wie immer: „I muass ma des net gfallen lassen. Das I da auf der Bühne mit Koks lieg.“ (Sie spielt auf Internetberichte an). Ihr Punkbegleiter mischt sich sofort ein: „Wir kennan sofurt an Harntest machen.“

Arschloch

Nein, im Verfahren rund um „Stalkingvorwurf“ geht es nicht um Drogenkonsum der Langzeitliebe. Eher um einen anderen Vorwurf: Der eine bezeichnete den anderen als „Arschloch“. Richter: „Warum haben Sie eine Rückgabe eines Darlehens im Mai 2008 gefordert?“ Eichberger: „Wenn man mich als Arschloch bezeichnet, muss ich mich wie ein Arschloch benehmen.“ Dann hat er Klage am BG Wien-Meidling über 1.300 Euro Darlehen eingebracht. Davor hatte ihn seine Lieblingsprojektion Biggi in einem Email als „Arschloch“ bezeichnet. Doch Eichberger schränkt, selbstkritisch (noch immer verliebt) vor dem Richter ein: „Es ist Ansichtssache, was man als Arschloch sieht.“

Richter Christian Gneist hat gute Aktenkenntnis und einen Einblick in 300 Emails. Er fasst zusammen: „Am 17. April 2008 traten sie dann in eine „heiße Phase“ ein. Sie haben eine USA-Reise vorgeschlagen.“ Eichberger, gut vorbereitet durch B&G und später durch seinen Verteidiger: „Ja, das stimmt.“ Richter setzt nach: „Doch sie wollte nicht.“ Eichberger: „Ja, das stimmt.“ Richter: „Sie sind dann härtere Bandagen aufgefahren?“ „Ich habe dann ein Email geschrieben: 1.300 Euro und keine Nachfrist.“ Richter: „Darauf folgte dann eine Klage am BG Meidling vom 14. Mai 2008?“ Eichberger, gut vorbereitet, denn eigentlich regt ihn das Ganze noch zu sehr auf: „Ja, das stimmt.“ Die Klage wurde am 17. Dezember 2008 am Bezirksgericht abgeschlossen. Urteil ergeht schriftlich. So weit Fakten. Das „Stalking“ besteht nun aus einigen Emails vor und nach der Klage.

Behandelt wie einen Hund

Verteidiger Friis hat im engen und voll besetzten Gerichtssaal konkrete Fragen: „Wie oft, Herr Eichberger, haben Sie sie nach der Arbeit nach Hause geführt?“ „300-400 Mal. 2004 bis 2006 und 2007.“ Friis: „Wie oft hat sie sich die Zeche in Lokalen zahlen lassen?“ „Drei bis vier Mal pro Woche.“ Friis: „Wie viel machte das aus?“ „50 bis 70 Euro. Manchmal auch 100 Euro.“ Friis: „Haben Sie Frau Biggi Jobs in Oben Ohne Bars verschaffen sollen?“ Eichberger: „Das stimmt. Sie wollte das. Aber ich habe ihr keine verschaffen können.“ Friis: „Hat Frau Biggi W. Sie jemals aufgefordert, sich wie ein Hund auf den Boden zu begeben und durch das Lokal zu kriechen?“ Eichberger: „Ja, in der „Unsagbar“ und in „Susis Espresso“. Friis: „Wie oft hat sie das gefordert?“ „50 Mal.“ „Und Sie haben es getan?“ „Ja.“ Friis: „Warum?“ Eichberger: „Ich wollte ihr einen Gefallen tun. Offenbar braucht die Frau das.“

Eiszeit

Der Richter mengt sich ein. „Gab es zwischen Ihnen einmal eine Eiszeit?“ Eichberger: „Zwischen November 2006 und März 2007.“ Sonst nicht. In dieser Zeit heiratete die heute 43-Jährige vom „Schöpfwerk“ das vierte Mal. Die Ehe war bald darauf wieder vorüber. Angeblich schon nach drei Wochen. Roland Friis hat noch zwei Fragen an den Angeklagten: „Sind Ihnen diese Lichtbilder bekannt?“ Friis holt die Geheimwaffe aus der Mappe. Sie zeigen Hardcore-Pornofotos mit weit gespreizten Schenkeln von der Bühne. Biggi war Akteurin der mittlerweile ruhenden Band Drahdiwaberl und machte diverse „Einlagen“. Eichberger sind diese Fotos bekannt: „Ja.“ Friis: „Haben Sie diese Fotos ins Internet gestellt?“ „Nein.“ Nachsatz, Eichberger: „Ich habe sie heruntergeladen.“ Der Richter will diese ungustiösen Fotos nicht zulassen, doch Friis setzt sich nach einigen Diskussionen durch. Sie dienen dazu, die Glaubwürdigkeit der Zeugin, die sich in ihrer „Lebensführung unzumutbar eingeschränkt“ fühlt, zu zertrümmern. Welche Lebensführung? Der Verteidigercoup gelingt. Letzte Frage von Friis: „Im März 2008, wieviele Emails haben Sie Frau Biggi W. geschrieben?“ Eichberger: „Eines.“

Biggi

Nun kommt Biggi. Aber nicht alleine und das ist die erste Kuriosität. Biggi in schwarzer Lederhose. Mitteltiefer Wiener Slang. Sie hat zwei Dinge mit. Eine Mappe, auf der in Blockbuchstaben steht: „Eichberger – Der Stalker“. Sie hat auch mit: Einen Begleiter. Punk, Anfang 40, Tonsur, sonst rote Haare, Piercings wie ein Christbaum bis unter die Ohrenspitzen, leicht glasiger Blick. Richter zur Zeugin: „Wer ist das?“ Zum Mann: „Sind Sie Zeuge oder Zuhörer? Wenn Zeuge, müssen Sie draußen warten, wenn Zuhörer, nehmen Sie hinten Platz.“ Biggi: „Nein, das ist mein Begleiter. (Streicht ihm über die Schultern). Der darf bei mir sitzen.“ Richter läßt sich erweichen.

Es ist 9 Uhr 40. Eigentlich hätte der Prozess schon aus sein müssen. Doch jetzt geht es erst mit der Vernehmung der Zeugin los. „Wann sind Sie geboren?“ „1966.“ „Was machen Sie beruflich?“ „Sozialarbeiterin.“ (Sie müsste sagen: Umschulung über AMS-Projekt nach Dauernotstand auf „Sozialbegleiter“.) Biggi erzählt ungefragt: „Ich habe ihn nicht angezeigt. Ich habe ihm nur einen Schuß vor den Bug gegeben.“

Rechtsbelehrung durch Richter an Frau: „Wer zur Polizei geht, leitet immer eine Anzeige ein und keinen Schuß vor den Bug.“ Zeugin kapiert. Richter Gneist will wissen, wie das mit der USA-Reise war. Biggi: „Mit Eichberger wollte ich nie wegfliegen.“ Aber sie war tatsächlich beim Indianerstamm der Cherokee. Und zwar von 21. Mai 2008 bis 9. Juni 2008. Somit ist auch das behandelt. Der Richter will ganz anderes wissen: „Waren Sie miteinander fort?“ Biggi: „Ja, er hat mir leid getan. Deswegen bin ich mit ihm fortgegangen.“ (Rund 400 Mal.) Richter Gneist, durch die Hintertür: „Wer hat bezahlt?“ Biggi: „Er.“

Geldnot

Richter bohrt weiter: „Waren Sie in Geldnot?“ „Geldnot?“ Der „Begleiter“ mischt sich ein, zeigt auf: „Darf ich auch etwas sagen?“ Richter: „Nein, sie dürfen nicht. Sie müssen still sein, denn sie sind kein Zeuge.“ Also wie war das mit der Geldnot? Biggi drückt herum. Richter: „Ich habe festgestellt, dass Exekutionen gegen Sie laufen.“ Biggi: „Ja, immer.“ Aber Geldnot ist das nicht. Sie will Zahlscheine, die sie mit hat, vorzeigen. Richter verzichtet.

Lieber erzählt die Zeugin, dass sie elf Mal im Jahr 2007 bei den Karl May-Festspielen auftrat. Und: „Sieben Mal ist er draußen in Gföhl gewesen mit seinem Aixam (Mopedauto).“ Den Richter beeindruckt das wenig. Er will wissen: „Kennen Sie eine Marina Mitrov?“ „Ja, die gab sich als meine beste Freundin aus. Aber sie hat, wie man sagt, einschlägige Professionalität.“ (Die serbische Prostituierte „borgte“ sich von Eichberger Ende 2006 1.600 Euro aus – und verschwand spurlos. Eine Strafanzeige nach Betrug bei der BPD Tulln wurde eingestellt.)

Drogenthema

Richter will wissen: „In einem Email wird eine Drogensucht angesprochen. Was hatte das für Auswirkungen?“ Biggi: „Ich habe keinen Job dadurch verloren, sondern ich habe keinen erhalten dadurch.“ Auf die näheren Hintergründe des Drogenmissbrauchs geht der Richter nicht ein. Alte Getreue und Drahdiwaberln erzählen hinter vorgehaltener Hand Deftiges. Richter fragt weiter und verliest ein Email von Biggi, das auch nicht Ohne ist: „Dann erfährt das der Arbeitgeber…“ Richter: „Wie ist das gemeint?“ Biggi: „Damit er aufhört mit dem Blödsinn.“ Richter, gereizt: „Haben Sie den Arbeitgeber kontaktiert (eine Bundesbehörde, bei der Eichberger seit 1983 durchgehend arbeitet)?“ „Nein.“

Marcus J. Oswald, 3. Februar 2009, 0 Uhr 32)

Gerhard Helmi Eichberger betrachtet um 0 Uhr 36 des 3. Februar 2009 die alten Bilder und schwelgt in Erinnerungen. Biggi hier, Biggi da, Biggi fröhlich, Biggi traurig. Das Gespräch dauert von 21 Uhr bis 3 Uhr morgens. Danach fährt er von Wien mit seinem Mopedauto Aixam nach Tulln nach Hause. Seine Bildmappen nimmt er mit. (Foto: Marcus J. Oswald, 3. Februar 2009, 0 Uhr 36)

Biggi bleibt bei Gericht dabei, dass sie ihm ab März 2008 gesagt hat, dass sie keine Emails mehr von ihm will. (Vorgängig war eine gescheiterte Geldleihe an den Drahdiwaberl-Bandmanager von 5.000 Euro, die Eichberger ablehnte.) Im März 2008 schrieb ihr Eichberger genau ein Email. Im Weiteren noch drei Emails. Davon waren zwei nur zwei Sätze lang, die sich auf die Rückzahlung des Darlehens beschränkten. Ein Email ging an Drahdiwaberl und eines an das Mulatschak-Team, das eine TV-Sendung auf „Okto“ machte. Biggi beharrt: „Als ich es nicht mehr aushielt im Mai 2008, ging ich zur Polizei.“ Sie zeigte ihn nach § 107 a StGB (Stalking) an. Diesen Floh setzen Frauenrechtsgruppen in Wien gerne jeder Frau ins Ohr. Freilich hatte kurz davor, im April 2008, Eichberger schon seine Klage auf Rückzahlung des 1.300 Euro-Darlehens eingebracht. Richter erkennt: „Hier liegt eine komplizierte Beziehung vor.“ Biggi ergänzt: „Ich sagte zu ihm: Ich mag Dich als Mensch, aber nicht als Mann.“

Ungelesene Emails

Roland Friis hat Fragen: „Haben Sie die Emails von Eichberger gelesen?“ „Ich habe bald aufgehört sie zu lesen.“ Friis: „Wie erhalten Sie Emails? Welchen Email-Client benutzen Sie?“ Zeugin versteht nicht. Friis konkretisiert: „Erhalten Sie die Emails in einer Adressezeile? Erhalten Sie die Emails im Volltext?“ „Ich erhalte eine Adressezeile und öffne sie dann?“ Sie öffnet also Emails von einem Empfänger, den sie nicht leiden kann. Friis zum Thema Sexfotos: „Wissen Sie, dass Fotos von Ihnen im Internet zu sehen waren?“ „Ja.“ „Handelt es sich um diese Fotos?“ Friis legt den Packen Bilder im DIN A4 Format, schön groß ausgedruckt, der Zeugin auf den Tisch. Diese schiebt sie sofort weg als wären es Tatortfotos von einem grausamen Mordfall. Vor allem ihr neuer Punklover mit den glasigen Augen soll diese Fotos nicht sehen. Friis nutzt den Moment: „Ist es richtig, dass ihr Manager Chris Bauer diese Fotos ins Internet eingestellt hat?“ Sie bejaht. Letzte Frage: „Halten Sie die Ermächtigung zur Strafverfolgung aufrecht?“ Keine konkrete Antwort. Nur das: „Ich will haben, dass er gestoppt wird. Nein, ich will keine Strafe für ihn, nur dass er aufhört.“ Vier Emails und keine Pornohaxn im Internet. Lokaltouren auf seine Kosten entfallen nun.

Neue Zeugen

Friis beantragt zwei Zeugen, die stellig gemacht wurden. Helmut Bibl, ein alter Freund und Wegbegleiter von Eichberger, und Erwin Leder, Schauspieler, der schon im „Boot“ und „Schindlers Liste“ mitwirkte. Zudem die Geschäftsführerin der „Unsagbar“ in der Wiener Kaiserstraße. Richter weist die Beweisanträge ab.

Staatsanwalt plädiert in drei Sätzen „wie schriftlich“ und „schuld- und tatangemessen“ und spricht die magische Formel, dass „die Würdigung der Ergebnisse des abgeschlossenen Beweisverfahrens dem Gericht überlassen wird“.

Verteidiger Friis: „Nützlicher Idiot“ (B&G)

Roland Friis im Schlußplädoyer – erster Satz: „Es sitzt hier ein nützlicher Idiot.“ (Das war die Formulierung, die B&G in den Vorberichten gebrauchte.) Satz zwei: „Gerhard Eichberger wurde auf das Gröbste und Schamloseste ausgenutzt.“ Friis: „Die Anzeigerin brauchte ihn als Taxi und forderte ihn sogar aus Tulln an.“ (40 KM von Wien.) „Er kam, wann sie rief. Gegenleistung dafür gab es nie. Wann sie rief, sprang er.“ Die Emails beziehen sich auf eine Geldforderung. Es ist eine Beziehung, in der der Angeklagte der Gebende und die Anzeigerin die Nehmende war.“

Richter: „Eichberger unter der Knute“

Der Richter hat genug gehört. Urteil: Freispruch vom Vorwurf des „Stalking“. „Man hat hier einen Eindruck erhalten. Es ist festzustellen: Hier müssen andere Maßstäbe angelegt werden. Man befindet sich im Künstlermilieu. Gerhard Eichberger stand unter der Knute der Frau Witte. Wer hier das Sagen hatte, wurde klar.“

Weiter Richter Christian Gneist: „Die Anzeigerin war nicht beeinträchtigt in ihrer Lebensführung. Sie war auch nicht unzumutbar beeinträchtigt in ihrer Lebensführung. Vielmehr sieht es aus, dass Frau Witte als Racheakt die Anzeige gegen Gerhard Eichberger erhob, weil dieser Klage wegen Gelddarlehen gegen sie einbrachte. Daher: Freispruch.“

Fazit:

  • Freude im Publikum und in der Männerbewegung. Das Ergebnis dieses Verfahrens zirkuliert schon im Internet. Solche Verfahrensergebnisse sind ein Schlag gegen die Frauenbewegung, die Anzeigen solcher Qualität überhaupt ins Rollen bringt.
  • Randnotiz: Am 29. Jänner 2009 rief Eichberger das erste Mal beim B&G-Journal an. Damals kam er vom Wiener „Staranwalt“ Rudolf Mayer. Dieser nahm Anzahlung von 1.200 Euro für das Erstgespräch von Eichberger und riet ihm umgehend, die Diversion des Staatsanwaltes mit weiteren 1.000 Euro anzunehmen. Begründung: Bei einer Verurteilung würde Jobverlust drohen. Das war eine glatte Falschberatung und Panikmache, da selbst ein Schuldspruch nach „Stalking“ unterhalb der 12-Monate-Grenze und damit das Beamtendienstrecht unberührt bleibt.
  • Am 30. Jänner 2009 war um 19 Uhr erstes persönliches Treffen mit dem Herausgeber des Journals. Eichberger wechselte nach eigenständigen Recherchen im Internet zum Verteidiger Roland Friis, der mit Stalking-Verfahren gute Ergebnisse erzielt. Mit intensiver Vorbereitung wurde es kein 10-Minuten-Prozess mit kniefälligem Schuldgeständnis und Diversion. Sondern ein Freispruch. Die Männerbewegung dankt es diesem Verteidiger und verachtet die Geständnisanwälte.
  • Herr Gerhard Eichberger ist 46 Jahre alt und noch immer solo. Er sucht noch immer die Frau seines Lebens. Er ist gut situiert, besitzt ein Grundstück, Sparbücher, hat seit 1983 einen soliden Job, lebt sparsam und fährt ein Mopedauto (4.5 PS). Er zieht gern durch die Lokale, trinkt keinen Alkohol und raucht nicht. Er schreibt Gedichte im Stile H. C. Artmanns und Songtexte. Künstlerinnen, Musikerinnen und Schlangenmenschinnen werden bevorzugt.
  • Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal, Stalking)

Mag. Dr. Gabor Pesti, Ex-Frodl-Helfer – wieder in Freiheit

Veröffentlicht in Dossiers, Helmut Frodl, Justizkultur, Lebenslang von marcusjoswald am 17. Februar 2009
Herold, Abfragedatum 17.02.2009)

Der Komplize von Helmut Frodl, Gabor Pesti, wurde unbeachtet von der Öffentlichkeit im Sommer 2008 nach 16 Jahren in die Freiheit entlassen. Er firmiert nun offenbar als selbständiger Steuerberater in Wien. (Quelle: Herold, Abfragedatum 17.02.2009)

(Wien, im Februar 2009) Im Vorfeld des blutigen 22. Mai 1992 mietete der damals 44-jährige Mag. Dr. Gabor Pesti in der Visegradigasse 5 im Budapester Stadtteil Csepel eine Wohnung an.

Am 22. Mai 1992 gab sich Mag. Dr. Gabor Pesti als „Onkel Benes“ des 30-jährigen serbischen Lockvogels Biljana „Bica“ Novakova aus. Mit ihrem keuschen Charme brachte sie der Model-Agentur „Vienna People“ Aufträge und den 46-jährigen Fritz Köberl überhaupt erst dazu, in die Budapester Falle zu gehen.

Köberl, betäubt, erschossen, zersägt

Am 22. Mai 1992 wurde Fritz Köberl im komplizenhaften Zusammenwirken von Helmut Frodl, 34, und Gabor Pesti betäubt, durch vier Kugeln erschossen, in 17 Teilelemente zerlegt, verpackt und auf fünf Müllkontainer in Budapest verteilt. Danach wurden die Konten des Fritz Köberl behoben. Drei Wochen später wurden Helmut Frodl und Mag. Dr. Gabor Pesti verhaftet.

Frodl, zynisch

Helmut Frodl sitzt noch immer – und hoffentlich noch sehr lange – in der Justizanstalt Garsten. Er erhielt lebenslang. Davon sind 16 Jahre um. Er schweigt zu seinem Fall, scheißt auf das Opfer, drängt aber, hört man aus der oberösterreichischen Provinz, vehement in die Freiheit. In den USA gäbe es für seine hochgradige „first degree“-Tat (Vorsatztat) die Todesstrafe. Diese wurde in Österreich leider 1968 abgeschafft.

Pesti, geschäftig

Mag. Dr. Gabor Pesti, Doppelakademiker, Abgänger der Handelsakademie II der Wiener Kaufmannschaft, Hamerlingplatz 5-6 im 8. Wiener Bezirk des Jahrgangs 1969, war bis zu seinem Verkehrsunfall 1987 Mitarbeiter der Steuerkanzlei Hannes Androsch. Er erhielt im Strafverfahren beim Landesgericht Wien, das vom 6. Dezember bis 22. Dezember 1993 dauerte, als Beitragstäter 20 Jahre Haft. Dieses Strafmaß wurde vor dem OGH auf lebenslang erhöht. Er wurde ohne Aufsehen der Öffentlichkeit im Sommer 2008 vorzeitig entlassen und hat sich im Alter von 60 Jahren offenbar mit einer eigenen Steuerberatungskanzlei selbständig gemacht.

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Weil man immer wieder daran erinnern muss:
Helmut „the cutter“ Frodl – Blutrauschmord
Zur OGH-Entscheidung

Das war Fritz Köberl, nachdem er Helmut Frodl in einer Budapester Wohnung getroffen hatte: In 17 Teile zerschnitten und auf 5 Müllcontainer verteilt. (Foto: Archiv Oswald)

Das war Fritz Köberl, nachdem er Helmut Frodl in einer Budapester Wohnung getroffen hatte: In 17 Teile zerschnitten und auf
5 Müllcontainer verteilt. (Foto: Archiv Oswald/B&G-Wien)

Marcus J. Oswald (Ressort: Dossiers Helmut Frodl, Justizkultur, Lebenslang)

Helmut Elsner redet, dichtet und steht vor dritter Anklage

Veröffentlicht in Justizkultur, Wirtschaft von marcusjoswald am 23. Februar 2009
Helmut Elsner ist der gesprächigste Untersuchungshäftling Östereichs. Auf jeden Fall derjenige mit der meisten Medienpräsenz. Im Dezember 2008 gab er dem WIENER ein Wirtschaftsfachinterview - rechts im Bild. Im Februar 2009 veröffentlichte er in PROFIL seine Abrechnung mit der kakanischen Justiz in Form einer Büttenrede. (Fotoquelle: Archiv Oswald 1090)

Helmut Elsner ist der gesprächigste Untersuchungshäftling Östereichs. Auf jeden Fall jener mit der meisten Medienpräsenz. Im Dezember 2008 gab er dem WIENER ein Wirtschaftsfachinterview - rechts im Bild. Im Februar 2009 veröffentlichte er in PROFIL seine Abrechnung mit der Justiz in Form einer Büttenrede.
(Fotoquelle/Montage: Blaulicht und Graulicht/Archiv Oswald 1090)

(Wien, im Februar 2009) Der Häftling Helmut Elsner, 73, ehemaliger Generaldirektor des Wiener Geldhauses „BAWAG“ beklagte sich kürzlich, dass er schon zwei Jahre in Untersuchungshaft sitzt. Das ist in der Tat lang. Er sitzt seit 13. Februar 2007 in der JA Wien-Josefstadt ein. Allerdings nicht unbeachtet im Verlies. Ab Mitte 2007 stand er 117 Verhandlungstage im Rampenlicht im größten Wirtschaftsprozess der Republik Österreich. Dieser endete am 4. Juli 2008 mit 35 Jahren Haft für die Wiener Hochfinanz (für neun Angeklagte).

Seither ist es ruhig geworden um den Egozentriker, der 1964 in der „Arbeiterbank“ (später BAWAG) begonnen hat, bis an die Direktionsspitze durchmarschiert ist und bis 2006 ein sozialdemokratisches Parteibuch hatte. Ganz ruhig aber wieder nicht. Er versuchte mit bisher zehn Enthaftungsanträgen aus der U-Haft zu entrinnen. Das gelang beim Strafmaß von 9,5 Jahren nicht. Die bisher letzte Haftprüfung scheiterte am 10. Februar 2009 im Saal 59 des Landesgericht Wien. Der langjährige Exponent des Wiener Geldadels blieb wegen „Fluchtgefahr“, wo er ist.

Interview im „WIENER“

Bemerkenswert ist sein Rededrang. Er gibt in Haft Interviews so als wäre nichts geschehen, und das Direktorium der Justizanstalt Josefstadt genehmigt das. Damit genießt der Häftling Helmut Elsner einen Sonderstatus. Im Magazin „WIENER“ erschien in der Dezember-Ausgabe 2008 (S. 40-46) ein Interview zur Weltwirtschaftslage, das Anfang November 2008 schriftlich durchgeführt wurde. Die Fragen wurden von einem WIFO-Experten formuliert und brieflich ins Gefängnis geschickt. Helmut Elsner nutzte das Recht auf Briefverkehr nach § 86 StVG und beantwortete die Fragen binnen drei Tagen. Die Fragen berühren den Bawag-Prozess nicht.

Dafür „Ninja-Kredite“, Finanzprodukte auf Basis dieser Kredite, Kredite für Häuslbauer. Elsner beantwortet die Fragen brav. Er beruhigt: „Angst ist an sich ein schlechter Ratgeber bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen. Allerdings sollten sich Häuslbauer mit Fremdwährungskrediten mit ihrer Hausbank in Verbindung setzen, um einen für sie günstigen Konvertierungszeitpunkt zu finden.“ Auf die Frage: „Ist das Sparbuch noch immer die beste Anlageform“, antwortet er: „In der derzeitigen Situation ist das Sparbuch für den Normalverbraucher die beste Anlageform. Grundsätzlich sollte man immer Geld, das kurzfristig verfügbar sein soll, auf einem Sparbuch anlegen. Nur mit langfristig nicht benötigtem Geld kann man in Aktien o. Ä. investieren.

Elsner werden Fragen gestellt wie „Brauchen wir eine Steuerreform?“ (Antwort: „Mittelfristig ist eine Steuerreform sicher notwendig, wobei auch der Spitzensteuersatz kein Tabu sein darf“), „Wie kann eine Steuerreform aussehen?“ oder „Was kann der Staat konkret tun?“ Elsner wird als „Wirtschaftsexperte“ hofiert, was dem geduldigen Leser aufstoßen könnte, ist er doch in zwei Strafverfahren zu insgesamt 12 Jahren Haft unter anderem nach Betrug, Untreue und Bilanzfälschung verurteilt worden. Das Interview hat die Relevanz wie wenn man Teresa Orlowski zum Wirken Mutter Teresas befragt. Der „WIENER“ fand es besonders originell, gerade ihn zur tristen Wirtschaftslage zu befragen. Ob er für vier Druckseiten ein „Informations- und Auskunftshonorar“ bezogen hat, ist nicht bekannt.

Gedicht im „PROFIL“

Das wahre Gesicht zeigt der Ex-General zwei Monate später mit einem Gedicht. Konkret am 16. Februar 2009. Am 10. Februar 2009 scheiterte die zehnte Haftprüfung. Daher übermittelte der rüstige Senior dem Magazin „Profil“ ein Poem in Versform. Das Gedicht wurde bereits im Dezember 2008 verfasst. Es ist übertitelt mit „Gratulation an Frau Magister Bandion!“ Das Magazin breitet es in Ausgabe 8/09 auf zwei Seiten (S. 46 ff.) aus.

Er reimt sich den Frust vom Leib. Der Schelm lacht wie er denkt. Auszüge wurden in zahlreichen Zeitungen zitiert. Die Poeterei bietet einen Schnelldurchlauf aus Sicht des Helmut Elsner auf sein Verfahren. Hier nur zwei Passagen:

„Jetzt heißt es rasch zu reagieren/und einen Sündenbock zu präsentieren./Denn ohne einen herzuheucheln/könnt man den Ex-Vorstand nicht meucheln./Am End musst man sich gar noch zieren,/überhaupt „Prozess“ zu führen!/Und Volkeszorn sich erst erschöpft,/wenn Elsner endlich wird geköpft!/Und so erklären wir jetzt zum Schluss,/warum der Elsner sitzen muss!/Schaun Sie, wir Sozialisten/müssen schon länger ein tristes Dasein fristen./Jetzt wär der Wahlkampf wirklich fad,/wenn Elsner aus Frankreich nicht kommen tat,/weil er am Herzen an Krampf grad hat!“ (…)

„Dass die beiden Damen Schöffen/sich von Frau Rat haben lassen blöffen/haben sie nach aktuellem Bankenzustand/sicher auch schon selbst erkannt./ Doch trösten Sie sich, meine Damen,/ich hab Verständnis, wie sie zum Urteil kamen:/nicht Sie waren die Philister, sondern die frischgfangte Frau Justizminister!/Nun wird der Elsner noch zum größten Lacher/auch verurteilt zum Ministermacher!/Zu all dem noch sein Senf dazu,/beati pauperes spiritu.“ (Glücklich sind die Armen im Geiste. Anm., B&G)

Stiefelkönig aus dem Bawag-Reich wird Justizfall. (Foto: Stiefelkönig)

Stiefelkönig aus dem Bawag-Reich wird Justizfall. (Foto: Stiefelkönig)

Dritte Anklage in Aussicht

Doch das Lachen könnte Helmut Elsner noch vergehen. Im Februar 2009 war im Landesgericht Wien zu erfahren, dass die BAWAG-Causa noch nicht abgeschlossen ist und in eine dritte Runde geht. Auch hier könnte Helmut Elsner Ungemach drohen.

Die „BAWAG-Abteilung“ der Staatsanwaltschaft Wien (Georg Krakow nicht mehr, da er Kabinettschef wurde) arbeitet an der Anklage im Fall Stiefelkönig.

Schon im März 2007 wussten kundige Wirtschaftsblätter, dass die Kreditvergabe der BAWAG beim steirischen Schuhproduzenten rund 100 Millionen Euro Verluste einbrachte. Elsner unterstützte die Schuhkette durch Kredite, da zwischen Firmengründer Manfred Herzl und ihm eine Freundschaft aus Grazer Zeiten bestanden haben soll.

100 Millionen Euro versiebt

Ende 2001 betrugen die Schulden von „Stiefelkönig“ rund 100 Millionen Euro, obwohl Elsner für die Erhöhung der Kreditlinie laufend Grünes Licht gab. Unter Johann Zwettler erfolgte 2003 die Komplettübernahme der maroden Kette. Sie wurde BAWAG-Tochterfirma. Zur Anklage gebracht werden soll das persönliche Naheverhältnis von Helmut Elsner zu Manfred Herzl in den Jahren bis 2001 und das Einverleiben der Handelskette zum Schaden der Gewerkschaftsbank durch Elsner-Nachfolger Johann Zwettler.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizkultur, Wirtschaft)

Erstes Foto von Josef Fritzl aus Haft und viele Fragen

Veröffentlicht in Dossiers, Josef Fritzl, Medien von marcusjoswald am 10. März 2009
Auf der Webseite der SUN erscheint am 9.03.2009 das erste Foto von Josef Fritzl aus der Haft. Dieses Bild wurd EINDEUTIG von österreichischem militärischem Gelände aus gemacht. Daher entstehen viele Fragen. (Screenshot Webseite THE SUN, 10.03.2009, 6 Uhr 37 MEZ)

Auf der Webseite der SUN erscheint am 9. März 2009 das erste Foto von Josef Fritzl aus der Haft. Nun entstehen viele Fragen. Denn es wurde EINDEUTIG von der gegenüberliegenden Straßenseite aufgenommen. Somit wurde dieses Foto EINDEUTIG von österreichischem militärischem Gelände aus gemacht.
(Screenshot Webseite THE SUN, 10. März 2009, 6 Uhr 37 MEZ)

(Wien/St.Pölten, am 10. März 2009) Das „erste“ Fritzl-Foto aus dem Gefängnis ist da. Es ist ernüchternd: Fritzl sieht aus wie vor einem Jahr. Die Haare wurden etwas weniger. Die Implantate aus Ungarn flogen vom Kopf, es gibt kahle Stellen. Er trägt beim Spaziergang die österreichweit in Gerichtsgefängnissen ausgegebene dunkelgraue, hüftlange Ausgehjacke. Die Winterjacke hat Knöpfe und einen Kragen, den man aufstellen kann. Oberkleidung wie sie in allen Gefängnishöfen Österreichs getragen wird. Fritzl trägt Blue Jeans und schwarze Schuhe, die er aus der Wäschekammer der Justizanstalt beim Einzug am 27. April 2008 ausfasste. Das ist bei allen Untersuchungshäftlingen so der Fall. Also nicht wirklich Neues.

Foto entstand von militärischem Gelände

Interessanter ist die Frage: Woher stammt das Foto, das die britische SUN (dt. Sonne) sowie die deutsche BILD-Zeitung gegen Geld veröffentlichten? Das Bild, das Josef Fritzl beim 45-minütigen Rundendrehen im Gefängnishof der Justizanstalt St. Pölten zeigt, wurde EINDEUTIG aus der dem dritten Stock der HESSERKASERNE geschossen. Nur dieses Gebäude liegt direkt gegenüber und zwanzig Meter von der Außenmauer des durch Stacheldraht und engmaschigem Dachnetz gut gesichterten Gefängnishofes 2.

Das Foto wurde über die Gefängnismauer in flachem Winkel auf die metallene Eingangstür in den Gefängnishof geschossen. Da die Außenmauer des Gefängnisses zirka acht Meter hoch ist, muss der Fotograf auf über zwölf Meter Höhe gelauert haben. Dafür kommen nur die Büroräume der Hesserkaserne gegenüber in Frage. Denn sonst gibt es in diesem Blickfeld kein Gebäude. Das militärische Gebäude ist ein wuchtiges Gebäude aus der Habsburgerzeit mit drei Etagen und hohem Satteldach.

Guter Einblick nur aus Militärkommando

Nur aus dem dritten Stock aus Büroräumen hat man guten Einblick in die beiden Gefängnishöfe, die nach dem Ausbruch über die Gefängnismauer durch zwei Räuber im Jahr 2006 (mittels Hebebühne und eingeworfene Strickleiter durch Außenhelfer) mit grünen Netzen überspannt wurden.

Damit stellt sich die Frage: Wer hat die Fotos gemacht? Und mit welcher Genehmigung? Und gegen welche Gesetze hat der Fotograf verstoßen?

Ein Verwandter des Herausgebers dieses Journals arbeitet seit 31 Jahren beim niederösterreichischen Bundesheer und exakt in dieser Kaserne. Ein Telefonat mit ihm am vergangenen Wochenende thematisierte beiläufig auch, dass die internationale Presse nach wie vor Ausschau nach einem Fritzl-Foto hält. Der Verwandte, der in fünf Jahren in Pension geht, erklärte aus seiner langjährigen Berufserfahrung und seiner Sicht, dass „niemand in dieser Kaserne für Josef Fritzl den Job riskieren würde“. Der Verwandte erzählte, dass man gegen eine Fülle von Gesetzen verstoßen würde: Beamtendienstrecht, das komplizierte Disziplinarrecht, Militärstrafrecht, Bürgerliches Recht, Strafrecht.

Stadtplan zur Übersicht: Das Foto wurde definitiv von einem Militärgelände aus geschossen. Nämlich aus der Heßstraße.

Stadtplan zur Übersicht: Das Foto wurde definitiv von einem Militärgelände aus geschossen. Nämlich aus der Heßstraße.

Fakt ist aber, dass irgendjemand in eben diesem Militärgebäude („Hesserkaserne, NÖ. Militärkommando“) es in Kauf nahm, für viel Geld seinen Job zu riskieren. Aus dem Kamerawinkel des geschossenen Fotos lässt sich sehr leicht rekonstruieren, aus welchem Bürozimmer die Bilder aufgenommen wurden.

Die Bilder zeigen letztlich nicht viel. Einen Mann beim Spazieren. Ob es das Wert war, ist eine andere Sache.

Reale Ansicht der Umgebung: Folgt man dem Pfeil, folgt man dem Kameraobejktiv, das Josef Fritz in der letzten Februar-Woche beim Rundendrehen im Gefängnishof kalt erwischt hat. Die Frage ist nun: Wer hatte die Finger am Ablöser? (Foto und Grafik: Marcus J. Oswald)

Reale Ansicht der Umgebung: Folgt man dem Pfeil, folgt man dem Kameraobjektiv, das Josef Fritzl in der letzten Februar-Woche beim Rundendrehen im Gefängnishof kalt erwischt hat. Die Frage ist nun: Wer hatte den Finger am Auslöser? (Foto und Grafik: Marcus J. Oswald)

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Link zum dem Gefängnishof direkt benachbarten Militärkommando Niederösterreich
(Hesserkaserne, NÖ. Stellungskommission, Militärmusik Niederösterreich)

Marcus J. Oswald (Ressort: Dossiers Josef Fritzl, Medien)

Nachlese Fritzl-Prozess – Medienstar Heinrich Schmatz

Veröffentlicht in Dossiers, Josef Fritzl von marcusjoswald am 20. März 2009
Ein Schnappschuss für die Ewigkeit und wie sie so nicht mehr kommen wird. Heinrich Schmatz gibt nach seinem Rausschmiss aus dem Medienzelt (zehn Minuten zuvor wurde der Herausgeber dieses Journals hinausgeschmissen) Al Jazzeera ein Interview und all den anderen Sendern, die etwas hören wollen. Der Herausgeber gab nur ein Interviews, macht dafür das Foto. (Foto: Marcus J. Oswald)

Ein Schnappschuss für die Ewigkeit und wie sie nicht mehr kommen wird. Heinrich Schmatz gibt nach seinem Rausschmiss aus dem Medienzelt Al Jazeera ein Interview und all den anderen Sendern, die etwas hören wollen. Der Herausgeber gab nach seinem (ungegründeten) Rausschmiss zehn Minuten davor nur ein Interview und machte dafür von Schmatz ein letztes Foto. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im März 2009) Möglicherweise fallen nach dem Mega-Hype des Fritzl-Prozesses nun einige in ein tiefes, emotionales Loch. Das geht Berichterstattern so, Gerichtsbeamten, Richtern, aber auch den Fritzl-Informanten. Die Medienkarawane zieht weiter.

Resümiert man, wer medial gut abgeschnitten hat, dann war es sicher Heinrich Schmatz. Er düpierte viele. Vor allem die ausländischen Medien waren von seiner Offensivkraft begeistert. Er machte es tagelang so: Er stellte sich hin, sagte: „Ich heiße Heinrich Schmatz. Ich habe 1.051 Bilder der Fritzl-Kinder.“ Und schon waren erst zwei, dann vier, dann sechs Kameras da. Das wird ihm nun fehlen. Die Medieneinträge bleiben.

Hier eine Sammlung (Auswahl):

Indien: www.buzz7.com

Fidschi Inseln: www.fijitimes.com.fj

Kroatien: www.ezadar.hr

Noch einmal Kroatien: www.tportal.hr

Noch einmal Kroatien (Lead): www.index.hr

Noch einmal Kroatien: www.index.hr

Schweden: www.expressen.se

Noch einmal Schweden: www.kvp.se

Dänemark: http://ekstrabladet.dk

England: www.dailystar.co.uk

Deutschland: www.frauenzimmer.de (mit Video)

Noch einmal Deutschland: http://mobil.rtl.de/info

Norwegen: www.dagbladet.no (mit Video)

Noch einmal Norwegen: www.dagbladet.no

Noch einmal Norwegen: www.vg.no

Österreich: www.oe24.at

Schweiz: www.tagesanzeiger.ch

Singapur: http://newpaper.asia1.com.sg

Thailand: www.thaindian.com

Spanien: www.elmundo.es

Tschechien: www.blesk.cz

(Internationale Beiträge erschienen alle zwischen 10. und 19. März 2009)

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Last, but not least, die drei Beiträge auf dieser Seite „Blaulicht und Graulicht“. Sie erschienen lange bevor noch jemand den Namen Heinrich Schmatz kannte (bis auf Zeitung „Österreich“):

Fritzl Freund Heinrich Schmatz macht Kasse (5. März 2009)

Das Schwein des Herrn Schmatz (2. März 2009) – Das Medium „Blaulicht und Graulicht“ berichtet WELTWEIT als erstes Medium, dass Heinrich Schmatz Josef Fritzl im Gefängnis besucht hatte.

Der aller erste Artikel zu Heinrich Schmatz war noch etwas undefiniert. Es war nicht ganz klar, ob er die 1.051 Bilder für 35.000 Euro nach England verkauft hatte oder nicht. Es stellte sich heraus: Hatte er nicht. Er blieb Ehrenmann. Der Beitrag wurde in der Folge – auf Wunsch von Schmatz, der stets „wahrheitsgemäße Berichterstattung“ wünscht – zwei Mal umgeschrieben und wurde in der Folge leicht unverständlich. Dennoch bleibt er online und wird angeführt. Heinrich Schmatz schützt die Fritzl-Kinder (und veröffentlicht deren Umrisse) (24. Februrar 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Dossiers Josef Fritzl)

Reiche haben ausgespielt – Julius Meinl V. in Haft

Veröffentlicht in Betrug, Wirtschaft von marcusjoswald am 1. April 2009
Diese Titelseite der Kronen Zeitung existierte am Mittwoch Abend des 18. Februar 2009 nur etwa drei Stunden im Handverkauf der Städte Österreichs für die Abendausgabe. In der Tagesausgabe des 19. Februar 2009 wurde die Titelseite mutiert und das Foto von Julius Meinl V. war verschwunden. Die Handbewegung ist symptomatisch, wie Reiche in Österreich auf Kritik reagieren. Nach ersten Informationen sitzt der Milliardär nun im Grauen Haus des Wiener Landesgerichts in Haft. (Fotoquelle: Kronen Zeitung, 19. Februar 2009, Abendausgabe)

Diese Titelseite der Kronen Zeitung existierte am Mittwoch Abend des 18. Februar 2009 nur etwa drei Stunden im Handverkauf der Städte Österreichs für die Abendausgabe. In der Tagesausgabe des 19. Februar 2009 wurde die Titelseite mutiert und das Foto von Julius Meinl V. war verschwunden. Die Handbewegung ist symptomatisch, wie Reiche in Österreich auf Kritik reagieren. Nach ersten Informationen sitzt der Milliardär nun im Grauen Haus des Wiener Landesgerichts in Haft. (Fotoquelle: Kronen Zeitung, 19. Februar 2009, Abendausgabe)

(Wien, im April 2009) Welche Reichen, Neureichen und Superreichen können sich in Österreich noch auf die Straße wagen? Viele sind es nicht. Einige gehen im Gefängnishof ihre Runden.

  • Helmut Elsner: Das Ex-Mitglied der Wiener Hochfinanz und Protegierbanker der SPÖ, Ex-BAWAG-Chef und Ex-Frankreich-Pensionist, sitzt derzeit seine 9.5 Jahre dauernde Haftstrafe ab. Er meint, bald frei zu sein. Dagegen spricht, dass elf Enthaftungsanträge abgeblitzt sind. Dagegen spricht, dass Staatsanwältin Sonja Herbst in der Stiefelkönig-Causa weiter forscht und alles unternehmen wird, dass eine dritte Anklage, in der es um hohe faule Gefälligkeitskredite geht, aufs Papier kommt. Dann droht dem roten Nadelstreifbanker Elsner, der bis 2006 ein SPÖ-Parteibuch hatte, zusammen mit seinem Vorgänger Zwettler eine dritte Anklage vor dem Landesgericht Wien.
  • Die beiden Vorsatzbetrüger, die 1.500 Anleger erleichtert und mehr als 60 Millionen Euro Schaden angerichtet haben, kamen - hier im Bild - beim Prozess milde davon. Das OLG Wien zeigte wenig Pardon und erhöhte im Jänner 2009 das Schmalz auf sieben Jahre Haft für Dietmar Böhmer und Harald Loidl.

    Die beiden Vorsatzbetrüger, die 15.000 Anleger erleichtert und mehr als 60 Millionen Euro Schaden angerichtet haben, kamen - hier im Bild - beim Prozess milde davon. Das OLG Wien zeigte weniger Pardon und erhöhte im Jänner 2009 das Schmalz auf sieben Jahre Haft für Dietmar Böhmer und Harald Loidl.

  • Dietmar Böhmer und Harald Loidl: Über die Herren Betrüger, die in Wien einen Finanzdienstleister mit Namen AMIS führten, wurde am 20. Dezember 2007 jeweils fünfeinhalb Jahre Haft nach gewerbsmäßigem Betrug verhängt. Der Prozess wurde – es wurden viele der 15.000 Geschädigten als Privatbeteiligte und Anwesende erwartet – im Austria Center Vienna („Konferenzzentrum“) durchgeführt. Doch die Reihen blieben leer, der neuntägige Prozess turbulent (der Sachverständige wurde abgesetzt). Die Urteile blieben wegen der Geständnisfreundigkeit der beiden Betrüger, die ein Leben in Saus und Braus führten, milde (5.5 Jahre). Nun wurden, laut „Kurier“ unter Berufung auf Kreise der Justiz in seiner Ausgabe vom 1. April 2009, bereits im Jänner 2009 die Urteile am OLG Wien nach oben geschraubt. Dieses Journal holte die Bestätigung bei einem Mithäftling am 1. April 2009 in der JA Hirtenberg ein, in der die beiden Betrüger Dietmar Böhmer und Harald Loidl ihre Strafe absitzen: Die Haftstrafe wurde vom OLG Wien für beide auf je sieben Jahre Haft erhöht. Sie sitzen seit Beginn ihrer Flucht Ende 2005 ein. Mit Halbstrafe, die am Vollzugsgericht Wiener Neustadt bei (vormals unbescholtenen) Betrügern immer gegeben wird, endet die Haft trotzdem Mitte 2009.
  • Der Graf von Luising im Burgenland sitzt wegen des Verdachts auf Geldwäsche im großen Stil (13 Millionen Euro) seit 27. Februar 2009 in Wiener ntersuchungshaft. Mendsdorff-Pouilly, dessen Einfluss stets große Kreise zog, dreht nur im betont engen Spazierhof der JA Josefstadt seine Kreise. Mit ihm derzeit: Helmut Elsner, Julius Meinl V. und Doping-Spezialist Walter Mayer. (Fotoquelle: Profil 1/2009, 22. Dezember 2008, Zeitschriftenarchiv Oswald)

    Der Graf von Luising im Burgenland sitzt wegen des Verdachts auf Geldwäsche im großen Stil (13 Millionen Euro) seit 27. Februar 2009 in Wiener Untersuchungshaft. Mensdorff-Pouilly, dessen Einfluss stets große Kreise zog, dreht nun im betont engen Spazierhof der JA Josefstadt kleine Kreise. Mit ihm derzeit: Helmut Elsner, Julius Meinl V. und Doping-Spezialist Walter Mayer. (Fotoquelle: Profil 1/09, 22. Dezember 2008, Zeitschriftenarchiv Oswald)

  • Graf Mensdorff-Pouilly: Der „Graf“ Mensdorff machte bisher vor allem durch seinen feudalen Lebensstil und seine Jagden mit Kabinettsmitgliedern aus diversen Ministerien (Landwirtschaft, Inneres) Aufsehen. Diese fanden auf seinem malerischen Schloß Luising im Burgenland und in Schottland auf seinem Sitz in Dalnaglar statt. In Österreich machte sich der perfekte Netzwerker als „Waffenlobbyist“ einen Namen. Nun geht es um 13 Millionen Euro, die von der „British Aerospace“ auf sein Konto gelandet sind und die – laut Staatsanwaltschaft – als Schmiergeld eingesetzt wurden. Der Graf dementiert wortgewandt, legte aber gefälschte Belege vor. Daher geht er seit 27. Februar 2009 im „Grauen Haus“ in Untersuchungshaft im kleinen Kreis. Die U-Haft wurde kürzlich um ein weiteres Monat verlängert (bis 16. April 2009), endete aber überraschend am 3. April 2009.
  • Fast genau auf das Datum genau heute vor zehn Jahren überreichte Andre Martens Rettberg dem Herausgeber dieses Journals im Kaufhaus Steffl in der Wiener Kärntnerstraße seine Visitenkarte. Er stand noch nicht vor Gericht, obwohl er den viertgößten Firmenkonkurs mit rund 350 Millionen Passiva hingelegt hat. (Fotoquelle: Archiv Oswald)

    Fast auf das Datum genau heute vor zehn Jahren überreichte Andrè Martens Rettberg dem Herausgeber dieses Journals im Kaufhaus Steffl in der Wiener Kärntnerstraße seine Visitenkarte. Er stand noch immer nicht vor Gericht, obwohl er den viertgrößten Firmenkonkurs Österreichs mit rund 350 Millionen Euro Passiva hingelegt hat. (Fotoquelle: Archiv Oswald)

  • Andrè Martens Rettberg: Gegen ihn wurde bereits am LG Wiener Neustadt ein Urteil gesprochen. Drei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt. Das war ähnlich wie im zweistufigen BAWAG-Prozess aber nur das Vorspiel. Es ging im ersten Prozess nur um Gläubigervereitelung. Er hat ein Häuschen rechtzeitig an seine Frau „überschrieben“, um es vor dem Gläubigereinzug zu retten. Der richtig große „LIBRO“-Prozess folgt erst. Im April 2002 ging die „tainment company“ fürchterlich in Konkurs. Passiva: 349 Millionen Euro. Man hat den Überblick verloren, ob noch etwas dazu kam. Es ist trotzdem die viertgrößte Firmenpleite in Österreich. Der Prozess wird folgen und es wird ein Urteil geben, das unsanft werden wird. Andrè Martens Rhettberg ging mit Investorengeld um als wäre es Monopoly-Spielgeld aus der Puppenküche. Der einst begehrte Manager wird die entsprechende Rechnung präsentiert bekommen. Im Aufsichtsrat saßen übrigens andere honorige Personen: Boris Nemsic, Kurt Stiassny, Rudolf Fischer, Georg Wailand und andere.
  • Werner Böhm, der ehemalige Y-Line-Pleitier, ist bisher von der Justiz unbehelligt. Ermittlungen laufen seit Ewigkeiten, aber sie verlaufen offenbar im Sand. Daher wird nicht wirklich bekannt, wieviele Millionen Werner Böhm mit der Pleite seiner ominösen New-Economy-Firma in den Sand gesetzt hat. (Foto: Bucharchiv Oswald)

    Werner Böhm, der ehemalige Y-Line-Pleitier, ist bisher von der Justiz unbehelligt. Ermittlungen laufen seit Ewigkeiten, aber sie verlaufen offenbar im Sand. Daher wird nicht wirklich bekannt, wieviele Millionen Werner Böhm mit der Pleite seiner ominösen New-Economy-Firma Y-Line in
    den Sand gesetzt hat. (Foto: Bucharchiv Oswald)

  • Werner Böhm: Der ehemalige Meister der Schachtelfirmen rund um die New Economy-Firma Y-Line läuft noch unbehelligt herum. Sein Firmengeflecht verschwand von der Bildfläche. Es bestach durch eine angebliche Exklusivzusammenarbeit mit IBM Österreich und durch Gratis-Heimcomputer für die aufstrebende NEWS-Gruppe des Wolfgang Fellner. Als Aktiengesellschaft organisiert, natürlich börsenotiert, holte man sich Anlegergeld. Wohin dieses Geld der Anderen verschwand und wer davon profitierte, weiß bis heute niemand. 2002 war Schluss mit der großen Sause. Werner Böhm, EDV-Fuzzi erster Y-Line-Stunde, stand bis heute nicht vor Gericht. Sein Fall lief parallel zum Krebsgang bei der anderen Company, LIBRO. Böhm tat sich später als neunmalkluger Buchautor hervor, der den Titel „Sklaven der Gier“ herausbrachte und später im August 2002 „Geld, Macht und Ehre“. Darin schreibt er mit keinem Wort über seine eigene Firmenpleite. Dafür den Satz: „Geld und Macht sind Triebfedern wirtschaftlicher Aktivitäten.“ Stimmt. Was er auch nicht schreibt, ist das US-amerikanische Sprichwort: „The higher they rise, the harder the fall.“ (Je höher sie steigen, desto härter fallen sie.)
  • Am 5. Mai 2006 versprach die Immofinanz mit einem Inserat im Magazin FORMAT reichen Geldsegen. 2009 war die Aktie keinen halben Euro mehr Wert. Die Trägerbank wurde verkauft, tausende Schadenersatzforderungen sind im Laufen. (Bildquelle: Format, 18/06, 5. Mai 2006, Archiv Oswald)

    Am 5. Mai 2006 versprach die Immofinanz mit einem Inserat im Magazin FORMAT reichen Geldsegen. 2009 war die Aktie keinen halben Euro mehr Wert. Die Trägerbank wurde verkauft, tausende Schadenersatzforderungen sind im Laufen. (Bildquelle: Format, 18/06, 5. Mai 2006, S. 78, Archiv Oswald)

  • Karl Petrikovics: Der Manager der filletierten und verkauften Constantia-Bank verdiente laut eigenen Angaben 3 Millionen Euro im Jahr. Fixum. Er war nicht nur für die Constantia-Bank zuständig, sondern auch für die Immofinanz AG. Am 25. November 2008 fand in seinem Hietzinger Domizil eine Hausdurchsuchung statt. Die Immofinanz AG und die Tocherfirma Immoeast AG sind vielleicht die größten Seifenblasen der österreichischen Immobiliengeschichte. Abertausende Anleger verloren Gelder, doch der Manager der Bank und der Fonds hat derzeit nur kleine Verfahren zu bestreiten. Etwa am 17. März 2009 am Handelsgericht Wien, als er von Christian Niedermeyer auf 4 Millionen Euro geklagt wurde. Andere meinen, dass rechtliche Schritte unternommen werden müssen, die das beträchtliche Privatvermögen des Karl Petrikovics einziehen. Noch ist es nicht so weit, da sich die Geschehnisse rund um die Constantia, Immofinanz und Immoeast, gemessen an den Langzeitgeschehnissen rund um Libro und Y-Line erst im Anfangsstadium bewegen. Im Justizsektor braucht man vor allem: Die Geduld des Schachspielers.

Marcus J. Oswald (Ressort: Betrug, Wirtschaft)

12. reichster Österreicher morgen für 100 Millionen Euro Kaution frei

Veröffentlicht in Justizanstalten, Wirtschaft von marcusjoswald am 2. April 2009
Julius Meinl der Fünfte brachte es nicht nur zu beachtlichem Vermögen, sondern auch zur zweifelhaften Ehre, innerhalb von sechs Wochen zwei Mal mit dem gleichen Foto auf der Titelseite der größten Tageszeitung Österreichs zu stehen. Hier auf der Abendausgabe der Kronen Zeitung am Abend des 2. April 2009 (Foto: Andi Schiel, Bildquelle: Kronen Zeitung 3. April 2009)

Julius Meinl der Fünfte brachte es nicht nur zu beachtlichem Vermögen, sondern auch zur zweifelhaften Ehre, innerhalb von sechs Wochen zwei Mal mit dem gleichen Foto auf der Titelseite der größten Tageszeitung Österreichs zu stehen. Hier auf der Abendausgabe der Kronen Zeitung am Abend des 2. April 2009
(Foto: Andi Schiel, Bildquelle: Kronen Zeitung 3. April 2009)

(Wien, im April 2009) „Cash macht fesch“, pflegte der frühere Trafikant (1997-2001) des Herausgebers am Wiener Alsergrund immer zu sagen. Der jetzige Trafikant (2001-ff.) lässt das Geld auch ordentlich „zirkulieren“, wie er sagt. „Geld muss immer in Bewegung sein“, so der schlaue Kaufmann.

Jemand, der Geld immer für sich arbeiten ließ, ist Julius Meinl „der Fünfte“. Der Erbe des 150-jährigen Meinl-Imperiums begründete auch ein Sprichwort. Hat zum Beispiel ein Wiener eine Freundin, die zu anspruchsvoll wird, lautet die Antwort: „Ich heiße ja nicht Meinl“. Damit ist die Diskussion, ob der Hauch eines Kleidungsstückes mit dem diskreten, aber langen Preisschild gekauft wird, auch schon beigelegt.

Julius Meinl „der Fünfte“ ist nun auch Julius Meinl „der erste Häftling“ und vor allem eines: Reich, dass es weh tut.

Am Abstieg im Ranking, aber noch immer Platz 12: Julius Meinl und Familie im Juni 2008. (Quelle: Trend, Juli 2008)

Abstieg im Ranking, aber noch immer Platz 12:
Julius Meinl mit Familie im Juni 2008.
(Quelle: Trend, Juli 2008)

Der bald 50-Jährige ist das „Oberhaupt“ eines Clans, der laut Reichenranking im Magazin „Trend“ (Ausgabe: Mitte 2008) 2 Milliarden Euro schwer ist. Damit ist der Clan, bestehend aus Julius Meinl V., einem Sohn, der in der Schweiz lebt, seiner Ehefrau, die getrennt von ihm leben soll, und einigen erblich Begünstigten genauso wohlhabend wie der Swarovski-Clan (Rang 13), mit dem Unterschied, dass der Tiroler Clan aus über 150 zerstrittenen Mitgliedern besteht.

Doch der Trend weist abwärts: 2005 war die Meinl-Familie im Reichen-Ranking noch auf Platz acht, ein Treppchen vor Frank Stronach. Stronach entwischte 2008 mit 2.2 Milliarden Vermögen auf Platz 10, gefolgt vom Kahane-Clan (Platz 11) und den Meinls. An der Spitze veränderte sich freilich etwas: Friedrich Flick starb und sein Sarg ist noch immer verschwunden.

Annus horribile 2008

Schon im Juli 2008 meinte der „Trend“ über Julius Meinl: „Es war ein horribles Jahr für den 48-jährigen Banker, der mit 24 Jahren zum Chef der winzigen Meinl Bank (damals umgerechnet drei Millionen Euro Eigenkapital, zuletzt 180 Millionen) wurde. Noch im vergangenen Sommer (2007) war der Name Meinl untadelig, die Bank verfügte über 100.000 Kunden, verwaltete 15 Milliarden Euro Kundengelder und hatte drei Quellen, aus denen üppige Spesen flossen. Die Investmentvehikel MEL, MIP, und MIA: 160 Millionen Euro Spesen von der MEL, 280 Millionen Euro für die Abgeltung eines Vertrags, die MEL selbst wurde lukrativ um 800 Millionen Euro verkauft. Doch die Marke Meinl ist definitiv schwer beschädigt.“

Überflieger Lindberg

Julius Meinl übernahm 1983 den Vorstandsitz der Meinl Bank. Den Beinamen „Lindberg“ bekam der Investmentbanker, der von klein auf Ferrari fuhr, für seine Fliegerleidenschaft. Studiert hat er in Sankt Gallen Finanzwissenschaften und ist „lic. oec.“ (zu deutsch: Lizenziat). Seine Meinl Bank mit Sitz hinter der Staatsoper betrieb seit 1983 große und immer größere Emissionen von Wertpapieren für Industrieunternehmen, die auf den Markt wollten. Als die Lichtfirma Zumtobel an die Börse ging, führte die Meinl-Bank in den Markt ein. Ebenso wurde Radex-Heraklith Mitte der 80er Jahre ins Börsengeschehen eingeführt, Ottakringer Opitionsanleihen wurden über die Meinl-Bank begeben oder eine steuerbegünstigte Kapitalerhöhung bei Schlumberger. Vier Fonds hießen ab 1987 „Capitol I„, „Capitol II“ oder „Julius Meinl Investmentfonds“ oder der „Wall Street Capital Fonds“.

Hausbank eines Großgreißlers

Lange Zeit gab es in der Bank nur einfache Kreditnehmer: Sämtliche Lieferanten des Meinl Handelsimperiums waren zugleich Kreditkunden bei der hauseigenen Bank. Wer das Zahlziel von 90 Tagen als Lieferant überschritten hatte, musste sich mit der Idee anfreunden, bei der Meinl Bank einen kleinen „Überbrückungskredit“ zu nehmen.

Der kleine Sparer konnte auch einlegen. Denn die Wurzeln der Meinl Bank stammen aus 1922. Im „Sparverein der Freunde des Hauses Meinl“ konnten Käufer in Meinl-Geschäften Notgroschen anlegen. Bis zur Ära Julius Meinl V. war die „Bank“ eine klassische Sparkasse. In 400 Filialen legten jährlich rund 40.000 Kunden eine knappe Milliarde Schilling ein.

Bankkonzession ab 1969

Der heute gängige Name „Meinl Bank“ entstand erst mit dem Erwerb einer Bankkonzession im Jahr 1969, die Julius Meinl III. der „Brunner und Co. KG“ um damals 4,5 Millionen Schilling abkaufte. Im Handelsregister fand sich der Name „Meinl Bank“ erstmals im Jahr 1979 als GmbH. 1987 wandelte man die Bank in eine Aktiengesellschaft um.

Der Vorwurf, der heute, 2009 der Bank gemacht wird: Verdacht des Betrugs, der Untreue, Spesenschinderei, Verdacht des Insiderhandels, Verletzung der Prospektpflicht sowie Bilanzmanipulation. Wesentlich drehen sich die komplexen Vorwürfe um die Meinl European Land, die Zertifikate zurückgekauft hat. Im Zuge dieser Rückkäufe sind Spesen an die Meinl Bank geflossen. Daher untersuchen die Strafverfolgungsbehörden nun viele brisante Fragen. Unter anderem die Befehlskette innerhalb der mittlerweile teilweise aufgelösten Gesellschaften. Immer wieder hieß es laut Medienberichten: „Meinl war der Chef.“ Der „Chef“ war zwar vorsorglich aus dem Vorstand der Meinl Bank in den Aufsichtsrat zurückgetreten. Wie glaubhaft dieser Schritt in der langen Entwicklung seit 1983 ist, müssen Richter entscheiden.

Fundstücke – 70.000 Emails

Nun wird es eng. Bei der Hausdurchsuchung am 18. Februar 2009 in 13 Häusern wurden laut Medienberichten 70.000 „interne“ Emails und hunderttausende digitale Geschäftsunterlagen auf zahlreichen Rechnern beschlagnahmt. Daher stellt das Premium-Verteidigertriumvirat Herbert Eichenseder, Christian Hausmanninger (beide vertraten im Bawag-Prozess Wolfgang Flöttl) und Ernst Schillhammer einen Kautionsantrag in der Rekordhöhe von 100 Millionen Euro. Noch nie gab es in Österreich einen höheren Kautionsantrag.

Das Wiener Gericht ist dem sicher nicht abgeneigt, da im Falle eines Schuldspruches diese Kaution dem Ressort für Justiz zufällt. Da Geld kein Mascherl hat, kann es der Staat immer brauchen.

Nur Geld ohne Mascherl

Ob das Meinl-Geld ein Mascherl hat, wird in diesen Stunden noch geprüft. Es soll aus „privater Quelle“ und aus Liechtenstein stammen. Ist das Geld sauber, wird der Milliardär voraussichtlich zwischen acht und zehn Uhr entweder den Vorder- oder Hintereingang des Landesgerichtes Wien als vorläufig freier Mann verlassen. Die Cause ist damit aber nur aufgeschoben. Das finanztechnische Gutachten des Sachverständigen Thomas Havranek soll im Juni 2009 fertig sein. Dann steigt voraussichtlich noch 2009 ein großer Betrugsprozess am Landesgericht Wien.

[Begleitende Quellen: Printausgaben "Trend" März 1988 "Die Geschäfte der Meinl Bank - Der Mohr, der mehr sein will", S. 84-87; "Trend" Juli 2008 "Die einhundert Reichsten Österreichs", S. 58; "derstandard online" vom 2. April 2009, zugleich Printausgabe vom 3. April 2009: "100 Millionen für die Freiheit von Julius".]

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten, Wirtschaft)

JA Garsten-Flash – Zelle für Fritzl, Steinbauer bei Neymayer

Veröffentlicht in Justizanstalten, Lebenslang, Personalia von marcusjoswald am 25. April 2009
Im Bild Harald Schmidt, nicht Helmut Frodl. (Foto: Wiki)

Im Bild Harald Schmidt, nicht Helmut Frodl. (Foto: Wiki)


Die Zeitung Österreich veröffentlichte ein Bild von Helmut Frodl am Haftausgang, auf dem er dem deutschen Fernsehmann Harald Schmidt täuschend ähnlich sieht.

Helmut Frodl geht. Die Tageszeitung Österreich veröffentlichte ein Bild beim Haftausgang, auf dem er dem deutschen Fernsehmann Harald Schmidt täuschend ähnlich sieht.

(Wien/Steyr, im April 2009) News-Flash Garsten, Justizanstalt, Oberösterreich: Manche Lebenslange gehen, manche kommen bald, manche kommen zusammen.

TV-Mann

Helmut Frodl, 51, der aussieht wie Harald Schmidt, wird im Juli entlassen. Er verläßt Garsten nach fast 17 Jahren und mit einem akademischen Titel in der Tasche (Magister). Glaubt man Ankündigungen, glaubt Frodl an ein baldiges TV-Comeback.

Frischfleisch

Altfleisch könnte kommen. In der Krankenabteilung der JA Garsten wurde bereits für den Lustopa Josef Fritzl eine videoüberwachte Zelle hergerichtet, damit dieser in einem halben Jahr einziehen kann. Es ist nicht Oberlaa, aber für den 74-Jährigen wird gesorgt. Schmuggel-Handies wurden mit einem starken Scanner der Telekom aus der Justizanstalt geblasen, damit keine Minifotos von Fritzl in die Medien gelangen.

Axt und Sprengkraft

Der Ende 2008 am Landesgericht Wien verurteilte „Axtmörder“ Reinhard Steinbauer dreht seit einiger Zeit im Garstener Gefängnishof die Runden. Seine Philosophie war immer: „Nihilismus“. Tat-Motto: „Es gehörte getan.“

Nach vier Monaten Eingewöhnung in den Hausbrauch von Garsten wurde er vor einer Woche in einen anderen Haftraum verlegt. Reinhard Steinbauer teilt nun die Zelle mit „StöpselkindWerner Neymayer, dem eine vorsätzlich herbeigeführte Explosion vorgeworfen wurde.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten, Lebenslang, Personalia)

Refco-Anklage voraussichtlich in sechs Wochen fertig

Veröffentlicht in Wirtschaft von marcusjoswald am 26. April 2009
Wiedersehen im großen Saal des Landesgericht Wien. Bald startet der BAWAG II-Prozess um hohe Kredite an das amerikanische Brokerhaus Refco. (Foto: Marcus J. Oswald)

Wiedersehen im großen Saal des Landesgericht Wien. Bald startet der BAWAG III-Prozess um hohe Kredite an das amerikanische Brokerhaus Refco. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im April 2009) Wie gut informierte Kreise aus dem Landesgericht Wien wissen, wird in sechs Wochen die „Refco-Anklage“ fertig sein.

Damit wird bald der BAWAG III-Prozess eröffnet. Davon betroffen wird sein der im BAWAG I-Prozess zu fünf Jahren Haft verurteilte Nachfolger von Helmut Elsner, Generaldirektor Johann Zwettler.

Blitzkredit

Prozessinhalt wird der „Blitzkredit“ an das US-Brokerhaus Refco vom Oktober 2005 über mehrere hundert Millionen Euro sein. Kurz danach ging das Brokerhaus Refco, das zu den größten der Welt zählte, Ende 2005 mit Pauken und Trompeten in Konkurs. Der flüchtige Chef Phillip Bennett, 60, wurde gefasst, räumte – auf Drängen seiner Anwälte – ein, Investoren um rund 2.4 Milliarden Dollar „betrogen“ zu haben und erhielt einen Tag vor Ende des Wiener BAWAG-Großprozesses in New York 16 Jahre Haft.

Luxus

Bennett gehörte – laut internationalen Agenturberichten – zur Klasse der Reichen: Penthouse in der New Yorker Park Avenue, Landsitz in New Jersey, Privatflugzeug, 15 Sportwagen im Wert von 11 Mio. Dollar: Sechs Ferraris, drei Porsche, drei Jaguar, einen Audi, einen Bentley und einen McLaren.

In Wien wird Inhalt des neuen BAWAG-Prozesses sein, wer für die hochriskante Kreditvergabe verantwortlich war und das Leben der Gerwerkschaftsbank riskierte. Der Vorwurf lautet neuerlich auf „Untreue“.

BAWAG IV-Prozess in Aussicht

Noch keine Anklage gibt es in der „Stiefelkönig-Affäre“. Ob es einen BAWAG IV-Prozess geben wird, ist noch offen. Helmut Elsner pumpte in seiner Direktionszeit großzügige Kredite in die Schuhkette, da zwischen Firmengründer Manfred Herzl und ihm eine Freundschaft aus Grazer Zeiten bestanden haben soll. Ende 2001 betrugen die Schulden von „Stiefelkönig“ rund 100 Millionen Euro, obwohl Elsner für die Erhöhung der Kreditlinie laufend Grünes Licht gab. Unter Johann Zwettler erfolgte 2003 schließlich die Komplettübernahme der maroden Kette. Sie wurde BAWAG-Tochterfirma.

Die BAWAG-Cause ist noch lange nicht aufgearbeitet. Daher ist verständlich, dass für das Mastermind hinter dem System BAWAG, Helmut Elsner, weiterhin die Untersuchungshaft aufrecht bleibt. Sein elfter „Enthaftungsantrag“ wurde kürzlich abgewiesen. Seine Ehefrau Ruth Elsner jammert zwar stil- und mediengerecht mit einer Prise Vaterkomplex (der Gemahl ist 25 Jahre älter), dass sie von 1.200 Euro im Monat lebt und am Bettel geht.
Wer’s glaubt, wird selig.

+++

Zur Erinnerung:

BAWAG I-Prozess (Karibik- und Off-Shore-Geschäfte in Milliardenhöhe) – Helmut Elsner 9,5 Jahre Haft, Johann Zwettler 5 Jahre Haft sowie sieben weitere, eitle Managerpfauen, die unschuldig wie ein Baby gewesen sein wollen. In Summe: 35 Jahre Haft.
BAWAG II-Prozess („Plastiksackerlkredit an Freund Hermann Gerharter“) – Helmut Elsner 2,5 Jahre Haft, Gerharter 18 Monate teilbedingt (sechs unbedingt).
BAWAG III-Prozess (Refco-Kreditvergaben in dreistelliger Millionenhöhe) – Anklage demnächst, Ergebnis offen
BAWAG IV-Prozess (Verbindung zwischen den Grazern Manfred Herzl und Helmut Elsner und Kredite über knapp 100 Millionen Euro) – noch nicht angeklagt

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Wirtschaft)

Werner Tomanek machte Saalschutz bei Vortrag

Veröffentlicht in Anwalt, Justizkultur von marcusjoswald am 26. April 2009
Als am 26. November 1987 am Wiener Juridikum ein Gastreferent den Vortrag Österreich, die Weltrevolution und die Wiedervereinigung hielt, machte der Wiener Anwwalt Werner Tomanek für den Ring Freiheitlicher Studenten Saalwache.

Als am 26. November 1987 am Wiener Juridikum ein Gastreferent den Vortrag Österreich, die Weltrevolution und die Wiedervereinigung hielt, machte Anwalt Werner Tomanek für den Ring Freiheitlicher Studenten Saalwache. (Quelle: Buch Im Namen der Republik. Rechtsextremismus und Justiz in Österreich, S. 277. Bucharchiv Oswald.)

(Wien, im April 2009) Der Wiener Anwalt Werner Tomanek vertritt vornehmlich ausländische Kräfte der Kriminalität und er verdient ein gutes Geld damit. Ist es Kalkül, Berechnung, Geschäftssinn oder Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit?

Ring Freiheitlicher Studenten

Mag. Werner Tomanek aus Wien-Ottakring stammt aus dem politischen Umfeld des Ring Freiheitlicher Studenten. Das ist unbestritten.

Am 26. November 1987 hielt ein Gastreferent am Wiener Juridikum den Abendvortrag „Österreich, die Weltrevolution und die Wiedervereinigung“. Der Wiener Anwalt Werner Tomanek machte für den Ring Freiheitlicher Studenten die Saalwache. Er gehörte zu 13 Personen, darunter Martin Graf (von der deutschnationalen Burschenschaft Olympia), die zu schauen hatten, dass keine „linken Studenten“ den Saal betreten. Es wurde die Empfehlung gegeben, auf „paramilitärische Kleidung“ zu verzichten.

Saalschützer

Es war die Zeit, in der die nationalen Kräfte innerhalb der FPÖ die liberalen ablösten und die Linie für Jörg Haider freimachten. Es war die Zeit der radikalen Saalschlachten. Werner Tomanek war mittendrin. Und festzuhalten ist: Er hörte sich den Vortrag nicht nur freiwillig an, sondern er sorgte auch dafür, dass kein Gesinnungsfeind stört.

Marcus J. Oswald (Ressort: Anwalt, Justizkultur)

Seminar Lauschabwehr am Arbeitsplatz – Termin!

Veröffentlicht in Seminar, Termindienst von marcusjoswald am 4. Mai 2009
Schnüffler und Experte Diplomingenieur Markus Schweiger: Gibt Auskunft, wie man systematische Wirtschaftsspionage zum eigenen Schaden abwehrt. (Foto: Verband EURODET)

Schnüffler und Experte Diplomingenieur Markus Schwaiger: Gibt Auskunft, wie man systematische Wirtschaftsspionage zum eigenen Schaden abwehrt. (Foto: Verband EURODET)

(Wien, im Mai 2009) Jedermann ist von Wirtschaftsspionage betroffen, der Kundenkreise unterhält und ein Netzwerker ist. Werden Netzwerke von Außen unterbrochen, „angezapft“, Emails „mitgelesen“, Büroarbeitsplätze durch Fremde „überwacht“, wird ein Regelkreis der Information empfindlich unterbrochen. Man nennt das: Wirtschaftsspionage.

O’zapft is

Das Thema ist ein Tabuthema und wird kleingeredet, als ob nur die Ehefrau die SMS „mitliest“. In Wahrheit geht es um hart erarbeitete Firmenwerte und teilweise auch wichtige Geschäftsunterlagen, die durch Spionage an Außenstehende gelangen.

Von Datendiebstahl zur Produktpiraterie

Im ganz Kleinen nennt man das Datendiebstahl. Im größeren Zusammenhang nennt man es Plagiieren, im sehr Großen entsteht Produktpiraterie. Das Thema ist komplex und immer mehr Fortbildungsthema für jene, die sich mit gezielter Abwehr von Wirtschaftsspionage beschäftigen, um Wertverluste in Unternehmen zu verhindern.

Experten laden

Markus Schwaiger vom EURO-Detektivverband veranstaltet ein Seminar, das am 9. Juni 2009 ganztägig von 9 Uhr 00 bis 18 Uhr 00 im Salon Montleart im malerischen Schloß Wilhelminenberg (sehr schön, der Herausgeber machte dort 1994 ein EU-Seminar), Savoyenstraße 2, 1160 Wien stattfindet.

Größter Feind – im eigenen Bett!

Die Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, die stark PC-basiert und auf mehreren Entscheidungsebenen arbeiten und die zahlreiche „Sicherheitslücken“ haben, von denen sie noch gar nichts wissen. Der größte Feind des Unternehmens liegt oft im eigenen Bett.

Behandelt werden folgende Themen:

  • Das Wesen der Information (Einstufung von Know-how und Betriebsgeheimnissen und deren Geheimhaltung)
  • Organisatorische und technische Maßnahmen zum Schutz von Betriebsgeheimnissen und Know-how
  • Auswirkungen durch unerlaubte Informationsgewinnung / Verlust des firmeninternen Know-hows durch Dritte
  • Möglichkeiten der unerlaubten Informationsgewinnung durch Indoor- und Outdoor-Täter
  • Möglichkeiten eines Lauschangriffes und Abwehr
  • Bearbeiten von klassifizierten Informationen in abhörgeschützten Bereichen
  • State of the Art / COTS (Commercial off-the-shelf)
  • Technische Informationsverarbeitung
  • IT Safety / IT Security (Fallstudien / Irrtümer / Präventivmaßnahmen)
  • Best Practices (Backup / E-Mails / Datenträger / Internet / Notebooks / Mobil Telefonie)
  • Malware (Verbreitung / Entwicklung)
  • Überwachung von Rechnern (Motivation / Möglichkeiten / Differenzierung legaler und illegaler Maßnahmen)
  • Wirtschaftsspionage per Computer
  • Erkennung von Angriffsversuchen und Prävention – Gegenmaßnahmen
  • Abwehr von Spionageangriffen

Das Seminar kostet: 399 Euro (inkl. 20% Ust.). Inklusive: Alle Unterlagen. Gute Verpflegung: Begrüßungskaffee, 3-gängiges Business-Lunch zu Mittag, Mineralwasser dazwischen, Kaffeepause, noch einmal Kaffeepause und Kipferl.

Die Vortragenden sind Oberst iR. Reinhard Kohlweg vom BMLVT, Experte für IKT-Sicherheit und Lauschabwehr, nun gerichtlicher Sachverständiger für Geräte zur Lauschabwehr, Diplomingenieur Markus Schwaiger, seit 2000 Detektiv mit Schwerpunkt IT-Abwehr und Abwehr von Kommunikationseingriffen (je zwei Vorträge), sowie Max Burger-Scheidlin von der Internationalen Handeskammer.

Sie melden sich unter an:
E-Mail: anmeldung@tatort-firma.at
Fax.: 01 817 495 53 711
Homepage www.tatort-firma.at

Nirgendwo wird so viel gestohlen wie an Firmencomputern. (Foto: Flyer - Tatort Firma)

Nirgendwo wird so viel gestohlen wie an Firmencomputern. (Foto: Flyer - Tatort Firma)

Flyer zum Download (pdf)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Seminar)

Helmut Osberger in JA Garsten angekommen

Veröffentlicht in Harte Hacken - Mord, Justizanstalten, Lebenslang von marcusjoswald am 5. Mai 2009

(Wien, im Mai 2009) Bei der Berufungsverhandlung im Wiener Justizpalast am 19. März 2009, die wegen des parallel stattfindenden Josef Fritzl-Prozesses thematisch und medial etwas unterging, hielt Helmut Osberger noch das Sachbuch „Unschuldig“ demonstrativ in der Hand und in die Kameras der sich verlaufenden Pressefotografen. Er saß dabei dem Irrtum auf, dem viele Straftäter aufsitzen, eine semantische Finesse (c/ Harald Zeilinger): „Unschuldig ist nur ein kleines Kind. Der erwachsene Mensch ist bestenfalls schuldlos.“ Osberger setzte also im Justizpalast nicht nur die falsche Geste, sondern auch auf das falsche Buch. Jedenfalls: Er ging mit 20 Jahren Haft im Gepäck in den Ring der Berufungsanhörung. Zu Beginn strahlte er noch siegessicher.

Lebenslang!

Nach dem kurzen Verfahren stieg ihm Blässe ins Gesicht: Der Senat erhöhte wegen besonderer Heimtücke auf „lebenslang“. Sein Anwalt Nikolaus Rast, der kein besonderes Talent für Öffentlichkeitsarbeit hat und der Typ Wiener Anwalt ist, der sich die Presse aussuchen will, die über einen Fall berichtet und welche nicht, sowie selten zurückruft und sich für freundliche Emails, die man ihm schickt, nicht bedankt, scheiterte auf voller Linie. Trotzdem ist der Advokat noch siegessicherer als sein Mandant: Er geht in Wiederaufnahme!

Opfer im Wachkoma

Die schreibende Öffentlichkeit bekommt von diesen Hintergründen so wenig mit, wie der vergiftete Bürgermeister von Spitz an der Donau Hirtzberger: Dieser liegt nämlich noch immer im Wachkoma und wurde ein schwerster Pflegefall. Laut Geschworenengericht am Landesgericht Krems ist Helmut Osberger der überführte Täter, der das „perfekte Verbrechen“ von langer Hand vorbereitet und umgesetzt hat. Laut Urteil ging es um alte Feindschaften und das Motiv Geld. Mehr ist zu diesem Fall – im Moment – nicht zu sagen. Denn mit einem Anwalt, der Informationen selektiv streut, an manche schon und manche nicht, ist nicht zusammenzuarbeiten.

Gute Ankunft

Was zu sagen ist: Helmut Osberger ist heute, 5. Mai 2009, mit der Justizbus, die „Westroute“ entlang, in der Justizanstalt Garsten gut angekommen und wird dort für die nächsten Jahre Quartier beziehen. Zunächst zwei Wochen im „Zugang“, danach „klassifiziert“ nach Delikt und Strafhöhe bei den rund weiteren 35 „Lebenslangen“ in der obersten Etage des Justizgebäudes: Auf der Galerie.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten, Lebenslang, Mord)

Sieben Jahre Haft für Vergewaltigung in JA Sonnberg

Veröffentlicht in Gerichtssaal, Justizanstalten von marcusjoswald am 8. Mai 2009
Staatsanwalt Ronald Schaffer will, dass auch im Gefängnis die sexuelle Integrität gewahrt bleibt. Er klagte einen Steirer an, der in der JA Sonnberg zwei Mithäftlinge vergewaltigte: Sieben Jahre Haft!

Staatsanwalt Ronald Schaffer will, dass auch im Gefängnis die sexuelle Integrität gewahrt bleibt. Er klagte einen Steirer an, der in der JA Sonnberg zwei Mithäftlinge vergewaltigt hatte: Sieben Jahre Haft! (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien/Korneuburg, im Mai 2009) Die JA Sonnberg steht für Innovationen: Viel Ausbildungprogramm, einen Call Center, in dem Inbound- und Outbound-Telefonate für Firmen durch Häftlinge erledigt wurden (der Call Center wurde mittlerweile nach Ungereimtheiten wieder geschlossen). Häftlinge erhalten in Sonnberg einen PC in die Zelle, es gibt großzügige Ausgangsprogramme im fortgeschrittenen Strafvollzug ab Mitte der Haft. Kurz: Umgekommen ist in ein paar Jahren Haft in Sonnberg noch keiner. Gestandene Männer Mitte der 40 beklagen sich selten über „Sonnberg“. (Das Journal ist mit einigen in Kontakt.)

Nazipeckerl

Trotzdem muss Sonnberg immer wieder für Merkwürdigkeiten gerade stehen. Es betrifft meistens junge Männer. Zuständig ist dann das Landesgericht Korneuburg. Ende 2007 stand ein Mitte 20-jähriger Häftling, der wegen Raubes in Sonnberg einsaß, neuerlich in Korneuburg vor dem Gericht: Er hatte sich – trotz Tätowierverbotes – ein Hakenkreuz seitlich in den Nacken und über den Augenbrauen je die Wörter „White“ und „Power“ in Runenschrift tätowiert. Da er damit ein sichtbares Bekenntnis zum Nationalsozialismus illustriert hatte, bekam er zwei Jahre Zusatzhaftstrafe. „Zwa Joar für a Peckerl, i packs net!“, war damals der lakonische Kommentar des Häftlings, der uneinsichtig blieb.

Zellenstier

Nun haben sich in der JA Sonnberg Szenen zugetragen, die man manchmal noch erfährt (2008 wurde ein Häftling der JA Hirtenberg ebenso der sexuellen Nötigung eines Mithäftlings, mit dem er die JA Josefstadt teilte, angeklagt – und moderat zu einigen Monaten verurteilt), die sonst aber nur aus dem ersten Kapitel von Heinz Sobotas „Minusmann“ (1978) in Erinnerung sind. Sexuelle Frondienste, um den Haftraumfrieden am Leben zu halten.

Hierarchie der Gewalt

Die angespannte Situation in der Justizanstalt Sonnberg hat sich laut Staatsanwalt so zugetragen, dass ein 19-jähriger Niederösterreicher, der 26 Monate wegen Einbruchs und Raub absaß, in eine Viermannzelle kam, in der ein 23-jähriger Steirer strenges Regiment führte. Der körperlich Überlegene vergewaltigte zuerst den Neuen und zwang diesen dann auch bei der Vergewaltigung eines weiteren Zelleninsassen mitzumachen. Das ging eine Weile so und niemand erfuhr etwas. Viermannzellen in Justizanstalten haben eine selbstorganisierte Binnenstruktur, in der sich bald, da vier Personen genau eine zuviel für Basisdemokratie, eine Hierarchie ausbildet. Der Zellenanführer war der 23-jährige Steirer und er verordnete nach Außen hin Schweigen.

Strafanzeige

Erst mit der Zeit wandte sich das zweite Opfer an eine Vertrauensperson in der Justizwache, die schließlich den Zellenverband auflöste und gegen den 23-Jährigen und den 19-Jährigen im Frühjahr 2009 Strafanzeige einleitete. Das Justiz kam ins Bewegung und beide bekamen einen Geschworenenprozess.

Ziehender – Gezogener

Der Korneuburger Staatsanwalt Roland Schaffer klagte beide der Vergewaltigung, Schweren Nötigung, Sexuellen Nötigung und Schweren Drohung am Landesgericht Korneuburg an. Doch die acht Laienrichter und die drei Berufsrichter fällten in der Woche 18/2009 ein salomonisches Urteil: Der steirische Zellencapo als treibene Kraft (um eine alte Rudolf Mayer-Diktion aus einem anderen Fall zu verwenden: „Der Ziehende“) wurde zu sieben Jahren neuerlicher Haft verurteilt. Der Zweitangeklagte aus Niederösterreich (nochmals Rudolf Mayer: „Der Gezogene“) wurde von den Geschworenen wegen „entschuldigenden Notstands“ freigesprochen. Der 19-jährige Vater eines Kindes, so die Richter, musste mitmachen, da auf ihn selbst Gewalt ausgeübt wurde.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten, Gerichtssaal)

Wien ist Metropole des Einbruchs

Veröffentlicht in Ein Bruch, Polizeikultur von marcusjoswald am 8. Mai 2009
Erst am 5. April 2009 wurden unbekannte Tätergruppen dabei gefilmt, wie sie an Wiener Bahnhöfen Fahrkartenautomaten mit Geißfuß (Gashaxn) und Schraubwerkzeug nächtens öffneten und Fahrscheine und Bargeld stahlen. Die Arbeit erfordert Konzentration. Die Profibande wurde überführt. Der Sachschaden ist beträchtlich. (Foto: Ü-Kamera)

Erst am 5. April 2009 wurden unbekannte Tätergruppen dabei gefilmt, wie sie an Wiener Bahnhöfen Fahrkartenautomaten mit Geißfuß (Gashaxn) und Schraubwerkzeug nächtens öffneten und Fahrscheine und Bargeld stahlen. Die Arbeit erfordert Konzentration. Die Profibande wurde überführt. Der Sachschaden ist beträchtlich.
(Foto: Ü-Kamera)

(Wien, im Mai 2009) Wie man es dreht und wendet, schönreden muss man es nicht: Wien ist die Hauptstadt der Einbruchskriminalität, gefolgt von Graz und Linz. Obwohl die Sommermonate, also die sensiblen Monate Juli und August, erst folgen, ergeben Tagesdeliktsstatistiken kein gutes Bild für die Bundeshauptstadt.

Laut Kronen Zeitung (7. Mai 2009, S. 15), die über solche Tabellen verfügt, fanden allein am 30. Jänner 2009, an einem Tag 974 Eigentumsdeilkte statt (davon meist Massendelikte wie Ladendiebstahl, Fahrraddiebstahl und ähnliches, aber immerhin auch rund 40 Wohnungseinbrüche). In Summe fanden an diesem isolierten Tag 1.541 Delikte statt, die den Polizeicomputer fütterten.

Maßnahmen dagegen gibt es nicht. Wer etwa Wohnungseinbruch verhindern will, muss zu Maßnahmen greifen. Zwar ist es verboten, einen Einbrecher zu erschießen, doch Gewalt gegen einen Eindringling anzuwenden, ist nach Maßgabe erlaubt und wird auch empfohlen, da es nicht sinnvoll ist, sich sein Eigentum stehlen zu lassen.

„Sicherheit kann man kaufen“ (Ernst W. Stummer)

Sinnvoll sind auch Sicherheitstüren. Die Förderprogramme des Landes Wien (Zuschuss von 400 Euro pro Eingangstüre, 800 Euro für Flügeltüre) gelten noch immer, vorausgesetzt die Wohnung ist älter als 20 Jahre und man ist Hauptmieter. Das Land Niederösterreich setzte seine Programme bis 2010 fort (gesonderter Artikel auf dieser Seite zu beiden Förderprogrammen) und macht es großzügiger als Wien. Man fördert auch Türen von Eigentumswohnungen und Mietwohnungen neueren Baujahrs und Türen in Eigenheime samt Seitenfenster und Garagenfenster (bis zu 2.000 Euro Zuschuss). „Sicherheit kann man kaufen“, hieß 1995 das selbstgedrehte „Sicherheitsvideo“ des Einbrechers Ernst Walter Stummer, und es stimmt. Sicherheitstüren der Klasse 3 (Aufbrechwiderstand bis zu 5 Minuten gegen Profigerät wie „Ziehfix„) kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro.

Aufklärungsquote 4 Prozent

Schon 2004 sagte ein pensionierter Oberst der Kripo Wien dem Herausgeber dieses Journals, dass die tatsächliche Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruch in Wien nur mehr „vier Prozent“ ist. In der Öffentlichkeit wird das gerne auf 10 Prozent hochgespielt, weil vier Prozent sehr mager klingt. Tatsache ist aber: Nach einem Wohnungseinbruch ist das Eigentum in Wien auf immer weg.

Allrounder auf Einbruchsjagd

Tatsache ist auch: Nach der Ernst Strasserschen TEAM 04-Polizeireform wurden Fachgruppen in der Polizei aufgelöst und Allrounder auf Wohnungseinbruch angesetzt. Mit dem erschütternden Ergebnis der Aufklärung. Großflächige Bezirke wurden in einem Kommissariat erfasst, sodass nun zentralisiert und fern vom Schuss etwa das „Kriminalkommissariat West Wattgasse“ für die Wiener Bezirke 15, 16, 17, 18 und 19 zuständig ist.

Tatortbezirke versus Täterbezirke

Polizeiintern wird das als nicht gut bezeichnet, da gerade diese Bezirke klassische „Tatortbezirke“ sind und nicht „Täterbezirke“ (wie der 1. Bezirk). Der Unterschied liegt darin, dass in einem Tatortbezirk grundsätzlich die Polizei immer zwei Schritte hinter dem Täter ist, weil der Täter schon über alle Berge ist. Ist das zentrale Kommissariat dann noch Kilometer vom Tatort entfernt, ist eine Aufklärung fast hoffnungslos vergeigt.

Versicherer stöhnen

Mittlerweile macht die Versicherungslobby Druck. Die Schadensmeldungen bei der „Generali“ stiegen im ersten Quartal 2009 auf 7,4 Millionen Euro (plus 50% zum Vorjahr, Quelle: Kurier, 8. Mai 2009, S. 17). Lösungen stehen noch aus. Das traute Heim ist immer noch Sammelstelle für Bargeld und alle Wertgegenstände. Daher ist der unwiderbringliche Schaden pro Wohnungseinbruch groß.

Wohnung – Hort für Wertgegenstände

Laut Auskunft bei erfahrenen Kriminalbeamten liegt der Schaden zwischen 20.000 Euro bis oft weit über 50.000 Euro. Die Häufung der geleerten Wohnungen trifft die Haushaltsversicherungen, die sich winden zu zahlen. Einige Assekuranzen gehen bis zum Obersten Gerichtshof, um Judikatur zum Thema zu schaffen (gesonderter Artikel auf dieser Seite zur Judikatur), ob Gebrauchsgegenstände in Garagen oder Kellerabteilen voll oder mit Abstrichen („Wertminderung“) zu ersetzen sind, um Kosten zu sparen. Oder sie erhöhen nach dem ersten Einbruch die Polizzen. Die Möglichkeit, versteckte Safés in einer Wohnung einzubauen, wird allerorts angeregt, aber noch wenig genutzt. Wertgegenstände wie Schmuck oder Münzen in Banksafés auszulagern, noch weniger.

Polizeigeneral heimgesucht

Am Dienstag, 5. Mai 2009, brachen Einbrecher beim Wiener Landespolizeikommandanten Mag. Peter Mahrer ein. In seiner Wohnung wurden Schmuck, Geschmeide und Geld gestohlen. Wieviel wird nicht bekannt gemacht. Der General ist entsetzt. Und will Maßnahmen setzen. Vor allem der Streifendienst soll systematisch im sensiblen Zeitraum zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens ausgebaut werden.

Julius Meinl Zentrale heimgesucht

Am Donnerstag, 7. Mai 2009, brachen Schränker in die Firmenzentrale der Julius Meinl AG in Wien-Ottakring in der „Julius Meinl Gasse“ ein und rissen den Bären, wie es fachsprachlich heißt. Die Spezialisten schweißten nach Angaben der Zeitung „Österreich“ (Ö, 8. Mai 2009, S. 16) den Tresor auf. Obwohl das Gelände sicherheitstechnisch durch Wachdienst und duzende Kameras erfasst ist, gelang das Eindringen und Öffnen des Geldschranks. Es soll ein namhafter Geldbetrag gestohlen worden sein. Man vermutet „Profis“. (Einbrüche fanden davor auch in die ebenfalls gesicherte Villa des Julius Meinl V. und in das Büro des Meinl-Mitarbeiters Karl-Heinz Grasser statt.)

Problemklientel – „Nicht Integrierte“

Kriminologe Christian Grafl weiß, dass die Mehrheit der Einbrecher Asylwerber sind. Daher plädiert er für eine Änderung des Aufenthaltsrechts. (Foto: Oswald)

Kriminologe Christian Grafl weiß, dass die Mehrheit der Einbrecher Asylwerber sind. Daher plädiert er für eine Änderung des Niederlassungsrechts. (Foto: Marcus J. Oswald)

Am Juristentag in der Universität Wien stellte der Wiener Kriminologe Christian Grafl seine Studie (Co-Autorin: Susanne Reindl-Krauskopf) zum Einbruchsverhalten vor und kommt zum Schluss, dass es zwei Typen Kriminelle gibt: Jene die „integriert“ in Österreich leben und jene, die „nicht integriert“ leben. „Integrierte Ausländer“ fallen kaum mit Kriminalität auf, ihre Bedeutung sank zugunsten der Inländer sogar ab. „Nicht integrierte“ Ausländer, solche im Asylstatus, werden aber immer mehr „Problemklientel“. Daher regt der Wissenschafter eine Reform des Niederlassungsrechts an, die auch den Arbeitsmarkt für Asylwerber offener gestaltet.

Marcus J. Oswald (Ressort: Einbruch, Polizeikultur)

Sexshops haben wieder Ruhe – Muslimischer Saubermann in Haft

Veröffentlicht in Rotlicht von marcusjoswald am 9. Mai 2009
Ein konvertierter Muslim betätigte sich in Wien als Pornojäger und wurde nun auf frischer Tat vor diesem Erotiksupermarkt an der Laxenburgerstraße in Wien-Favoriten auf frischer Tat bei Sachbeschädigungen ertappt. (Foto: Marcus J. Oswald)

Ein konvertierter Muslim betätigte sich in Wien als Pornojäger und wurde nun auf frischer Tat vor diesem Erotiksupermarkt an der Laxenburgerstraße in Wien-Favoriten bei Sachbeschädigungen ertappt.
(Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im Mai 2009) Vor drei Jahren rief einmal Martin Humer hier an und zeigte sich an einem Bericht und Hintergründen interessiert. Damals gab es am Journal noch eine „Interview-Rubrik“ („Interview, Interview“) und Plan war es, ein Interview mit Martin Humer („Pornojäger„) und ein Interview mit Peter Janisch („ÖKM-Herausgeber“) zu machen. Und zwar zeitlich so, dass beide voneinander nichts wissen. Janisch hatte schon zugesagt, Humer wurde angeschrieben und thematisch angelockt.

Pornojäger

Man nannte und nennt Martin Humer, 83, aus Waizenkirchen den „Pornojäger“, weil 1989 ein Dokumentarfilm mit gleichnamigem Titel von Peter Heller herauskam. Darin wurde gezeigt, dass der ehemalige Fallschirmjäger und spätere Fotograf und Pornojäger eine der größten privaten Sammlungen von Erotika, Pornozeitschriften und Pornofilmen in Österreich besitzt. Wenn nicht die größte überhaupt. Daneben hat er ein halbes Duzend Kinder, die streng katholisch erzogen wurden. Seine Webseite nennt sich wie er – www.pornojaeger.at. Auf ihr wird – in leicht querulatorischer Form – gegen vieles vom Leder gezogen. Humer soll mittlerweile – zumindest teilweise – besachwaltert sein.

Zeugl

Das alles wäre nicht sehr interessant. Gäbe es nicht würdige Nachfolger. Dort wo radikal verstandene Extreme weit auseinander triften, treffen sie sich an den Rändern wieder. In Wien trat ein 38-jähriger Pferdekutscher („Fiaker“) mit einer höheren Bestimmung in Erscheinung, als das Zeugl zu führen. Zuerst ließ sich der Fiakerfahrer einen langen Bart wachsen. Denn er wollte Mohammed ähnlich sehen, von dem es kein Bild gibt. Oder zumindest dessen strenggläubigen Soldaten, den Taliban, Reverenz erweisen. Mit dem langen Bart zahlte Zoltan M. keine Kirchensteuer mehr. Denn er war zum Islam konvertiert.

Wiener Taliban

Eine Religion ist eine leere Hülle, wenn sie nicht mit Regeln gefüllt wird. Kernregel des Islam – wie es Neo-Taliban und Fiaker Zoltan M. sah: Keuschheit. Daher fiel ihm bei seinen Pferdefahrten durch Wien einiges auf. Es gibt Peeptempel, Sexshops, Prostitution.

Dreckszeug

Zur selben Zeit begannen Erotikshop-Unternehmer zu klagen, dass Türschlösser mit Leim verklebt und Schaufenster mit Papier verunziert oder mit Farbe beschmiert wurden. Die Vorfälle häuften sich. Es waren keine Lausbubenstreiche mehr. Daher schmiedeten die einschlägigen Unternehmer einen Plan. Sie engagierten einen Detektiv, der die betroffenen Geschäfte überwachte.

Am 4. Mai 2009 um 1 Uhr 30 wurde tatsächlich der Mann auf frischer Tat ertappt, als er den Sex Shop in der Laxenburgerstraße der Kette „Love and Fun“ schädigen wollte, indem er das Türschloss mit Superkleber füllte. Der Mann wurde festgenommen.

Beim Verhör, erst am zweiten Tag, gab er Motive an: Er wolle „die Bevölkerung vor dem Schund“ der Welt schützen. Das ist ein hohes Motiv. Die Rechnung ist auch hoch: Für 80 Angriffe auf Wiener Geschäfte legen die Unternehmer rund 180.000 Euro in Rechnung. Das ist jedoch in der Tat scheinheilig, hat aber mit dem Gewerbe zu tun, das nie bescheiden war. Ob tatsächlich 2.250 Euro „Schaden“ pro Angriff entstanden sind, wird die Gerichtsverhandlung am Landesgericht Wien ergeben.

Michael Rettenbacher: Seit zehn Jahren Filialleiter bei Love and Fun. Hat kein Verständnis für Kerzerlschlucker und Moralapostel. Der Grünwähler ist liberal, selbst mit einer ehemaligen Peepshowtänzerin verheiratet und Herausgeber einer seriösen Singlewebseite, die noch im Aufbau ist. Der Umsatz bei Love and Fun steigt Monat für Monat, obwohl alle über Krise jammern. (Foto: Marcus J. Oswald)

Michael K. Rettenbacher: Seit zehn Jahren Filialleiter bei Love and Fun. Hat kein Verständnis für Kerzerlschlucker und Moralapostel. Der Grünwähler ist liberal, selbst mit einer ehemaligen Peepshowtänzerin verheiratet und Herausgeber einer seriösen Singlewebseite, die noch im Aufbau ist. Der Umsatz bei Love and Fun steigt Monat für Monat, obwohl alle über Krise jammern. (Foto: Marcus J. Oswald)

Michael K. Rettenbacher, Geschäftsführer des „Love and Fun“ in Wien-Favoriten kann wieder aufatmen. Er versteht diese Angriffe auf sein Geschäft nicht. Die Kette ist ein Supermarkt und kein Schmuddelladen. Man hat mittlerweile schon fast so viele weibliche wie männliche Kundschaft. Das war schon in der Ära Srna so. Der Markt führt ein breites Angebot.

Münzkabinen. (Foto: Oswald)

Münzkabinen. (Foto: Oswald)

Zeitschriften (Foto: Oswald)

Bücher. (Foto: Oswald)

Brustwarzenklemmen um 23 Euro. (Foto: Oswald)

Brustwarzenklemmen um 23 Euro. (Foto: Oswald)

Die Handschellen sind von 219 auf 149 Euro reduziert. (Foto: Oswald)

Die Handschellen sind von 210 auf 149 Euro reduziert. (Foto: Oswald)

Leeloo, die fast echte Frau, wird nicht preislich reduziert. 37 Kilo schwer, 1 Meter 65 groß und fast echt. 6.999 Euro - ohne Extras. (Foto: Oswald)

Leeloo, die Zweitfrau, wird preislich nicht reduziert. 37 Kilo schwer, 1 Meter 65 groß und fast echt. Sie ist seit Ende 2006 im Verkaufsprogramm und kostet 6.999 Euro - ohne Extras. Extras wären Haarfarbe, Körbchengröße und so weiter. (Foto: Oswald)

Der Gründer der größten Wiener Sexshop-Kette Erwin Srna (Direktkonkurrenz: Uhse/Deutschland und Art-X/Schweiz), der stets mit roten Lackschuhen auftrat und derzeit noch drei Filialen (Lugner City, Lerchenfelderstraße, Laxenburgerstraße) in Betrieb hat, pflegte immer zu sagen: „Von zehn Männern, die unser Geschäft betreten, kommen neun nur ‘zum Schauen’, einer kauft. Von zehn Frauen, die unser Geschäft betreten, kaufen sieben. Daher werden wir die Produktpalette mehr auf Frauen ausrichten“. So geschah es. Srna ist mittlerweile in Pension. Die Geschäfte verwaltet eine Frau. Srna schneidet aber noch mit. Der Umsatz klettert immer höher.

Erkundigt man sich bei „Love and Fun„-Favoriten-Chef Rettenbacher, ist er immer zufrieden. Das Sexshopgeschäft, wie es Love and Fun betreibt, ist offenbar krisenresistent. Selbst das Internet konnte keinen Hangrutsch erzeugen.

Der Pornojäger mit Talibanbart ist gefasst. Seither erstrahlt die DVD-Abteilung im 400 Quadratmeter-Geschäft wieder in alter Pracht. Die Tagesumsätze bei Love an Fun betragen trotz Wirtschaftskrise zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Trotzdem kein Anreiz für künftige Räuber: Denn kein Sexshop ist besser videoüberwacht wie dieser Supermarkt. Und um die Ecke ist das Kriminalkommissariat Van der Nüll Gasse. (Foto: Oswald)

Der Pornojäger mit Talibanbart ist gefasst. Seither erstrahlt die DVD-Abteilung im 400 Quadratmeter-Geschäft wieder in alter Pracht. Die Tagesumsätze bei Love and Fun betragen trotz Wirtschaftskrise zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Trotzdem kein Anreiz für künftige Räuber: Denn der Sexshop ist besser videoüberwacht als eine Bank. Und um die Ecke ist das Kriminalkommissariat Van-der-Nüll-Gasse. (Foto: Oswald)

Mehr noch: Filialleiter Rettenbacher gibt mittlerweile seine eigene Webseite heraus. Ein privates Steckenpferd, das nach jahrelangem Tüfteln seit einem Jahr online ist: Eine seriöse Singleseite. www.singles69.at.

Marcus J. Oswald (gerade noch – Ressort: Rotlicht)

Stummer im Kurier (Doppelseite)

Veröffentlicht in Dossiers, Ernst W. Stummer, Intern von marcusjoswald am 15. Mai 2009
Medienwelt in Österreich sieht so aus: 2003, als ein Jahr Recherche zu Stummer vergangen waren, wurde diesen obergenannten Medien ein fundiertes Portrait zu Ernst Walter Stummers Leben angeboten. Alle lehnten entrüstet ab. Status 2009 haben sechs diese acht Medien den Einbrecher Stummer thematisiert, weilweise auf mehreren Seiten. (Fotoassemblage: MJO)

Medienwelt in Österreich sieht so aus: 2003, als ein Jahr Recherche zu Stummer vergangen waren, wurde diesen obengenannten Medien ein fundiertes Portrait zu Ernst Walter Stummers Leben angeboten. Alle lehnten entrüstet ab. Status 2009 haben sechs dieser acht Medien den Einbrecher Stummer thematisiert, teilweise auf mehreren Seiten. (Logoensemble: Marcus J. Oswald aus dem Archiv)

(Wien, im Mai 2009) Harte Medienwoche für Ernst Walter Stummer, Einbrecher in Ruhe. Er kommt nicht zur Ruhe und schläft viel am Tag. Denn das Leben ist anstrengend.

Vor zwei Tagen (Mittwoch) war der „Kurier“ bei ihm. Gestern Ö1-Hörfunk. Genauer, nicht bei ihm, sondern im Lokal „Brandauer“. Sonntag 17. Mai 2009 erscheint im „Kurier“ eine Doppelseite zu seinen Schandtaten und seinem bewegten Leben. Autorin: Conny Bischofberger. Die Ausstrahlung der Ö1-Sendung folgt am 19. Mai 2009 in der Reihe „Moment – Leben heute“ um 17 Uhr 09. Den Beitrag gestaltete Sonja Watzka.

Im Kurier darf Stummer plaudern als wäre er Doyen am Burgtheater. Im Alter sehen alle Herren aus wie Michael Heltau. Was Stummer in diesem Interview sagt, ist streckenweise keine Provokation, sondern ein undurchdachter Skandal und ein Loblied auf Kriminalität. (Fotovorlage KURIER, 17. Mai 2009)

Im Kurier darf Stummer plaudern als wäre er Doyen am Burgtheater. Im Alter sehen alle Herren aus wie Michael Heltau. Was Stummer in diesem Interview sagt, ist streckenweise keine Provokation, sondern eine undurchdachte Dummheit und ein Loblied auf Kriminalität. (Fotovorlage: KURIER, 17. Mai 2009)

2003 – Scheinheilige Zeitungen „Schreiben nicht über Einbrecher!“

Nun stellt sich auch der „Standard“ an und will ein Interview machen. Interessant ist das unter dem Blickwinkel, wie jemand mit 19 Vorstrafen plötzlich so groß in die Medien kommt. Wollte man die alten Emails vorlegen, die 2003 an die Medien gingen: An die „Wiener Zeitung“, an „Standard“, an „Presse“, an „Ganze Woche“, an „Kurier“, an „Krone Bunt“, an „Der Kriminalbeamte“ oder Seniorenzeitung „Samstag“. Überall schlug der Herausgeber dieses Journals damals den Redaktionen vor, dass man in den Wochenendbeilagen ein kritisches Portrait macht. Damals war ein Jahr Recherche über Stummer durch Oswald abgewickelt. Überall wurde abgelehnt: „Wir schreiben doch nicht über einen Einbrecher!“, hieß es unisono.

Im Juni 2003: Die Überlegung war - Stummer war noch bis Jänner 2004 in Haft - dem Einbrecher medial ein Gesicht zu geben, dieses zu veröffentlichen und weitere Einbrüche durch seine Hand unmöglich zu machen. Damals lag dem Herausgeber ein Autorenvertrag für ein Buch über Sozialprotraits über Kriminallegenden mit dem Böhlau-Verlag vor, er sollte ein großes Kapitel werden. Nach seiner Entlassung wurde er vielen Leuten vorgestellt. Mit ein Grund, warum er nicht mehr verurteilt wurde. Heute, 2009, macht er aus seiner Rolle ein Geschäft und das sollte medial nicht unterstützt werden. (Fotovorlage: Augustin, Juni 2003)

Im Juni 2003: Die Überlegung war - Stummer war noch bis Jänner 2004 in Haft - dem Einbrecher medial ein Gesicht zu geben, dieses zu veröffentlichen und weitere Einbrüche durch seine Hand unmöglich zu machen. Damals lag dem Herausgeber ein Autorenvertrag für ein Buch mit Sozialportraits über Kriminallegenden im Böhlau-Verlag vor, er sollte ein größeres Kapitel werden. Nach seiner Entlassung wurde er vielen Leuten vorgestellt. Mit ein Grund, warum er nicht mehr verurteilt wurde. Stummer war übrigens mit dem Beitrag nicht zufrieden, weil er sich Bewertungen erlaubte. Heute, 2009, macht Ernst Walter Stummer aus seiner realen Rolle als Einbrecher ein mediales Geschäft und das sollte so nicht unterstützt werden. (Fotovorlage: Augustin, Juni 2003)

2003 akzeptierte nur der „Augustin“ einen Überblicksartikel auf drei Druckseiten („Der Einbrecherkönig“, Autor: Marcus J. Oswald) zu Stummer, der für alle danach das Thema bekannt machte. 2003 folgt im „Augustin“ (wieder interessierte sich keine andere Zeitung dafür) ein Artikel zur ECHR-Pensionsklage des Stummer (zwei Druckseiten) (Autor: Marcus J. Oswald). Erst später, ab 2004, zogen Magazine wie „News“, Zeitungen wie „Heute“ („U-Express“), „Extradienst“, „Medianet“, „Falter“, „Furche“ und Fernsehmedien (ATV, ORF-Thema, ORF-Report, ORF-Heute, diverse Talkshows wie „Karlich-Schau“ und „Vera“) sowie Fachmessen replikativ nach.

Man kann sagen was man will. Erst wenn ein Thema im ORF war, ist es kein Wagnis für andere Medien mehr.

Man kann sagen was man will. Erst wenn ein Thema im ORF war, ist es kein Wagnis für andere Medien mehr.

Replikativ deshalb, weil „Blaulicht und Graulicht“ im Besitz von zirka 20 Ordnern und einer Bananenschachtel Zettelarchiv ist, Fotos bis 1943 rückwärts besitzt, Geburtsurkunden, alte Pässe, alte Gerichtsakten. Trotzdem hat KEIN EINZIGER Redakteur aus Wien seit 2003 je einmal angefragt, ob er diese originalen Unterlagen zwecks Überprüfung der von Stummer erzählten und verbreiteten Legenden durchsehen darf. Ja und weiter: NICHT EINMAL der 2008 rasch angeworbene und gänzlich unbekannte „Biograf“ Mag. Czar aus Graz fragte ein einziges Mal an, ob er die Akten haben und einsehen darf (es gab keinen einzigen Kontakt zwischen dem Schmierfink aus Graz und dem Herausgeber).

Oral History

Der 43-Jährige tippte im Eilzugstempo ein Büchlein, das auf Legenden basiert, das der „Stocker Verlag“ auch herausbrachte. Nicht umsonst bezeichnet der Herausgeber dieses Journals den Stummer lieber als „Till Eulenspiegel der Kriminalität“, denn als „Einbrecherkönig“, was kein Vorwurf an ihn ist, sondern eine nötige Abgrenzung. Jeder darf sich sein Weltbild zurecht legen, auch ein Berufskrimineller. Der Journalist sollte, schreibt er darüber, dies und das aber, wenn auch nur ansatzweise, überprüfen und nicht bedingungslos „Oral History“ betreiben. Schon gar nicht bei jemandem, dessen Berufsgrundlage die Camouflage, das Tarnen und Täuschen war. Es gibt zudem auch diese Wahrheit, dass Leute, die lange „am Schmalz“ saßen, gern den lieben Tag lang abgedrehte Geschichterln erzählen, deren Realitätsgehalt leider nicht ganz so eindeutig ist.

Fortfolgende Replikationen

Medienbasis für alle Zeitungs- und TV-Beiträge durch Fremdautoren und Redakteure aus den Jahren 2004 bis 2009 waren die beiden aus staubigen Akten mühselig (plus zwei Monate drei Mal in der Woche „Kurier“-Archiv und Nationalbibliothek) aus dem Nichts erarbeiteten Ursprungsartikel im „Augustin“ (Autor zwei Mal: Oswald). Das ist glasklar zu belegen. Denn ab 2004 ist Stummer straffrei, kriminell ereignislos und kein „kriminelles Medienthema“ mehr. Die Einführungsvorlesung („Der Einbrecherkönig“, Juni 2003/Augustin) stellte ihn generell vor. Der zweite Artikel („Einbrecherkönig versus Republik Österreich“, Oktober 2003/Augustin) stellte die von der Kanzlei Armin Bammer ab 2002 entwickelte Pensionsklage vor dem ECHR vor (der Arbeitsrechtsprozess lief von 1999 – 2002 innerösterreichisch, danach ab 2002 europäisch). Exakter: Die Pensionsklage in drei Sprachen verfasste 2002 nicht Armin Bammer, sondern sein Konzipient Wolf Dietrich Mazakarini, heute Anwalt in Mödling.

Beide Themenläufe (Chronologische Vita; EU-Klage nach Gefängniskarriere – jeweils Autor: Oswald) gaben die wirklich interessanten Kernthemen zu Stummer vor (2003). Alles andere ist Wiener Schmäh. Fortlaufend wurde das Thema auf „B&G“ auf kleiner Flamme am Leben gehalten (Autor: Oswald), sonst hätte man den Anfang 2004 aus der Haft Entlassenen und seine wichtige ECHR-Klage rasch vergessen. So öffnete sich das „Thema Stummer“ für Medien in die Breite. Er lebt nun vom Mythos, den er selbst erzeugen ließ.

50 Berichte seit 2005 auf B&G

„Blaulicht und Graulicht“ berichtete laufend zu Ernst Walter Stummer über die Jahre (36 Berichte auf der alten Webseite „gerichtlive“ von Jänner 2005 bis Februar 2007; nur mehr im Offline-Daten-Archiv) und noch einmal 14 Berichte auf der Seite „diegalerie“. Das macht 50 Berichte aus dem offiziellen und privaten Leben des bald 71-jährigen Stummer. Zum Erbrechen und so viel, dass Leser per Email forderten: „Kein Stummer mehr!“. Doch „Google“ hat sich das gut gemerkt. So wurden spätere Medienehren möglich. Stummer war als Mensch greifbar gemacht. Technisch nennt man das: Mediendurchdringung.

Burgtheater

Damit beantwortet sich indirekt die Frage, wie jemand mit 19 Vorstrafen im Mai 2009 so groß in die Medien kommt? Warum ein nestroyanischer Laiendarsteller plötzlich im medialen Burgtheater auftritt? Er und es wurde gut vorbereitet. Von selbst wird das nicht. Selbstlob stinkt, aber es muss einmal gesagt werden.

Stummer meint, er gibt Interviews, weil er Stummer ist. Die Wahrheit ist: Vor 2002 war Ernst Walter Stummer seit 1965 konsequent auf Gerichtsseiten präsent. Ab 2003 vermittelte ihm der Herausgeber dieser Seite eine Kolumne. Nach seiner Haftentlassung am 28. Jänner 2004 war er fortlaufend in Medien auf andere Seiten präsent, teilweise in Sonderbeiagen oder in Wochenendbeilagen. Wenn jemand nur oft genug das selbe aus seinem Leben erzählt, funktioniert das. Ein gewisses Ego braucht man dazu. (Und Helfer. Foto: Marcus J. Oswald)

Stummer meint, er gibt Interviews, weil er Stummer ist. Die Wahrheit ist: Vor 2002 war Ernst Walter Stummer seit 1965 konsequent nur auf Gerichtsseiten präsent. 2003 vermittelte ihm der Herausgeber dieser Seite eine Kolumne. Nach seiner Haftentlassung am 28. Jänner 2004 kam er in Medien an anderen Stellen vor, teilweise in Sonderbeilagen oder in Wochenendbeilagen. Wenn jemand nur oft genug das selbe aus seinem Leben erzählt, funktioniert das. Ein gewisses Ego braucht man dazu. Und Helfer. (Foto: Marcus J. Oswald)

Mai 2009 – Große Bühne

Ergebnis im Mai 2009 für den Einbrecherking: Auftritt in ORF „Im Zentrum„, Doppelseite in Österreichs größter Wochenzeitung „Ganze Woche“ (leider verwirrend nur in einen anderen Beitrag eingefügt), Doppelseite im „Kurier“ (größte Qualitätstageszeitung), „Ö1„-Sendung (Bildungsradio), vielleicht Artikel im nöblichen „Standard„.

Das ist eine Menge Holz in einem einzigen Monat für einen schwerst vorbestraften Fantasten, Nonkonformisten, Wanderprediger der Kriminalität und kleinen Mann aus dem Wiener Gemeindebau, der in einer 45-Quadratmeter-Wohnung lebt.

Chef legt Hand an

Den Schlußpunkt setzt der Herausgeber und wahre „Stummer-Experte“ (Stummer über Oswald) im übrigen diesmal selbst. Es legt der Chef Hand ans Thema an. Im Juli 2009 erscheint aus Anlaß des 30-jährigen Jubiläums eines altehrwürdigen WIENER Monatsmagazins eine dicke Nummer, die sich ausschließlich mit „Legenden“ beschäftigt.

In diesem Heft kommt ein großer Artikel zu Ernst Walter Stummer, den Marcus J. Oswald schreibt. Dann ist Schluß.

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Weiterblättern:
Stummer im ORF – Im Zentrum (9. Mai 2009)
Ernst Walter Stummer – Rein kommt man überall (11. Mai 2009)
Stummer im Kurier (Doppelseite) (15. Mai 2009) – plus zwei Leserbriefe
Einbruch in Golf Löwe (2007) – Verdacht lag auf Stummer (18. Mai 2009)

Macus J. Oswald (Ressort: Dossier Ernst W. Stummer, Intern)

Sankt Pölten – Väterrechtler machen Kinderfest

Veröffentlicht in Familienrecht, Männerpolitik, Termindienst, Veranstaltung, Väterrechte von marcusjoswald am 2. Juni 2009
Unter der Federführung des Tullner Aktionsvereins Väter ohne Rechte findet am 13. Juni 2009 am Hauptplatz in Sankt Pölten ein Kinderfest statt. Teilnehmer mit Ständen sind die Väterorganisationen, die sich im letzten Jahr exponiert hatten. (Fotografik: Veranstalter Martin Stiglmayr)

Unter der Federführung des Tullner Aktionsvereins Väter ohne Rechte findet am 13. Juni 2009 am Hauptplatz in Sankt Pölten ein Kinderfest statt. Teilnehmer mit Ständen sind die Väterrechteorganisationen, die sich im letzten Jahr exponiert hatten. (Fotografik: Veranstalter Martin Stiglmayr)

(Wien, im Juni 2009) Am 13. Juni 2009 richten mehrere Gruppierungen am Hauptplatz in St. Pölten ein Kinderfest aus. Dazu ist nun der Stellplan bekannt gemacht worden.

Das Programm teilt sich in einen politischen Teil am Vormittag mit Ansprachen der Vereine sowie in einen geselligen Teil am Nachmittag. (Fotografik: Veranstalter Martin Stiglmayr)

Das Programm teilt sich in einen politischen Teil am Vormittag mit Ansprachen der Vereine sowie in einen geselligen Teil am Nachmittag. (Fotografik: Veranstalter Martin Stiglmayr)

Auch das Rahmenprogramm, vor allem am Nachmittag steht. Der Vormittag ist von politischen Reden der Vereine geprägt. Es nehmen jene Organisationen Teil, die sich im letzten Jahr mit väterpolitischen Anliegen nach Außen gewagt haben und die von Behörden und Medien großteils belächelt oder ignoriert wurden.

Die Veranstaltung endet um 18 Uhr.

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Teilnehmer: Vaterverbot, Väter ohne Rechte, Die Christen, Luca, Kindergefühle, Männerpartei, Humanes Recht (interner Link zu B&G), DNA (Vaterschaftstest, externer Link zu Wien-Konkret), ISS (Sicherheit), Uschi Leitner.

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Film
Vatertag 2009 – Rückschau und Filmrevue zu St. Pölten (19. Juni 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Familienrecht, Männerpolitik, Väterrechte, Termindienst, Veranstaltung)

Österreich ist stocksauer auf Medienanwalt Michael Rami

Veröffentlicht in Der Revisor, Gastautoren, Medien, Medienrecht von marcusjoswald am 4. Juni 2009
Zu Zeiten als Jörg Haider seinen Justizminister Dieter Böhmdorfer installiert hatte, war Michael Rami besonders aktiv. Davon, dass er selbst einmal Medienpraxis gemacht hätte, ist nichts bekannt. Er ist also wie der Turmrichter, der noch nie vom Zehnmeterbrett gesprungen ist. Also eigentlich nicht ernstzunehmen, aber immer mehr ein Problem für ein vitales Medienwesen. (Foto: TZ Österreich 4. Juni 2009, Repro: Oswald)

Zu Zeiten als Jörg Haider seinen Justizminister Dieter Böhmdorfer installiert hatte, war Michael Rami besonders aktiv. Davon, dass er selbst einmal Medienpraxis gemacht hätte, ist nichts bekannt. Er ist wie der Turmrichter, der noch nie vom Zehnmeterbrett gesprungen ist. Also eigentlich nicht ernstzunehmen, aber immer mehr ein Problem für ein vitales Medienwesen. (Foto: TZ Österreich 4. Juni 2009, S. 4, Repro: Oswald)

(Wien, im Juni 2009) Manche „Medienanwälte“ verdienen sich an der Medienvielfalt ihre goldene Nase. Eine kleine Clique am Wiener Landesgericht hat es sich gemütlich eingerichtet. Die Gruppe ist überschaubar. Es ist nicht immer klar, wen die Medienanwälte eigentlich verteidigen. Den Bürger allgemein? Den Rechtsstaat? Das gesunde Volksempfinden? Sich selbst?

Eine Medienklage ist ein Antragsdelikt. Das Verfahren hat keinen Staatsanwalt (kein Hoheitsprinzip), sondern läuft nach Gleichrangigkeitsprinzip ab. Einer bringt eine Medienklage ein, ein anderer erwidert sie. Die Medienklagen wurden in der letzten Zeit, vor allem mit dem Aufkommen des Internets, zur Ausgeburt dessen, was man „Schriftsatzkultur“ nennt.

Profitable Schriftsatzkultur

Ein substanzloses Geschrieberl eines Anwalts, ein substanzloses Geschrieberl des anderen Anwalts. Wortreiche Erklärungen der Richterin (am LG Wien machen seit dem Weggang von Richter Forsthuber ans OLG Wien Medienrecht nur mehr Frauen). Am Ende: Hohe Rechnungen für die unterlegene Partei.

Man kann den meisten Beklagten nur raten, sich vor Medienanwälten einerseits zu hüten, ihnen scharf Konter zu geben, sie zu beschäftigen mit Dingen, mit denen sie nicht rechnen (etwa Recherchen zu ihrer Kanzlei, zu ihren Gebarungen, zu ihrem Klientenstock) und sie in diese Verantwortung zu nehmen, die sie von sauber arbeitenden Medien erwarten. Denn: Medienanwälten geht es einfach zu gut. Sie meinen, das Internet und die wenigen Printmedien sind ein Dorado und ein Schlaraffenland für sie, in dem die Trauben ewig nachwachsen.

Anwalt Rami vertritt Vorsatzvierfachmörder

So klagte nun der Wiener Anwalt Michael Rami erneut für einen Mehrfachmörder. Zuletzt tat er das für den Vierfachmörder Josef Branis. Hier schritt er gegen drei Medien ein. Damals bekam er die Rutsche von seinem ebenso FPÖ-nahen Anwaltskollegen Werner Tomanek gelegt. „Die Medienklagen macht Rami“, ließ Tomanek nach dem Branis-Prozess am 27. Jänner 2009 verlauten.

Rami, der sich für nichts zu schade ist, steigerte sich nun und klagte nun für einen Fünffachmörder. Wohlgemerkt, und hier hat die Zeitung „Österreich“ vollkommen Recht: Für einen, der vom ersten Tag, dem Tattag an geständig war und niemals seine Schandtaten (er erschlug Kind, Frau, drei Eltern mit ein- und derselben Axt) in Abrede stellte. Mehr noch: Er sagte „es musste einfach sein“.

Anwalt Rami vertritt Fünffachvorsatzmörder

Das Medienrecht kennt bei solchen Persönlichkeiten des Kriminalwesens bei vernünftiger Auslegung keine Verletzung der Unschuldsvermutung. Hier müssen Richter in Nachschulung geschickt werden, denn es ist widersinnig, Entscheidungen und Urteile herbeizuführen, die sogar gegen den Willen eines Beschuldigten laufen. Mehr noch: Man könnte, wollte man bei Steinbauer die Unschuldsvermutung philosophisch oder rhetorisch herbeiführen, sogar wegen absichtlich verzerrender Berichterstattung verklagt werden.

Steinbauer, und deshalb ist dieses Urteil, das diesem Journal noch nicht vorliegt (es wurde aber angefragt), so wichtig, hat IMMER gesagt: „Ja, ich wars“, „Ja, ich wollte es“, „Ja, ich habe es durchgeführt“. Hier versagt dem Journalisten jede Lust auf Verrenkung und jede Lust auf den Einsatz der schmückenden Beiwörter „mutmaßlich“, „vermutlich“, „tatverdächtig“, „es gilt die Unschuldsvermutung“. Was pickt, das liegt.

Schreibtischtäter Michael Rami

Michael Rami saß, dass kann gesagt werden, nicht im Prozess des Reinhard Steinbauer, der am 6. und 7. November 2008 im Großen Schwurgerichtssaal des LG Wien durchgeführt wurde. Das kann mit Sicherheit gesagt werden, denn der Herausgeber dieses Journals saß an beiden Prozesstagen zur vollen Zeit im Saal und er sah einige Leute, aber keinen Michael Rami. Daher kann Michael Rami, bei dem es Zeit wird, dass er etwas mehr Lebensnähe lernt, nicht wissen, wie eiskalt und berechnend sich Reinhard Steinbauer präsentiert hat. Diese eiskalte Berechnung hatte er schon am 13. Mai 2008 gehabt, als er die Taten umgesetzt hat. Diese Vorsätzlichkeit war auch am 15. Mai 2008 nicht verflogen, als die Zeitung „Österreich“ ihren ausführlichen Bericht, der nun eingeklagt wurde, veröffentlicht hat.

Im Urteil nach Medienrecht (§ 7 b MedienG) heißt es vom Landesgericht Wien (Abt. 111 vom 13. November 2008), dass „durch die Veröffentlichung die Unschuldsvermutung des Reinhard STEINBAUER verletzt (wurde), indem er der gerichtlich strafbaren Handlung des Mordes als überführt und schuldig hingestellt beziehungsweise als Täter dieser strafbaren Handlungen und nicht bloß als tatverdächtig bezeichnet wurde.“

Wiener Medienrichterin verhöhnt fünf Mordopfer

Wie gesagt: Der Bericht erschien am 15. Mai 2008. Am 13. Mai 2008 zerhackte Gerhard Steinbauer seine gesamte Familie und stellte sich am selben Tag der Polizei. Er war voll geständig und gab alles zu. Er machte in der Folge beim ersten Videolokalaugenschein der österreichischen Mordgeschichte mit. Sein Film erlebte am 7. November 2008 im Großen Schwurgerichtssaal Premiere. Er gab wieder alles zu. Doch am 13. November 2008 schreibt eine Medienrichterin ein Urteil zum soeben rechtskräftig verurteilten Fünffachmörder: „Für die dadurch erlittene Kränkung wurde die Mediengruppe Österreich GmbH als Medieninhaberin von Österreich gemäß § 7 b MedienG zur Zahlung einer Entschädigung an den Antragsteller und zur Urteilsveroffentlichung verurteilt.“

Die Zeitung „Österreich“ fordert in ihrem Kommentar zum Urteil am 4. Juni 2009 im Appellton: „Frau Justizministerin, stoppen Sie den Justiz-Missbrauch durch einen geldgierigen Anwalt!“ Denn so die Zeitung: „Rami hat aus dem – für Opferschutz bestimmten – Mediengesetz eine Geld-Quelle für Anwälte und Mörder gemacht.“

Maßnahmen gegen Michael Rami

Bei Michael Rami kommt hinzu, dass er die „Kronen Zeitung“ nie klagt. Angeblich aus „Kollision“, weil er die „Kronen Zeitung“ selbst vertritt. Daher wird es Zeit, dass sich Medien disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen Anwälte wie diesen überlegen. Er fühlt sich zu sehr auf der sicheren Seite.

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Bonustrack für treue Leser: Mit welcher Art Medienrecht-Schriftsätze Michael Rami sein Geld verdient (man beachte die Kürze und Selbstreferenz) – aus dem Fall Vierfachmörder Josef Branis (2008):
Rami gegen „Österreich“ (Print) (29. Dezember 2008)
Rami gegen „Österreich“ (Online) (29. Dezember 2008)
Rami gegen „NÖN“ (Print) (30. Dezember 2008)

Der Revisor (Ressort: Der Revisor, Medien, Medienrecht)

Anwalt Lutz Moser hörte (offenbar) auf

Veröffentlicht in Anwalt, Justizkultur von marcusjoswald am 8. Juni 2009
Lutz Moser hörte auf.

Lutz Moser hörte auf.

(Wien, im Juni 2009) Der Wiener Anwalt Lutz Moser, mit Kanzlei zwei Etagen über einem Asien-Puff in der Rögergasse 12 a im 9. Wiener Bezirk, hat offenbar aufgehört und seine Tätigkeit beendet. Das Schild auf Tür 9 im zweiten Stock ist abmontiert. Im Briefkasten hängt ein Nachsendeauftrag unbestimmter Adresse bis Juni 2010.

In seiner „Biografie“ auf seiner bescheidenen Webseite nennt Lutz Moser seine Promotion zum Doctor juris in den 60er Jahren und die Gerichtspraxis von 1969 bis 1973. Danach machte er die Richteramtsprüfung und war Bezirksrichter am BG Wiener Neustadt ab 1973. Später war er Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ab 1975 und dann Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Wien ab 1979. In dieser Phase machte er fünf Jahre Finanzstrafsachen. Offenbar war der Beamtenjob dann aber zu viel und er steig aus. Ab 1987 wurde er Geschäftsführer in der Immobilienbranche. Ab 2000 war er Rechtsanwaltsanwärter und Strafverteidiger und unterhielt ab 2004 eine kleine Einmannkanzlei. Er war auch Leser der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Hartnäckige Gerüchte

Nun scheint Schluss zu sein. Die Kanzlei ist verwaist, die Post wird nachgeschickt. Zu Lutz Moser hielten sich hartnäckige Gerüchte. Dass er in den 80er Jahren selbst gerichtliche Kalamitäten rund um Schmiergeld gehabt haben soll. Die schärfsten Hinweise gingen in diese Richtung, dass er zwei Jahre in Haft saß. Andere wollen das nicht bestätigen, meinen aber, dass er nicht grundlos von der Rechtsanwaltskammer keine Zulassung bekam („gesperrt“). Zuletzt erhielt er dann überraschenderweise doch die „Vollzulassung“. Die Kalamitäten sind aus heutiger Sicht nur mehr schwierig bis gar nicht zu belegen, da die Vorfälle in den 80er Jahren stattgefunden haben sollen. Die mündlichen Hinweise (leider ohne Aktenzahl) stammen von Wiener Anwälten, die nicht bloß bluffen. Sie wissen aber über solche Anwälte und Interna meist zutreffend Bescheid.

Halbgas

Wie auch immer: Wenn ein Rechtsanwalt in Schwierigkeiten geriet, verliert er meist die Vollzulassung und wird auf Halbgas gestellt. Er darf dann nur mehr „Verteidiger in Strafsachen“ sein. Es ist ja kein Rechtsanwalt freiwillig nur „Verteidiger in Strafsachen“. Der große Reibach liegt im Zivilrecht. Lutz Moser soll einst erhebliche Schwierigkeiten gehabt haben und erhielt 2004 dennoch die Vollzulassung. Über die Rechtsanwaltskammer Wien wundern sich einige.

Letzter Auftritt im Mai 2009

Kürzlich war er noch einmal am Landesgericht Wien in einem Betrugsfall als „Strafverteidiger“ dabei. Das Journal war nicht zugegen. Seither ist er weg. Seine Abwesenheit ist evident. Das Schild ist abmontiert (7. Juni 2009). Der Nachsendeauftrag läuft bis Juni 2010. Suchauftrag ist das keiner. Vielleicht ging es nur altersbedingt zu Ende.

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Querverweis auf alten Beitrag:
Das Sterben der Großen – Helmut Voska (1942-2007)

Marcus J. Oswald (Ressort: Anwalt, Justizkultur)

Erich Reder zahlt 150 Euro nicht

Veröffentlicht in Intern, Rotlicht von marcusjoswald am 10. Juni 2009
Erich Reder begutachtet, welches Mädchen für sein Geschäft am meisten Geld bringt. Dame im Vordergrund ist eine Anfängerin aus Rumänien, sie überzeugt ihn nicht. Bild von Fotoprobe im Boxraum der Peepshow. Foto: Marcus J. Oswald am 12. Jänner 2007)

Erich Reder begutachtet, welches Mädchen für sein Geschäft am meisten Geld bringt. Die Dame im Vordergrund ist eine Anfängerin aus Rumänien, sie überzeugt ihn nicht. Bild von Fotoprobe im Boxraum der Peepshow.
(Foto: Marcus J. Oswald, am 12. Jänner 2007)

(Wien, im Juni 2009) Als sein Lokal „E/A-Cafe“ im Jahr 1996 in der Wiener Muhrengasse eröffnet wurde – es war ein Bordell -, gab es akkurat am Eröffnungstag eine Razzia. Gesucht wurde nach Waffen und Koks.

Einer der damals 40 Eröffnungsgäste hatte eine Waffe im Bund. Sie wurde beschlagnahmt. Koks hatten mehrere dabei. Darunter, wie er heute noch gerne im Rückblick erzählt, er selber. Weniger geschickt versteckte das Cola Werner Tomanek, der sofort verhaftet wurde. Die Meldung ging durch alle Medien. Er saß rund zwanzig Stunden im Polizeiarrest auf der „Liesl“. Und knüpfte dort angeblich Kontakt zu Tony Wegas.

Erich Reder ist heute 53 und sein „E/A-Cafe“ heißt nun gemütlicher „Stüberl“: Das Bordell in diesem Lokal ist weg, das Zimmer mit dem roten Riesenbett im ersten Stock wurde als Wohnung vermietet. Mittlerweile macht Reder Peepshows mit vornehmlich rumänischen Tänzerinnen. Zwei hat er noch in Betrieb, in der Zentrale hat er umgebaut und macht nun auch ein „Laufhaus“. Im ersten Stock sind zwei Liebeswohnungen. Der Unternehmer: „Warum soll ich 300 Euro im Monat durch Vermieten der Wohnung einnehmen, wenn ich so 300 Euro am Tag machen kann?“

Erich Reder sieht sich als Geschäftsmann. Laut eigenen Angaben nimmt er im Monat 4.000 Euro aus seiner Firma. „So viel brauche ich für meinen Lebensstil.“ Er unterhält drei Autos, eine Harley, ein Haus in Pachfurth und eine Fischerhütte. Dazu Caféhäuser, Büros und Wohnungen.

Er war in erster Ehe mit einer Chinesin verheiratet. Im Scheidungsverfahren war seine Prozessgegnerin Helene Klaar von „Klaar-Marschall“ (wie schon bei: Ernst-Peter Hauser, Dipl. Ing. Richard Kaiser, Gottfried Divos und Erich Subcik).

Der Mann, der in seinem Büro in der Davidgasse 20 eine Schrotflinte unter seinem Schreibtisch jederzeit griffbereit hat, und sich damit rühmt, dass er über 90 Boxkämpfe absolviert hat, sich vom Straßenraufer zum Taxifahrer in den 80er Jahren zum späteren „Stichgeldkassierer“ (mit dem Taxi) bei Straßenhuren hochgearbeitet hat und so in das Geschäft mit der Roten Laterne „hineingewachsen“ ist, hatte 2005 erhebliche Probleme mit der Finanz.

Das Finanzamt machte im Sommer des Jahres 2005 eine zehnstündige Hausdurchsuchung in der Davidgasse (Café Stüberl, Bürozentrale, Peepshow). Man suchte Schwarzgeld, Suchtgift und Waffen. Gefunden wurde wenig. Die Steuernachzahlung wurde 2006 auf 150.000 Euro festgelegt. Finanzbeamtin war eine Evalinde Dorner-Tazreiter vom Finanzamt Wien-Wieden. Reder erhob über seinen ÖVP-Anwalt Werner Suppan Einspruch. Nach dem Einspruch machte die Steuernachzahlung 380.000 Euro aus. Das ist immer noch in Schwebe. Bezahlt wurde nichts.

Es begannen dann Recherchen im Leben der Finanzbeamtin. Es kam heraus, dass diese mehrere Wohnungen in Wien unterhält, ein Eigenheim in Admont. Ihr Gatte ist mit vier Konkursen am Handelsgericht Wien zwischen 2001 und 2006 anhängig gewesen. Sie selbst war in den späten 90er Jahren seine Betriebsprüferin und heiratete ihn schließlich. Der Gatte Frank Dorner kündigte alle 80 Mitarbeiter und überschrieb ihr (1/2/3/4) kurz vor dem ersten (und größten) Konkurs zu Sylvester 2000 die Hälfte seines Hauses im Beisein eines Anwalts am Semmering.

Nach den Steuerfahnungen rüstete Reder auf. Er installierte mit einem von Conny Haupt (Detektivverband) vermittelten Sicherheitsunternehmen ein 16-Kamerasystem in seinen Büroräumlichkeiten das jeden Schritt visuell und akustisch aufnimmt. Als einmal die KIAB und einmal die BIA im Büro des Reder war, wurden alle Gespräche aufgezeichnet.

Ende 2006 spritzte sich Erich Reder so viele Anabolika in den Oberarm, dass er Magenprobleme bekam. Er lag im Frühjahr 2007 mehrere Wochen im Privatsanatorium Döbling auf Einzelbett, um die Ursachen für die Erkrankung herauszufinden. Es war wohl eine zu hohe Dosis des Testosteron-Präparats. Er spritzte es sich deshalb gleich direkt in den Muskel, weil es so schneller wirkt, wie er dem Spitalsbesucher (Herausgeber) sagte.

Mitte 2008 wurde ein Strafverfahren gegen Erich Reder eingestellt. Seinen Erzählungen nach habe jemand aus der Umgebung einer rivalisierenden Rotlichtgruppe in der Peepshow in der Nordwestbahnstraße „25 Prozent Anteil“ kassieren wollen. Fast war es ein Aufflackern alter Zeiten. Der Mann, der sagte, er sei „am Teil“, fiel am Gehsteig im 2. Bezirk ungeschickt auf die Nase, sodaß sie brach. Die Anzeige gegen Erich Reder nach Körperverletzung wurde Ende 2008 eingestellt.

2008: Die Firma Reder Liegenschafts- und Vermögensverwaltungs KEG, situiert in Davidgasse 20, 1100 Wien, machte im Jahr 2008 laut Jahresabschluss rund 70.000 Euro Reingewinn. Er lachte über die Unternehmer der benachbarten Peepshow, die Kessler-Brüder aus Glonn (D), die mit ihrer Unternehmung „Peepshow Raaberbahn“ laut öffentlich im Firmenbuch nachlesbaren Zahlen Null Euro Gewinn machen. Trotzdem suchte er wieder näheren Kontakt im Jahr 2008 mit der Konkurrenz und bahnt eventuell gemeinsame Projekte an.

Vor Weihnachten 2008 sperrte er seine beiden Peepshows drei Wochen zu und flog für zwei Wochen nach Australien in Urlaub. Warum? „Ich will einmal Kangaroos sehen.“

Anfang 2009 bauten ihm in der Nordwestbahnstraße Russen direkt neben seiner zweiten Peepshow drei „Massage-Studios“ und „Mikro-Bordelle“ vor die Nase. Seither trägt er sich mit dem Wunsch, seine Unternehmung, die ein Gemischtwarenladen aus Wohnungsvermietung, Gastronomie und Peepshow ist, „an die Russen zu verkaufen“.

Im Frühjahr 2009 besuchte Ernst Walter Stummer das Büro des Erich Reder, um ihn um ein kleines Inserat für seine Startnummer der Sicherheitszeitschrift „Öffentliche Unsicherheit“ zu ersuchen. Erich Reder zahlte ihm ein Bier und schickte ihn wieder weg. „Er ist ein alter Mann“, wird er später sagen.

Im Frühjahr 2009 ging er mit seinem Anwalt Werner Suppan das Ziel an, die Firma zu spalten. Er will eine „Liegenschaftsverwaltungsfirma“ und eine „Betriebsstättenfirma“ gründen und die zweitere verkaufen.

Im Herbst 2008 gründete Erich Reder, inspiriert durch „Blaulicht und Graulicht“, ein eigenes Internetmedium. Es ging im Oktober on air. Das Medium ist fachlich unbedeutend. Er gibt aber hohe Einschaltziffern an. „Bis zu 10.000 Zugriffe täglich“, tönt er. Im Februar 2009 kam doch glatt der ORF in sein Büro und filmte ihn für die Sendung „Hohes Haus“. Am Tag der Abstrahlung brachte das bis zu 35.000 Seitenzugriffe. Doch die Sache hatte einen Schönheitsfehler. Obwohl sich Erich Reder zur „Troika“ der drei gewichtigsten, einflussreichsten, aktiven Rotlichtunternehmer Wiens zählt, erwähnte der ORF in der Sendung mit keinem Wort, womit Erich Reder sein Geld verdient. Dass er seit 1996 drei (offene) Peepshows in Wien besitzt, so viel wie kein anderer in Wien, wurde nicht gesagt. Er wurde bloß als „Webmaster“ einer Webseite vorgestellt und durfte in der wichtigsten Parlamentssendung des ORF zu „Politik und Wirtschaft“ sprechen.

Nach dieser Sendung wurde er in einem Wiener Internetforum von Forumsschreibern scharf attackiert. Indirekt wurde der ORF scharf attackiert, weil es nichts mit sauberem Journalismus zu tun habe, dass man über einen exponierten Rotlichtunternehmer in der Parlamentssendung „Hohes Haus“ einen Bericht bringt und mit keinem Wort erwähnt, dass er „Rotlicht“-Unternehmer sei. Reder wurde „Möchtegernrotlichtimperator“ geschumpfen und „Glatzenschlumpf“, was sicher nicht fein war. Darauf reagierte Erich Reder, der keine Kritik gelten lassen will.

Er wollte das Forum dechiffrieren. Der Strafverteidiger Roland Friis wurde für 3. März 2009 um 16 Uhr in das Büro bestellt, damit man einen Schriftsatz – nach Anraten des Herausgebers – entweder nach Exekutionsordnung, nach ABGB oder nach StGB gegen die Urheber des Forums gerichtlich vom Stapel lässt. Der Herausgeber dieses Journals wurde in der Folge gezwungen, „alle Daten“ herauszugeben, wer in diesem Forum wer ist. Das geschah jedoch ausschließlich mit dem Hinblick, dass ein guter, sauberer gerichtlicher Schriftsatz entwickelt wird. Nach der Besprechung am 3. März 2009 verkündete Reder, dass er nach Einzug der gesamten Daten des Forums die Sache nicht gerichtlich, sondern „nach alter Milieuart“ lösen werde. Zeugen dieses Gespräches waren Strafverteidiger Mag. Roland Friis, Marcus J. Oswald und Heinrich Schmatz. Alle waren überrascht. Davor hatte er noch Richard Steiner am Mobiltelefon in Spanien angerufen und von diesem Vorhaben unterrichtet. Seither versucht der Herausgeber, bisher erfolglos, die Daten zu diesem Forum wieder zurückzubekommen, da auf gerichtliche Schritte bekanntlich verzichtet wurde. Erich Reders weitere Schritte, das besagte Forum durch einen gekauften „Hacker“ von Außen zu zerstören (im März 2009 gab er sich zwei Wochen Zeitrahmen) scheiterten.

Bereits im Februar 2009 wurde der Herausgeber dieser Seite, der bis zu 12 Stunden täglich im Internet ist, von Erich Reder gefragt, ob er ihm für seine Webseite täglich einen Beitrag schreiben könne. Die heißen Themen seien „Erstaunliches aus aller Welt“, Wien-Bezug solle es haben. Gesagt, getan. Erich Reder sagte, er zahlt 280 Euro pro Monat. Von 1. bis 13. März 2009 lieferte der Herausgeber dieses Journals dem Erich Reder per Email täglich einen sachlichen Beitrag, der nicht auf B&G erschienen war. Nach dem 13. März 2009 begannen leider die Vorkehrungen für den größten Gerichtsprozess Österreichs gegen eine Einzelperson: Josef Fritzl (16. März bis 19. März 2009). Der Herausgeber fuhr täglich nach St. Pölten. Die Arbeit für die Reder-Webseite musste abgebrochen werden und wurde eingestellt. Erich Reder sagte nach dem 13. März 2009 zu, dass er für die 14 gelieferten Beiträge 150 Euro zahlt. Das waren dann pro Beitrag: 10 Euro 71 Cent.

Heute ist: 10. Juni 2009. Erich Reder hat 14 Beiträge, die er erhalten hat, die vollinhaltlich für seine Webseite gestaltet waren (Überschrift, Fließtext, Zwischenüberschriften, Tiefenverlinkungen, teilweise Fotos) und die er zum Großteil zur Entlastung seiner eigenen Kreativität alle veröffentlicht hat, bis heute nicht bezahlt.

Erich Reder fährt täglich mit einem Mercedes Benz 320 CDI, der 65.000 Euro kostet, zur Arbeit. In seinem Tresor im Büro in der Davidgasse 20 liegen 35.000 Euro Bargeld! Er zahlt monatlich 20.000 Euro in Bar an Personal aus. Er trägt täglich 4.000 Euro Bargeld in seiner Brieftasche. Das ist das, was er sich für seinen „Lebensstil“ monatlich aus seiner Firma „herausnimmt“. Er nimmt sich viel heraus.

Marcus J. Oswald (Ressort: Rotlicht, Intern)

Zwei Zeigefinger, Kinderpässe und der lange Arm der USA

Veröffentlicht in Datenschutz, Polizeikultur von marcusjoswald am 15. Juni 2009
Wer verreisen will, braucht in Österreich neue Pässe, die mit biometrischen Daten bestückt sind. Unklar ist, warum: Weil es der inneren Sicherheit dient, weil es die EU will oder weil die USA Terroristen an der Grenze abfangen wollen? Tatsache ist: Auch die Kinder bekommen nun einen eigenen Pass. (Foto: Marcus J. Oswald am VIE)

Wer verreisen will, braucht in Österreich neue Pässe, die mit biometrischen Daten bestückt sind. Unklar ist, warum: Weil es der inneren Sicherheit dient, weil es die EU will oder weil die USA Terroristen an der Grenze abfangen wollen? Tatsache ist: Auch die Kinder bekommen nun einen eigenen Pass. (Foto: Marcus J. Oswald am VIE)

(Wien, im Juni 2009) Das österreichische Passgesetz stammt aus dem Jahr 1992. Am 10. Dezember 2008 brachten die beiden Mitglieder der Großen Koalition im Parlament Günter Kößl von der ÖVP und Otto Pendl von der SPÖ einen Antrag ein. Dieser sollte das Passgesetz grundlegend reformieren. Die Debatten sind nicht neu. Sie bestehen seit der Jahrtausendwende, seit der Koalition Schüssel/Riess-Passer und sie griffen auf europäische Staaten nach den verheerenden Flugzeuganschlägen auf die „Twin Tower“ in New York am 11. September 2001 über. Die Passdebatte war seither immer eine des zivilen Flugverkehrs. Als die Luftfahrt in den USA nach den September-Ereignissen wochenlang beeinträchtigt war, ging Amerika den radikalen Schritt in der Neuausrichtung der Luftfahrtsicherheit. Die Flughäfen gelten seither als Hotspots in der Sicherheitsdebatte und die technologische Hochrüstung an diesen Terminals begann in den USA.

Digital Being

In Europa ging man zögerlicher vor, wollte aber nicht nachhinken. Die Solidaritätserklärungen mit den USA bestanden seit der Schaffung der „Achse der Guten“ und sie mussten weitere Konsequenzen zeigen. Nur wollte man keine Radikalkur. Der Datenschutz hat in zentraleuropäischen Ländern einen höheren Stellenwert. Man führt kein „Heimatschutzministerium“, sondern gewährt dem Bürger Rechte. Die Auswüchse, dass man an Flughäfen in den USA bei der Einreise zehn Fingerabdrücke abgeben muss („Klavier spielen“) wie vor Antritt der Untersuchungshaft beim polizeilichen Erkennungsdienst, gibt es in „old europe“ nicht. Da man in der EU nicht unsolidarisch erscheinen wollte, gelang es nur, die Debatte rund um Chips und Fingerabdrücke einige Jahre hinauszuzögern. 2004 war der Widerstand der EU-Politiker gebrochen: Die Verordnung (EG) Nr. 2252/2004 des Europäischen Rates vom 13. Dezember 2004 unter dem Druck der USA sah Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten für europäische Reisepässe verpflichtend vor.

Druck der USA

2006 wurde in Österreich in Abstimmung mit der EU auf nationaler Ebene beschlossen, dass neue Pässe nun einen Chip tragen. In Österreich beantragen 1 Million Personen jährlich einen neuen Pass. Seit 2006 haben diese Pässe einen Chip, der Daten enthält. Die Laufzeit dieser Pässe beträgt zehn Jahre. Kinder unter 12 Jahren behielten den Sonderstatus: Sie konnten im Pass der Eltern eingetragen werden. Das sparte Kosten, denn ein neuer Pass beläuft sich auf rund 70 Euro pro Person. Bis 2006 gab es eine lange Diskussion, welche Daten auf dem Chip gespeichert werden und wer sie verwaltet.

Fingerzeig im Pass

Siebeneinhalb Jahre nach den Anschlägen von New York wird das Passrecht um Biometrie in einer grundlegenden Form erweitert. Nun bekommen Pässe auch Fingerabdrücke. Die österreichischen Argumente, wie es dazu kommt, sind unterschiedlich. Sie reichen von Schutz vor Ostkriminalität, Asylbetrug, bessere Fälschungssicherheit, ja sogar der Kinderschutz wird ins Treffen geführt.

Fälschungssicher

Der Innenausschuss des Parlaments „beschloss“ das Gesetz zur Passgesetznovelle bereits am 14. Jänner 2009. Dann wurde am 21. Jänner 2009 in einer (10.) Plenarsitzung im Wiener „Hohen Haus“ bis in den späten Abend debattiert. Die Parteien vertreten durchaus unterschiedliche Sichtweisen, warum man noch „fälschungssichere“ Pässe braucht. Es ist eine Scheindebatte. Denn die EU-Verordnung ist zu vollziehen, ob es dem Parlament gefällt oder nicht.

FPÖ: EU ist Schuld

Mit großem Bedauern wird zwischen den Zeilen festgehalten, dass man als nationales Parlament in dieser Frage an die Vorgaben der EU gebunden ist. Die FPÖ ist zwar für eine Verschärfung der Pässe, übt aber auch gezielte Kritik. Der EU-Wahlkampf steht vor der Tür.

Afrikaner und Ostasiaten sind Schuld

Der Abgeordnete Harald Vilimsky (Generalsekretär FPÖ) sagt (er ist der, der sich vor einem halben Jahr für die ÖVP-nahe Zeitung „Kurier“ mit einem „Taser“ beschießen ließ; allerdings so, wie die reale Schusssituation in einer Haftanstalt nicht aussieht – er fiel weich, wurde durch zwei Helfer gestützt, war auf den Stromstoß vorbereitet; die FPÖ tritt offen für eine Liberalisierung des Waffenrechts ein; die ÖVP wiederum hat einen „Zivildienstsprecher“ im Parlament mit Namen Anton Wöginger, der das 15-jährige Waffenverbot bei Zivildienern abschaffen will, um über das trojanische Pferd „Sport- und Jagdschießen“ der Waffenlobby mehr Kundschaft zu bringen) – Harald Vilimsky meint also: „Wenn Sie irgendwo eine Gesetzesnovelle beschließen, müssen Sie auch immer die Motivlage erforschen, warum das so ist. Die Variante Nummer 1 wäre, dass die 8 Millionen Österreicher Schindluder mit ihren Pässen treiben. Ich glaube nicht, dass das die Motivlage dafür ist.“ Neben der EU macht er die Schwarzafrikaner als Verursacher dieser Mehrarbeit mit den neuen Pässen aus.

Identifikationsmerkmal

Vilimsky in der Plenarsitzung – laut stenografischem Protokoll: „Wie uns die Beamten des Innenressorts in einem Gespräch erläutert haben, ist der Grund, warum wir ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen haben, der Umstand, dass Personen aus dem afrikanischen und dem asiatischen Raum von den Grenzbehörden nur durch ein Bild möglicherweise nicht ausreichend identifiziert werden können, weil Personen, die eingebürgert wurden, die die österreichische Staatsbürgerschaft haben, den Reisepass nehmen und ihn mit der Post in die Heimat schicken.“

Gefährlicher Osten und Fernosten

In diesem Argument geht es also um den Blattschuß: Die Ost- und Fernostkriminalität! In der sehr vereinfachten Sichtweise, die der FPÖ-Abgeordnete hat, fügt er hinzu: „Dann braucht jemand, der nach Österreich nachziehen oder nachkommen will, nicht einmal einen Schlepper, sondern er reist ganz normal mit dem Pass mit dem Bild ein und schaut zufällig so ähnlich aus wie die Person, für die der Pass tatsächlich hergestellt und ausgegeben wurde.“

Wunde Schengen und neue Pässe?

Die Österreicher müssten nun, so der FPÖ-Abgeordnete im Parlament am 21. Jänner 2009 „die Zeche dafür zahlen“. Solche Aussagen sind die Vermischung der Umstände. Was der FPÖ-Redner anspricht, ist die Problematik rund um Schengen II. Jedoch nicht die Hauptursache, warum die Pässe neu gestaltet werden. In der selben Sitzung stellt es ÖVP-Mandatar Johann Maier richtig: „Diese europäische Verordnung, auf die wir uns jetzt berufen, die nun umgesetzt werden kann (besser wäre: muss, Anm. B&G!), geht auf einen Vorschlag der ICAO zurück – das ist die Internationale Zivilluftfahrtbehörde.“ Doch schon im nächsten Satz beschönigt der ÖVP-Mandatar wieder: „Und das erste Anliegen war, die Grenzkontrollen zu beschleunigen.“ Hier wäre richtigzustellen, so dieses Journal: „Und das erste Anliegen war, die Grenzkontrollen zu verfeinern.“ Die Zeiten, als Flugtickets noch auf Papier gedruckt wurden, neigen sich. Heute wird von jedem Passagier per Knopfdruck ein Volldatensatz angelegt und wohl auch gespeichert, wenngleich keiner der 183 österreichischen Parlamentarier sagen kann, wo und wie lange.

Problemfeld Fingerabdruckkunde

Der Grüne Parlamentarier Peter Pilz kritisiert in der Sitzung am 21. Jänner 2009 das neue Passgesetz rund um die biometrischen Pässe mit Chip und den Fingerprint: „Die Innenministerin ist in diesem Fall ausnahmsweise weitgehend unschuldig, weil es sich um eine EU-Verordnung handelt, die uns zwingt, Punkt für Punkt genau das in österreichisches Recht umzusetzen. Die Verordnung, die ich grundsätzlich für sehr problematisch halte, zwingt uns, ein Problem zu lösen, das nicht existiert hat. Hätten Sie die Vorgänger und Vorgängerinnen der amtierenden Innenministerin gefragt, ob der österreichische Pass fälschungssicher ist, hätte jeder von ihnen gesagt: Na selbstverständlich, einen fälschungssicheren Pass als diesen Pass gibt es nicht!“

Prints von Afghanen, Sudanesen und Pakistani gefragt

Pilz registriert einen „Fingerabdruckwahn, der in ganz Europa grassiert“. Er räumt ein, dass „man auf Grund der Fingerabdrücke Terroristen verfolgen kann“ und führt das Thema richtigerweise auf die internationale USA-Ebene, wo es in Wahrheit herkommt. Er ergänzt: „Die Kriminalpolizei und der Verfassungsschutz weisen uns darauf hin, dass wir zur Verfolgung etwa von Terroristen über die Fingerabdrücke der Staatsbürger und Staatsbürgerinnen von Afghanistan, Pakistan, dem Sudan und einigen anderen Ländern verfügen müssten.“ Und: „Wozu man von europäischen Bürgerinnen und Bürgern massenhaft Fingerabdrücke sammelt, konnte mir bis heute niemand erklären.“ Er sieht Verbündete in der Sicherheitsexekutive und „ein gewisses Kopfschütteln über eine leichtfertige Ressourcenverschwendung, die sich die österreichische Sicherheitspolitik nicht verdient hat.“

Nebendiskussionen in Wien

Die Debatte im Wiener Parlament am 21. Jänner 2009 hält sich in Grenzen. Die EU-Verordnung aus Brüssel ist zu vollziehen. Entbehrliche Ergänzungen folgen von den Hinterbänklern des Parlaments, von denen man nicht erwarten darf, dass sie den internationalen Durchblick haben. Einige Erfüllungsgehilfen ihrer Parteien machen skurille Vorschläge. Die SPÖ-Abgeordnete Gisela Wurm fordert etwa ein völlig nebensächliches Genderthema ein, nämlich, dass es bei der Beantragung des Reisepasses möglich sein muss, „die Abkürzung des akademischen Titels, zum Beispiel Mag.a iur., im Pass entsprechend vermerken“ zu lassen. Das hochgestellte „a“ sei aber technisch nicht möglich. Ein Orchideenthema eben und daher irrelevant. Doch damit beschäftigten sich Parlamentsabgeordnete.

Schachspiel der Weltpolitik

Warum die biometrischen Pässe wirklich kommen, wird nicht gesagt: Weil Österreich als Lastenesel an der internationalen Terrorismusbekämpfung mitziehen und mitzahlen soll und in die Verantwortung eingespannt wird, dass am 9/11 zwei Türme im Schachspiel der Weltpolitik fielen.

Aufgeklärt wird von österreichischen Heurigenparlamentariern auch nicht hinreichend, ob die USA oder NSA die Daten mitliest und in größere Sammelnetze einspeist.

Der Abgeordnete des BZÖ, Christoph Hagen, ist ein ganz Lustiger und Wohlinformierter. Er legt nach und fordert in der Parlamentarischen Scheindebatte am 21. Jänner 2009 rund um die biometrischen Reisepässe (laut stenografische Protokolle) gleich noch die „Fingerprints bei den E-Cards“!

Reflexionsleistung fehlt

Vielfach stört in dieser Diskussion im Parlament die Gottgläubigkeit der Wiener Abgeordneten in die Datensicherheit der Systeme und ihre mangelnde Reflexionsleistung darüber, was geschieht, wenn man die Dämme abzureißen beginnt. Vielleicht lenkt der Nationalrat erst dann ein, wenn erste Listen von personenbezogenen Flug- und Gesundheitsdaten mit Material von Chips auf Pässen und Ecards auf „google“ auftauchen.

Zwei Fingerabdrücke im Pass

Jedenfalls: Das Gesetz wird am 21. Jänner 2009 beschlossen. Ab nun können Erwachsene Pässe mit EU-Passbild und Fingerprints (je ein Zeigefinger, also zwei Zeigefinger) um 69 Euro lösen. Fünf Tage nach Antrag bei Gemeindeamt oder Magistrat sind die Pässe fertig. Bei Jugendlichen unter 16 habe der Pass eine andere Farbe, er sei ein „Personalausweis“ und enthält ebenso Fingerabdrucke. Bei Jugendlichen unter 12 enthält der Pass nur ein EU-Passbild und keine Fingerprints. Die Abgeordneten folgen einem „unselbständigen Entschließungsantrag“ (UEA), dass der Pass für Kinder billiger sein sollen: 26,30 Euro sollen die Kinderpässe kosten, wenn sie keine Fingerprints beinhalten. Diesem Antrag stimmen alle Parteien zu.

Miteintrag von Kindern fiel

Das neue österreichische Passgesetz, das nun innerhalb der letzten drei Jahre zwei Mal geändert wurde, erfuhr eine dritte Erweiterung. Am 19. Mai 2009 tagte erneut der Nationalrat und verhandelte eine Gesetzesvorlage aus dem „Budgetausschuss“. Man einigte sich im Plenum des Hohen Hauses, dass es nur mehr bis 15. Juni 2009 möglich ist, ein Kind in den Pass des Elternteiles einzutragen (zu den 26,90 Euro). Mit diesem Datum fällt die „Miteintragung von Minderjährigen“ endgültig weg. Nun muss jedes Kind einen Pass ziehen. Bis 12 Jahre mit Chip, darüber eine Art „Personalausweis“ mit Chip und Fingerprint und danach einen „Erwachsenenpass“ mit Chip und Fingerprint. Bestehende Pässe gelten noch drei Jahre, dann nicht mehr. Vorbehalt: „Sofern der Einreisestaat das akzeptiert.“ Für solche Fälle gibt es den „Ein-Tages-Expresspass“, der in dringlichen Fällen „beschleunigt ausgestellt“ wird.

„Sofern der Einreisestaat das akzeptiert“?

Einer Meldung in der Parlamentskorrepsondenz ist zu entnehmen, was der wahre Grund für die nunmehrige Beschleunigung bei der Passreform („Kinderpass“) ist. Es heißt, wörtlich (19. Mai 2009): „Damit reagieren die Abgeordneten auf eine demnächst in Kraft tretende Verordnung der EU sowie auf die Ankündigung der USA, ab dem 1. Juli die visumfreie Einreise mit chipfreien Notpässen nicht mehr zu erlauben. Im Klartext heißt das: Österreich ändert sein Passgesetz, weil die USA keine Einreise mehr für Kinder ohne Pässe oder Pässe ohne Chips erlauben. Der lange Arm der Terrorismusparanoia der USA erreicht demnach auch Österreich und die EU.

Fotografien fürs Album

Die Pässe für die Kleinen und Kleinsten haben unterschiedliche Laufzeiten: Reisepässe für Kinder unter zwei Jahren gelten zwei Jahre, für Kinder von zwei bis elf fünf Jahre, und Pässe für Kinder ab zwölf gelten – wie die für Erwachsene – zehn Jahre. Österreichische Eltern dieser Kinder müssen auf Grund der Tatsache, dass die USA keine Einreise mehr ohne Chippässe zuläßt und die EU in die Knie ging, nun von Einjährigen EU-Passbilder machen lassen. Viel Spaß! Und, wenn sie drei sind, neuerlich EU-Passbilder. Noch mehr Spaß! Und danach, wenn sie acht sind, noch einmal EU-Passbilder und dann mit 13 noch einmal EU-Passbilder. Die Realität ist manchmal grausam kleinlich.

Pass abgelaufen – Na und?

Oswalds Pass: Alt, abgelaufen und völlig egal. Er wird nicht erneuert, da er nicht ins Ausland fährt. Die USA meinen, vorschreiben zu können, dass man Fingerprints in den Pass setzt. Aber nur, wenn man einen Pass zieht. Was man ja nicht muss. (Fotodetail: Pass Oswald)

Oswalds Pass: Alt, aber gut und völlig egal. Er wird nicht erneuert, da er nicht ins Ausland fährt. Er hebt trotzdem damit bei seiner Bank Geld ab. Die USA meinen, vorschreiben zu können, dass man Fingerprints in den Pass setzt. Aber nur, wenn man einen Pass zieht. Was man ja nicht muss. (Fotodetail: Pass Oswald)

Der Herausgeber hat im übrigen auch einen Pass. Er ist am 1. Oktober 1997 auf der BPD Wien-Schmelz ausgestellt worden und am 30. September 2007 ausgelaufen. Er denkt nicht einmal im Traum daran, ihn verlängern zu lassen, geschweige denn in die USA einzureisen. Er wohnt in der Nähe der US-Amerikanischen Botschaft. Das reicht.

Marcus J. Oswald (Ressort: Datenschutz, Polizeikultur)

Erich Tremmel Junior im Pech – Auto in Slowakei weg!

Veröffentlicht in Das ist, Diebstahl, Raub von marcusjoswald am 16. Juni 2009
Erich Tremmel <em>junior</em> (rechts im Bild mit Erich Tremmel senior): Nun ohne Auto. Er lieh es einem Kellnerkollegen und diesem wurde es in der Slowakei unter dubiosen Umständen geraubt! (Foto: Marcus J. Oswald)

Erich Tremmel junior (rechts im Bild mit Erich Tremmel senior): Nun ohne Auto. Er lieh es einem Kellnerkollegen, doch diesem wurde es in der Slowakei unter dubiosen Umständen geraubt. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im Juni 2009) Es war Gutmütigkeit, die kalt ausgenutzt wurde. Erich Tremmel junior, Sohn des Trafikanten des Herausgebers am Wiener Alsergrund, wurde am Freitag, 12. Juni 2009 schwer bedient!

Hintergrund: Tremmel junior, 24, ist Kellner im wenig gut beleumundeten Café Legende in Wien 2 nahe Stuwerviertel. Im Café verkehren Straßenhuren, aber auch Zuhälter und solche, die sich dafür halten.

In Prostituierte „verliebt“

Jedenfalls: Der Zweitkellner des Cafés hat sich in eine Slowakin „verliebt“, die im Stuwerviertel (2. Wiener Bezirk) auf den Straßenstrich geht. Da junge Liebe einen Urlaub braucht, plante das Rotlicht-Pärchen über das Wochenende in die Slowakei zu fahren. Es mangelte jedoch am eigenen Fahrzeug.

Erich Tremmel junior half aus und lieh dem Arbeitskollegen sein Auto. Den Peugeot hatte er erst kürzlich erstanden. Damit fuhren der Kellner und dessen slowakische Flamme in die Slowakei. Ursprünglich wollten sie zu deren Eltern, doch sie übernachteten in einem kleinen Hotel. Am Freitag, 12. Juni 2009, dann dies: Sie wurden überfallen!

Raubüberfall

Der Kellner wurde dort mit „K.O.“-Tropfen schachmatt gesetzt, bekam im Hotel von unbekannten Räubern eins übergezogen. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Das Auto, das eigentlich Erich Tremmel junior gehört, wurde gestohlen! Die slowakische Straßenprostituierte verschwand ebenso, sie kehrte nicht mehr nach Wien zurück. Der Kellner aus dem Café Legende kam mit dem Zug retour nach Österreich.

Erich Tremmel junior ist sauer. Sein Auto ist weg! Es wurde in der Slowakei Anzeige erstattet. Ob es etwas bringt, steht in den Sternen. Tremmel junior fordert nun vom Arbeitskollegen im „Café Legende“ den finanziellen Ersatz seines Gebrauchtwagens: 3.000 Euro. „Denn so geht’s auch nicht“, meint er.

Steckte slowakische Hackenbraut mit Räubern unter Decke?

Nun kursieren Gerüchte, ob die slowakische Straßenprostituierte, die im Stuwerviertel „auf den Strich“ ging, vielleicht mit den Räubern unter einer Decke steckte? Möglicherweise war der Autodiebstahl (besser: Raub) von langer Hand geplant.

Das Journal sieht Erich Tremmel junior wieder am 24. Juni 2009 am Bezirksgericht Wien 2. Dann vertritt der Floridsdorfer Strafverteidiger Roland Friis im Finale einer anderen langen Geschichte, wo um ein großes Durcheinander rund um eine Parkauseinandersetzung geht. Alles wartet auf einen Freispruch!

Weiterlesen:
Roland Friis am Bezirksgericht – Thema Raufhandel (10. Dezember 2008)

Marcus J. Oswald (Ressort: Das ist, Diebstahl, Raub)

Fürst-Pfeifer gegen Oswald – Gerichtlicher Vergleich

Veröffentlicht in Gerichtssaal, Intern von marcusjoswald am 18. Juni 2009
Landesgericht Wien

Landesgericht Wien

(Wien, im Juni 2009) Große Solidarität der Väterrechtebewegung beim Kleinprozess Fürst-Pfeifer gegen Oswald: Richard, Edgar, Samir, Sepp und Herwig sind da. Alfred Nechvatal kommt auch kurz vorbei. Er will „Ganzger-Schauen“ und ihm vermutlich einige Nettigkeiten sagen (er trägt zahlreiche Medienprozesse mit ihm aus). Doch Rechtsanwalt Gerald Ganzger kommt nicht, sondern schickt eine weibliche Vertretung.

Anträge aus dem Publikum

Der Beginn ab 9 Uhr 00 etwas tumulthaft: Das Publikum nimmt Platz. Herwig Baumgartner, im orangen Te-Shirt, stellt aus dem Publikum heraus Anträge und mischt fest mit. Die Richterin Birgit Schneider, eine von fünf Medienrichtern am LG Wien, darunter kein Mann, lässt es geduldig gewähren, will das aber nicht. Es geht um den von der Fürst-Pfeifer-Seite beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit wegen der „höchstpersönlichen Inhalte“ dieses Prozesses. Der Herausgeber hat das prognostiziert, da schon bei den zahlreichen Medienprozessen Fritzl-Angehörige gegen diverse Medien immer die Öffentlichkeit wegen der Behandlung des „höchstpersönlichen Lebensbereiches“ ausgeschlossen wurde. Baumgartner versucht aus dem Publikum zu intervenieren und das Heft an sich zu ziehen. Der Herausgeber versucht dann drei Vertrauensleute zu benennen, wie das in Scheidungsverfahren durch den OGH mittlerweile zugelassen ist. Er reduziert dann auf einen und will Diplomingenieur Richard Kaiser, den fröhlichen Rheinländer und Sohn alttschechischer Deutschlandeinwanderer aus Budweis. Dieser ist seit 2001 in Wien mit drei hierorts geborenen Kindern wohnhaft und wurde im Wiener Scheidungsverfahren schwer benachteiligt. Er soll als einzige Vertrauensperson im Saal belassen werden.

Vertrauenspersonen

Der Bosniake Samir Kesetovic, Kammerrat, Gemeinderat und grüner Gewerkschaftsboss Niederösterreichs, ein großer väterrechtlicher Kämpfer vor dem Herrn und ehemaliger Anhänger des Fußballclubs „Roter Stern Belgrad„, bietet sich aus dem Publikum dann ebenso als Vertrauensperson an. Er scheint tatsächlich ausreichend legitimiert. Er hat einige Strafanzeigen am Landesgericht Sankt Pölten gegen die Gerichtsgutachterin und gegen Richter am Landesgericht Sankt Pölten eingebracht, die diesem Journal alle vorliegen. Er brachte auch eine „Opfererklärung“ am Landesgericht Sankt Pölten ein, was die Sache verkompliziert. Außerdem hat er das Ziel einer Parlamentarischen Anfrage zu Fürst-Pfeifer ins Auge gefasst. Er kennt die Gutachterin aus seinem Fall. Sepp, Hälfte-Steirer, hatte die Gutacherin ebenso und will auch hören, was gesprochen wird.

Intensive Gespräche

Doch die Richterin lehnt ab, da „in Mediensachen keine Vertrauensleute zugelassen“ sind. Das bringt Herwig Baumgartner, zuletzt live beim Innsbrucker Luca-Prozess am Posten und Bernhard Haaser-Vertrauter, im Publikum durchaus auf (die Palme). Er sucht den direkten Disput mit der Richterin. Diese hat aber entschieden und droht andeutungsweise mit dem „Sicherheitsdienst“. Dazu kommt es dann nicht. Das Publikum erhebt sich gesittet und wartet draußen. Alle bieten sich beim Hinausgehen „als Zeuge“ an. Der Herausgeber registriert es. Jedoch: Das Verhandlungsgespräch geht in Richtung „Vergleich“. Daher wird dieses Mal das Beweisverfahren gar nicht eröffnet. Die juristische Untergrundarmee kommt nicht zum Zug.

Kammerrat Samir Kesetovic, großer Wahlsieger der Arbeiterkammerwahlen in Niederösterreich - Mandate verdoppelt - war auch beim Medienprozess Fürst-Pfeifer gegen Oswald. (Foto: Visitenkarte des Kammerrates)

Kammerrat Samir Kesetovic, großer Wahlsieger der Arbeiterkammerwahlen in Niederösterreich, Mandate verdoppelt, war beim Medienprozess Fürst-Pfeifer gegen Oswald dabei. (Foto: Visitenkarte des Kammerrates Samir Kesetovic)

Zur Sache: Im Wesentlichen wird nur ein Artikel vom 24. Dezember 2008 beklagt, der im Ausdruck vorliegt, im Online-Archiv dieser Seite aber nicht mehr verfügbar gestellt wird. Darin wurde das Gutachten zur Gutachterin in denkbar knappen Auszügen bekannt gemacht. Im Bericht wurde unter dem Titel „Gutachterin scharf attackiert“ zusammen gefasst, was die Zeitungen „Presse“ (4. Dezember 2008), „Österreich“ (22. Dezember 2008) und das „Neunkirchner Bezirksblatt“ (23. Dezember 2008) geschrieben hatten. Nur: Es dürften sich in diesen drei Zeitungen bei den Berichten einige Fehler eingeschlichen haben.

Novum: Zertifizierung erst 2000

Beim Medienprozess Gutachterin gegen Oswald am 18. Juni 2009 im Saal 202 des LG Wien klären sich zwei Dinge. Das Gutachten datiert von 1992 und das Wichtigere: Die Gutachterin wurde nicht 1996 zertifiziert, wie „Presse“, „Österreich“ und „Neunkirchner Bezirksblatt“ schrieben, sondern, wie die nunmehrige Anwältin der Gutachterin feststellt, erst 2000. Damit entsteht eine neue Situation: Die Zeitspanne zwischen dem Gutachten und dem Beginn der Gutachtertätigkeit beträgt nicht drei Jahre, sondern, wenn das behauptete Datum der „Zertifizierung 2000″ stimmt, mehr als sieben Jahre.

Acht Jahre Gutachtertätigkeit

Vorausgesetzt die Angaben bei Gericht am 18. Juni 2009 stimmen und sind nicht Stimmungsmache, dann erstreckt sich der tatsächliche Zeitraum der aktiven Gutachtertätigkeit der Dr. Gabriele Fürst-Pfeifer, die in einer Doppelpraxis mit einer Dr. Kern in Mödling ordiniert und in Familien- und Obsorgesachen als „gerichtliche Hilfskraft“ gerichtstaugliche Gutachten erstellen soll, auf insgesamt acht Jahre.

Schlechte Basisdaten

Trotzdem schreiben die Zeitungen „Die Presse“ (4. Dezember 2008), „Österreich“ (22. Dezember 2008) und das „Neunkrichner Bezirksblatt“ (23. Dezember 2008), die der „Blaulicht und Graulicht“-Artikel inhaltlich zusammen fasste und mit kleinen Erweiterungen versah, dass die Gutachterin Fürst-Pfeifer „3.000 Gutachten“ erstellt hatte. Das kann sich aber niemals ausgehen. Acht Jahre haben nur 2.928 Tage, das wäre jeden Tag ein Vollgutachten. Der Herausgeber merkt im Prozess, dass mit den Basisdaten etwas nicht stimmt.

Kernöl

Die Veröffentlichung des Gutachtens aus 1992 erfolgte im eingeklagten Artikel aus Rücksicht auf den § 7 MedienG ohnehin nicht im Volltext. Es wurden drei Zeilen destiliert, im Kernöl wesentliche technisch-wissenschaftliche Begriffe, die solche Gutachten, die viele Menschen bewundern, enthalten. Nur, dass sie diesmal eine Gutachterin betreffen. Mehr nicht. Das alles geschah auf der Grundlage, da ein enger Zusammenhang zwischen damaligen eigenen Problemen und dem Eintauchen in die Welt der großen Probleme (Gerichtsgutachtertätigkeit) angenommen war. Am 18. Juni 2009 am LG Wien stellt sich aber heraus, dass die Zertifizierung erst 2000 erfolgte. Somit fehlt nach Ansicht des Herausgebers die enge zeitliche Kontextualität. Zudem ist es ein Krankheitsgutachten. Die in diesem Punkt sehr rigorose Auslegung des Medienrechts verbietet einheitlich für alle Medien in Österreich die Veröffentlichung solcher Bulletins, wenn keine Zustimmung vorliegt (anders: Helmut Zilk 1993).

Schweigsam

Gabriele Fürst-Pfeifer schweigt im gesamten Vergleichsgespräch. Die Mödlingerin, die in zehn Tagen 45. Geburtstag begeht, sieht mitgenommen aus. Ihre Anwältin sagt, dass sie seit Dezember 2008 sehr leidet, die Berichte setzten ihr zu, so die Anwältin.

Der Herausgeber lenkte bereits am 21. April 2009 ein. Er stellte den Beitrag in die Hintergrundmaske dieser Webseite und damit für Leser unerreichbar offline. Er ist verpflichtet, Geheimnisträger zu bleiben. Er kennt das Gutachten aus 1992, publiziert es aber nicht.

Celebrity-Faktor fehlt

Der Herausgeber meint zwar, dass der § 7 Abs 2 Z 2 MedienG durchaus zum Tragen kommen könnte, da „eine Gerichtsgutachterin, die tausende, aber jedenfalls hunderte gerichtstaugliche Gutachten erstellt hat, einen höheren Bekanntheitsgrad hat als ein Normalbürger“. Doch das ist nicht wirklich zu gewinnen. Wäre Fürst-Pfeifer in den Celebrity-Gazetten, wucherte sie mit ihrem Pfund der Bekanntheit, um das Geschäft anzukurbeln, wäre (vielleicht) etwas zu holen. Doch auch das scheiterte am stets rigorosen LG Wien zuletzt 2006 im bekannten Medienverfahren „Bild-Zeitung gegen Heinz Grasser“, wo Unterhosen- und Schmusefotos veröffentlicht wurden und Grasser, der mit seinem Pfund stets gehörig wuchert und seinen Promifaktor auch im Geschäft einzusetzen weiß, trotzdem siegreich gegen die Zeitung blieb und die Goldmedaille beim Schadensersatz (2×20.000 Euro) ergriff. Letztlich ist der „höchstpersönliche Lebensbereich“ in Österreich weit definiert. Vereinfacht: Alles, was unter die Haut geht, ist verboten. Auch ein Textgutachten brisanten Inhalts. Soll sein.

Somit ging man auf den Vergleich hin. Der Herausgeber lobt noch einmal die Väterrechtebewegung, „die in ihren unterschiedlichen Ausrichtungen und Schwerpunkten Großes leistet“. Man müsse die Kritik an der Gutachterin durch die Väterrechtebewegung, „die ich 2006 mitbegründet habe und deren Sprachrohr ich immer gerne war und bin“, als Teil des Ganzen sehen, so der Herausgeber im Gerichtssaal 202. „Auf Grund unserer Anfänge 2006 gründeten sich in den letzten zwei Jahren in vier Bundesländern sieben, acht Vereine, die den Justizmarkt ins Auge fassen. Es wird nun wieder das Zentrum auf die Gutachter Egon Bachler, Rotraut Erhard, Heinz Pfolz und Max Friedrich gelegt“, so der Herausgeber. Daher wird versprochen, dass auf der „Blaulicht und Graulicht“-Webseite das Gutachten „der breiteren Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich gemacht“ wird. „Was die anderen aus der Bewegung tun, entzieht sich aber meiner Kontrolle“, fügt der Herausgeber hinzu.

Vergleich Nummer 3 im 13. Prozess des Herausgebers ist besiegelt.

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Auf Konfrontation geht weiterhin die Politik. Für sie gelten andere Spielregeln wie für Journalismus. Samir Kesetovic mit seiner Rede zu Fürst-Pfeifer am Hauptplatz von Sankt Pölten am Vatertag 2009 (13. Juni 2009). [Source: www.wien-konkret.at_unit_video]

samir kesetovic - rede - sankt poelten - source wien-konkret - diegalerie - blaulicht und graulicht

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Die Webseite „Blaulicht und Graulicht“ erscheint in Wien und besteht seit 28. April 2008. Sie ist – für Neueinsteiger – die Wiedergeburt der damals radikaleren „Blaulicht und Graulicht“ (alt), die aus innerer Unzufriedenheit mit dem Wiener Medienmarkt entstand. Die Version 0.1 bestand von 15. Jänner 2005 bis 27. Februar 2007.

Die verbesserte, vorliegende Version 0.2 besteht seit 28. April 2008, am Tag nach dem Josef Fritzl verhaftet wurde. Seit Bestand der „Blaulicht und Graulicht„, die grundlegend analytische Töne anschlägt und sich als politischer Arm mehrerer Gesellschaftsbewegungen sieht, wurden mit dem heutigem Stichtag 583 Beiträge und 1.255 Fotos veröffentlicht. Die am 18. Juni 2009 verhandelte Medienklage (Gegner: Kanzlei Ganzky) ist die erste Medienklage seit Bestand der Seite seit 28. April 2008.

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Zum Grünen „Gewerkschaftsboss“ in Niederösterreich: Samir Kesetovic.

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal, Intern) – LG Wien, Saal 202, 9 Uhr 00 – 9 Uhr 40

Vatertag 2009 – Rückschau und Filmrevue zu St. Pölten

Veröffentlicht in Aus den Vereinen, Familienrecht, Humanes Recht, Luca, Männerpartei, TV, Väter ohne Rechte von marcusjoswald am 19. Juni 2009

(Wien, im Juni 2009) Der politische Flügel der Väterrechtebewegung will den „Vatertag“, der in den letzten Jahren in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht ist, aufwerten.

Dazu richtete man am 13. Juni 2009 am Hauptplatz in St. Pölten ein Fest aus. Es war von kurzen politischen Grundsatzreden geprägt. Die Wiener Webseite des Robert Marschall war an diesem Samstag mit einer Kamera vor Ort und stellte nun die Videos fertig.

Mit freundlicher Genehmigung von „wien-konkret.at“ stellt „Blaulicht und Graulicht“ den familienrechtlich interessierten Lesern diese Videos zur Verfügung. Das geschieht mit externem Fremdlink. Die Videos liegen nicht am Server von B&G, sondern auf jenem von „wien-konkret“. Die Videos sind nur dort abzurufen und auch nicht auf „You Tube“ oder anderen Tausch-Plattformen.

Um die Videos der Ansprachen zu sehen (sie dauern zwischen 4 und 10 Minuten), muss man auf der dynamisch gestalteten Bildlink klicken. Er verweist auf die entsprechende Rede auf der Webseite von „wien-konkret“. Die Reden greifen unterschiedliche Themen und Konzepte auf. Vorerst sind nur die Videostreams zu sehen. Transkriptionen für das „google“-Lese-Archiv folgen. [ALLE FILM-RECHTE BEI: www.wien-konkret.at]

+++Sankt Pölten+++Vatertag 2009+++Reden am Hauptplatz+++13. Juni 2009+++

peter pitzinger - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der Leiter des Familienamtes Niederösterreich, Peter Pitzinger, spricht zur Lage der Familie.

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barbara rosenkranz - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Die zehnfache Mutter (sechs Töchter, vier Söhne), Barbara Rosenkranz, spricht zur Lage der Familie.

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felix berger - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der politische Vertreter der „Christen“, Felix Berger, spricht zum Thema Lebensschutz.

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susanne haas - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Die Leiterin des Labors „DNA Confidence“, Susanne Haas, spricht zum Thema Vaterschaftstests und Kuckuckskinder.

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oliver hoffmann - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der Gründungsvater der „Männerpartei“, Oliver Hoffmann, spricht zum Thema Mann und Frau.

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alfred gruenberger - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der Obmann des Tiroler „Luca-Kinderschutzvereins“, Alfred Grünberger, spricht zum Thema Luca-Elias und dem Kindmord.

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robert boeck - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der Vertreter vom Verein Humanes Recht, Robert Böck, spricht zum Thema Kinderanwalt.

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christian fischer - vatertag 2009 - 13-06-09 - sankt poelten - wienkonkret - diegalerie  - blaulicht und graulicht

Der Linzer Anwalt Christian Fischer vom Luca-Fall spricht zum Thema Besuchsrecht.

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[(c)ALLE FILM-RECHTE BEI: www.wien-konkret.at. Webseite aus Wien.]

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Luca, Humanes Recht, Väter ohne Rechte, Familienrecht, TV)

Mag. Herwig Baumgartner obsiegt am VwGH – In Nebenfrage

Veröffentlicht in Gerichte von marcusjoswald am 21. Juni 2009
Kann zufrieden sein: Herwig Baumgartner. (Foto: Marcus J. Oswald)

Kann zufrieden sein: Herwig Baumgartner. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im Juni 2009) Das Mastermind hinter zahlreichen Väterrechtegruppierungen, Herwig Baumgartner, obsiegte vor dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Allerdings nur in einer kleinen Nebenfrage. Er hofft trotzdem, dass nun weitere große Siege kommen werden und auf sieben magere sieben fette Jahre folgen.

Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshof unter der Aktenzahl 2007/05/0266-15 betrifft eine ältere Sache und im Wesentlichen die Vorgeschichte zu seiner Ausforschung im Jahr 2004. Die Polizei spannte damals den Provider „Chello“ in die Ermittlungen ein, um einen offenen Haftbefehl zu exekutieren. Baumgartner war auf Grund von „harten Emails“ an diverse Politiker seit 2003 behördlich „ausgeschrieben“.

Die Verwaltungsbehörde BPD Wien konnte diesen Haftbefehl, der vom 5. Februar 2004 datiert hatte, jedoch nicht vollstrecken, da der Gesuchte eben nicht da war. Da am 10. August 2004 weitere Emails eintrafen, zwang die Polizei den Provider „Chello“ zur Bekanntgabe der IP-Adresse, um an den Computerstandort zu gelangen. Man rechtfertigte es damit, dass man den Haftbefehl nach § 107 StGB vollziehen wolle. „Chello“ spielte mit.

Polizei hat kein „gelinderes Mittel“ angewandt

Die Datenschutzkommission wies die Beschwerde gegen diese Vorgangsweise ab. Eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof wurde mit Beschluss vom 13. Oktober 2007 unter der Zahl B 742/05-13 so behandelt, dass die Sache an den Verwaltungsgerichtshof abgetreten wurde. Der Verwaltungsgerichthof entschied am 30. April 2009 in nichtöffentlicher Verhandlung (any hearing at all), dass die Ausforschung der Daten beim Provider „Chello“ unrechtmäßig war und kein „gelinderes Mittel“ darstellte. Man hätte die Adresse des Rechners auch im „Herold“ finden können, so sinngemäß der VwGH. Dort sei die Firma des Baumgartner auch registriert gewesen.

Es ist nur ein kleiner Happen. Herwig Baumgartner hofft, dass auch weitere Höchstgerichtsentscheide für ihn ausfallen werden. Sieben Jahre hat er so gut wie nichts gewonnen. Aber sehr viele Einsichten in den Staat. Zu ergänzen ist, dass gegen den Mann, der serienweise Richter und Staatsanwälte strafanzeigt, natürlich auch jede Menge Strafanzeigen laufen. Analysten des Landesgerichts Wien meinen, dass ihm ein Schicksal wie dem ehemaligen FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Fröhlich droht, der seine Institutionenkritik auch etwas zu bunt trieb und mittlerweile nach Verbotgesetz zwei Vorstrafen (4 Jahre und 5 Jahre unbedingte Haft) einfing.

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Volltext: VwGH-Erkenntnis Herwig Baumgartner (30. April 2009) – Ausforschung + Festnahme 2004 (11 pages)

Weiterlesen nur für Interessierte:
Mag. Herwig Baumgartner im Internetradio und acht weitere Beiträge (20. Jänner 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichte)

Bruderliebe – Name des Vierfachschützen Josef Branis bald geschützt

Veröffentlicht in Medien von marcusjoswald am 23. Juni 2009
Novum in Österreich - Häftling läßt seinen Namen schützen. Der Vierfachschütze <em>Josef Branis</em> ist nun vierfach geschützt. (Foto: Marcus J. Oswald am 27. Jänner 2009, 21 Uhr 01, LG Korneuburg nach dem Prozess)

Novum in Österreich - Häftling will seinen Namen schützen. Der Vierfachschütze Josef Branis ist bald vierfach geschützt. (Foto: Marcus J. Oswald, am 27. Jänner 2009, 21 Uhr 01, LG Korneuburg, nach dem Prozess)

(Wien, im Juni 2009) Das ist Bruderliebe wie sie im Buch steht: Während der Vierfachschütze von Strasshof Josef Branis seine Haft für eine Vierfachtötung am 1. Juli 2008 in der JA Korneuburg (20 Jahre) absitzt (nicht rechtskräftig), läßt sein Bruder Johann Branis den Namen „Branis“ am Österreichischen Patentamt schützen. Er stellte einen entsprechenden Antrag und will damit verhindern, dass der Name widerrechtlich verwendet wird und Personen damit ein Geschäft machen. Solches geschieht immer wieder mit großen Kriminalfällen, etwa beim Fall Proksch, Fall Unterweger oder Fall Fritzl. Der Fall Fritzl war denn auch der Auslöser für die ungewöhnliche Aktion. Der Akteur Kramar entwickelte ein Schauspiel und nannte es „Pension Fritzl“. Aber auch andere Autoren nehmen dunkle Kultnamen als Absprungbrett für eignen Ruhm. Der Dichter Franzobel schrieb 2003 das Stück „Black Jack“, das sich um Jack Unterweger dreht. Wäre „Jack“ von Unterwegers Erben als Marke geschützt, ginge das nicht.

Im österreichischen Patentamt arbeiten rund 120 Richter, die Patente und Marken zulassen. (Foto: Logo Patentamt 06/2009)

Im österreichischen Patentamt arbeiten mehr als 120 Richter, die Patente und Marken zulassen.
(Foto: Logo Patentamt 06/2009)

Vierfachschutz für Vierfachschützen

So denkt zumindest Johann Branis. Und er machte sich im Mai 2009 in die Dresdner Straße in den 20. Wiener Bezirk auf, um einen Antrag abzugeben. Im Patentamt arbeiten über 120 Richter, die marken- und patentrechtliche Dinge mit Antragstellern zuerst beraten und dann in einen Antrag gießen. Der Antrag, BRANIS als Wortmarke zu schützen, wurde am 26. Mai 2009 gestellt. Der Antrag wurde am 2. Juni 2009 bezahlt (354 Euro, s. Zahlschein). Der Sicherungswunsch besteht in vier Klassen, die sich vor allem rund um mediale Verwertung drehen (Theater, Video, Tonaufzeichnung, Film) und dauert vorerst einmal fünf Jahre.

Nun ist der Antrag erst eingebracht. Aber die Beratungsgespräche liefen vor Ort im Patentamt durch eine Fachkraft, die die „Klassen“ so empfohlen hat, dass der Antrag auch „durchgeht“. Denn es hat niemand etwas davon, wenn man 354 Euro bezahlt und der Antrag abgewiesen wird.

Alleinerziehender Vater

Johann Branis erweist damit seinem Bruder Josef „Pepe“ Branis, der in den 70er Jahren alleinerziehender Vater von drei Töchtern war, einen neuerlichen Hilfsdienst. Dieser befürchtet, dass mit seinem Namen und Fall während seiner Haft künstlerisches Schindluder getrieben wird, gegen das er sich nicht wehren kann. Ein Wortmarkenschutz bietet zumindest einige Abwehrmöglichkeiten wie „Einstweilige Verfügungen“. Ob Wortmarkenschutz eine Berichterstattung oder künstlerische Arbeit über den Mordfall oder die Person tatsächlich in die Schranken weisen kann, müssten dann aber Fachjuristen klären.

Interessant im Zusammenhang ist, dass manche Worte beim Patentamt angemeldet werden, um sie durch später einsetzendes professionelles Marketing konzentriert zu verbreiten. In diesem Fall ist die Idee, einen Namen als Marke anzumelden, um eine übermäßige Verbreitung als Marke zu verhindern.

Am 25. Mai brachte der Bruder einen Antrag auf Registrierung der Marke BRANIS beim Patentamt ein. (Fotoquelle: Antrag)

Am 25. Mai brachte der Bruder einen Antrag auf Registrierung der Marke BRANIS beim Patentamt ein.
(Fotoquelle: Antrag AM 3148/2009)

Als Beleg, dass der Antrag kein Scherz ist, wurde das Entgelt pünktlich eingezahlt. (Fotoquelle: Antrag)

Das Entgelt für den Antrag auf Schutz der Wortmarke BRANIS wurde pünktlich bezahlt.
(Fotoquelle: Antrag AM 3148/2009)

Patentamt in Österreich

Der Fall BRANIS – kompakt (zahlreiche Beiträge)

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)

Beschlagwortet mit:, ,

Martin Graf – Außergerichtliche Einigung mit „Presse“

Veröffentlicht in Gerichtssaal von marcusjoswald am 24. Juni 2009

(LG Wien, am 24. Juni 2009) Wie es aussieht, ist die Neue Rechte in Österreich auf geordnetem Rückzug. Die Webseiten großer Burschenschaften, etwa der Olympia, sind unter Angabe „fauler Ausreden“ offline geschalten. Man setzt wieder auf Diskretion und Geheimhaltung, da der Druck auf diese Geheimgesellschaften größer wird.

Auch Klagen gegen Medien zieht man wegen Aussichtslosigkeit nicht mehr so ohne Weiteres durch. Man sieht, dass Haiders Zeiten vorbei sind, wo sich seine Rechtsanwälte mit Medienklagen dumm und dämlich verdient haben. Medien lassen sich auch nicht mehr alles gefallen.

Jedenfalls: Der Medienprozess des Martin Graf, Abgeordneter zum Nationalrat und derzeit 3. Präsident des Nationalrates, gegen die Tageszeitung „Die Presse“ wurde abgesagt. Er hätte am 24. Juni 2009 um 11 Uhr 30 stattfinden sollen. Doch die Richterin Karin Burtscher wusste bereits um 11 Uhr, dass niemand kommt. Auf Nachfrage sagte sie, dass beide Parteien ihr Kommen bereits am Vormittag abgesagt hatten. Man habe sich außergerichtlich geeinigt, so die Richtern zu B&G.

+++

Darauf hätte man gewartet, Martin Graf, klagsfreudig. Die Presse, aus Graz vertreten.

  • 24. Juni 2009, 11 Uhr 30, Saal 308.
    Gegenstand: Mediengesetz (Aktenzahl: 095 Hv 27/09 z)
    Richterin: Mag. Karin BURTSCHER
    ASt: Mag. Dr. Martin GRAF (3. Präsident zum Nationalrat/FPÖ)
    AStV: Dr. WITT & Partner (auch: Inhaber der Domain: www.scheidung.at)
    AG: Tageszeitung Die Presse – Teil des zweitgrößten österreichischen Medienkonzerns Styria.
    AGV: Dr. Stefan LAUSEGGER (aus Graz)

Marcus J. Oswald (Gerichtssaal)

Kriminallegende Alfred Nejedly am 30. Juni mit Mordvorwurf vor Gericht

Veröffentlicht in Gericht, Harte Hacken - Mord, Termindienst von marcusjoswald am 26. Juni 2009

„Die Polizei nannte den Namen des Täters von der Imbissbude vorerst nicht. Seit Donnerstag ist er voll geständig und gibt an, dass er geschossen hat, weil ihm das Gegenüber „nicht zu Gesicht“ stand. Die Behörde deutete an, dass der Pistolenmann einer der drei historischen Stein-Ausbrecher sei. Und tatsächlich ist er jene Legende unter den österreichischen Gefängnisausbrechern, der von Donnerstag 4. November 1971 bis Samstag 6. November 1971 mit den Stein-Komplizen Adolf Schandl und Walter Schubirsch den größten All-Time-Coup hingelegt hatte, der in Österreich je vollzogen wurde. Ein Ausbruch wie aus dem Film: Ein Untersuchungsrichter als Geisel, der in Stein Vernehmungen im Kultursaal durchführen sollte, eine weibliche Schreibkraft als Geisel, die später gegen einen Polizeimajor ausgetauscht wurde. In Wien wurden Autos gekapert, darunter ein Polizeiwagen samt Besatzung.“

(Wien, im Juni 2009) Das obige Zitat schrieb „Blaulicht und Graulicht“ am 21. November 2008.

Nun ist Gerichtstag für Alfred Nejedly, der einem Kontrahenten einen Bauchschuss verpasst hat.

Versöhnlicher Ausklang im Juni

Es wird ein versöhnlicher und würdiger Ausklang und Höhepunkt im Gerichtsmonat Juni 2009 für die Kiebitze. Es wird, das steht fest, der beste Prozess des Monats Juni, der beste Mordprozess sowieso. Es gab im Juni 2009 am LG Wien sieben Mordprozesse, darunter leider viele schwache Geschichten mit Personen ohne Persönlichkeit.

Der Prozess gegen Alfred Nejedly wird ein „Schmankerl“ werden, ein Eintauchen in eine alte Wienerische Zeit und eine Art der humanen Prozessführung, die heute nur mehr wenige beherrschen. Das liegt auch am Richter: Sprechenden Vorsitz hat Hofrat Walter Stockhammer, seit 35 Jahren Strafrichter am Straflandesgericht Wien. Er hat alles erlebt, was man im grauesten aller Häuser erleben kann. Er hat sich eines bewahrt: Humor und Güte.

Schmähbrüder

Ein Schmähbruder ist auch Anwalt Michael Bereis. Er lebt eigentlich, das muss man kritisch anmerken, nur mehr vom Schmäh. Das Journal erlebte ihn einmal am Oberlandesgericht in einer Berufungsverhandlung – die reinste Katastrophe. Er hatte keine Argumentationslinie. Mit Nejedly gemeinsam hat Bereis, dass auch er schon einmal vor Gericht saß. Das hartnäckigste aller Gerüchte im Wiener Landesgericht besagt, dass er vor gut zwanzig Jahren von Rudolf Mayer persönlich durch Anzeige vor die Schöffenrichter gebracht wurde. Dr. Bereis wurde freigesprochen. Aber die Demütigung durch Anwaltskollegen saß.

Bereis machte sich fortan am Landesgericht Wien dünn und heute bestenfalls noch einen Straffall alle zwei Monate. Er verlegte sich auf die diskreteren, ebenso lukrativen, aber nicht öffentlichen Bezirksgerichte. Warum gerade er die alte Wiener Kriminallegende Nejedly vertritt, weiß man nicht. Es ist aber so. Zur ersten Garnitur gehört er am Landesgericht Wien schon lange nicht mehr.

Bauchschuss beim Würstelstand

Der Prozess gegen Alfred Nejedly rund um einen Bauschschuss am Würstelstand ist ein Muss und Pflichttermin für alle kriminalhistorisch Interessierten.

Es treten mehrere Legenden in der Wiener Strafgerichtsbarkeit auf: Eine Richterlegende, ein Schießgutachter, der kaum mehr in Erscheinung tritt, ein pensionierter Primararzt der Baumgartner Höhe, der nun Gerichtsgutachter ist. Ein bekannter Gerichtsmediziner, der bei fast jedem Mordprozess ordiniert. Ein Anwalt, der abgewrackt ist und den Rotwein liebt. Ein Angeklagter, der schon in Stein saß, als einige der Internetgeneration noch gar nicht geboren waren oder in die Windeln machten.

Daher richtet sich die Einladung auch an die Veteranen der Kripo. Es wird ein sehr „Wienerischer Prozess“, bei dem es allerdings für den, der im Buch „Schubirsch, Schandl und Co.“ immer nur der „Co“ war, wohl Haft geben wird.

Die Eckdaten:

  • 30. Juni 2009, 9 Uhr 00, Saal 303. §§ 15, 75 STGB (Strafbarkeit des Versuches, Mord)
    Geschäftszahl: 404 Hv 2/09 w
    Vorsitzender Richter: Hofrat Mag. Walter STOCKHAMMER
    Angeklagter: Alfred NEJEDLY
    Verteidigung: Dr. Michael BEREIS
    SV 1 (Schuss): Hofrat Ingo WIESER
    SV 2 (Gerichtsmedizin): Prof. Dr. Christian REITER
    SV 3 (Psyche): Prim. Dr. Heinz PFOLZ
    5 Zeugen – Die Personen vom Würstelstand: Herbert S., Bernhard G., Martha S., Richard D., Rudolf W.

Alfred Nejedly 1971 - auf Flucht - JA Stein - diegalerie - blaulicht und graullicht
Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht)

Hubsi Kramar: „Habe nicht Pimmel, Pimmel geschrien!“

Veröffentlicht in Dossiers, Josef Fritzl, Justizfälle, Medienrecht von marcusjoswald am 28. Juni 2009
Fritzl Case hat gerichtliches Nachspiel für Zeitung HEUTE. Im Bild Hubsi Kramar, der sich verwahrt, dass er <em>Pimmel, Pimmel!</em> geschrien haben soll. (Foto: Web)

Fritzl Case hat gerichtliches Nachspiel für Zeitung HEUTE. Im Bild Hubsi Kramar, der sich verwahrt, dass er Pimmel, Pimmel! geschrien haben soll. (Foto: Web)

(Wien, im Juni 2009) Der Wiener Schauspieler Hubsi Kramar, 60, ist auf sein morgiges Verfahren gegen die Zeitung „Heute“ eingestimmt. Besondere Vorbereitung braucht es nicht: „Ich mache es aus dem Stand“, wie er dem Herausgeber am Sonntag am Telefon erzählt.

Vorwurf des Subventionsmissbrauchs nicht eingeklagt

Ursprünglich vermutete B&G, dass die Zeitung „Heute“ von ihm geklagt wird, weil sie im Vorfeld des Fritzl-Prozesses, als sich die Zeitung rund um die Amstettner Inzest-Affäre gegen Außenangriffe durch ausländische Medien auf Österreich verwehrte, dem Schauspieler vorwarf, dass er mit Steuergeld Nestbeschmutzung betreibe. Konkret warf ihm die Wiener Boulevardzeitung vor, dass sein Theater 150.000 Euro Subvention bezieht.

Was man dem schnellen Leser in der Wiener U-Bahn (die Zeitung „Heute“ ist das Folgeprodukt des „U-Express“) verschwieg, war, dass Kramar diese Subvention von der sozialdemokratischen Stadtregierung (MA 7 – Kunst und Wissenschaft) für das ganze Kalenderjahr ausgesprochen bekam und damit unterschiedliche Theaterprojekte disponieren muss. Was auch nicht gesagt wurde, war, dass 130.000 Euro im Jahr für den Erhalt des Theaters (Strom, Heizung, Personal, Gagen) abfließen – auch ohne ein Fritzl-Stück.

Vorwurf „Pimmel, Pimmel!“ eingeklagt

Um diese politischen Angriffe geht es aber am Montag um 9 Uhr 30 vor dem Landesgericht Wien ohnehin nicht. Sondern darum, wie Kramar sagt, dass ihm die Zeitung unterstellt hat, dass er am Vorplatz des Landesgerichtes St. Pölten während der Performance „Pimmel, Pimmel!“ geschrien haben soll. „Das ist unwahr und dagegen wehre ich mich mit der Klage“, so der Theaterimpressario am Sonntag vor dem Medienprozess.

Kramar weiter: „Ich habe den Schmitt (Chefredakteur, Anm.) getroffen und ihm das gesagt. Es hat nicht geholfen. Sie haben weiter geschrieben, ich verhöhne die Opfer. Was ich machte, war eine Mediensatire. Ich wollte zeigen, was der Endpunkt dieser Geschichte ist. Daher spielte ich den Hollywoodstar, der in drei Jahren in Cannes mit der weißen Limousine vorfährt und Fritzl in einem Film gespielt hat. So endet das dann. Das wollte ich zeigen.“ Der Performer: „Ich traf dann noch einmal den Schmitt (Chefredakteur, Anm.) und erklärte ihm das, aber der verfolgt halt seine politische Linie.“

Rivalität mit „Krone-Konzern“

Kramar ist enttäuscht, dass vieles in Österreich nicht geht. Er habe sich immer mit den breitenwirksamen, kunstfeindlich auftretenden Boulevardzeitungen und dem „Krone-Konzern“ angelegt. „Nun bekomme ich die Rechnung präsentiert.“ Der Akteur: „Es ist halt eine gewisse Hetzkampagne gegen mich im Laufen. Es ist traurig, dass man so angefeindet wird.“ Einen Effekt hatte die Berichterstattung: Kurz vor dem Fritzl-Stück, das eher ein Diskursabend und Seminar war, denn ein abgerundetes Drama im Keller von Amstetten, haben „durch solche Zeitungen aufgescheuchte Wirrköpfe alle Schlösser bei unserem Theater verschweißt, sodass wie alle austauschen mussten. Das hat auch die Polizei als Sachbeschädigung aufgenommen“, berichtet der Impressario am Telefon.

Zum Abschluss die Frage zur Beseitigung jeder Missverständnisse, ob es beim Medienverfahren um die kritisierten Subventionen für das Wiener Theater geht oder um seinen Auftritt in St. Pölten: „Die Zeitung sagt: Ich hätte am Vorplatz von St. Pölten ‘Pimmel, Pimmel!’ geschrien. Darum geht’s morgen!“, konkretisiert der Performancekünstler.

Sein Gegner ist übrigens Anwalt Michael Rami. Ihm ein FPÖ-Naheverhältnis nicht nachzusagen, wäre eine mediale Unwahrheit. Rami vertritt die Zeitung „Heute“, die Eva Dichand gehört, ebenso wie die „Kronen Zeitung“, die Hans Dichand gehört. Beide Zeitungen verteidigen in letzter Zeit auffällig oft die Töne eines gewissen 40-jährigen, Politsprechers mit Namen Strache. Beide Revolverblätter druckten auch alle Wahlkampf-Inserate der FPÖ ab, während sich andere Zeitungen (wie News, Format und teilweise auch Österreich) weigerten.

Termin Medienverhandlung Kramar gegen HEUTE

Marcus J. Oswald (Ressort: Dossier Josef Fritzl, Justizfälle, Medienrecht)

Knalleffekt – Kramars Klage gegen „HEUTE“ abgewiesen – Aus Formalgründen

Veröffentlicht in Dossiers, Gerichtssaal, Josef Fritzl, Kurzer Prozess, Medienrecht von marcusjoswald am 29. Juni 2009
Hubert Kramar, 60, ist über den Ausgang des Verfahrens enttäuscht. (Foto: Marcus J. Oswald am 29. Juni 2009 im Landesgericht Wien)

Hubert Kramar, 60, ist über den Ausgang des Verfahrens enttäuscht.
(Foto: Marcus J. Oswald am 29. Juni 2009 im Landesgericht Wien)

Der Chefredakteur der Wiener Gratiszeitung <em>HEUTE</em> (Auflage: 250.000) schrieb nach dem ersten Tag des Fritzl-Prozesses, Hubsi Kramar habe Pimmel, Pimmel geschrien. (Fotoquelle: Tageszeitung HEUTE, 17. März 2009, s. 5. Source: Zeitschriftenarchiv Oswald 1090)

Der Chefredakteur der Wiener Gratiszeitung HEUTE (Auflage: 250.000) schrieb nach dem ersten Tag des Fritzl-Prozesses, Hubsi Kramar habe Pimmel, Pimmel geschrien. (Fotoquelle: Tageszeitung HEUTE, 17. März 2009, S. 5. Source: Zeitschriftenarchiv Oswald 1090)

(LG Wien, am 29. Juni 2009) Der von Hubert „Hubsi“ Kramar angestrengte Medienprozess gegen die Wiener Tageszeitung „Heute“ verläuft ohne Medienbegleitung, da zur gleichen Zeit der Prozess gegen den Wiener „U-Bahn-Schubser“ Walter Werner in einem anderen Saal startet und die bescheidenen Wiener Medienressourcen im „3-er Saal“ des zweiten Stockes (203) bindet. Immerhin wurde im Vorfeld dieses Kriminalfalls einem Mann von der einfahrenden U-Bahn ein Zeh abgeschnitten. Das interessiert die Leser und Fernsehkonsumenten.

Im Vorfeld des Medienprozesses Kramar gegen Heute wurde einem Schauspieler von einer Wiener Boulevardzeitung die Ehre abgeschnitten. Das interessiert nur wenige.

Nur ein Zuhörer

Im Saal 311 sitzt – wie so oft – nur ein Zuhörer. Dieses Journal rechnete schon damit, dass die lange Anreise zum Gericht mit einem Beweisverfahren belohnt wird. Kann sich ein Medienjunki doch noch gut erinnern, wie in den englischen Fritzl-Wochen Medien und Politiker unter Drogen standen. Daran, dass Hubsi Kramar, der das Thema Fritzl als einziger Künstler direkt und konfrontativ anging, im Februar 2009 von der FPÖ via Presseaussendung mit politischen Angriffen als Theaterdirektor bedacht wurde. Und, dass im März 2009 dann die Tageszeitung „Heute“ Charakterangriffe gegen den Schauspieler startete. Die Angriffe der Zeitung sind in vier Ausgaben in den Archiven dieser Welt dokumentiert: 17. März 2009 (S. 5), 20. März 2009 (S. 9), 1. April 2009 und 6. April 2009.

Mediale Falschbehauptungen

Vor allem die harsche Bemerkung aus der Ferne, Hubsi Kramar habe „Pimmel, Pimmel“ am Vorplatz des Landesgerichtes St. Pölten im Rahmen seiner Performance geschrien, wurde eingeklagt. Denn er hat es nicht geschrien. Die gesamte Performance wurde mit einer Kamera aufgezeichnet. Nirgendwo ist dieser Ausspruch zu hören.

Von Kramars Anwalt Andreas Kleiber (aus der Kanzlei Markus Freund) wird daher der Wahrheitsbeweis angepeilt. Prozessziel ist, dass sich die Zeitung von der Behauptung „Pimmel, Pimmel“ distanziert und eine Gegendarstellung veröffentlicht. Allein, dazu kommt es nicht.

Blitzverhandlung

Das Verfahren unter dem Vorsitz der Medienrichterin Birgit Schneider, die den Akt von der vor einer Woche karenzierten Richterin Bettina Körber geerbt hat, dauert genau acht Minuten. Draußen wartet nur der Zeuge der Zeitung „Heute“, Journalist Robert Loy. „Heute“-Redakteurin Karin Strobl ist nicht gekommen. Hubsi Kramar sitzt im Saal. Kläger Hubsi Kramar hat die vier Zeitungsstücke (17.03., 20.03., 1.04., 6.04.) zum Klagsinhalt gemacht. Dazu wird ein weiterer Zeuge „zum Beweis für die Unwahrheit des Vorbringens“ beantragt: Peter Rosenauer.

Zeuge wird abgelehnt

Der Klagswerber hätte noch eine Menge Leute mehr als Zeugen beantragen können. Nämlich alle, die damals am ersten Prozesstag am Vorplatz des Landesgerichtes St. Pölten waren. Darunter auch der Herausgeber dieses Journals, Mag. Herwig Baumgartner, Diplomingenieur Richard Kaiser, Diplomingenieur Gerald Zeiner, Kurt Essmann und viele andere. Doch der Kläger belässt es bei Peter Rosenauer, der damals auch mit seiner Aktionsgruppe „Resistance for Peace“ vor Ort war.

Peter Rosenauer wäre als Zeuge für Hubsi Kramar sicher gerne gekommen. (Foto: Marcus J. Oswald)

Peter Rosenauer wäre im Pimmel-Verfahren als Zeuge für Hubsi Kramar sicher gerne gekommen. (Foto: Marcus J. Oswald)

Jedoch: Die Richterin, und damit nähert man sich schon dem Ende des achtminütigen Verfahrens, lehnt den Zeugen Peter Rosenauer zum „Beweis der Wahrheit“ ab. Auf die Zeugin Strobl wird seitens des Gerichtes verzichtet. Der Zeuge Robert Loy wird nach Hause geschickt. Dann beendet die Richterin diesen Prozess kurz und bündig: „Das Gegendarstellungsbegehren ist abzuweisen. Und zwar aus formalen Gründen.“

Punkt und Beistrich nicht eingehalten

Was sind die „formalen Gründe“? Die Richterin sagt: „Für ein Gegendarstellungsbegehren ist notwendig, so die ständige Rechtssprechung, dass der Text der Zeitung formgenau im Antrag formuliert wird.“

Richterin sucht Wimmerl am Pimmerl

Richterin Birgit Schneider listet sechs Punkte auf, in denen das Klagsbegehren von den Zeitungsausschnitten „divergiert“. Und zwar so, Richterin: „Einmal heißt es im Klagsantrag Pimmel, Pimmel!. [Pimmel, Beistrich, Pimmel, Rufzeichen, Punkt], das ist falsch. Im Zeitungstext heißt es Pimmel, Pimmel. [Pimmel, Beistrich, Pimmel, Punkt].“

Weiter, die Richterin: Einmal ist „Folgendes“ groß geschrieben, im Zeitungstext ist „folgendes“ klein geschrieben.

„Divergierende Schreibweise“

Sie nennt vier weitere Wörter, wo die Schreibweise im Klagsbegehren minimal vom Zeitungstext divergiert. Und da, so die Richterin, „die Instanz das sofort zurück schmeißt, ist die Klage auf Gegendarstellung abzuweisen.“

Die Kostennoten der Anwälte Andreas Kleiber und Michael Rami werden eingesammelt und das Verfahren ist geschlossen. Hubsi Kramar kommt während des Kurzprozesses nicht zu Wort. Klägeranwalt Kleiber nimmt „drei Tage Bedenkzeit“. Daher: Nicht rechtskräftig.

„Zum Falter gehen“

Hubsi Kramar ist nachher im Caféhaus empört. Er vermutet höhere Kräfte dahinter und eine politische Sache im Hintergrund. Er will nun eine Pressekonferenz organisieren und „zum Falter gehen“.

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Die Wiener Gratiszeitung <em>HEUTE</em> (Auflage: 250.000) schrieb nach dem letzten Tag des Fritzl-Prozesses, Hubsi Kramar habe <em>Obszönitäten herumgeschrien</em>. Ihm hätte Platzverbot gebührt. (Fotoquelle: Tageszeitung HEUTE, 20. März 2009, s. 9, in Höhe leicht komprimierte Version der Kolumne. Source: Zeitschriftenarchiv Oswald 1090)

Die Wiener Gratiszeitung HEUTE (Auflage: 250.000) schrieb nach dem vierten und letzten Tag des Fritzl-Prozesses, Hubsi Kramar habe Obszönitäten herumgeschrien. Ihm hätte Platzverbot gebührt. Auch dieses Textstück wurde wegen vermuteter falscher Tatsachenbehauptung eingeklagt. Es scheiterte an formalen Hürden. (Fotoquelle: Tageszeitung HEUTE, 20. März 2009, S. 9, in Höhe leicht komprimierte Version der Kolumne. Source: Zeitschriftenarchiv Oswald 1090)

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Rückschau auf den Rahmen des Prozesses und „Fall Fritzl“ – aus Sicht von „Heute“ (Tageszeitung, Wien):

Nach dem ersten Prozesstag war die Medienstimmung so glutheiß wie nie zuvor bei einem Gerichtsprozess. (Foto: Heute 17. März 2009. Source: Titelseitenarchiv Oswald 1090)

Nach dem ersten Prozesstag im weltweit beachteten Fritzl Case war die Medienstimmung so glutheiß wie nie zuvor bei einem Gerichtsprozess.
(Foto: Heute, 17. März 2009. Source: Titelseitenarchiv Oswald 1090)

Noch am letzten Gerichtstag war die Stimmung so aufgeschaukelt, dass Bibelzitate und Bibelinterpretationen herhalten mussten. Der Fritzl-Prozess hatte die Funktion eines Blitzableiters und läßt vergessen, dass erst am 25. Juni am Landesgericht Wien ein Mann wegen Kinderpornografie vor Gericht saß und das Leben weitergeht. Lebenslang. Gut so! (Foto: Heute, 20. März 2009. Source: Titelseitenarchiv Oswald 1090)

Noch am letzten Gerichtstag war die Stimmung so aufgeschaukelt, dass Bibelzitate und Bibelinterpretationen herhalten mussten. Der Fritzl-Prozess hatte die Funktion eines Blitzableiters und läßt vergessen, dass erst am 25. Juni am Landesgericht Wien ein Mann wegen Kinderpornografie vor Gericht saß und das Leben weitergeht. Lebenslang. Gut so! (Foto: Heute, 20. März 2009. Source: Titelseitenarchiv Oswald 1090)

Marcus J. Oswald (Ressort: Dossier Josef Fritzl, Medienrecht, Gerichtssaal, Kurzer Prozess) – 29. Juni 2009, Saal 311, 9 Uhr 30 – 9 Uhr 38

Fokus Steirer in Wien – 2. Landeshauptmannstellervertreter Kurt Flecker klagt KRONE

Veröffentlicht in Auf Kalender, Gericht, Medienrecht, Termindienst von marcusjoswald am 3. Juli 2009

Sein Motto lautet: „Jeder Mensch hat ein Recht auf seine persönliche Würde.“ Kurt Flecker ist Kulturreferent des Landes Steiermark, daneben für Arbeit und Soziales zuständig. Nun klagte er die „Kronen Zeitung“. Entweder es ist wieder einer dieser politischen Prozesse, für die das Medienrecht herhalten muss, oder es ist mehr. Am kommenden Freitag weiß man, die Leser und die diversen Ausbildungsstätten, die die Berichte verwenden, alles. Da die Kanzlei Lansky (Lansky/Ganzger) gute Kontakte in die steiermärkische Landesregierung hat, vertritt die Klägerseite Lansky-Ganzger. Den Multimillionär und „Krone“-Eigner Hans Dichand, der ein Monatsgehalt von bis zu 800.000 Euro bezieht (inklusive Gewinnbeteiligung), vertritt der, der mit der Vertretung der expliziten Boulevardzeitungen „Kronen Zeitung“ und „Heute“ den guten Schnitt macht: Michael Rami. Geklärt ist noch immer nicht, wozu es im politischen Leben Medienprozesse gibt. Das ein andernmal. Wahrscheinlich geht es diesmal um Kunst. Auch schön. Lex mihi ars.

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht, Medienrecht-Auf Kalender)

In Wels startet die Ordnungswache

Veröffentlicht in Polizeikultur von marcusjoswald am 12. Juli 2009
Anfang Juli 2009 startete in Wels die Ordnungswache. Sie schaut nach der Ordnung. Im Bild mit Bürgermeister Peter Koits. (Foto: Stadt Wels)

Anfang Juli 2009 startete in Wels die Ordnungswache. Sie schaut nach der Ordnung. Im Bild mit Bürgermeister Peter Koits von der SPÖ. (Foto: Stadt Wels)

(Wels/Wien, im Juli 2009) Wels ist mit 62.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Österreichs. Die Kriminalität ufert nicht aus – trotz „Ausländeranteil“ in der Bevölkerung von fast 20%. Die Aufklärungsquote liegt über der von Linz. Die Jugendkriminalität mit Delikten wie Vandalismus, Sachbeschädigung, Körperverletzung liegt unter dem oberösterreichischen Landesschnitt (OÖ 17%) bei knapp 15% am Gesamtdeliktsstand. Die Aufklärungsquote der Jugendkriminalität liegt in der Messestadt Wels bei über 50% (Linz knapp: 40% bei Jugendkriminalität). Insgesamt ist Wels keine „kriminelle Hochburg“, aber die kleinen Delikte wollen reduziert werden.

Sparstift bei Polizei

Die Welser Polizei wurde sukkzessive eingespart. Der Personalstand schrumpfte gegenläufig zum steigenden Einwohnerstand von 213 auf derzeit 174. In der siebtgrößten Stadt Österreichs ist die Stadtregierung nun der Meinung, dass beim engen Personalstand die Polizei nicht mehr sichtbar auf den Straßen sein und keine Fußstreifen mehr durch die innere Stadt machen kann. Daher hat der Bürgermeister eine „Ordnungswache“ ins Leben gerufen. Der Beschluss erfolgte im November 2008, der Startschuss im Juli 2009.

Magistratsangestellte

Die „Ordnungswache“ ist dem Ressort „Bürgerdienst“ des Magistrates unterstellt und es handelt sich um Magistratbedienstete. Der SPÖ-Bürgermeister Peter Koits sagt, dass man die neunköpfige „Ordnungswache“ nicht als „Stadtwache“ sieht und auch nicht als Polizeiersatz. Die Kompetenzen sind schmal, sie Ordnungswache darf nur die Exekutive informieren und abmahnen. „Sie dient der Prävention“, heißt es.

Kleine Ordnung erhalten

Vorrangiges Ziel der Wache ist es, das subjektive Sicherheitsgefühl zu heben. Denn die „Ordnungswache“ trägt Uniform, blaue Hose, hellblaue Hemden und rote Tellermütze. Es sind acht Männer und eine Frau. Von der Welser Stadtpolizei wird das nun umgesetzte Vorhaben begrüßt. Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner sieht eine Ergänzung zum Polizeidienst, aber keinen Ersatz. Die „Ordnungswache“ könne nicht gemeinsam mit der Exekutive „auf Streife“ gehen. Das sei aus Datenschutzgründen ausgeschlossen. Außerdem darf die „Ordnungswache“ den Polizeifunk nicht mithören. Sie darf aber kleine Dinge erledigen, wünscht die Polizei: Etwa in Fußgängerzonen dafür sorgen, dass nicht Rad gefahren wird, im Vergnügungsviertel nächtens kontrollieren, dass die Nachtruhe eingehalten wird oder mithelfen, dass die Bettlerverordnung eingehalten wird.

Schwerpunkt Wochenende

Die Einsatzzeiten der „Ordnungswache Wels“, die sich hauptsächlich in der Innenstadt bewegt (und vom Herausgeber schon auf Patroullie gesehen wurde): Montag von 9 bis 17 Uhr 30, Dienstag und Mittwoch von 9 bis 24 Uhr, Donnerstag und Freitag von 9 Uhr bis 6 Uhr früh des nächsten Tages, Samstag von 13 Uhr 30 Uhr bis Sonntag 6 Uhr und Sonntag von 13 Uhr 30 bis 23 Uhr.

Kosten: 300.000 Euro pro Jahr

Angrenzende Gemeinden hatten dieses System angedacht, aber nicht verwirklicht. Als sie gehört haben, was es kostet, war die Überlegung rasch schubladiert. Die Messe- und Sportstadt Wels (Staatsmeister Herrenbasketball; Staatsmeister Frauenlandhockey, derzeit wird um 23 Millionen Euro ein Fußballstadion sowie eine Basketballhalle für 4.000 Sitzplätze gebaut) gibt 300.000 Euro Steuergeld im Jahr für neun Mitarbeiter der „Ordnungswache“ aus.

Marcus J. Oswald (Ressort: Polizeikultur)

Marcus J. Oswald macht Sommerfrische!

Veröffentlicht in Das ist von marcusjoswald am 14. Juli 2009
Mach mal Pause. (Foto: B&G)

Mach mal Pause. (Foto: B&G)

(Salzkammergut/Wien, im Juli 2009) „Knie kaputt, Wirbelsäule im Arsch.“ So könnte man das Fazit nach dem letzten, schweren Arbeitsjahr beschreiben. Ein Arzt sah das genau und er sagte: „Fahr aufs Land! Erhole Dich ein paar Wochen.“ Daher macht der Herausgeber nun ungefähr bis Ende August in Oberösterreich einmal Urlaub bei Kühen, Wildenten, freilaufenden Hasen und Rehen und viel, viel, viel guter Luft. Dort kann man Spazieren zwischen Weizenfeld und Kukurutz und drei Kilometer kommt kein Auto. Das ist gut. Man muss nicht immer täglich fünf Tageszeitungen lesen und sich mit Gedankenmüll aus den Parteizentralen auseinandersetzen. Man muss auch nicht jeden Tag online sein. (Das Handy ging dieser Tage verloren, welch Zufall!) Es ist ein Unterschied, in Gmunden am klaren Traunsee zu sitzen oder in der verdreckten Untergrundlinie 4 in Wien-Heiligenstadt.

Rad

Der Herausgeber streckt natürlich weiterhin seine Fühler aus und beobachtet die Sicherheitslage. Aber dezent. Ab und an ein Bericht, das wird in den nächsten fünf, sechs Wochen so sein. Dem passionierten Radfahrer gefällt der Radweg entlang der kalten Traun von Wels nach Gmunden (42 Kilometer) einfach besser als die Tour zwei Mal die Donauinsel hoch und nieder im Slalom zwischen Kampffahrern.

Kino und Theater

Das „Sommerkino“ am Welser Stadtplatz ist gut besucht, aber nicht überlaufen. Im Stadtcafé zu Gmunden saß schon Thomas Bernhard. Altmüster ist sowieso schön. Heuer sponsert jemand eine Karte für die Salzburger Festspiele. Von Chekhov steht ein Stück aus der Trilogie „Kirschgarten-Drei Schwestern-Die Möwe“ am Programm, nämlich: „Die Möwe“. Im August 2009 legt dann die deutsche Regisseurin Andrea Breth im Rahmen der Festspiele „Schuld und Sühne“ (neuere Übersetzung: „Verbrechen und Strafe“) von Fidior Dostojewskij neu auf. Das Salzburger „Café Bazar“ ist sowieso schön. Diese Dinge sind im Sommer wichtig.

Regeneration

Der bildungshungrige Städter fährt aufs naturbelassene Land zur Regeneration. Letztlich bietet die Kleinstadt hundert Mal mehr Lebensqualität. Ende Juli kommt eine Reise nach Ischl. Im „Bayrischen Hof“ lässt es sich gut Essen, im Café Zauner an der Esplanade sind die Torten wohl die Besten der Welt. Das Salzkammergut ist „das zehnte Bundesland“, sagte Alfred Komarek in seinem gleichnamigen Buch. Er hat Recht.

Daumenkino

In den nächsten sechs Wochen wird unwichtig, ob in Wien-Kaisermühlen wieder einmal ein orientierungsloser Junki einem Geldbriefträger die Eisenstange auf den Kopf schlägt oder wieder einmal irgendein übergeschnappter, politisierender Scheidungsvater in Maßlosigkeit die Justizministerin anzeigt, weil er sein Kind nicht sehen darf. Man muss sagen: Das sind deren Probleme. Es ist Daumenkino. Nun ist Sommer. Das Leben besteht aus Phasen der Anstrengung und der Erholung. Sommer ist Lesezeit, Erholungszeit, irgendwann muss auch einmal Pause sein vom Wahnsinn auf der Welt. Man braucht Erholung von den abseitigen Dingen, sonst wird man krank im Kopf.

Sommerfrische nun, bis der Sommer aus ist. Wie es jeder vernünftige Mensch tut. Danach geht es im Oktober online weiter. Wer will, bekommt eine Postkarte!

Marcus J. Oswald (Ressort: Das ist)

Mord an LUCA ELIAS: Die Annalen des Horrors (Buch)

Veröffentlicht in Buch von marcusjoswald am 21. Juli 2009
Fall Luca, dokumentiert von Herwig Baumgartner. (Foto: BOD Verlag)

Fall Luca, erörtert von Herwig Baumgartner.
(Foto: BOD Verlag)

(Wels/Wien, im Juli 2009) Der Tiroler und Wiener Mag. Herwig Baumgartner ging unter die Buchschreiber. Nach ungefähr 200 Anzeigen gegen irgendwelche Staatsanwälte und Richter wollte er einmal Sinnvolles machen und gab am 6. Juli 2009 Gebundenes zum Fall Luca-Elias heraus. Er spickte es mit Analysen zum Kriminalfall.

Aus dem (von ihm verfassten) Klappentext: „Ziel dieses Werkes ist es, die dokumentierten Fakten zum bestialischen Mord und zu dessen Vorgeschichte aufzuzeigen, dies anhand der vom Autor eigenhändig, handschriftlich erstellten Protokolle der Gerichtsverhandlungen in Innsbruck, allen dem Autor zusätzlich verfügbar gemachten Dokumenten und Medienberichten, sowie dem persönlichen Eindruck aus allen Zeugenaussagen der vier Prozesstage mit etwa vierunddreißig Stunden Verhandlungszeit.“

Baumgartner-Analyse

Weiter Baumgartner, Klappentext: „Die Darstellung des Strafverfahrens am Landesgericht Innsbruck erfolgt als Nachbereitung der Ergebnisse, mit einer Analyse des Vorgehens des Richters, aller Anwälte und der daraus ableitbaren Erkenntnisse insbesondere aus den Beweisaufnahmen in den vier Prozesstagen durch die Zeugenbefragungen. Das Vorgehen erfolgte nach einer analytischen Methode des Autors, welche verschiedene Aspekte des Verfahrensrechts aus der Strafprozessordnung in der geltenden Fassung mit jenen der eigenen inhaltlichen Fokussierung mit subjektiver Bewertung mischt.“

Autorenportrait

Baumgartner lebt in Wien mal da, mal dort. Im Klappentext verwendet er sogleich das von diesem Journal erfundene Wort „Justizrebell“. Er sagt im Selbstportrait: „Der Autor ist in den letzten Jahren bekannt geworden als ‘Justizrebell’. Seit nunmehr ACHT Jahren kämpft der absolut willkürlich durch die Österreichische Justiz entrechtete Vater um Kontakt zu seinen vier noch minderjährigen Kindern aus erster Ehe, welche noch immer nicht geschieden ist. Laut den Gerichten führt er einen unerbitterlichen Krieg gegen die von ihm medial gebrandmarkten Mitglieder der Justiz unter seinem Motto, dem Zitat des Mohandas Karamchand (Mahatma) Ghandi: Stärke entspringt nicht aus physischer Kraft, sondern aus einem unbeugsamen Willen“.

Hinweis

Dem Blaulicht-Journal liegt dieses Buch nicht vor und daher kann hier keine Rezension erfolgen. Der Hinweis, dass das Werk veröffentlicht wurde, geschieht. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen.

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Aus der Ferne ist anzumerken, dass sich das Buch auf den „Innsbrucker Prozess“ gegen die Mutter des Luca-Elias konzentriert, der im Mai 2009 durchgeführt wurde. Nicht behandelt werden konnte der „Korneuburger Prozess“ vom 25. und 26. September 2008, da an diesen Tagen Herwig Baumgartner nicht im Gerichtssaal war.

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Mord an LUCA ELIAS: Die Annalen des Horrors. ISBN 978-3-8370-8810-6. Verlag Books on Demand. Broschiert. 184 Seiten. Herausgegeben und verfasst von Herwig Baumgartner. Hamburg, Juli 2009. Preis: 14,90 Euro.

Zu beziehen über (Direktproduktlinks): Amazon, BOD und Buch24.de.

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Demonstration für LUCA (26. September 2008)

Marcus J. Oswald (Ressort: Buch)

Julius Meinl V. hat nun drei Medienprozesse gewonnen

Veröffentlicht in Gerichtssaal, Medienrecht, Meinl-Medienklagen von marcusjoswald am 27. Juli 2009
Landesgericht Wien

Landesgericht Wien

(Wien, am 27. Juli 2009) Es ist anders als man denkt. Kleiner und unspektakulärer. Julius Meinl schaffte es im Frühjahr 2009 zwei Mal mit dem gleichen Foto auf die Titelseite der größten Tageszeitung „Kronen Zeitung“. Er war einige Wochen ein großes Thema rund um die sich überschlagenden Ereignisse im April als plötzlich die Polizei in den Villen des 12. reichsten Österreichers stand. Die Medienprozesse jedoch sind klein – und effizient. Bisher hat Meinl alle drei Medienprozesse gewonnen. Das muss nüchtern festgehalten werden.

Kurier und eine Schweizer Zeitung

Vor rund drei Wochen musste nach Gerichtsurteil der „Kurier“ eine „Gegendarstellung“ drucken. Vor zwei Wochen verlor die Online-Ausgabe der größten Schweizer Zeitung, die „Sonntagszeitung“, einen Medienprozess nach Verletzung der Unschuldsvermutung. Der Prozess heute am Landesgericht Wien ist ein Gespensterprozess. Meinl-Medienanwalt Michael Rami, nun das dritte Mal siegreich, sitzt mit Richterin Birgit Schneider um 9 Uhr morgen allein im Gerichtssaal 308. Nicht einmal ein Beklagtenvertreter der Schweizer Medienhauses ist mehr da. Der Tisch bleibt leer. Die Richterin macht es dann auch sehr kurz: Ihr Urteil lautet „wie das Urteil von Heindl-König vor zwei Wochen rund um die Online-Ausgabe der Zeitung“. Beide Artikel vom 5. April 2009 sind im Inhalt ident. Heute geht es in einer separaten Verhandlung „um Print“. Die Verhandlung ist nach sieben Minuten gegessen.

Meinl gewinnt gegen „Sonntagszeitung“

Die Schweizer Zeitung wird verurteilt, binnen vierzehn Tagen das Urteil zu veröffentlichen, so der Auftrag durch das Wiener Gericht. Es kommt der § 51 MedienG zur Anwendung. Der zweite Teil des Klagsantrages wird jedoch aus rechtlichen Gründen abgewiesen: Gegendarstellungen nach österreichischem Recht sind bei ausländischen Zeitungen nicht möglich. Drittens: Die Prozesskosten teilen sich 2/3 zu 1/3 auf.

Die Frage an den Advokaten Michael Rami beim Weggehen, ob der Lizenziat nun eine Lawine von Klagen gegen Medien lostritt, verneint dieser. Es ist so gut wie nichts im Köcher. Rami muss es wissen, denn er macht die Medienklagen. Das überrascht dann doch. Zeitungen kolportierten, dass Meinl mit einer Horde von Anwälten und PR-Beratern (Eichenseder, Hausmanninger, Schillhammer; Dietmar Ecker und PR-Team, Medienanwalt Rami) bei Gerichten einfallen werde und um seinen Ruf kämpft. Doch offenbar belässt man es bei großflächigen Imageinseraten in Zeitungen im Namen des Meinl-Geldhauses und der Abwehr hartnäckiger Anlegerklagen rund um die MEL (Meinl European Land), von denen heute die ersten am Bezirksgericht für Handelssachen Wien verloren gingen, und konzentriert sich weniger auf Einzelklagen durch die Person Meinl gegen Medien. Das kann man interpretieren wie man will.

Julius fliegt über den Dingen

Die einfachste Deutung ist, dass Überflieger Julius „Lindberg“ Meinl so wohlhabend ist, dass er nicht einige Tausender bei Zeitungshäusern erstreiten muss. Diese „Gewinne“ verpulvert er mit seinem Privatjet an einem Tag. Man kann sagen: Hier ist einer so reich, dass er in Schallgeschwindigkeit über den Dingen des tiefen Medienalltags fliegt. Man ist angenehm überrascht. So könnte es öfter sein. Möglich ist auch jene Interpretation der neuen Gelassenheit: Meinl ist als Wahlbrite vom britischen Medienrecht Ärgeres gewöhnt, sodass ihn die Vorverurteilungen durch österreichische Schreibkräfte wenig erschüttern.

Laut Michael Rami ist bis Herbst 2009 am Landesgericht Wien keine weitere Meinl-Medienklage in Sicht.

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal, Medienrecht, Meinl-Medienklagen) – 27. Juli 2009 – Saal 308 – 9 Uhr 10 – 9 Uhr 17

Blaulicht und Graulicht empfiehlt – Urlaub im Gefängnis

Veröffentlicht in Justizanstalten von marcusjoswald am 31. Juli 2009
Solche Hotelräume laufen natürlich hauptsächlich über den <em>Preis</em>. Diese <em>singlecell</em> im Hotel in Langholmen in Stockholm kostet 250 Schwedenkronen pro Nacht, was 25 Euro entspricht. (Foto: Hotelwebseite)

Solche Hotelräume laufen hauptsächlich über den Preis. Diese singlecell im Hotel in Langholmen in Stockholm kostet 250 Schwedenkronen pro Nacht, was 25 Euro entspricht. (Foto: Hotelwebseite)

(Wien/global, im Juli 2009) Die Webseite „Blaulicht und Graulicht“ empfiehlt Ihnen, Ihren Urlaub im Gefängnis zu machen. Das ist entspannend und bringt neue Einsichten in das Leben.

Für die Feigen unter den Lesern gibt es natürlich die abgeschwächte, wohlstandsverwahrloste Version: Urlaub in einem Hotel, das einmal ein Gefängnis oder Zuchthaus (alter Terminus) war. Dazu nennt die Seite ein paar Häuser, die Sie unbedingt buchen sollten. Beim Reisebüro Ihres Vertrauens! Schönen Urlaub!

Tip 1:

Katajanokka: 170 Jahre war das Areal beliebtes Zuchthaus in Helsinki. Seit 2007 ist es First-Class-Hotel von Best Western. (Foto: Hotel)

Katajanokka: 170 Jahre war das Areal beliebtes Zuchthaus in Helsinki. Seit 2007 ist es First-Class-Hotel von Best Western. (Foto: Hotel)

Helsinki – Das Katajanokka-Gefängnis. Nun Hotel von Best Western und seit 2007 eröffnet. Das heutige Hotel (Bild oben) liegt auf einem schönen Areal. Die Hotelräume sind umgebaute Hafträume. Das Restaurant heißt „Jailbird“ (Knastbruder). Die Historie hier, die Hotelwebseite hier.

Tip 2:

Seit 1851 beliebtes Gefängnis in Boston, dann 15 Jahre Leerstand. Nun Luxushotel: Liberty. (Foto: Web)

Seit 1851 beliebtes Gefängnis in Boston, dann 15 Jahre Leerstand. Nun Luxushotel: Liberty. (Foto: Web)

Fahren Sie nach Boston! Dort stand 15 Jahre das Charles Street Gefängnis leer. 2007 wurde es als Liberty Hotel eröffnet. Es ist ein Design-Hotel und hat noch immer Versatzstücke aus der alten Zeit sichtbar gemacht. So heißt die Hotelbar „Alibi Bar“ und das Restaurant heißt „Clink“ (Knast). Dort sind auch noch originale Zellengitter eingebaut. Für Freaks und Kenner! Die Historie hier, die Hotelwebseite hier.

Tip 3:

Eine Reise nach Südafrika. Hier steht das ehemalige Breakwater-Gefängnis, heute das Protea Hotel Breakwater Lodge. Im 19. Jahrhundert ab 1859 ein Gefängnis, in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgelassen. Seit 1991 Gästeherberge für Weltreisende. Die Historie hier, die Hotelwebseite hier.

Tip 4:

Der Umbau von Langholmen machte ein preiswertes, funktionales Gebäude aus dem Gefängnis. Es ist vergleichbar im der Liesl in Wien: Schwere Eisentüren, ein offener Gang <em>(Lauf)</em> und erdrückendes Ambiete. Für Freaks und Sadomasochisten! (Foto: Hotelwebseite)

Der Umbau von Langholmen machte ein preiswertes, funktionales Gebäude aus dem Gefängnis. Es ist vergleichbar mit der Liesl in Wien: Schwere Eisentüren, ein offener Gang (Lauf) und erdrückendes Ambiete. Für Freaks und Sadomasochisten! (Foto: Hotelwebseite)

Und sollten Sie zufällig in Stockholm sein, empfiehlt es sich sehr günstig zu nächtigen. In einem 2-Stern** Hotel, das ein ehemaliges Gefängnis war. Fast 200 Jahre war in diesem Gebäude das Kronohaktet-Gefängnis unterbracht. Bis es 1975 die Pforten schloss. Das Hotel ist durchaus auf heutige Zeit mit Komfort ausgestattet: Internet, Telefon, Kabelfernsehen auf der Zelle. Dusche und WC am Raum. Die Räume sind ehemalige Zellen. Die Historie hier, die Hotelwebseite hier.

Allgemein: Schönen Urlaub!

Nachsatz: Sollten Sie eines dieser Hotels besucht haben, schicken Sie doch eine Postkarte an „Blaulicht und Graulicht“!

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Alternatives Thema:
Jan de Cock saß in 66 Gefängnissen (16. Mai 2008)

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten)

Peter Michael Lingens wird 70 und stellt Buch vor – Gratulation

Veröffentlicht in Buch, Medien von marcusjoswald am 7. August 2009
Alter Meister - Peter Michael Lingens. (Foto entnommen Buch: Auf der Suche nach den verlorenen Werten, 1986)

Alter Meister - Peter Michael Lingens.
(Foto entnommen Buch: Auf der Suche nach den verlorenen Werten, 1986)

(Wien, im August 2009) Altmeister Peter Michael Lingens wird 70 und er stellt sein Buch vor. Freude zum Geburtstag und Vorfreude auf das Buch, das „Ansichten eines Außenseiters“ heißt und beim Orac Verlag erscheint. Wo die Präsentation heute stattfindet, ist noch nicht klar, lässt sich aber herausfinden.

„profil“-Chef

Lingens machte einiges falsch und vieles richtig und daher war er für viele eine große Inspiration. 17 Jahre hat er in den 1970er und 80er Jahren das Magazin „profil“ geführt, das damals noch den Charakter einer politischen Analysezeitschrift hatte. Das machte er großteils richtig, dann stolperte er über eine „Briefbogenaffäre“. Er wollte auch eine eigene Zeitschrift gründen (es war eine Jugendzeitschrift mit Titel „My Way“, in der Leser die Artikel schreiben) und versuchte Inserenten anzuwerben. Leider auf Briefpapier des „profil“. Er musste 1987 gehen. Über die „Wirtschaftswoche“ kam er als Chefredakteur zum „Standard“, doch er musste 1994 auch dort gehen. Lingens hatte die Angewohnheit einige halbseidene Bekannte zu haben, einer war der Wiener Autoverleiher Franz Kalal. Beim Strafprozess 1994 saß der Herausgeber dieses Onlinejournals vier (von fünf) Tage im Großen Schwurgerichtssaal. Am ganz langen Ende wurde Lingens vom OGH freigesprochen.

Lingens war der einzige Journalist Österreichs, der einen Staatsanwalt beim Verlassen des Gerichtssaals „Drecksau“ schimpfen durfte (als er das sagte, stand er drei Meter neben dem B&G-Herausgeber). Er durfte, weil er die Gepflogenheiten bei Gericht kannte: Er war jahrelang seit den späten 60er Jahren der beste Gerichtsreporter Österreichs und später politischer Analytiker und damit stets auf Augenhöhe mit dem Geschehen im Spannungsfeld von Recht, Macht und Politik. Der Staatsanwalt freilich war keine Drecksau, sondern ein Fuchs, denn so hieß er. Er wurde nach diesem Prozessgeschehen rund um den Autoverleiher, der Russin, dem Staatsanwalt und Lingens nach Eisenstadt versetzt, wo man nichts mehr von ihm hörte.

Kleine Aussage, große Wirkung

Bedauerlich ist, dass nach dem Prozessgeschehen 1994 und letztinstanzlich endend 1995 die vermutlich größte Medienkarriere Österreich vernichtet wurde. Es sind auch jene zu tadeln, die das zuließen und kein Rückgrat zeigten, allen voran Oscar Bronner. Wenn man heutzutage jeden, der eine Anklage nach „Anstiftung zum Amtsmissbrauch“ hat (und am Ende freigesprochen wird, aber selbst wenn er verurteilt wird) aus einer Zeitung hinauswirft, dann kann man alle Medien zusperren.

Lingens war in seiner aktiven Zeitungsmacherlaufbahn der Grenzgänger, der man sein muss: Nicht käuflich, aber emfindsam für einnehmende Gesten, psychisch labil, aber stets sachlich stabil, bekannt mit mehreren gesellschaftlichen Kreisen, nicht nur den offiziell bekannten Figuren aus Politik und Wirtschaft, stets aktiv und konstant kommunikativ, erläuternd und erklärend. Aus dem Studium seiner internen Korrespondenzen aus den 80er Jahren, als er „profil“-Herausgeber war, wird klar, dass er hunderte Leserbriefe an die Wochenzeitschrift – oft mit dem Vermerk „nach Diktat verreist“ – persönlich und maschinschriftlich beantwortet hatte. Somit müssen viele Österreicher Briefe von Peter Michael Lingens besitzen.

Prinzipen uneränderlich

Er stammt aus einer Zeit, in der es kein Internet und kein Email gab und in der Wenige Medien machten und Viele zuhörten. Heute machen Viele Medien und Wenige hören zu. Auch das hat sich gewandelt. Die Prinzipien blieben unwandelbar und gleich. Er hat sie wesentlich kultiviert, auch wenn sich nur mehr Wenige daran erinnern können.

Lingens lebt nicht mehr in Großenzersdorf, sondern mittlerweile in Spanien. Sein heute abend vorgestelltes Buch (Ort noch unbekannt) ist sein fünftes: Eines war „Auf der Suche nach den verlorenen Werten“. Eines handelt von der Politik rund um die Krankheit AIDS, eines über Wehrpolitik, eines von seiner verstorbenen Mutter. Das nunmehrige fünfte Buch sind seine Memoiren: „Ansichten eines Außenseiters“. Es hat 512 Seiten und soll zahlreiche Abbildungen enthalten.

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Bücher von Peter Michael Lingens:

Werte 1986. (Foto: Bucharchiv Oswald)

Werte 1986. (Foto: Bucharchiv Oswald)


Liebe 1997. (Foto: Bucharchiv Oswald)

Liebe 1997. (Foto: Bucharchiv Oswald)


Abwehr 2000. (Foto: Bucharchiv Oswald)

Abwehr 2000. (Foto: Bucharchiv Oswald)


Mutter 2003. (Foto: Web)

Mutter 2003. (Foto: Web)

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Peter Michael Lingens gibt dem „Falter“ ein Interview (19. August 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien, Buch)

Anwalt Gerald Ganzger klagt Humanistenclub Resistance for Peace – Thema Fürst-Pfeifer

Veröffentlicht in Gabriele Fürst Pfeifer, Justizfälle von marcusjoswald am 11. August 2009
Wenn Anwälte zu viel zu tun haben, kommen sie durcheinander und verlieren die Übersicht. Der Anwalt Gerald Ganzger klagt den Humanistenclub <em>Resistance for Peace</em>. (Foto: Marcus J. Oswald an der Linken Wienzeile)

Wenn Anwälte zu viel zu tun haben, kommen sie durcheinander und verlieren die Übersicht. Der Anwalt Gerald Ganzger klagt den Humanistenclub Resistance for Peace. (Foto: Marcus J. Oswald an der Linken Wienzeile)

(Wien, im August 2009) Der Wiener Anwalt Gerald Ganzger, dessen Kanzlei laut Informationen des Wirtschaftsmagazins „Format“ 10,5 Millionen Euro Umsatz macht, macht viele Fronten auf und er vergisst, dass es nicht 0815-Beklagte sind, die er sich zum Feind erklärt. Es sind nicht die Resi-Tant, die Angst vor „dem Anwalt“ hat, sondern politische Strategen, Analytiker und Kämpfer. Diese Frontkämpfer für diverse Sachen legen sich mit vielen Gruppen in der Gesellschaft an. Dennoch glaubt Anwalt Gerald Ganzger, dass er die Resi-Tant, die Angst „vor dem Anwalt“ hat, vor sich hat.

Ganzger klagt Rosenauer

Nun geht es also weiter in der Gabriele Fürst-Pfeifer-Sache und der liebe Anwalt mit den 10,5 Millionen Euro Umsatz klagt nun den Peter Rosenauer von der humanistischen Vereinigung „Resistance for Peace“. Als Gerald Ganzer noch Jus studiert hat, hat Rosenauer schon Gerüste bestiegen und gegen den Walfang und gegen das Abmurksen der Delphine Plakate aufgehängt. So unterschiedlich können Lebenswelten sein. Und so unterschiedlich sind die Zeiten: Früher brachte der Anwalt am Bezirksgericht einen Schriftsatz ein, es gab keine Zuhörer und die Schriftsätze verschwanden im Aktenlager. Heute ist Internetwelt und alles zirkuliert und oszilliert. Anwälte wurden daher viel vorsichtiger mit Behauptungen in Gerichtseingaben, da sie in der ständigen Gefahr leben, dass alles plan am Tisch liegt und irgendwelche Leute diese Eingaben zu Gesicht bekommen.

Peter Rosenauer wird von Gerald Ganzger geklagt. (Foto: Marcus J. Oswald im Wiener Juridicum, am 13. Oktober 2008)

Peter Rosenauer wird von einem Wiener Salonrepräsentaten der Justizindustrie geklagt.
(Foto: Marcus J. Oswald im Wiener Juridicum, am 13. Oktober 2008)

Diese Woche ist Strategiebesprechung mit Rosenauer. Sein Termin ist am 26. August 2009 im BG Wien-Döbling, wie er sagt. Die Kanzlei Ganzger versteht in diesem Fall rund um die Gutachterin Fürst-Pfeifer vieles nicht. Die Gutachterin Fürst-Pfeifer wiederum weiß nicht, dass die Kanzlei Ganzger insgesamt zu schwach ist. Sie ist keine politische Einheit, versteht das alte System des Kettenbriefes nicht, sondern ist eine Kanzlei, die das politische Spiel nicht beherrscht.

Flexible Allianzen

So entstanden durchaus flexible Allianzen. Mittlerweile wird auch von solchen, die nichts persönlich gegen Fürst-Pfeifer haben, die eine ordinäre (gewöhnliche) Familienrechtsgutachterin von vielen in Österreich ist, begrüßt, dass die Freiheitlichen (oder die Grünen) im Parlamentsclub aktiv werden und diesen Klagszirkus auf eindrucksvolle Weise effektiv beenden: Indem eine „parlamentarische Anfrage“ zum Thema Fürst-Pfeifer erfolgt. Dann wäre amtlich und in stenografischen Protokollen nachlesbar, was, so die Auffassung des Rechtsfreundes Gerald Ganzger, nirgendwo nachlesbar sein darf.

Die Klage (Ganzger gegen Resistance for Peace) ist noch nicht bei dieser Seite eingetroffen. Die Antwort auf eine Kanzlei, die meint, im Armani-Anzug Salonpolitik machen zu können, bleibt weiterhin offene Informationspolitik.

www.resistanceforpeace.org

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  • 26. August 2009, 10 Uhr 45, Saal 308. §§ 7, 8ff MedienG
    Geschäft: 095 Hv 41/09h
    Richterin: Mag. Karin BURTSCHER
    Ast: Mag. Dr. Gabriele Früst-Pfeifer (Gerichtsgutachterin zum Familienrecht)
    AstV: Lansky-Ganzger
    AG: Verein Resistance for Peace, Obmann: Peter ROSENAUER
    AGV: Mag. Stefan TRAXLER (der gleich fünf VGT-Aktivisten im Neustädter Prozess vertreten wird)
    Zeuge: Peter ROSENAUER

Marcus J. Oswald (Ressort: Gutachterin Gabriele Fürst-Pfeifer, Justizfälle)

Schwarz gegen Weiß und Schwarz auf Weiß – Fußballtickets nun gleich teuer

Veröffentlicht in Männerpolitik von marcusjoswald am 12. August 2009
Dieser Mann kippte im Alleingang die Preisbevorzugung von Frauen am Fußballplatz. Beim Ländermatch Österreich gegen Kamerun zahlen Frauen erstmals gleich viel Eintritt wie Männer zur Sportveranstaltung. Robert Marschall vor dem Ernst Happel Stadion. (Foto: mfGenehmigung: wien-konkret.at)

Dieser Mann kippte im Alleingang die Preisbenachteiligung von Männern am Fußballplatz. Beim Ländermatch Österreich gegen Kamerun zahlen Frauen erstmals gleich viel Eintritt wie Männer zur Sportveranstaltung. Robert Marschall vor dem Ernst Happel Stadion. (Foto: mfGenehmigung - wien-konkret.at)

(Wien, im August 2009) Wenn Schwarz gegen Weiß (am Fußballplatz) kämpft, schwingt immer eine Grundrivalität mit: Zahlreiche Schwarze haben den Österreichern schon einige Frauen „weggenommen“.

Afrika-Schauen gibt es für Frauen nun nicht mehr zum „halben Preis“. Denn mit dem heutigen ÖFB-Ländermatch „Österreich gegen Kamerun“ kommen neue Preisrichtlinien zum Tragen. Bisher galt für Frauen beim Fußballschauen der „ermäßigte Preis“ nahe am Halbpreis. Das hat nun ein Ende. Ein Mann, Herausgeber einer Webseite und auch ein männerpolitischer Vorstopper, brachte den Ball ins Rollen.

Mann bringt Ball ins Rollen

Begonnen hatte es harmlos 2008. Robert Marschall richtete im Vorfeld der Ländermatches „Österreich gegen Deutschland“ (Februar) und „Österreich gegen Holland“ (März) eine Anfrage an den Österreichischen Fußballbund (ÖFB), warum er als Mann 18 Euro Eintritt zahlt, hingegen eine Frau nur 11 Euro berappen muss. Er beruft sich darin auf EU-Richtlinie 2004/113/EG, die auch hier nachzulesen ist.

Er recherchiert alle Länderspiele bis Februar 2009 und stellt fest: „Männer zahlen um bis zu 87% mehr als Frauen, für exakt den gleichen Sitzplatz!“

Am 3. Juni 2008 bringt sein Anwalt Georg Brandstätter aus der Kanzlei Wille Brandstätter Scherbaum Rechtsanwälte OEG eine Klage bei der Finanzprokuratur Österreichs ein, „Streitwert vorerst 20 Euro“. Der Anlassfall: „Nicht rechtzeitig umgesetzte EU-RICHTLINIE 2004/113/EG sowie die Fußballländermatches des ÖFB gegen Deutschland und Holland Anfang 2008″. Betroffene seien „über 50.000 diskriminierte Männer im Prater-Stadion“.

Am 1. August 2008 lehnt die Finanzprokuratur die Zahlung des Schadens ab. Es sei – so die Finanzprokuratur – „ein legitimes Ziel, mit der geschlechtsspezifischen Preisgestaltung den Fußball auf eine breitere Basis stellen zu wollen.“ Und ferner: „Dem Ersatzwerber sei tatsächlich kein Schaden entstanden. Wäre eine Gleichstellung erforderlich, dann würde dies zu keiner allgemeinen Absenkung der Ticketpreise führen, sondern lediglich zur Unterlassung der ermäßigten Abgabe an Frauen.“

Der Marschall-Plan

Am 13. Jänner 2009 bringt Robert Marschall über seinen Rechtsfreund beim VfGH eine Staatshaftungsklage ein. Als Diskriminierungsschaden werden 7 Euro aus dem Deutschland-Länderspiel vom 6. Febraur 2008 und 13 Euro aus dem Niederlande-Länderspiel vom 26. März 2008 eingeklagt, somit in Summe 20 Euro. „Dies deshalb, weil weder der ÖFB als Veranstalter, noch die Finanzprokuratur als Vertreterin des säumigen Staates Österreich den Diskriminierungsschaden ersetzen wollten. Da das österreichische Parlament die betreffende EU-Richtlinie nicht rechtzeitig in innerstaatliches österreichisches Recht umgesetzt hatte und somit eine direkte Klage gegen den Verursacher der sexuellen Diskriminierung nicht möglich ist, wird der Staat Österreich haftbar gemacht“, so seine Argumentation.

Am 8. Mai 2009 ist der ÖFB Generalsekretär Alfred „Gigi“ Ludwig als Zeuge vor dem Verwaltungsgerichtshof geladen und muss aussagen. Kern der Aussage: „Es ging nicht um Diskriminierung, sondern um Familiensinn.“ Ferner: „Frauenkarten gibt es seit mindestens 4 bis 5 Jahren. Bei den Spielen der österreichischen Frauennationalmannschaft gibt es keine ermäßigten Karten.“ Und: „Wir haben jetzt die Ermäßigungen für Frauen gestrichen.“

Am 13. Mai 2009 sendet Robert Marschall ein Aufforderungsschreiben an den ÖFB betreffend Rumänien-Match vom 1. April 2009, mit dem er die Rückerstattung des Diskriminierungsschadens begehrt. Das wird am 18. Mai 2009 abgelehnt. Er bringt am 17. Juni 2009 am BG Wien-Leopoldstadt eine Klage gegen den ÖFB ein und macht den „Diskriminierungsschaden 13 Euro“ als Vermögensschaden geltend: „Plus 100 Euro persönliche Beeinträchtigung = 113 Euro Gesamtschaden.“

Am 12. August 2009 findet in Klagenfurt das Fußball-Ländermatch Österreich gegen Kamerun statt. Der ÖFB egalisiert die Kartenpreise zwischen Männern und Frauen, indem er die Frauenpreise um bis zu 87% anhebt.

Robert Marschall machte Geschlechterdiskriminierung geltend, zwang Gigi Ludwig in den Zeugenstand, blieb hartnäckig und erreichte, dass bei Länderspielen Männer- und Frauentickets nun gleich viel kosten. (Fotoquelle: wien-konkret.at)

Robert Marschall machte Geschlechterdiskriminierung geltend, zwang Gigi Ludwig in den Zeugenstand, blieb hartnäckig und erreichte, dass bei Fußball-Länderspielen Männer- und Frauentickets nun gleich viel kosten.
(Fotoquelle: wien-konkret.at. 12. August 2009)

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Das komplette Geschehen ist auf der Webseite des Robert Marschall chronologisch aufgezeigt.
www.wien-konkret.at/fussball-tickets/

Marcus J. Oswald (Ressort: Männerpolitik)

Norbert Bisko will weiterkämpfen

Veröffentlicht in Betrug von marcusjoswald am 14. August 2009
Norbert Bisko glaubt weiterin an seine Unschuld. (Foto, all rights reserved: Marcus J. Oswald)

Norbert Bisko glaubt weiterhin an seine Unschuld. (Foto, all rights reserved: Marcus J. Oswald)

(Wien, im August 2009) Der hiermit 700. Artikel auf dieser Webseite soll Norbert Bisko gewidmet sein. Entsprechend eindrucksvoll das Foto, aber kurz der Beitrag.

Er hat nach mehreren Anwaltswechseln nicht aufgegeben und meint nun mit einem burgenländischen Anwalt die richtige Wahl getroffen zu haben. Dieser schrieb ihm eine Wiederaufnahme. Davor war die Wiener Kanzlei Soyer Embacher Bischof auf verlorenem Boden tätig. Danach warf Anwalt Wolfgang Haas einen Blick in den Akt. Dann kam interessanterweise „Prof.“ Adrian Hollaender zum Zug. Nun ist ein Mann aus dem Burgenland am Werk. Es geht um Gerechtigkeit und die Mühlen mahlen bei Wiederaufnahmeanträgen bekanntlich langsam.

Nun Ungarn

Der 51-jährige Norbert Bisko hält sich fit, wie das Bild zeigt – und glaubt an seine Unschuld im Kremser Gerichtsfall. Auf der eigenen Webseite ist es gut abgehangen dokumentiert: www.fehlurteil.at. Der Wohnort ist mittlerweile nach Ungarn in ein schönes Haus verlegt.

OGH negativ

Mit Nichtigkeitsbeschwerde einst abgeblitzt (Komplizin) (11 Ob 132/05d). Zu ihm wurde keine eingebracht.

Marcus J. Oswald (Ressort: Betrug, Justizfälle)

Werner Rydl in Wien gelandet

Veröffentlicht in Betrug von marcusjoswald am 15. September 2009



OGH zum Fall Rydl:
15 Os 31/04
(7. April 2005): Verurteilungen auch nach Bandenbildung und Kriminelle Organisation (§ 278 a).
Bruder Rainer erhielt gemäß Finanzstrafgesetz nach seiner Berufung eine zusätzliche Geldstrafe von „nur“ 34.530.344,50 Euro (Vierunddreißigmillionenfünfhundertdreißigtausenddreihundertvierundvierzig, fünfzig).

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(Wien, im September 2009) Der Tanz ist aus. Irgendwann kommt jeder nach Hause. Für Werner Rydl ist nun der Zeitpunkt da. Das Bundeskriminalamt und das Justizministerium teilen sich den Erfolg. Der Justizflüchtling ist am 15. September 2009 in Wien-Schwechat gelandet.

Lange Jahre, seit 1995, lebte der Niederösterreicher in Brasilien. Er heiratete sogar und gründete eine Familie. Die letzten viereinhalb Jahre lebte er in Auslieferungshaft und wehrte sich mit Eingaben gegen die Auslieferung nach Österreich. Er wurde am 30. März 2005 auf einem Flughafen in Brasilien festgenommen. Vorteil für ihn: Er genoss in der Auslieferungshaft – nach Auskunft bei seinem Bruder – unglaubliche Hafterleichterungen. Er hatte tägliche Besuchsmöglichkeiten (mehrstündig) und zweimal in der Woche sogar Kuschelbesuch, entweder durch seine Frau oder später Nutten. Trotzdem werden ihm diese 4,5 Jahre „Haft“ auf das zu erwartende Strafmaß in Österreich (bei „Schwerem Betrug“ maximal 10 Jahre) voll angerechnet werden – darauf kann man wetten. Nimmt man bei vormaliger Unbescholtenheit die „Halbstrafe“ an, bleibt – real – kein Spielraum für eine neuerliche Haft in Österreich. Dies wissend, rieten ihm Freunde und Angehörige (sie kennen die Tricks im Strafvollzug), seinen Brasilienaufenthalt möglichst lange hinauszuziehen.

Klassischer Vorsteuerbetrug

Rydl wurde in den goldenen 80er und 90er Jahren als „Superhirn“ in Medien (auch: ORF) abgefeiert, indem er darlegen konnte, wie er seine Geschäfte versus die Steuerzahler abwickelte. Es geht so, dass man dem Steuerzahler möglichst viel aus der Tasche zieht. Das, was Umsatzsteuerbetrüger heute im kleinen Stil machen, tat er im Großen. Er gründete knapp 50 Firmen, die bei eigenen Teilfirmen Bestellungen von Ramschprodukten oder kleinteiligen Toilettewaren (Parfums, Seifen) aufnahmen. Es wurden zwischen August 1992 und August 1995 Rechnungen gelegt, die (teilweise nicht vorhandenen) Waren selten (wenn, mit Preisaufschlag) ausgeliefert. Er holte sich so beim Finanzamt die „Vorsteuer“ von 20 Prozent und kam auf einen ergaunerten Gewinn von 116 Mio. Euro (Schilling: 1,6 Milliarden Steuergeld). „Ergaunert“ ist keine Verletzung der Unschuldsvermutung. Denn der gesamte Rest seiner Truppe an Mitmachern und Profiteuren (17 Personen, darunter seine Mutter) wurde bereits Anfang 2002 schwer abgeurteilt. Alle fassten mehrjährige Haftstrafen aus und scheiterten mit Nichtigkeitsbeschwerden vor dem Obersten Gerichtshof. Nur die Geldstrafen nach dem Finanzstrafgesetz wurden teilweise herabgesetzt.

Alle Mittäter bereits frei

Sein Bruder saß bis vor Kurzem in der JA Hirtenberg 7 Jahre ab, ist aber 2009 bedingt entlassen worden. Seine Mutter erhielt für die Ausstellung von Rechnungen 21 Monate Haft, war in der JA Schwarzau aber so betagt und querulant, schrieb nahezu jeden Tag sinnlose Beschwerdebriefe an das Justizministerium gegen grelles Neonlicht, schlechtes Essen, mangelnden Hofgang, dass man sie nach nur 7 Monaten Strafhaft gnaden-, alters- und gesundenhalber wieder loswerden wollte.

Der Einzige, der aus dieser Partie übrig blieb, war Werner Rydl, der Kopf des monströsen Umsatzsteuerkarussells. Der sah sich in Brasilien, inspiriert durch Ronnie Biggs, auf sicherem Boden. Durch Heirat gewann er den Jackpot, die brasilianische Staatsbürgerschaft. Da er sogar zwei leibliche Kinder mit der Latina-Frau zeugte, hatte Brasilien keine Handhabe, den Familienmenschen Rydl auszuweisen. Die Zielfahnder des Bundeskriminalamts, die ihn 2003-2005 erfolgreich beschatteten, sprechen jedoch von „Scheinehe“.

Tausendschilling-Banknoten-Verbrenner

Die Auslieferung zog sich lange hin. Bereits 2006 sprachen Behörden davon, dass sie bald erfolgen werde. Erst eine Gesetzesänderung im Land des Sambas machte es möglich. Sie verschont „eingeheiratete“ Brasilianer nicht mehr, die in ihrem Heimatland wegen schwerer Verdachtslagen gesucht werden. Der Karneval ist vorüber.

Werner Rydl am Tag der Festnahme am 30. März 2005.

Werner Rydl - Festnahme am 30. März 2005.

Bis 2005 betrieb der heute 52-jährige Justizflüchtling Werner Rydl, gegen den seit 2002 eine österreichische Anklageschrift vorliegt, eine aggressive Webseite (rydl.net). Sie gab zu seinem Fall Auskunft. Mit seiner Festnahme am 30. März 2005 fiel diese vom Netz. Nicht vom Netz fiel sein legendäres Video, das er selbst drehte und in dem er Tausendschilling-Noten verbrennt. You Tube hütet es wie einen Schatz. Es heißt: „Money Burn“. Siehe oben.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Betrug)

Alfred Nechvatal will Anwalt Gabriel Lansky inhaftieren

Veröffentlicht in Justizfälle, Medien, Revisionismus von marcusjoswald am 30. September 2009
Alfred Nechvatal greift Gabriel Lansky auf seiner Webseite seit Monaten frontal an. (Foto: Webseite)

Alfred Nechvatal greift Gabriel Lansky auf seiner Webseite seit Monaten frontal an. (Foto: Nechvatal-Webseite)

Alfred Nechvatal verlor sieben Einstweilige Verfügungen am Handelsgericht Wien gegen IKG-Chef Ariel Muzicant und Gabriel Lansky. Der einstige BZÖ-Mitbegründer zeigt jeden mit der Sache befassten Richter an und will nun Muzicants Anwalt Gabriel Lansky hinter Gitter bringen. (B&G-Archiv-Foto: Marcus J. Oswald, 16. März 2009)

Alfred Nechvatal verlor sieben Einstweilige Verfügungen am Handelsgericht Wien gegen IKG-Chef Ariel Muzicant und Gabriel Lansky. Der einstige BZÖ-Mitbegründer zeigt jeden mit der Sache befassten Richter an und will nun Muzicants Anwalt Gabriel Lansky hinter Gitter bringen. (B&G-Archiv-Foto: Marcus J. Oswald, 16. März 2009)

Aus Anzeigentext Nechvatals. (Foto: Anzeige vom 29. September 2009)

Aus Anzeigentext Nechvatals. (29. September 2009)

(Wien, im September 2009) Viele Jahre lang war Alfred Nechvatal, heute jugendliche 71, „Propagandist“. Propagandist ist ein Beruf. Man erinnert sich: In der Wiener Mariahilferstraße (aber auch in Einkaufsstraßen anderer Städte) gab es vor Einkaufszentren der 80er und 90er Jahre am Vorplatz zum Haupteingang meist rechtsseitig einen Verkaufsstand. Dahinter stand ein Mann, davor eine Traube Menschen, die ihm zuhörten. Der Mann pries in leuchtenden Farben die Gurkenraspel an, die, nur die, die Gurken am Besten schneidet. Dann gab es Aufsetzer dazu, Ersatzteile und Bauelemente, sodass man am Ende nicht nur eine Gurkenhobel hatte, sondern ein ganzes 20-teiliges Set! Das kostete dann 200 Schilling. Weil es heute so schön ist und das Set ein einmaliges Sonderangebot, das es nur mehr heute gibt. Viele Leute kauften. Denn der „Propagandist“ war so überzeugend, dass man wirklich glaubte, dass es das Set nur heute gibt, dass es ein Sonderangebot ist und das die soeben erworbene Gurkenhobel die Beste auf der Welt ist.

Alfred Nechvatal arbeitete Jahre, wenn nicht Jahrzehnte als Propagandist. Bis zum Gerngroß-Brand am 7. Februar 1979 stand er vor dem Kaufhaus jeden Tag und pries die Produkte aus dem Kaufhaus an. Nach der Wiedereröffnung des „Gerngroß“ stand er wieder vor dem Kaufhaus bis in die 80er Jahre als der „Konsum“ das Haus übernahm. Dann stand er auch an anderen Verkaufaußenstellen, auch in den Bundesländern. Nechvatal war immer am Posten hinter seinem Propagandisten-Stand, verkaufte Haushaltsgeräte und Töpfe. Er war ein blendender Verkäufer bis in die 90er Jahre, als er sich dann in die Pension begab.

„War nicht Haider-Wähler, sondern Haider-Fan!“

Nechvatal sagt Vertrauten auch dieses: „Ich war nicht Haider-Wähler, ich war Haider-Fan.“ Er kannte Jörg Haider seit dieser im Ring Freiheitlicher Jugend war, also seit den 70er Jahren. Das freiheitliche Parteigedächtnis des Alfred Nechvatal reicht noch weiter zurück: „Ich kenne noch die alten VDU-ler. Ich war von der Gründung der FPÖ, die aus dem VDU entstanden ist, dabei.“ Das geht sich zeitlich zwar nur knapp aus, denn der VDU wurde als Nachfeldorganisation des Zweiten Weltkrieges bereits 1949 gegründet und las Personen politisch auf, die im Krieg der Hitler-Partei nahe standen und danach heimatlos waren. 1955 wurde aus dieser Partei die FPÖ. Nechvatal will damit sagen, wo er politisch steht.

Fest steht, dass Alfred Nechvatal Gründungsmitglied des BZÖ Wien-Favoriten war. Das Bündnis Zukunft Österreich war eine Jörg Haider-Erfindung und wurde im April 2005 geboren. Nechvatal war Mann der ersten Stunde. Mittlerweile soll Nechvatal nicht mehr im BZÖ Mitglied sein. Gerüchte ranken sich, warum. Eines lautet, dass er wegen „zu rechter“ Positionen „ausgeschlossen wurde“.

Worum geht es und warum dies alles erzählt? Alfred Nechvatal ist kein unpolitischer Mensch und er ist auch kein harmloser Pensionist, der in seiner Freizeit im Park Tauben fotografiert. Er geht in Wien zu politischen Demonstrationen und macht Fotos. Einmal war er auf einer Tierschützer-Demonstration und wurde von den Organisationen der Demo ausgeschlossen und unsanft hinausgeworfen. Der Grund war nicht ganz unlogisch: Den Tieraktivisten, die aus dem anderen politischen Lager kommen, war bekannt, dass Nechvatal seine Fotos gern auf Webseiten streut und Leuten aushändigt, die sie politisch verwerten. Nechvatal bekam seine Watschen, die Sache ist heute vergessen. Er hatte sich zu weit hinaus gelehnt. Wenn man bedenkt, dass Burschenschafter, mit denen Nechvatal auf Du und Du steht (Burschenschafter Stefan und andere), nicht bei ihren Commers-Veranstaltungen fotografiert werden möchten, machten die Tierschützer damals im Sommer 2008 in Wien auch das Recht geltend, dass man keine Portraitfotos auf Neonazi-Webseiten wünscht. Nechvatal kennt hier keine Sensibilitäten, wirft sein Material in einen politischen Krieg, den er führt.

Krieg gegen Israelistische Kultusgemeinde

Seit Monaten führt Nechvatal einen merkwürdig-ernsten Krieg gegen die Israelitische Kultusgemeinde. Er ist sachlich wenig begründet, er will es aber mit der Brechstange machen. Nechvatal ist dabei weniger wichtig, dass Österreicher seine Webseite lesen, sondern wichtiger sind ihm die Zugriffe aus den USA, wo er gern seine Netze auswirft, um sich in seinem Ressentiment zu bestärken. Dabei verrechnet er sich aber, da er durch diese Connections davon ausgeht, dass das in den USA sehr weit gefasste Recht auf Meinungsfreiheit (1st Amendment) auch in Österreich so ausgelegt ist. Rechtlich kennt sich der 71-Jährige wenig aus, er will sich auch nicht mit der Rechtssprechung auseinander setzen. Er zeigt schlicht jeden Richter an, der eine Sache gegen ihn behandelt. In seinem politischen Krieg sollen nach dem Napalm-Flächenbombardement-Prinzip alle fallen, die in der Nähe stehen: Rechtspfleger, Rechtsanwaltsanwärter, U-Richter, Haftrichter, Gerichtspräsidenten. Fehlt nur noch (aber man will ihn nicht auf schlechte Ideen bringen), dass er die Kanzleisekretärin anzeigt, die den Postausgangsstempel auf den Anwaltsbrief draufsetzt.

Unter dem Strich geht es bei Nechvatals Methoden um die Denunziation des Andersdenkenden. Wer es erlebt hat, staunt nicht mehr, wie schnell man in seinem Hamsterrad der politischen Angriffe Teil seiner kleinen, engen Weltwahrnehmung wird. Wenn er mit gleichgesinnten Parteifreunden zusammen steht, geht es sehr schnell, dass in Er-Form über Anwesende, die einen Meter daneben stehen, gehässig gesprochen wird. Die plastisch gewordene Denunziation ist sein Antrieb, was den Kern seiner Recherchen augenblicklich zunichte macht, weil die politische Hülle der Agitation und das In-Gebrauch-Setzen der Information für politischen Kampf die nüchterne Analyse überlagert. In seiner verblendeten Form konzentriert sich Nechvatal seit einigen Jahren der Webseitenaktivität auf das „Jüdische“. Genauer: Auf das Antijüdische. Dass, nur aktuellstes Beispiel, der Regisseur Roman Polanski festgenommen wurde, berichteten alle Weltmedien. Nechvatal schrieb auf seiner Webseite sofort, dass „der jüdische Regisseur Polanski“ festgenommen wurde: Was diese Agitation bewirken soll, außer Ressentiments zu schüren, kann oder will er nicht erklären. Ihm geht es um Schlagworte und Killervokabeln. Wahrscheinlich hat er keinen einzigen Film Polanskis gesehen.

Nechvatals Webseite geriet nach anfänglich teilweise brauchbaren Ansätzen immer mehr zum rein antijüdischen Hetzorgan. Darin greift er systematisch und verbohrt die Kultusgemeinde an. Dessen Obmann ist seine liebste Zielscheibe, auf den er sich manisch mit der Combat 18-Pistole der Nikon-Kamera einschießt. Er geht zu Veranstaltungen des Ariel Muzicant, der ihn dann aber, man kennt sich, des Saales verweisen lässt. Darüber schreibt Nechvatal dann wieder hämisch auf seiner Webseite und so geht das jahrein jahraus. Es ist eine pathologische Fixierung auf ein Thema, das er nicht mehr näher für seine Leserschaft erklären muss.

Agitation überlagert Sachkritik – und nimmt ihr Glaubwürdigkeit

Neben einigen sachlichen Kritikpunkten rund um das Förderwesen der Schulen und Kultureinrichtungen der IKG überzieht er regelmäßig den Bogen und erhielt nunmehr ein knappes Duzend Einstweilige Verfügungen, die behauptete, signifikante Unwahrheiten oder seriell publizierte Verletzungen der Unschuldvermutung zum Inhalt hatten. Sieben wurden durch das Handelsgericht Wien bewilligt. Dann wurde er kürzlich selbst von einer Gruppe jüdischer Kaufleute angezeigt, dass er Steuern hinterziehe und er hat sich nun beim Finanzamt dazu zu äußern, warum seine Webseite auf ausländische Werbelinks führt. Böseste Pointe zuletzt: In einem Medienstrafverfahren am Landesgericht Wien beauftragte die Richterin Körber einen technischen Gutachter, der seine Webseite hinterleuchten soll. Zum Zug kam der renommierteste Professor der TU als Gutachter zur forensischen IT-Analyse. Das wird den politischen Agitator Alfred Nechvatal nicht stören, der jede Aufmerksamkeit, die man ihm schenkt, als Anerkennung seiner politischen Weltsicht interpretiert. Dass der Gerichtsgutachter aber „Judmann“ heißt, muss ihn schockiert haben.

Widerruf und Prozesskostenersatz (5.312 Euro) für Alfred Nechvatal. (Foto: Akt HG Wien)

Widerruf und Prozesskostenersatz (5.312 Euro) für Alfred Nechvatal. (Foto: Akt HG Wien 17 Cg 60/08t)

Urteil vom 12. August 2009 gegen Demagogie im Internet. (Foto: Akt)

Urteil vom 12. August 2009 gegen Demagogie im Internet. (Foto: Akt HG Wien 17 Cg60/08t)

Tatsachen sind: Das Handelsgericht Wien hat sieben „Einstweilige Verfügungen“ durch die Kanzlei Lansky/Ganzger, die die Interessen der Israelitischen Kultusgemeinde vertritt, bewilligt. Nechvatal geht nun so vor, dass er den Gerichtspräsidenten des HG Wien seriell anzeigt und die Richterinnen, die seine Akten behandelt haben, entweder „auf Lebenszeit“ als befangen ablehnt oder nach einer Fülle von Paragrafen anzeigt (immer dabei: Amtsmissbrauch, Betrug und diverses). Den Gerichtspräsidenten denunziert er jedenfalls nun offen auf seiner Webseite als Alkoholiker und schwer psychisch beeinträchtigt. Wortlaut auf Nechvatals Webseite: „Vorname Nachname (er schreibt den Namen des Gerichtspräsidenten aus), korrupter, schwerkrimineller Präsident des Handelsgericht Wien, wohnhaft in (er schreibt die volle Wohnadresse aus).“

Alte Gurkenreibereien

Nechvatal sagt, er kenne den Gerichtspräsidenten von früher, als er vor über 20 Jahren in einer Justizgruppe war, die sich mit „Justizopfern“ verbündete und dann Aktivitäten entfaltete. Das zeigt, dass Nechvatal in den alten Geschichten lebt. Es zeigt auch, dass er weiß, wie man politische Angriffe startet. Leider ist er in keiner offiziellen Partei aktiv und daher irritieren diese Angriffe vom rechten Rand. Sei es wie es sei. Sieben Einstweilige verloren, trotzdem unermüdlich. Und daher zeigte er nun in einer weiteren Stufe die Rechtsanwälte an und fordert die Haft für jene Anwälte, die ihm die Einstweiligen Verfügungen eingebrockt haben. Am 29. September 2009 wurde die Anzeige am LG Wien eingereicht. Das wäre nicht berichtenswert, wäre es nicht ein Puzzleteil von vielen.

Zu ergänzen ist, dass der 71-jährige Nechvatal von einer minimalen Pension lebt und ihn Gerichtsverluste nicht bekümmern. Fakt ist aber, dass er allein aus einer Einstweiligen Verfügung 5.312 Euro Prozesskosten zu ersetzen hat. Das ist die Taxe aus einer einzigen Gerichtsniederlage. Wenn ihm der „politische Kampf“, der bei ihm leider sehr ungerichtet verläuft und auf alles schießt, was sich bewegt, das wert ist, kann man ihm die Empfehlung geben, weiterzumachen. Es liegt an ihm, ob er die Versachlichung und Zielgerichtetheit seiner Kritik anstrebt oder der Demagogie und Propaganda alle Türen öffnet.

Rechtlich wird an seinem Fall klargemacht, dass politische Hetzwebseiten in Österreich hart abgestraft werden können. Dem entkommen kann nur, wer sein Auftreten verschleiert und die Server ins Ausland verlegt. Herwig Baumgartner zum Beispiel macht es klug: Der entkommt den Behörden. (Die beiden sind Freunde.)

Gegenschlag

Nechvatal bremsen die Niederlagen nicht und daher bringt er nun Strafanzeigen gegen die Anwälte ein. Die jüngste fordert schon im Deckblatt der Anzeige die U-Haft für die halbe Kanzlei des Gabriel Lansky und des Gerald Ganzger, inklusive der beiden Chefs selbst. Da die Propaganda dem Alfred Nechvatal im Blute liegt, veröffentlicht er sie gleich auf seiner Webseite.

Wüste Rundumschläge: Alfred Nechvatal, beleidigt, weil er auf seiner Webseite nicht mehr so wüten darf, zeigt die halbe Kanzlei der Anwälte Lansky-Ganzger an. (Foto: Anzeige)

Wüste Rundumschläge: Alfred Nechvatal, beleidigt, weil er auf seiner Webseite nicht mehr so wüten darf, zeigt die halbe Kanzlei der Anwälte Lansky-Ganzger an.
(Foto: Anzeigentext, 29. September 2009)

Aus Anzeigentext Nechvatals. (Foto: Anzeige vom 29. September 2009)

Nechvatal fordert Haft für die Anwälte am Deckblatt.
(Quelle: Anzeigentext, 29. September 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Medien)

Väterrechte-Demo am 30. Oktober 2009 in Wien – Weltspartag

Veröffentlicht in Aus den Vereinen, Männerpartei, Termindienst, Vaterverbot, Väterrechte von marcusjoswald am 3. Oktober 2009
Plakat zum Ausdrucken und verteilen. Väter marschieren für Kinderrechte auf. (Fotoquelle: Demo-Organisation)

Plakat zum Ausdrucken und Verteilen. Väter marschieren für Kinderrechte auf. (Fotoquelle: Demo-Organisation)

(Wien, im Oktober 2009) Heute ist zwar erst der 3. Oktober, aber bald schon der 30. Oktober 2009, und dann kommen in Wien nach Wünschen der Veranstalter hunderte, vielleicht tausende Demonstranten, die für mehr Väterrechte eintreten. Man kann nicht absehen, wieviele kommen, aber die Plakate sind fertig. Die Spruchbänder werden soeben geschrieben. Veranstalter sind der Linzer Verein Vaterverbot in Kooperation mit der Wiener Männerpartei. Die beiden Vereine haben so etwas wie die Vorherrschaft in der Väterrechteszene übernommen.

Mehr als diese Ankündigung ist noch nicht zu sagen. Der Demonstrationszug: Um 14 Uhr vom Familienministerium (Stubenring 1, 1010) die Ringstraße entlang, nächste Station ist der ORF (Argentinierstraße), dann geht es zum Parlament, vorbei am Bundeskanzleramt und schließlich zum Justizministerium. Der Demonstrationstag ist ein Freitag, zugleich Weltspartag!

Route am 30. Oktober 2009 durch Wien. (Fotoquelle: Vaterverbot)

Route am 30. Oktober 2009 durch Wien. (Fotoquelle: Vaterverbot)

Plakate werden hier zum Ausdrucken und Affichieren angeboten, in den Größen DIN A2, A3 und A4.
Plakat in DIN A4 – Kleine Größe
Plakat in DIN A3 – Mittlere Größe
Plakat in DIN A2 – Große Größe

Die Kernthemen (Losungen):

  • Für gleichberechtigte Elternschaft.
  • Kinder haben ein Recht auf Mutter und Vater.
  • Gemeinsame Obsorge als Grundrecht.
  • Anspannung ist Zwangsarbeit.
  • Für das Recht auf freie Berufswahl.
  • Ein faires Existenzminimum für Väter.
  • Für ein faires Unterhaltsmodell.

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Nachtrag, am 25. Oktober 2009: Wie die Veranstalter mitteilen, beginnt der Zug erst um 16 Uhr. Die Ausgabe von Werbematerial (T-Shirt, Plakate, Transparente) beginnt um 15 Uhr vor dem Familienministerium.

Auch die Demo-Route hat sich nun „angepasst“ und verkürzt. Es ist nun der übliche Halbkreis, den in Wien die unterschiedlichen Demonstrationswerber, sind es „Kindergärtner“, „Metaller“ oder nun die „Väter“ nehmen. Zwei Gerade den Ring entlang, an Hofburg vorbei, die Fassaden von Innenministerium, SPÖ-Regierungspartei und Parlament entlang vor zum Justizministerium. Das Ganze geschieht sehr „symbolisch“. Denn an einem Freitag haben ab 13 Uhr alle Behörden längst dicht gemacht und sind ins Wochenende gegangen sind.

Die Demoroute in ihrer letztgültigen Fassung. Die Wege haben sich merklich verkürzt, die Schleife zum ORF fiel weg. Auch der Zeitpunkt verschob sich nach hinten. Der Tag ist ein Freitag, womit das Aufzeigen in vielen Printmedien keine Beachtung finden wird. (Foto: vaterverbot.at)

Die Demoroute in ihrer letztgültigen Fassung. Die Wege haben sich merklich verkürzt, die Schleife zum ORF fiel weg. Auch der Zeitpunkt verschob sich nach hinten. Der Tag ist ein Freitag, womit das Aufzeigen in vielen Printmedien keine Beachtung finden wird. (Fotoquelle: www.vaterverbot.at, 25. Oktober 2009)

Dass man gerade den Freitag als Demonstrationstag gewählt hat, noch dazu den Weltspartag, ist eine Fehlplanung. Demonstrationswerber müssen einplanen, dass Medien (und zwar die agenda setting medias, also die „Großen“) etwas darüber schreiben. Dazu ist der Freitag äußerst schlecht. Die Demo beginnt um 16 Uhr, lange nach dem Redaktionsschluss (13 Uhr 30) für die Samstag-Ausgaben. Am Sonntag haben viele Zeitungen keine Ausgabe (Standard, Wiener Zeitung, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Heute). Am Montag ist nicht mehr berichtenswert, was am Freitag abend geschah. Der Tag ist schlecht gewählt, da die Demonstrationswerber wollen, dass mit ihren Anliegen die Ringstraße brennt. An einem Freitag abend brennt aber nur der Wolf zwischen den Beinen, den man sich vom Fußmarsch holt. Der Effekt wird mager sein, so die Prognose dieses Journals. Was schade ist.

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Das war die Demo (zahlreiche Fotos) (w-k, 31. Oktober 2009)
Das war die Demo (kleiner Rahmen) (vv, 30. Oktober 2009)
Das sagte Kolumnistin Sibylle Hamann (Die Presse) dazu (28. Oktober 2009)
Das sagte die ÖH (Österreichische Hochschülerschaft, Frauenreferat) dazu (26. Oktober 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Termindienst, Väterrechte, Vaterverbot, Männerpartei)

Sozialarbeiter gegen Mag. Herwig Baumgartner – Vorschau Medienprozess

Mag. Herwig Baumgartner - Heiratsfoto - humanesrecht - diegalerie -blaulicht und graulicht

Letztlich geht es darum: Mag. Herwig Baumgartner - Chantal Gabrielle Edwige Marguerite Bund.

(Wien, im Oktober 2009) Ein normaler Terminhinweis, einer von vielen Medienrechtsprozessen. Trotzdem ein besonderer: Herwig Baumgartner gegen das Magistrat Wien. Nicht gegen irgendwelche Mitarbeiter der 67.000 Angestellten zählenden Verwaltung Wiens. Sondern gegen jene sogenannte „DSA-Mafia“, also jene Sozialarbeiter, die Männer ausgrenzen, weil sie das so an den Sozialakademien gelernt haben und es in den Profilanforderungen der Stadt Wien nötig ist, um an der Stadtpolitik mitarbeiten zu dürfen. Dass das so ist, weiss mittlerweile jedes kleine Kind. Gegen diese Haltung gelingt es bis heute nichts zu unternehmen. Auch nach drei Jahren Selbstorganisation nicht. Demonstrationen mit 200 Mitgehern und bei denen mehr Transparente als Transparentträger anwesend sind, kann man nicht als Erfolg bezeichnen. [VIDEO auf wien-konkret]

Michael Haeupl - Monika Pinterits - Brigitte Zinner - Mag Stephan Maierhofer - Mag Renate Balic-Benzing - Mag Herwig Baumgartner - diegalerie - blaulicht und graulicht

Monika Pinterits, Brigitte Zinner, Stephan Maierhofer und Renate Balic-Benzing sind Statthalter der Politik des Michael Häupl im Familienwesen in der Stadt Wien. Was das bedeutet, wissen einige. Einer lässt sich das nicht gefallen und wird nun geklagt: Mag. Herwig Baumgartner.
(Foto: Landesgericht Wien - 95 Hv 81/09s)

Baumgartner ist aus dem besonderen Lebensumstand heraus politisch ein Ultra-Rechter geworden, der aus tiefer Überzeugung die Linken und ihre Frauenpolitik hasst. Wenn man das weiß, kann man persönlich damit umgehen. Man darf sich nicht auf den politischen Disput einlassen. Er sagt in der politischen Sache so: Es hilft nichts, Straßendemonstrationen durchzuführen, man muss in die Gerichtsverfahren hinein. Dazu provoziert er Anwälte in ganz Wien, vonehmlich „linke“, aber auch solche, die Opportunisten sind, wofür er, das muss man ihm lassen, ein gutes Näschen hat. Diese werden dann mit Faxen, ja das gute alte Fax, eingedeckt. Oft ist ein gegen ihn eröffnetes Gerichtsverfahren Anstoß für einen jahrelangen Krieg gegen die Anwaltskanzlei. Als er 2008 bei der RETTÖ (Partei Rettet Österreich) war, schrieb er die Strafanzeige gegen den damaligen Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) betreffend des Vertrag von Lissabon, den RETTÖ strikt ablehnte.

Brigitte Zinner - Medienklage - diegalerie - blaulicht und graulicht

Herwig Baumgartner schrieb damals eine Strafanzeige gegen Alfred Gusenbauer in der Causa Lissabon Vertrag und er greift sich für seine politischen Angriffe auf das rote Wien der Reihe nach leitende Figuren aus dem Magistrat heraus. Nun reagiert eine Reihe von Personen mit Klagen. Er wird diese als Zeugen beantragen und die Richterin Burtscher strafanzeigen. Das tut er immer. Also eskalieren die Dinge weiter. Und Geldstrafen sind ihm sowas von wurscht, die landen im Reisswolf. (Foto: Akt, Auszug aus den Klagsvorwürfen)

Dissensmaterie Familienrecht

Auf den diversen Webseiten, die er betreibt und mitunterstützt, schreibt er natürlich auch jede Menge. Es sind Millionen Zeichen Texte. Es ist so: Familienrecht wäre eine Konsensmaterie. Baumgartner macht eine radikale Dissensmaterie daraus. Das ist im Grunde nicht falsch, denn auch dem Herausgeber von „Blaulicht und Graulicht“ wurden vor fünf Jahren (2004) durch das Betreiben der Wiener Stadtverwaltung und ihrer großzügig finanzierten Vorfeldvereine zwei Kinder gestohlen. Wie vielen seiner Bekannten auch. Für viele ist es der Grund, warum sie gar keine Zweierbeziehungen mehr eingehen, weil es in Wien mehr Risken als Vorteile bringt. Damit kann man rein rational und rein wissenschaftlich-reduziert sagen, dass sich die Wiener Stadtregierung anmaßt, in Privatbeziehungen spaltend einzugreifen. Das schürte bei vielen Unmut. Daraus entstand 2006 die Väterrechtebewegung.

Politisches Familienrecht

Das Ganze ist ein fortlaufendes tief politisches Spiel und man muss die Überlegung anstellen, ob es unter einem Bürgermeister H. C. Strache anders wäre oder würde. Möglicherweise. Dieser Zugang, den Baumgartner zum Thema hat, nämlich, dass man 67.000 Verwaltungsbeamte in der Stadt Wien austauschen muss, damit ein neues, „gerechteres“ Familienrechtsbild entsteht, ist naturgemäß viel Arbeit. Er hat den großen Wurf vor dem geistigen Auge. Letztlich geht es auch bei ihm um die alte Geschichte (Foto oben), die sich seit 2001 wie ein roter Faden durch seine Argumentation als lebendiges Beispiel zieht. Er will, dass man das immer wieder feststellt. Hiermit geschieht das. Geschehen soll auch der Hinweis auf seinen Medienprozess am Landesgericht Wien.

Mag. Stephan Maierhofer - Klagsschrift - 3-11-2009 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Baumgartner hat auch einen Stephan M. auf der Liste, der im 20. Bezirk nach seiner Ansicht väterfeindliche Arbeit im Dienste Michael Häupls leistet. In seinen Veröffentlichungen greift er ihn offen an. Auch er wird als Zeuge geladen und Rechenschaft über sein Familienbild im Gerichtssaal ablegen müssen. Ist er für oder gegen die vaterlose Familie? Wie ist seine Position? Das Publikum wird mitschreiben und seine Aussagen auf diversen Webseiten im Google festbrennen. Und danach wartet man auf die nächsten Prozesse, in denen wieder andere aus dem Magistrat im Gerichtssaal vorgeführt werden. Baumgartner wird das solange machen, bis sich jene bei ihm persönlich entschuldigen, die ihm 2001 vier Kinder weggenommen haben. Bis heute hat er keinen Kontakt zu ihnen, weil Organisationen, die er feminalfaschistisch nennt, wie Frauenhaus, Interventionsstelle und Jugendwohlfahrt den Kontakt verboten haben. Somit ist erwiesen, dass sich die Wiener Stadtregierung anmaßt, in das kostbarste Gut, die freie Gestaltung und Planung des Privatlebens einzugreifen. Deswegen gibt es nun Gerichtsprozesse. Weil irgendwann jeder zur Rechenschaft gezogen wird: Und es ist nicht Baumgartner. (Foto: Auszug aus den Klagsvorwürfen)

Mit Richterin Tango tanzen

Er wird den Prozess nicht gewinnen (können), aber trotzdem mit Richterin Burtscher ordentlich Schlitten fahren. Und somit vor mitgebrachtem Publikum (darunter als Beobachter: B&G) neuerlich Bewusstsein dafür schaffen, dass männerfeindliches Handeln im Magistrat und an den Wiener Bezirksgerichten an der Tagesordnung vorhanden ist. In diesem Sinn ist er scharfzüngiger Aufklärer. Auch wenn er von Rechtsaußen in die Materie einbiegt.

grosser schwurgerichtssaal - foto marcus oswald - diegalerie - blaulicht und graulicht

Baumgartner wünscht die große Bühne. Er schrieb per Fax an die Richterin, sie möge den Großen Schwurgerichtssaal reservieren lassen. Wegen des großen Andrangs, den er erwartet.
(Foto: Marcus J. Oswald, am 28. August 2009)

Zeit ist kein Faktor

Prozesse mit Baumgartner dauern immer lange. Ein Verfahren nach § 107 (1) gegen ihn 2006 dauerte 5 Stunden und 45 Minuten. Ein Berufungsverfahren nach § 107 (1) am OLG Wien gegen ihn brachte ein 40 Minuten-Referat durch ihn. Der Medienprozess am 3. November 2009 ist auf nur eine Stunde angesetzt, wird aber so schnell nicht über die Bühne gehen. Zwei Stunden sollte man sich schon Zeit nehmen müssen.

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Die Privatanklage der vier Sozialarbeiter im Wortlaut des Dr. Köhler: Seite 0/1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12.

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Mag. Herwig Baumgartner auch als Straßentheaterschauspieler (Kind/Mütze) in der Wiener Mariahilferstraße (Schnitt: Hades).

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Subtile wie radikale, politische Medienkritik an Jugendämtern in verdeckten Mitschnitten. (Thema: PAS, Gestaltung/Schnitt: N. d. Red. bek.). Dieses Video ist Klagsgegenstand im Pinterits-Medienprozess. Medienprozess ist noch nicht abgeschlossen.

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Justizrebell Mag. Herwig Baumgartner (Stuhl) in Bruck an der Leitha live auf You Tube.

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Die Söhne Wiens haben gelernt: Bereits 2005 schrieb der Herausgeber dieses Journals, dass man sich vor der „Interventionsstelle Wien“ und ihren gemeingefährlichen, politisierten Sozialarbeiterinnen in Acht nehmen muss. Der Herausgeber weiß, wovon er spricht: Er wurde zwei Mal von der „Interventionsstelle Wien“ in ein Strafverfahren am Landesgericht Wien getrieben und beide Male freigesprochen. Bis dieses gesühnt ist, werden noch 20 Jahre Recherche gegen diesen Verein ins Land ziehen. Derweilen haben die Söhne Wiens gut vom Herausgeber gelernt und ein schönes, stimmungsvolles Video gemacht. Hier ist es:

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Justizrebell Mag. Herwig Baumgartner im Internetradio (20. Jänner 2009, und zehn weitere Beiträge)

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Herwig Baumgartner im Web (Verein Humanes Recht) – mit neuer Webseite [VIDEO wien-konkret]

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht, Medienrecht-Auf Kalender, Familienrecht, Männerpolitik, Scheidung, Väterrechte, Aus den Vereinen, Humanes Recht)

Entsorgte Väter machen Kino voll

Veröffentlicht in Aus den Vereinen, Familienrecht, Männerpolitik, Scheidung, Vaterverbot, Väterrechte von marcusjoswald am 25. November 2009

Nach dem Film: Männerpartei-Chef Oliver Hoffmann und der deutsche Regisseur Douglas Wolfsperger mit dem Mundl-Bier. (Foto Marcus J. Oswald)

(Wien, am 25. September 2009) Volles Haus bei der Vorpremiere von „Der entsorgte Vater“ von Douglas Wolfsperger. Die Zuseher sind ein echtes Testpublikum: Sie gehen mit dem Film mit. Zwischenrufe bei Schlüsselszenen. Szenenapplaus für programmatische Aussagen im Film. Nach dem Film stellt sich Regisseur Douglas Wolfsperger den Fragen, die eine Debatte mit Statements zu Kernthemen des Familienrechts auslösen. Zwei wirkliche Richter im Publikum, darunter die Ressortsprecherin für Familienrecht der Richtervereinigung, ein Vertreter der Volksanwaltschaft. Alle Obleute der maßgeblichen Neuen Vaterrechtebewegung. Sie sind voller Pläne. Der Saal A des Tuchlauben-Kino ist bis auf den letzten Platz gefüllt (210 Sitze).

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Es ist ein Film, der Herz und Verstand anrührt. Der Film der entsorgte Vater könnte ein neuer Leitfilm der Väterrechtebewegung werden. Er zeigt ohne Visier und abgedunkelte Augenblenden, offen und in schönen Bildern Männer, die aus dem Leben kommen und durch die Justiz ins Abseits entsorgt wurden. Hauptdarsteller sind ein deutscher Polizist, ein Hobbypilot, ein Arbeiter und ein ehemaliger Lehrer, der heute Väterrechteaktivist.

Der Film, wie er in Österreich gezeigt wurde, ist die Langversion, wie sie in Deutschland nicht gezeigt werden kann. Dort reklamierte die Exfrau des Regisseurs ein acht Jahre altes Foto seiner Tochter aus dem Film heraus. Doch diese Einstweiliger Verfügung gilt nicht für Österreich. Daher sehen die Gäste – zum Glück – den ganzen Film.

[Tonspur einfügen]

Dokumentarfilme gelten in der Regel als langweilig. [...]

Spricht wie ein Professor: Jurist Adrian Hollaender. Der engagierte Stehgreifredner zum Thema Familienrecht und dem mangelnden Geist der Menschenrechte in seiner praktischen Auslegung.
(Foto: Marcus J. Oswald am 25. November 2009 im Tuchlauben-Kino Saal A)

Fachbereichssprecherin für Familienrecht in der Richtervereinigung, Doris Täubel-Weinreich, zeigt sich vom Film berührt und spricht aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald am 25. November 2009 im Tuchlauben-Kino Saal A)

Vaterverbot-Graz-Sprecher Oberarzt Thomas Auer aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald)

Väter ohne Rechte-Obmann Martin Stiglmayr wurde von der Vaterverbot-Veranstaltung irrtümlich nicht eingeladen, las aber hier von der Veranstaltung und lud sich selbst ein. Wortspenden aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald)

Zwei Ex-Siemensianer: Nach dem Film zeigen Aktivisten und entsorgte Väter das Filmplakat Der entsorgte Vater.
(Foto: Marcus J. Oswald)

Premierengast Herr Friedl in Begleitung seiner entzückenden Lebensgefährtin (nicht im Bild).
(Foto: Marcus J. Oswald)

Wortmeldung aus dem Publikum: Autor Gerald A. Zeiner, der im Buch Scheidungshuren eine ökonomische Analyse vornimmt, wer an der Scheidungsindustrie verdient. (Foto: Marcus J. Oswald)

Eine Schautafel aus Buch Scheidungshuren. (Foto: Buch)

Vom Film überzeugt: Premierengast Patrick Lange reiste aus Mödling an. (Foto: Marcus J. Oswald)

Mittlerweile schon Stammgast bei wichtigen Ereignissen (zuletzt Herwig Baumgartner-Verhaftung):
Premierengast Johann Onkel Hans Branis. (Foto: Marcus J. Oswald)

Das Thema Herwig Baumgartner war während der Veranstaltung, die von 20 Uhr (mit Nachbesprechung) bis 0 Uhr 50 dauerte, mit keinem Wort ein Thema. Wohl waren Delegierte des Vereins „Humanes Recht“ gesichtet, doch keiner dieser Vereinsvertreter meldete sich aus dem Publikum zu Wort. „Vaterverbot“ wollte als Veranstalter keine Unruhe. Per Email schrieben Sie ans Journal: „Hallo Marcus, es sind 8 Karten auf Deinen Namen reserviert. Uns ist sehr wichtig, dass die Veranstaltung höchst ruhig und seriös abläuft, deshab ist die „XXX-Truppe“ ausdrücklich NICHT erwünscht. Emotionale Ausbrüche, Beschimpfungen und Provokationen sind definitiv unerwünscht, auch wenn sie sachlich noch so begründet und verständlich sind. Informiere diesbezüglich bitte Deine Leute. Es haben sich auch einige für unsere Sache höchst wichtige Personen angemeldet, die wir keinesfalls provozieren wollen. Auch wenn es vielen Wienern nicht passt, arbeitet Vaterverbot friedlich und konstruktiv. Wir suchen Verbündete, keine Feinde. Ein blinder Kampf befriedigt bestenfalls den eigenen Kampfwillen, der Sache nützt er in unserem Fall aber nichts. lg, Kurt Heiligenmann“. (per Email, 25. November 2009)

Es gab rund 40 Wortmeldungen aus dem Publikum und nur in einer einzigen wurde Baumgartner – nicht namentlich – erwähnt. Ein Richter griff das Mikrophon und beklagte sich, dass „mittlerweile Richter auch bedroht werden“. Er forderte zur Mäßigung im Kampf um die Themenhoheit auf.

Die Wortmeldungen (zusammengefasst)

Wortmeldung Thomas Auer: Auer gibt an, dass der Verein Vaterverbot mittlerweile 4.500 Mitglieder hat.

Am Tatort - Marcus J. Oswald. (Foto: Kamerakind um 0 Uhr 53)

Frauentag – Histrionische Anmerkungen Teil 1 – Kronen Zeitung

Veröffentlicht in Feminismus von marcusjoswald am 24. November 2009

Die Kronen Zeitung hustet einmal Gewalt in der Familie und den Frauenrechtseinrichtungen wird das Geld der Anderen, das nach wie vor Steuergeld aller und mehrheitlich der Männer ist, in den breiten Hintern geschoben. Dass man mit lächerlichen Statistiken Propaganda macht, schockiert den Leser, der nur oberflächlich informiert ist, nicht. Wieso aber 0,15 Prozent plötzlich 20 Prozent (jede fünfte Frau) sein sollen, erklärt sich nicht.
(Fotoquelle: Kronen Zeitung, 24. November 2009, S. 8)

(Wien, im November 2009) Bald ist „Internationaler Frauentag“. Besser: „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“. Traditionell zum 25. November 2009 blasen Medien die einschlägigen Schicksalsgeschichten hinaus. Einige Geschichten haben tatsächlich ein Schicksal. Mit der überproportionalen Berichterstattung wird aber ein Klima der Angst suggeriert.

Kampagne

Die Wiener Frauenrechtlerinnen aus dem Umfeld der SPÖ dehnen den „Frauentag“ gleich auf 16 Tage aus. Da liest man dann schräge Metaphern, kuriose Vergleiche und merkwürdige Tabellen. Wie der alte Satz der Emma-Gründerin, wonach jedes fünfte Kind Opfer sexueller Gewalt sei, nicht stimmt, stimmen manche sehr frei gestaltete Interpretationen von Zahlenwerken nicht, sobald sie über die Tische der Kampagnenleiterinnen der subventionierten Frauenrechtsgruppen wandern. Nach dem alten Satz von Winston Churchill bleibt die beste Statistik die, die man selbst fälscht.

Selbsterzeugte Statistiken

In Österreich, speziell in der Hauptstadt Wien, werden die meisten Wegweisungen und Einstweiligen Verfügungen im häuslichen Bereich von der „Interventionsstelle Wien“, ein Subverein des AÖF, erzeugt. Die Aussage der Multiobfrau Rosa Logar, wonach das Innenminsterium dem Verein „Interventionsstelle Wien“ desto mehr Subvention zahlt, je mehr Wegweisungen und Einstweilige Verfügungen gegen Männer er im Jahr „bringt“, ist den Kritikern der Frauenrechtsvereine noch gut im Ohr.

Deutschland: Frauen als Täterinnen

In Deutschland konzentriert sich alles auf die „Bild Zeitung“. Diese berichtete vor einiger Zeit, dass in Deutschland jeden dritten Tag ein Kind von der eigenen Mutter umgebracht wird. Macht 120 Kindmorde im Jahr durch Frauen.

Österreich: Frauen als Opfer

In Österreich konzentriert sich alles auf die „Kronen Zeitung“. Diese, gelenkt von einem politisch wohl beschlagenen, aber in das Alter gekommenen Greis, der vornehmlich Medienkaufmann ist und dessen Zeitung pro Jahr mit rund 20 Millionen Zuschuss vom „Presseinformationsdienst der Stadt Wien“ (PID) gekauft ist, dieser greise Herausgeber Dichand schreibt sein Blatt natürlich nicht gegen die Parteilinie der SPÖ, die ihm einen satten Anteil am Jahresumsatz beisteuert.

Werbebeiträge in eingekauften SPÖ-Zeitungen

Daher kommen Berichte wie dieser in der Vorschau zum „Frauentag“ zu Stande. Ein Werbebeitrag, der Anzeigen von Verurteilungen nicht unterscheiden kann, der eine Infografik mit einem Suggestivfoto bringt, in dem ein Mann eine Frau bei den Haaren zieht, der mit der Scheidungsrhetorik „reinste Hölle“ arbeitet und der behauptet, dass „jede fünfte Frau“ von ihrem Mann misshandelt wird. Der Beitrag malt das ab, was die Kampagne der Frauenhäuser vorgibt. Es wird nichts hinterfragt, die „Anzeigen-Statistik“ übernommen und in eine Grafik eingebaut. Das Interessante an der Grafik ist, dass die häusliche Gewalt offenbar so groß nicht sein kann, wie es der „Kronen Zeitung“-Werbetext für das Frauenhaus signalisiert.

In Österreich gibt es 4.287.213 Frauen. Die Kronen Zeitung suggeriert mit ihrer PR-Berichterstattung für das Frauenhaus und die politischen Feministen in einer halbseitigen Größe (mit Bild Mann reisst Frau am Haarschopf), dass rund um die Uhr Alarmstufe Rot herrsche. Das sagen die Frauenrechtsvereine natürlich so, denn sie brauchen ständig fließende Subventionen für ihre Frauennotrufe. Die Relation sieht ganz anders aus. Auch dann, wenn es Hans Dichand aus geschäftstüchtigen Gründen so nicht publizieren lässt. Er wurde alt. (Foto: Statistik Austria)

Hier die Populationszahlen in den Bundesländern, daneben die Wegweisungen nach HG (DV), daneben der Prozentsatz. Das zeigt, dass die Kampagne rund um die Häusliche Gewalt (Domestic Violance) eine Kampagne ist. Wo das Zahlenwerk nicht aussagekräftig genug ist, schmückt man es mit Emotionen aus, mit Bildchen und mit plastischen Sprüchen.

Die Tatsachen zum Thema Wegweisungen und Betretungsverbote (Bezug zur „Krone“-Infografik, mit der Volksverblödung betrieben wird):

  • Vorarlberg: 186.481 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 263 (0,14%)
  • Tirol: 359.914 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 368 (0,10%)
  • Salzburg: 272.338 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 436 (0,16%)
  • Kärnten: 288.838 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 274 (0,09%)
  • Steiermark: 618.025 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 655 (0,10%)
  • Burgenland: 144.696 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 142 (0,09%)
  • Oberösterreich: 717.679 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 855 (0,11%)
  • Niederösterreich: 819.059 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 766 (0,09%)
  • Wien: 880.183 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 2.825 (0,32%)

Die Zahlen, mit denen die „Kronen Zeitung“ für die Abteilung politischer Feminismus aus den Reihen der SPÖ Reklame macht – unreflektiert und durchsichtig – sind so mager, dass man sich eigentlich schämen müsste, dieses Zahlenwerk für irgendeine Beweiskraft heranzuziehen.

Wegweise-Quote: 0,15%

Von insgesamt 4.287.213 Frauen in Gesamtösterreich sind 6.584 Ehemänner, Väter, Lebensgefährten, Freunde, Lover, Zufallsbekanntschaften, Saufkumpanen oder sonstige männliche Wesen mit einer Wegweisung oder einem Betretungsverbot konfrontiert gewesen. 0,15 % – alles andere ist politische Propaganda.

Undifferenziert

Dazu diese Anmerkung: Eine Wegweisung nach SPG dauert in der ersten Stufe 10 Tage. Weder sagt diese „Statistik“ der „Krone“ (mit Bild Mann reisst Frau am Haarschopf), wieviele Wegweisungen/Betretungsverbote nach 10 Tagen wieder endeten. Weder sagt diese Statistik etwas darüber aus, wieviele Männer die „Wegweisung“ vor dem UVS erfolgreich bekämpft hatten und zur Aufhebung brachten. Weder sagt diese propagandahaft eingesetzte Statistik der „Kronen Zeitung“ vom 24. November 2009 auf Seite 8 etwas darüber aus, ob daraus eine gerichtliche Verurteilung wurde oder nicht (es gehört zur grundlegend polizeistaatlich orientierten und polizeifreundlichen Methode der „Kronen Zeitung“, dass man über den Unterschied zwischen Polizeistaat und Rechtsstaat gerne hinwegsieht). Endlich: Weder sagt diese „Statistik“ irgendetwas darüber, wieviele „Wegweisungen“ gezielt im Scheidungsverfahren „eingesetzt“ wurden.

Somit bleibt es bei der Volksverblödung durch die „Kronen Zeitung“. Denn eine komplexe Statistik kann man nicht so vereinfacht einsetzen. Es sei denn, man verfolgt politische Ziele. Was an diesem Tag geschah. Der Tag vor dem ersten, an dem der 16-tägige Frauentag beginnt. Publiziert in der „Kronen Zeitung“. Sponsored by: SPÖ.

Die Frauenhäuser erleben dieser Tage wieder Aufwind. Wie dieses in der Rinnböckgasse 21 im 10. Wiener Bezirk. Es wurde mit rund 3 Millionen Euro vom Geld der Anderen, das mehrheitlich von Männern stammt, saniert. (Foto: Marcus J. Oswald)


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Paginierte Legende:

Die histrionische Persönlichkeitsstörung
Teil 1 – Frauentag – Histrionische Anmerkungen Teil 1 – „Kronen Zeitung“ (24. November 2009)
Teil 2 – Frauentag – Histrionische Anmerkungen Teil 2 – „Kurier“

Marcus J. Oswald (Ressort: Feminismus)

Kriminalprävention mit Film – Feigenblatt und Hanf

Veröffentlicht in Medien von marcusjoswald am 23. November 2009

Schauspieler aus dem Jugendzentrum Bürmoos. Nun mit Film: Feigenblatt und Hanf. (Foto: JUZ/BMI)

(Wien/Salzburg, im November 2009) Die Premiere des Jugenfilms „Feigenblatt und Hanf“ fand bereits im September im Salzburger DAS KINO statt. Nun geht der Film und seine Botschaft auf Reisen durch Österreich. In einer Love Story wird das Kernthema einiger Jugendlicher gezeigt: Die Rivalitäten mit den Eltern, mit sich selbst und den anderen, Verliebtheit, Alkohol und Drogen. Natürlich auch die Schattenseiten: Raufereien anzetteln, Koma-Trinken und Vandalismus.

In Bild und Ton gebracht haben das Projekt Salzburger Jugendliche rund um das Jugendzentrums Bürmoos. Mitgewirkt hat auch die „Kriminalprävention Salzburg“, die mit fachlichem Rat zur Seite stand. Rund hundert Neo- und Laienschauspieler wirkten im 50-minütigen Film mit. Der Film zeigt, „wie leicht Jugendliche auf Abwege geraten können“, sagt Projektleiterin Ing. Mag. Monika Bernberger.

Film auch als Trickfilm (auf DVD)

Zusätzlich zum Film machte man einen Cartoon und eine Musik-CD. Auch Herwig Lenz vom Bundeskriminalamt lobt das fertig gestellte Filmprojekt, das Vorzeigecharakter hat: „Die Jugendlichen geben Antworten auf das Bild von ihnen in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig will die Kriminalprävention mit dem Projekt zeigen, zu welchen Konsequenzen problematisches Verhalten führen kann und sie will Hilfestellungen anbieten“, so Lenz.

Die Cartoongeschichte zum Thema, ebenso als Film (DVD) kann kostenlos angefordert werden: Bei der Kriminalprävention Salzburg telefonisch unter 059 133 50 37 50.

Viele Mitwirkende und Sponsoren.

Credits:
Leitung Jugendzentrum: Lukas Schmidlechner
Projektleitung im Jugendzentrum: Ing. Mag. Monika Bernegger
Filmische Herstellung: KBFilm Andreas Kirnbauer Filmproduktion Salzburg
Regie und Produktionsleitung: Gerhard Greiner

Sponsoren:
Bundesministerium für Inneres
Kriminalprävention
Gemeinde Bürmoos
Kulturland Salzburg
Jugend in Aktion
W&H Dentalwerk
Raiffeisen
Rotes Kreuz Salzburg
Markus Weisheitinger (Drehbuchtraining)
Martina Poel (Schauspieltraining)
Josef Hader (Schauspieltraining)

Jugendzentrum JUZ Bürmoos

Die Webverweise:
Jugendzentrum Büromoss (Bundesland Salzburg)
Bilder von der Premiere im Salzburger DAS KINO
Filmüro Andreas Kirnbauer

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien

Unsanfte Hände im Massagestudio – Chinesinnen-Mord war keiner – Nur Notwehrüberschreitung

Veröffentlicht in Rotlicht von marcusjoswald am 19. November 2009

Sind das nun Musikstudentinnen? Masseurinnen? Shiatsu-Spezialistinnen? Jedenfalls sind es Chinesinnen in Wien. Auf einer der vielen Webseiten der China-Massagestudios. Immer heißen sie Tina, Anna, Lili, Jessie. Immer sind sie gerade einmal 18 am Foto. Die Fotos sind von den zahlreichen China-Pornoseiten zusammengestohlen. Denn in den Massagestudios sind dann meistens Frauen in der mittleren oder höheren Reife. Um Kriminalfälle wie im Massagestudio Millergasse künftig zu verhindern, wird hiermit geraten, nicht immer nur die Dienste der jungen Kindfrauen in Anspruch zu nehmen, sondern auch einmal eine 47-Jährige mit höherer Reife massieren zu lassen. Darum ging es nämlich im Mordfall im China-Milieu in Wien. (Fotos: Massagestudio Shuya)

(LG Wien, am 18. November 2009) Vorauszuschicken ist, dass vorauszuschicken ist, dass Leser dieser Seite wissen, dass „Massage-Studios“ mit Chinesinnen keine Massagestudios sind. Sondern alles andere, nur eben keine Massagestudios. Dort wird Shiatsu gepredigt, aber fernöstlich „missioniert“. Nicht in allen. Vor allem einige Thai- und Philippinastudios muss man in Schutz nehmen. Zum Beispiel – auf Wien gesprochen – den Friedrichsplatz, die Laudongasse, die Fuchsthalergasse, die Rembrandtstraße oder die Johnstraße. Dort wird tatsächlich versucht, zu massieren. Mehr gibt es dort nicht, auch wenn man 200 Euro auf die Matratze legt.

Bodyrelax

Man muss Gassenlokale mit dem Titel „Massage“ von Wohnungslokalen im dritten Stock mit dem Untertitel „Massage“ im „Kronen Zeitung“-Inserat unterscheiden. Die Thais und Philippienerinnen sind in ersteren anzutreffen, die Chinesinnen in zweiteren. Der Unterschied liegt im Lebensstil. Die Thais sind meistens eingeheiratet, verheiratet und arbeiten nebenbei, um etwas dazu zu verdienen. Die Chinesinnen stehen unter Druck: Sie müssen das Visum „hereinarbeiten“, das kann schon mal 14.000 Euro Pflichtumsatz im Jahr (an den Koberer), also 1.200 Euro im Monat bedeuten. Das heißt: Sie müssen das Maximum aus einem Kunden „herausholen“ und das geht mit 30 Euro für die halbe Stunde schlecht. Daher bieten die Chinesinnen Zusatzservice bis hin zum so genannten „Full Service“ an. Da es Kunden nicht zur Tür hereinregnet, wird hochgehandelt. 70 Euro die halbe Stunde, 90 Euro die Stunde sind üblich. Im „Massageforum“ (ein exklusives Mitgliederforum aus Graz zum Thema Massagewesen, ein Subforum im Traummännlein-Forum, in dem der Herausgeber eine Zeitlang Mitglied war), wurden aber auch Stundentarife von 150 Euro berichtet. Wer 1.200 Euro im Monat „abführen“ muss, muss rund 2.000 Euro mit diversen „Entspannungsdiensten“ und „Bodyrelax“ auf die Kralle umsetzen (alles schwarz und ohne Rechnung, sowohl am Pekinger wie am Wiener Finanzamt vorbei, versteht sich), um leben zu können.

Generationenkonflikt

In der Millergasse entstand aus dieser Situation ein Streit. Es gab eine 47-jährige „Masseurin“ (die nicht die Studiobesitzerin war) und eine 37-jährige „Masseurin“. Es kam die Situation, dass die Kunden zuerst die Webseite (siehe oben) betrachteten, dort 18-Jährige Lotusblüten-Chinesinnen sahen und spitz geworden in das Studio fuhren. Dort öffnete zuerst die 47-Jährige, dann wurde sogleich nach der 37-Jährigen geordert, wenn die 18-Jährigen (von der Webseite) schon „gerade nicht da“ sind. Denn die 47-Jährige haben die „Kunden“ zu Hause auf der Couch sitzen. So war das. Die 47-Jährige geriet darüber bald in Rage und fluchte unverständlich auf Hongkong-Chinesisch. Sie sah sich im Hintertreffen, wegen des Alters. Die Junge „nahm“ ihr die „Kunden weg“. Es ist in der Kunstwelt der Asienstudios nicht anders als im realen Leben. Jung schlägt alt.

In der Millergasse war es aber umgekehrt. Die 47-jährige schlug eines Tages auf die junge Chinesin ein. An diesem 14. April 2008 war so eine körperliche Auseinandersetzung im 6. Wiener Bezirk im Studio. Laut Aussagen im Geschworenenverfahren (Mordverfahren!) vor dem Wiener Landesgericht, habe die 47-Jährige der 37-jährigen Hui Zhang, die seit dem Jahr 2000 in Wien lebt, einen Teller auf den Kopf geschmissen. Mit den Scherben habe die Ältere der Jüngeren das Gesicht zerschneiden wollen, sagt diese vor den Richtern (Vorsitz: Claudia Geiler). Dann habe sie die Frau in Notwehr mit dem Schal erwürgt.

Gerichtsmediziner: Mit bloßen Händen erwürgt

Die Täterin gibt im Gericht an, sie habe selbst 13 Schnittwunden davon getragen. Das konnte aber nicht bewiesen werden, da sie unmittelbar nach der Tat am 14. April 2008 nach China reiste und erst zehn Monate später wieder nach Wien kam, wo die Wunden längst verheilt waren. Gerichtsmediziner Christian Reiter kommt aus rein wissenschaftlicher Sicht überhaupt zu diesem Ergebnis: Er stellte bei der Obduktion fest, dass die 47-Jährige mit den bloßen Händen und nicht mit einem Schal erwürgt wurde. Dazu braucht man „mehr als vier Minuten“. Zudem waren auf der Leiche schwere Schnittspuren (an Händen und am Schlüsselbein) zu vernehmen.

Jedenfalls: Nach der Tat drapierte Hui Zhang das Opfer und legte es auf das Sofa. Sie ließ es wie einen Sexualmord aussehen. Sie beseitigte die Tatortspuren (Scherben), was eine Tatort-Analyse hinterher schwierig machte, schnitt sich die Haare ab und ging heim. Am darauf folgenden Tag vergaß sie absichtlich die Schlüssel zum Salon und zog die Salonbesitzerin hinzu. Diese öffnete und beide entdeckten die Leich. Die 37-Jährige schlug vor, die Chinesin im Müll zu entsorgen (!), was die Koberin ablehnte. Die Polizei wurde eingeschalten, indessen reiste Hui Zhang nach China aus und tauchte mit falschem Namen im Reich der Mitte unter. Mit Geschick fanden sie Wiener Kriminalisten unter 1 Milliarde Chinesen (Hut ab!), obwohl sie falschen Namen und Hut trug. Als sie im Frühjahr 2009 nach Schwechat einreiste, um wieder sanfte Entspannungsmassagen in Wien mit viel Öl zu offerieren, klickten die Handschellen.

Gericht: Nur Notwehrüberschreitung

Die Geschworenen entschieden gegen die Mordversion der Staatsanwaltschaft, die Streitigkeiten um die Entlohnung als Motiv sah. Das war es wohl auch. Doch die drei Richter (Vorsitz: Mag. Claudia Geiler) ließen sich von der Schauspielkunst, die jede im Prostitutionsgewerbe Tätige beherrschen muss, dazu gehört auch das punktgenaue Weinen im Gerichtssaal, überzeugen. Das Urteil: 11 Monate Haft wegen Notwehrüberschreitung. Anwalt Peter Philipp ist hochzufrieden und verzichtet auf Rechtsmittel. Die Staatsanwaltschaft denkt drei Tage nach.

Die Massagefreunde Wiens sind schon gespannt, in welchem Studio Hui Zhang nach ihrer Enthaftung ihre Dienste anbietet. Die Kunden sind flexibel und reisen üblicherweise auch bei Standortwechsel innerhalb Wiens gerne „nach“, wenn der Service passt. (Bestes Beispiel: Als das Studio in der Porzellangasse aufgelassen und in die Jägerstraße verlegt wurde, gingen alle Stammkunden „mit“.)

Stammkunden bleiben lange treu. Neue „Standorte“ irritieren sie nicht, wenn der „Service“ gleichbleibend stabil bleibt. Manche Stammkunden kommen zehn Jahre zu ein und derselben Osaka-Dame, die diskrete Dienste anbietet.

Vor allem, wenn Eine so gut Schauspielen kann. Der Gerichtsfall wird Hui Zhang geschäftlich keine Einbuße bringen, zieht man die elf Monate ab, in denen sie „außer Gefecht“ gewesen sein wird.

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Last Update (21. November 2009): Die Staatsanwaltschaft Wien geht in Nichttigkeit und Berufung. Damit muss der Oberste Gerichtshof entscheiden, ob elf Monate für eine Tote angemessen sind oder das Verfahren neu ausgetragen werden muss. Selbst der alte „Notwehrspezialist“ Josef Krista erhielt in den 1970-ern für seine „Notwehraktionen“ mit der Stahlrute, wo auch am Ende öfter einer im Blut lag und verstarb, schon Mal 15 Monate. Elf Monate bekommt man heute spielerisch am Landesgericht Wien für drei verbale „gefährliche Drohungen“ im partnerschaftlichen Streit via Telefon, bei denen nicht einmal die Hand das Gegenüber berührt. Um es vorwegzunehmen: Elf Monate sind einfach ein Käse. Rechtlich gesehen.

Vergleiche: Der Fall Josef Krista. Beschrieben von Marcus J. Oswald in der Zeitschrift „Der Kriminalbeamte“ im Februar 2004. (Alle Rechte/Copyright bei: Marcus J. Oswald) (pdf, 107 kb)

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[Fotoquelle - wie die Masseurinnen in einem Studio ganz sicher nicht aussehen (Fakefotos): www.shuyastudio.at - Anmerkung, da es offenbar Missverständnisse gibt: Das Shuyastudio ist nicht der Schauplatz des Kriminalfalls, es wurde nur zur Bildillustration herangezogen.]

Marcus J. Oswald (Ressort: Rotlicht)

Böse Welt – Morde, Morde, Selbstmorde

Veröffentlicht in Harte Hacken - Mord von marcusjoswald am 18. November 2009

Wenn man die Zeitung aufmacht, und das um 3 Uhr morgens, bekommt man Kopfweh. Die Welt ist nicht gut.
(Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im November 2009) Das ist alles nicht mehr lustig. Wäre man zart besaitet, könnte man – zusätzlich zum Herbst – in mittelschwere Depressionen fallen. Würde man alles Persönlich nehmen, was man in der Zeitung liest. Vielleicht liest man die Zeitung nur zum falschen Zeitpunkt. Vor dem Schlafengehen um 3 Uhr morgens. So wandern die gelesenen Gruselgeschichten aus der realen Welt direkt in den Schlaf. Das schafft unruhige Träume.

Der Grusel begann am Wochenende. Am 14. November 2009 ging eine Alarmmeldung zur Wiener Polizei, die nachdenklich macht. Um 11 Uhr 37 des Samstags wurde in einer Tiefgarage des Hanusch-Spitals eine 49-jährige Krankenschwester, die Dienstschluss hatte, durch zwei Pistolenkugeln neben ihrem Auto getötet. Alles dachte an eine Beziehungstat. Doch man lag komplett falsch. Die Frau, die in ihr Auto einsteigen wollte, wurde Opfer eines Raubmordes. Der Täter Franz P., 50, wollte ihr das Auto stehlen. Als sie sich wehrte, musste sie sterben. Ein Starten des Peugots scheiterte, da sich dieser nur mit einer Chipkarte starten ließ. Der Täter flüchtete zu Fuß.

Unsichere Tage

Das sind Dinge, die Grenzen andeuten, die die Welt sehr, sehr unsicher machen. Wenn es Schule macht, dass ein X-Beliebiger den Löffel abgeben muss, weil ein andere X-Beliebiger den Mut zum Selbstmord nicht hat, weil er sich auf der Welt nichts mehr anzufangen weiß, dann geraten Grundwerte ins Wanken. Im Stamm-Café des Herausgebers am Alsergrund, aber auch in der basisdemokratischen Stamm-Trafik (der Trafikant ist nun Wahlhelfer für HC) weiß man schon, was man mit Franz P. zu machen hat. Das Urteil steht fest. Es wurde basisdemokratisch gefällt. Es gibt kein Rechtsmittel.

Würde es mehrere Franz Ps. geben, müsste man sich fürchten. Franz P. hatte vor rund fünf Jahren eine Scheidung und wusste sich danach nichts mehr anzufangen. Damals konnte er einem Leid tun. Heute nicht mehr. Zwei Brandstiftungen gehen auch auf sein Konto. In Wien zündelte er im Reihenhaus seines Sohnes, in dem er hauste. Das war kurz vor dem Mord. Nach dem Mord fuhr er mit dem Bus nach Rohrbach in der Steiermark.

Franz P., 50, killte eine Zufallsbegegnung, die Krankenschwester Helga L., 49, weil er ihr Auto haben wollte. (Foto: Polizei)

Dort stieg er in das Haus der Ex-Frau ein. Im Lauf noch eine Kugel. Doch die Frau war nicht da. Dann betrank er sich und zündete das Haus an. Im Feuer wäre er fast umgekommen, doch man fand ihn. Die Feuerwehr fand auch die Glock 17, mit einer letzten Kugel. Er war zu feige, sich das Geschoss in den Kopf zu jagen. Man nahm ihn fest. Nun kam die Wiener Polizei auf eine andere Spur. Der Mann, der beim Gehen die Hände immer hinten verschränkt, könnte auch eine Frau in einer Wiener Tiefgarage beraubt und in den Kofferraum gesperrt haben. Das geschah vor drei Jahren. Der Täter von damals läuft entweder noch frei herum oder sitzt in U-Haft in der JA Wien-Josefstadt.

Lebenslang und Sicherheitsverwahrung für den Exilrussen Alex W., der im August 2008 in einem Dresdner Gerichtssaal in einem Beleidigungsprozess die Ägypterin Marwa El-Sherbini erstochen hatte.


Die 31-jährige schwangere Ägypterin wurde erst auf einem Spielplatz in Dresden von einem 27-jährigen Exilrussen wegen des Kopftuchs als Terroristin beleidigt und dann beim Beleidigungsprozess, den sie anstrengte, im Gerichtssaal erstochen. Der junge Ehemann wurde durch einen Justizwachebeamten irrtümlich in den Bauch geschossen.

Dass Zuzügler und Ausländer in Wien FPÖ wählen, gehört zu den großen Paradoxien des Lebens. Doch auch in Ostdeutschland gibt es Ausländer, Gastarbeiter und Spätaussiedler, die ausländerfeindlich sind. Ein solcher hatte nun einen Mordprozess. Alex W. ist Exilrusse und Spätaussiedler nach Deutschland. Der heute 28-Jährige wurde – wie man jetzt erst feststellte – in Russland wegen aufkeimender Schizophrenie nicht zum Militärdienst zugelassen. In Deutschland wollte er ein „besserer Deutscher“ werden und wie immer wenn Leute bessere Deutsche werden wollen (dazu braucht man nur den „Völkischen Beobachter“ vom 11. April 1938 lesen), kommt nichts Gutes dabei heraus. Alex W. verstrickte sich in rassistische Tendenzen und hatte eine scharfe Ablehnung gegen Ausländer, die keine eurasischen Gesichtszüge hatten. Etwa, wenn sie Ägypter sind. Und noch dazu ein Kopftuch tragen. Und noch dazu schwanger sind.

Besserer Deutscher als Rassist

An einem Tag im August 2008 sah er eine solche Frau und beleidigte sie auf einem Spielplatz als Terroristin und Islamistin. Der „bessere Deutsche“, obwohl Russe, sah sich im Recht, „schlechtere Deutsche“ anzugreifen. Die ägyptische Frau wehrte sich und klagte ihn vor einem Bezirksgericht. Dort geschah das Unfassbare. Der Exilrusse zog ein langes Messer aus dem Rucksack und erstach vor dem Richter die Frau. Der ebenso anwesende ägyptische Mann griff ein, wurde aber auch verletzt und zwar doppelt. Im Handgemenge mit dem Messer. Nachdem der Richter eine Justizwache hereingerufen hatte, schoss dieser irrtümlich auf den Falschen und verletzte den Mann noch einmal mit der Pistole.

Der Fall war Auslöser für Demonstrationen vor dem Gericht. Im Landgericht Dresden wurde am 11. November 2009 das Schicksal der heute 28-Jährigen besiegelt. Er erhielt Lebenslang und Sicherheitsverwahrung und hat daher keine Chance, in absehbarer Zeit (nicht vor zwanzig Jahren) entlassen zu werden. Das ist die Höchststrafe. Zusätzlich müssen noch – theoretisch – die materiellen und immateriellen Schäden für den dreijährigen Sohn der Getöteten und den Ehemann ersetzt werden.

Büro des Herausgeber: Man bekommt Kopfweh, wenn man die Zeitung aufschlägt. (Foto aus dem Büro des herausgebers: Marcus J. Oswald)

Büro des Herausgebers: Wenn man die Zeitung aufschlägt, wird man von grausamen Dingen erschlagen.
(Foto: Marcus J. Oswald)

Dass Sankt Pölten ein heißes Pflaster ist, merkt man beim Betreten der Stadt vom Bahnhof nicht immer. Doch manchmal geschehen auch dort Dinge, die an einen Horrorfilm erinnern. In der Pröll-Hauptstadt gehen die Scheidungsleute mit dem Fisch im Gepäck zum Notar. Daher geschah am 17. November 2009 ein Mord mit Anschlussselbstmord.

Mulitfunktionsmesser

Ein Landwirt, 44, und seine Noch-Frau, 41, saßen im Besprechungszimmer des Juristen Michael Billeth, um das Scheidungsverfahren zu regeln. Es wurde das Gütertrennungsverfahren besprochen. Die Sachlage ist einfach: Die Frau wollte sich scheiden lassen, der Mann eher nicht. Um 16 Uhr 45 waren nach zwei Stunden Gespräch die Eckdaten besprochen und schriftlich festgehalten. Der Herr Notar verließ sein Arbeitszimmer, um im Nebenraum etwas zu diktieren. Nachdem er einen Schrei vernommen hatte, lief er in das Arbeitszimmer zurück. Was er sah, ist nicht alltäglich: Der Frau wurde die Kehle durchgeschnitten und das Messer in den Hals gerammt. Der Mann tat an sich das gleiche und schnitt sich die Kehle durch. Beide waren auf der Stelle tot. Das Paar hinterlässt zwei Kinder. Notar Michael Billeth steht seither unter Schock: „In meiner Kanzlei ist ein Mord passiert.“

Der Fall ist der schlagende Beweis dafür, dass Christen nicht immer gewaltfrei sind. Landwirt Josef P. trat bei der Nationalratswahl 2008 für die Kleinpartei Die Christen als Kandidat an.

Marcus J. Oswald (Ressort: Mord)

Drei Fragen im Rundmail an Vätervereine – Thema Herwig Baumgartner

Veröffentlicht in Offene Briefe von marcusjoswald am 16. November 2009

(Wien, am 16. November 2009) Drei Fragen an die Vätervereine im Rund-Mail. Die Antworten werden hier gezeigt, sobald sie eingelangt sind.

1. Was sagen Sie zur Verhaftung von Mag. Herwig Baumgartner?

2. Sind seine Methoden (der direkten Konfrontation) richtig oder falsch?

3. Wie muss sich eine Väterrechtebewegung ausrichten, wie muss sie auftreten (um nicht verhaftet zu werden)?

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Rundmail (einzeln abgeschickt) an die Vereine und Obleute -

- Männerpartei (Präsidium, Wien) – hat Email lt. Gespräch 25.11.2009 nicht erhalten, wird nachgereicht. Wird Stellungnahme schreiben.
- Väter ohne Rechte (Vorstand, Tulln) – Antwort eingetroffen (20.11.2009)
- Vaterverbot (Vorstand, Linz) – Obmann verspricht lt. Gespräch am 25.11.2009 balfige Antwort.
- Kindergefühle (Vorstand, Salzburg) – Antwort eingetroffen (21.11.2009)
- INHR (Obmann, Wolfsberg) – Wohl keine Antwort in Aussicht, da der Verein so gut wie inaktiv ist.
- Luca (Obmann, Tirol) – Wohl keine Antwort in Aussicht, da der Verein so gut wie inaktiv ist.
- Humanes Recht (Pressestelle, Wien) – Wohl keine Antwort in Aussicht, da gegen ein halbes Duzend Personen aus diesem Verein ua. nach § 278b (terroristische Vereinigung) ermittelt wird, was der Rest der Väterrechteszene (lt. Gespräch am 25.11.2009 mit einigen Obleuten) als „übertrieben“ einstuft.
- Gerald Zeiner (Buchautor, Wien) – möchte lt. Gespräch keine Antwort ausformulieren (25.11.2009)
- Robert Marschall (Wien-Konkret, Wien) – Antwort eingetroffen (17.11.2009)
- Stephan Pfeifhofer (X-Large, Tirol) – verspricht lt. Email vom 24.11.2009 Anwort im Laufe der Woche 48.
- Resistance for Peace (Obmann, Wien) – Peter Rosenauer ist böse auf Oswald, daher wohl keine Antwort.
- Rechtsschutzgruppe Jurisprudenz (Initiator, Steyr)

Zweck des Rundmails: Veröffentlichung der Stellungnahmen auf „Blaulicht und Graulicht“ (Hg. M. J. Oswald)

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Die Antworten:

Der „schnellste“ war Herr Robert Marschall, der das Medium „Wien-Konkret“ ambitioniert herausgibt und kürzlich eine Klage zu den Ticketpreisen bei ÖFB-Fussballländerspielen vor dem VfGH anstregte. Er antwortet am 17. November 2009 um 1 Uhr 49, ohne auf den „Fall Baumgartner“ näher einzugehen, nennt aber konkrete Beispiele, die zum Verdruss mit dem Staatswesen führen können:

Wien-konkret.

S.g. Herr Oswald,

Als Herausgeber von Wien-konkret.at kann ich nur wenig zum konkreten Anlaßfall sagen, da ich die Umstände nicht kenne. Ganz allgemein kann ich aber sagen, dass der Rechtsstaat in vielen Bereichen nicht mehr funktioniert. Der schlecht funktionierende Rechtsstaat ist also kein singuläres Phänomen im Familienrecht.

Andere Bereiche sind der Fall des Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP), wo eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch bei der Staatsanwaltschaft so lange „vergessen“ wurde, bis sie verjährt war; die Causa „Kärntner Ortstafeln“, wo sich mittlerweile sogar VfGH-Präsident Holzinger öffentlich zu Wort meldet; der Mobilfunkbereich, wo es bis heute keine gesetzlichen Grenzwerte für die Strahlenbelastung gibt und Anrainern von Handymasten die Parteistellung verweigert wird; die Europäische Gleichbehandlungsrichtlinie, die nicht rechtzeitig ins österreichische Recht umgesetzt wurde und weshalb nun auch eine Staatshaftungsklage beim VfGH anhängig ist; der Verkauf von Staatsanteilen, wo beispielsweise die AUA an den Schlechtestbieter Lufthansa verschenkt und der Bestbieter – mit 1/2 Milliarde Euro Vorsprung – übergangen wurde; der Fall Libro, wo erst nach 8 Jahren Anklage erhoben wurde; die oft langen Verfahrensdauer bei Gericht, die manchmal schon einer Rechtsverweigerung gleichkommt; die Causa „EU-Vertrag von Lissabon“, wo die Volksvertreter ihrem Vollmachtgeber (=Bevölkerung, Souverän) mitteilen, dass sie keine Volksabstimmung wünschen und deshalb eine solche auch nicht zulassen; der Fall der inhaftierten Tierschützer, wo man bis heute nicht weiß, warum die eigentlich in Untersuchungshaft saßen; die vielen Verurteilungen von Österreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte; eine Justizministerin Bandion-Ortner, die sich für die Lockerung der Anti-Korruptionsgesetze einsetzt und auch eine diesbezügliche Gesetzesänderung erreicht hat; die vielen Fälle von Vätern, denen oft jahrelang das Grundrecht auf Kontakt mit ihren leiblichen Kindern auf Wunsch der Mutter vorenthalten wird. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Wie gehen Herr & Frau Österreicher mit dieser Situation um? Es kommt derzeit zu einer gehäuften Anzahl an Demonstrationen, speziell in der Wiener Innenstadt. Dies ist eine wenig erfreuliche Entwicklung und sie zeigen die massive Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesetzgebung, Regierung und dem mangelhaften Rechtsstaat auf. Aber vielleicht nützen die Demonstrationen, um unsere angeblichen „Volksvertreter“ wachzurütteln. Man kann nicht auf Dauer gegen große Teile der Bevölkerung regieren.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Robert Marschall
Herausgeber des Stadtmagazins www.wien-konkret.at
A-3003 Gablitz bei Wien, Österreich
E-Mail: office@wien-konkret.at

Weitere Stellungnahmen folgen, sobald sie eingetroffen sind. Anm. Mit 17. November 2009, 18 Uhr, sind noch keine weiteren Stellungnahmen eingelangt.

Die Email des Väterrechtevereins „Väter ohne Rechte“ entpuppte sich als falsch, es gibt derzeit Computerprobleme. Dass aus Linz keine Stellungnahme („Vaterverbot“) kommt, überrascht nicht, Baumgartner griff den Verein oft an. Dass von Herrn Hoffmann („Männerpartei“) keine Stellungnahme einläuft, wird erst kommentiert, wenn wirklich keine einläuft. Es zeigt sich dieses: Mit der Männersolidarität ist es nicht weit hergeholt. Er war aber gar keine Solidarität erwartet worden, sondern eine nüchterne Stellungnahme zur Verhaftung eines Aktivisten. Aber entweder übersteigen die simplen „drei Fragen“ die Intelligenz der Adressaten oder man hat einfach kein Interesse und will in Ruhe gelassen werden. Dann dürfen sich die Herren nicht wundern, wenn sie auch in Ruhe gelassen werden, wenn „der eigene Fall“ wieder einmal an der Tagesordnung steht. Fazit nach einem Tag des Wartens auf Stellungnahmen von Vereinen, die sich Vätervereine nennen: Magere Ausbeute. Bis jetzt. (mjo)

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Indessen schreibt „Vaterverbot“ (Linz) am 18. November 2009, 14 Uhr 58 eine eine kurze Reaktion: „Hallo Marcus, Norbert ist derzeit beruflich einige Tage weg, hab mit ihm deine Fragen schon besprochen. Er wird sich bemühen sie zu beantworten. lg, Kurt Heiligenmann – Team Vaterverbot.at“. Das ist erfreulich. Danke.

Am 19. November 2009 schreibt Martin Stiglmayr, dass er am folgenden Tag eine Stellungnahme seines Vereins „Väter ohne Rechte“ (Tulln) ausformuliert haben wird. Das ist erfreulich. Danke.

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Sehr ausführlich antwortet Herr Martin Stiglmayr vom Verein „Väter ohne Rechte“. Er entschuldigt, dass er nicht früher schreiben konnte, da der PC defekt war und neu aufgesetzt werden musste. Dafür entschädigt er mit seinen Ausführungen, die am 20. November 2009 um 13 Uhr 15 einlangen. Er hält fest, dass er die Verhaftung von Herwig Baumgartner empörend findet und nur Außenstehende seine Methoden „krass“ finden müssen. Jeder, der sich mit dem angewandten Familienrecht in Österreich beschäftigt, müsse für die Sicht Baumgartners des Aufdeckens und Hinschauens Verständnis aufbringen. Er verweist auch auf die britische Väterrechtebewegung „fathers4justice“, die erst dann Gehör fand, als sie als Fledermäuse verkleidet den Buckingham Palace bestiegen. Auch dort gab es Verhaftungen, aber die Bewegung wurde dadurch erst einflussreich und ernstgenommen.

Verein Väter ohne Rechte - Tulln.

Hallo Marcus!

Sorry, aber mein PC ist hin und das macht die Sache schwierig. Meine Antworten:

1 – Was sagen Sie zur Verhaftung von Mag. Herwig Baumgartner?

Die Verhaftung von Herwig Baumgartner ist schlichtweg empörend. Alleine die Tatsache, dass es weder einen Grund gegeben hat, noch die Tatsache, dass bei der Verhaftung nicht nur sämtliche Rechte eines österreichischen Staatsbürgers, die ihm auch verfassungsmäßig garantiert sind, missachtet worden sind, ist eine Riesensauerei. Aber auch die Rechte anderer wurden missachtet, Leute, die dem Prozess – einem öffentlichen Prozess!!! – einfach nur beiwohnten.

Die wirkliche Schweinerei ist, dass es KEINEN Politiker gibt, der dieses Thema aufgreift. Stellen Sie sich einmal vor, das wäre einem Grünaktivisten passiert! Herr Pilz hätte Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um dieses Unrecht an die Öffentlichkeit zu bringen. Für einen Vater, der um die Rechte seiner Kinder kämpft, gibt es kein Sprachrohr. Allein das ist unfassbar und traurig!

2 – Sind seine Methoden (der direkten Konfrontation) richtig oder falsch?

Natürlich sind die Methoden von Herwig Baumgartner manchmal krass. Allerdings erscheinen sie nur dem überzogen, der die Wirklichkeit in Österreichs Familienrechtslandschaft nicht kennt. Daher sind seine Methoden aus meiner Sicht gar nicht mehr so krass zu beurteilen. Sie sind Ausdruck dessen, was wir Väter erleiden müssen. Sie sind Ausdruck unserer Ohnmacht, unserer Verzweiflung unserer Chancenlosigkeit. Sie sind nicht zuletzt Ausdruck und Aufschrei des Leides, das unsere Kinder tagtäglich erleiden.

Herwig ist ohne Zweifel auch traumatisiert. Wen aber wundert das, in Anbetracht des unfassbaren Unrechts, das ihm und seinen Kindern angetan wird und worden ist! Und vergessen wir nicht, dass uns NIEMAND zuhören will, dass die Bundespolitik uns ignoriert! Vergessen wir nicht, dass es ALLEN Väterbewegungen so erging.

Erst als die Fathers 4 Justice in Großbritannien als Fledermäuse verkleidet sich an die Fassade des Buckingham Palace ketterten, wurden sie von der englischen Öffentlichkeit gehört! Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, auf den Wahnsinn in England aufmerksam zu machen. Von da an begann die Politik die Gesetze in England zu ändern!

Die Studenten besetzen Universitäten, demonstrieren ohne vorherige Anmeldung, queren dutzende Male den Ring – niemand regt sich darüber auf. Aber ein Herwig Baumgartner wird verhaftet, weil er die Wahrheit in die Welt hinausschreit!

3 – Wie muss sich eine Väterrechtebewegung ausrichten, wie muss sie auftreten (um nicht verhaftet zu werden)?

Gute Frage! Ich denke, dass der Weg, den „Väter ohne Rechte“ geht, der Richtige ist. Wir nennen die Dinge beim Namen und wahren doch die Form. Aber es ist natürlich eine Frage der Zeit, bis auch wir Maßnahmen ergreifen müssen und wollen, um eine Durchsetzung der Rechte unserer Kinder zu erzwingen. Man nehme sich die Studenten zum Vorbild! Minister Hahn hat letztlich nachgegeben und mit ihnen gesprochen. Offenbar werden wir nicht ernst genommen, weil wir nach wie vor friedliche Mittel verwenden, um auf das Leid von Vätern, Großeltern und Kindern hinzuweisen. Was also ist die Alternative?

Liebe Grüße, Martin Stiglmayr

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Für den Salzburger Verein „Kindergefühle“ gibt Herr Richard Maier eine Stellungnahme ab, die am 21. November 2009 um 9 Uhr 31 einlangt. Der Verein beackert den Gutachtermarkt und nimmt sich regelmäßig den Multigutachter des Landesgerichtes Salzburg Egon Bachler zur Brust. Man wies dem Sachverständigen in Familienrechtssachen nach, dass er im Wortlaut ähnliche bis nahezu deckungsgleiche Expertisen abgibt. Kindergefühle-Obmann Maier äußert zum Fall Baumgartner, dass Vätervereine systembedingt unbequem sind, er hält einen „Terrorismusvorwurf“ aber für nicht gerechtfertigt. Ein Patentrezept, wie man trotz Justizkritik einer Verhaftung entgeht, hat er nicht.

Verein Kindergefühle - Salzburg.

Sehr geehrter Herr Oswald,

jeder Mensch hat seine eigene Form der Kommunikation. Unser Verein verwendet eine andere Form der Meinungsäußerung um unseren Unmut über unser kinderfeindliches System in Österreich kundzutun.

Wir sehen die Verhaftung des Herrn Mag. Herwig Baumgartner insbesondere durch die Punkte „Terror, etc.“ nicht als gerechtfertigt.

Wir denken, dass es nicht der Regelfall ist, dass Väterbewegungen in Haft kommen. Dass solche Bewegungen als unbequem im österreichischen System gelten, können wir nachvollziehen. Eine vorbeugende Medizin gegen Verhaftungen vorzuschlagen wäre unseriös. Es wurden doch auch schon harmlose Tierschützer bereits ins Gefängnis verfrachtet.

Mit freundlichen Grüßen
Richard Maier – Landesleiter
Kindergefühle – Auch Kinder haben Rechte

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Noch warten wir auf weitere Stellungnahmen. Angeschrieben wurde nun auch „Resistance for Peace“ und die Zeitschrift „X-Large“, die dazu auch sicher eine Meinung hat. Die restlichen Stellungnahmen stehen noch aus.

Bis dahin etwas Musik vom wohl talentiertesten Performer Europas. Man kann zu Robbie Williams, 37, stehen, wie man will: Soll sich jemand einmal in die „Royal Albert Hall“ (London, 2006) hinstellen und Frank Sinatra singen…

Und die große Stimme, etwas treffsicherer im Ton:

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Weiterführende Links:

Fathers4Justice (Wikipedia – Chronologie)
Fathers4Justice – Team
Fathers4Justice (Originalwebseite – die Mutter aller Väterbewegungen – The Times, London, Mai 2004: „Nur 18 Monate nach ihrer Gründung, ist diese Gruppe die bekannteste „Guerilla“-Interessengruppe in Großbritannien“.)

2005 gründete sich jedoch die „RealFathersforJustice“ (RFFJ). Wikipedia weiß: „Aufgrund der Militanz und krimineller Vergehen einiger Mitglieder, die in der Öffentlichkeit für starken Unmut sorgten, kam es 2005 zu Streitigkeiten innerhalb der Gruppe. 40 Männern wurde die Mitgliedschaft in der Organisation entzogen, sie gründeten die RealFathersForJustice. Sie wollen noch radikaler sein als Gründervater Matt O’Connor, der zwar sagt, er führe seine Organisation wie eine militärische und nicht wie eine demokratische Organisation, aber in letzter Zeit mehr auf Verhandlungen setzt.“

RealFathersforJustice – You Tube Channel (mit Motivationsvideos)

Videos der britischen RFFJ (RealFathersforJustice):



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What’s up next auf B&G (Vorschau): Hier eine Vorschau (von nun an weniger „kostspieliger“ Gerichtssaal und eine Rückkehr zu den eigentlichen Wurzeln von 2005) (21. November 2009, doc 29 kb)

Marcus J. Oswald (Ressort: Offene Briefe)

Einmal anders – Buchen Sie Alecandro’ s verrückte Damen!

Veröffentlicht in Das ist von marcusjoswald am 16. November 2009
Alecandros verrueckte Damen - Travestieshow - travestieshow-at - diegalerie - blaulicht und graulicht

Für wenige Euros kommen die vier Damen der Künstlergruppe Alecandro zu einer Veranstaltung und machen Programm. (Foto: travestieshow.at)

(Wien, im November 2009) Die Feiertage nahen und daher die Festivitäten. Daher erlaubt sich dieses Journal einen Hinweis, falls Sie eine kleine Feier machen wollen. Sie könnten eine „Travestieshow“ buchen. Das ist lustig, verwirrend, aber unterhaltsam. Es gibt in Wien vier Anbieter im „Travestiegewerbe“, die bei Abenden in Lokalen vor Publikum auftreten.

Travestie

Hier eine Empfehlung für eine Partie, die zu den „guten“ zählt: „Alecandro’s verrückte Damen“. Die Shows werden in Gasthäusern in Wien und Umgebung zum Besten gegeben. Sie kosten nicht viel und bieten eine musikalische Verkleidungsshow wahlweise mit vier bis acht Künstlern. Versprochen wird ein „abendfüllendes Programm“, das kein Auge trocken lässt. „Bis zu 120 Minuten pures Entertainment, mit Glamour & einen Hauch von Lido!“ Wechselweise bietet man auch den „Tunten-Stadl“. Das ist eine „heitere Travestie-Show mit den Grand Prix Siegern der Volksmusik“. Diese Shows dauern 60 – 120 Minuten, mit wahlweise bis zu vier Künstlern.

Zufriedene Gäste

Die letzte Show fand im Gasthaus Jessy am 10. Oktober 2009 statt. Die Gäste sind zufrieden. Ein Eintrag aus dem Gästebuch der Künstlergruppe „Alecandro’s verrückte Damen“ lautet: „Die Show vom Samstag 10.10. im Gasthaus Jessy war so was von gut! Wirklich Weltklasse was Ihr beiden (3, 4) da gebracht habt. Total super und herzlichen Glückwunsch!!! LG Elli“. Eine Gabriele Baumgartner (nicht verwandt oder verschwägert mit Herwig Baumgartner) war auch dabei und schrieb im Gästebuch: „Bin ein Stammgast im Gasthaus Jessy und habe die Show gestern das erste Mal gesehen. Es war einfach wunderbar, werde sie mir wieder ansehe. lg gaby“

Kleinkunst

Eine Rückfrage bei den Herren (die Damen spielen), also im Künstlerbüro der Veranstalter in Wien-Währing ergab, dass Buchungen im Rahmen für 50-100 Zuseher jederzeit und gerne aufgenommen werden. Man steht bereit. Die Preise bewegen sich im üblichen Rahmen. Anfrage hier: office@travestieshow.at

Alecandros verrueckte Damen - Kleinkunst - Show - travestieshow-at - diegalerie - blaulicht und graulicht

Travestie stammt aus dem Italienischen (travestire) und heißt: Verkleiden. Hinter jedem Kostüm stehen Akteure. (Foto: travestieshow.at)

Wie heißt es auf der Webseite? „Alecandro’s verrückte Damen präsentieren Ihnen eine durchgehend parodistische Travestie-Show. Die Herren als Damen gastieren in jeglicher Variation, von Duo-Shows bis hin zur großen Formation! Lassen auch Sie sich für ein paar Stunden verzaubern und vergessen Sie Ihre täglichen Sorgen!“

Webseite: Alecandro´s verrückte Damen (www.travestieshow.at)

Marcus J. Oswald (Ressort: Das ist)

Über die Härten des Richterjobs und dem der Staatsanwälte

Veröffentlicht in Justizkultur von marcusjoswald am 15. November 2009
Justiz bildet sich - diegalerie - blaulicht und graulicht

Justiz bildet sich. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im November 2009) Es muss ein harter Job sein, Richter oder Staatsanwalt zu sein. Täglich über Akten und Papieren sitzen. Dann papierene Angeklagte, die sich geschickt aus den Sachen winden. Dann die Art, dass man jedes gesprochene Wort aufschreiben muss. Dann der karge Staatslohn und die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit. Oft ist der Öffentlichkeit zu viel, wenn vorschnell geschrieben wird, dass „der Staatsanwalt ermittelt“, was einen gehörig unter Zeitdruck setzen kann.

Da tut es gut, dass es auch eine andere Seite des harten Richter- und Staatsanwältejobs gibt: Die Seminare und Fortbildungsreisen. Es gibt viele. Die Justiz gibt ein Buch heraus, in dem alle festgehalten sind. Festgehalten ist auch, dass alle Fortbildungsseminare gemäß § 73 RGV (Reisegebührenvorschrift) als „Dienst“ betrachtet werden. Sie sind also a. kostenlos, b. schön, c. aufregend wie die mitreisenden weiblichen oder männlichen „Kollegen“ und d. „Dienst“. Für weite Fortbildungereisen („Studienreisen“) wird „Sonderurlaub“ und „Reisekostenzuschuss“ gewährt. Das entschädigt die Härten des Richterjobs und dem der Staatsanwälte.

Dienst ist Dienst

Welche Dienstreisen oder Dienstseminare werden zu „Fortbildungszwecken“ Richtern und Staatsanwälten angeboten? Hier ein Auszug:

Ein Seminar hat man schon hinter sich gebracht. Die „2. Studienreise nach Bulgarien“. Wohlgemerkt, die zweite, was darauf schließen lässt, dass es eine erste auch gegeben hat. Die Dienstreise der Oberstaatsanwälte führte eine Woche nach Sofia. Der Kennenlern-Treff fand zwischen 13. und 19. September 2009 statt. Es gab „Sonderurlaub“ von den Mühen der Wiener Ebene und „Reisekostenzuschuss“ vom „Geld der Anderen“, also dem Steuergeld. Interessant sind die Studienmethoden: „Vorträge, Gespräche“. Eine Woche Plaudern in Bulgarien also.

Justiz bildet sich - Studienreise nach Bulgarien - Osta wien - diegalerie - blaulicht und graulicht

Staatsanwälte begeben sich auf eine Reise nach Sofia, um das bulgarische Rechtssystem kennenzulernen.

Ab 19. Oktober 2009 ergründete ein Dreitages-Seminar in Wien dann die Hintergründe zu „Stalking“ (=Beharrliche Verfolgung). Im Sinne des § 73 RGV (Reisegebührenvorschrift) ein „Dienstseminar“, also bei voller Entlohnung.

Justiz bildet sich - Stalking - BMJ - diegalerie - blaulicht und graulicht

Stalking führt zwar bei Verhandlungen zu 90 Prozent zu einem Freispruch, bleibt aber ein Thema.

Am 23. Oktober 2009 erforschte man in Graz in einem Tagesseminar die Frage, ob in der Justiz „Qualität“ zu Hause ist. Und, was die Öffentlichkeit davon weiß. Ziel der Veranstaltung: „Aufbau und Förderung des Bewusstseins für Qualität in der Justiz“.

Justiz bildet sich - Qualität - diegalerie - blaulicht und graulicht

In Graz suchte die Justiz die Qualität.

Das Qualitäts-Thema war schnell abgehandelt. Denn am 24. Oktober 2009 gings schon wieder in die Ferne. Ein ganzer Autobus mit Richtern und Staatsanwälten fuhr die Balkan-Route entlang in die Türkei. Am Bosporus erforschte man die türkische Gerichtsbarkeit. Das eine oder andere nette Andenken (fliegender Teppich) kam sicher mit zurück nach Wien. „Sonderurlaub“ wurde gewährt.

Justiz bildet sich - Studienreise nach Türkei - Osta wien - diegalerie - blaulicht und graulicht

Ein ganzer Bus reisewilliger Staatsanwälte und Richter fuhr in die Türkei.

Die daheimgebliebenen Türkei-Touristen begaben sich zu einer heißen Tagung nach Gmunden, wo die Hotels sehr schön sind, um das Thema „Frauenbilder/Mannsbilder: Wer/was macht den kleinen Unterschied?“ theoretisch und vielleicht auch in den Hotelzimmern spätabends praktisch zu erörtern. Veranstalter war das OLG Graz mit den Kollegen vom BMJ. Methoden waren: „Gruppenarbeit, S[t]imulationen, Übungen, Spiele.“

Justiz bildet sich - Gender - BMJ - diegalerie - blaulicht und graulicht

Eine Dienstreise nach Gmunden (drei Tage) zum verführerischen Thema Gendern und dem kleinen Unterschied und seiner großen Auswirkung. Nur 18 Teilnehmer. Wohl Hälfte Hälfte.

Am 9. November 2009 fand ein interessantes Seminar in Wien statt. Titel: „Wechselwirkungen zwischen (Familien)RichterIn und Privatperson – Einflüsse auf Werte, Beziehungen, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und den ganz normalen Alltag“. Veranstalterin ist die „Fachgruppe der österreichischen Richterinnen und Richter – Fachgruppe Außerstreitgesetz – und Familienrecht“ gewesen.

Justiz bildet sich - Wechseljahre und Familienrecht - diegalerie - blaulicht und graulicht

Rollenspiele zum Familienrecht standen am 9. November 2009 am Programm.

Im Frühjahr 2010, Datum steht noch nicht fest, geht es für 14 Richter im Flieger nach Strassburg. Um zu sehen, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte tatsächlich existiert. Reisekosten werden zugeschossen, Sonderurlaub erteilt.

Justiz bildet sich - Studienreise nach Strassburg - diegalerie - blaulicht und graulicht

114 Mal wurde die Republik Österreich seit 1999 vom EGMR verurteilt. Grund genug, einmal in einer Studienreise vor Ort nach dem Rechten zu sehen, was da los ist. Nur 14 Teilnehmer.

Genug gereist! Doch einer geht noch vor dem Sommerurlaub: Studienreise nach Schweden im Juni 2010. Reiseführer ist ein Richter vom Bezirksgericht Leopoldstadt. „Studienmethoden“: „Kontaktgespräche, Vorträge, Diskussion“.

Justiz bildet sich - Studienreise nach Schweden - diegalerie - blaulicht und graulicht

Diplomatischer Kennenlerntreff in Schweden, um die hiesige Rechtssprechung zu erforschen.

Davor, am 17. Mai 2010, wird vor 100 (!) Teilnehmern im Justizpalast im Festsaal des OGH aber noch einmal das „Stalking-Gesetz“ erforscht und die „Diskussion der Judikatur“. Welche Judikatur? Es gibt keine. Vielleicht beweint man sich auch nur, dass die Freispruchquote 90 Prozent ist – und beschließt, dass man das ändern muss, weil sich der Gesetzgeber sonst lächerlich macht. Im Sinne des § 73 RGV (Reisegebührenvorschrift) ein „Dienstseminar“, also bei voller Entlohnung.

Justiz bildet sich - Stalking die zweite - BMJ - diegalerie - blaulicht und graulicht

Stalking, die Zweite. Der OGH rätselt am 17. Mai 2010 in einem Richterseminar darüber, warum sich bei Stalking-Anklagen so wenige Schuldsprüche ausgehen - und wie man das ändern kann oder muss.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizkultur)

Aus Baumgartners Forum – Wie Christian Frasl Berichte unterbinden will

Veröffentlicht in Justizfälle von marcusjoswald am 14. November 2009
Variete Maxim - Netmodels Agentur - Franz Hohenberger - LG Korneuburg - Callgirl Ring - Ed Fagan - Maxim - Peter Laskaris - diegalerie - blaulicht und graulicht

Im Jahr 2006 wollte Peter Laskaris die Wiener Innenstadtbar - wohl im Auftrag von Harald Hauke - übernehmen. Franz Hohenberger stand im Weg. Es folgten Vergewaltigungsanzeigen gegen Hohenberger mit Zeuginnen, die ins Ausland entschwanden. Peter Laskaris war Geschäftspartner in einer Modellagentur, damals jung an Jahren und lieferte Hohenberger an die Polizei aus. Der Schachzug ging nicht ganz auf. Er bekam die Maxim-Bar nicht. In Erinnerung sind noch hämische Postings von Laskaris in Erotik-Webforen. Ab 2007 konzentrierte sich Laskaris, nun oft mit Christian Frasl zu sehen, auf die Medienkampagne für Harald Hauke, die 2007 lief. Zentrum der Berichte war die Zeitung Österreich. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im November 2009) Über die „Vogelgrippe“ aus den vergangenen Jahren spricht heute kaum noch jemand. Wikipedia im Zitat: „Das Risiko für Menschen, an einer H5N1-Infektion zu erkranken, wird von den Experten weltweit als äußerst gering eingeschätzt.“ Dennoch kann man sich gut erinnern, wie vor zwei Jahren die Schlagzeilen voll damit waren, dass nun jeder Tamiflu der Firma Roche schlucken soll. Wikipedia schreibt aber (bezogen auf Deutschland): „Eine präventive Bevorratung mit Tamiflu® wird vom Auswärtigen Amt ausdrücklich nicht empfohlen.“ Nun ist 2009 und die „Schweinegrippe“ am Zug der Medien. Auch hier wird wieder massiver Aufwand durch die Medien betrieben. Bisher gab es einen Todesfall in Bozen und einen Gerüstarbeiter aus Rumänien in Salzburg. Bei letzterem kann es aber auch so gewesen sein, dass er eine Grippe „übertaucht“ hat und an den Folgen eines Herzmuskelfehlers gestorben ist. Dennoch macht die Ärztelobby Druck, dass die Weißkittel gut dastehen. „Impfstraßen“ wurden eingerichtet. „Die börsenotierte Intercell ist mit dem ‘Pan-Flu Program’ auch in Richtung des aktuellen Schweinegripper-Erregers H1N1 unterwegs“, weiß das Online-Journal „Börse-Express“.

Impfstraßen

Einer, der ganz sicher nicht angesteckt werden kann, ist Herwig Baumgartner. Er wurde am 3. November 2009 verhaftet und sitzt in Quarantäne in der Justizanstalt Linz. Er hat einen gesunden Pflichtverteidiger und seine Wiener Freunde wurden von ihm isoliert, nachdem die Anklageschrift sofort Tage nach der Festnahme im Internet in einem Forum aufgetaucht ist. Seither gibt es keine Akteneinsicht für Bevollmächtigte mehr, was noch nicht rechtlich geklärt ist, da die Mühlen der Justiz eben langsam arbeiten. Wenn Baumgartner in seinem Scheidungsverfahren jemanden bevollmächtigt, kann dieser Bevollmächtigte natürlich auch wieder zu den Strafaken kommen. Und Foren gibt es viele, in denen das Material dann landet. Und das ist auch gut so. Denn Baumgartners Forum hatte nicht nur schlechte Inhalte. Nicht nur die Beiträge des Herausgebers dieser Webseite hatten Qualität, und er schrieb ja selbst seit 2006 351 Artikel in Baumgartners Forum (Baumgartner hielt es seit August 2007, die Inhalte aus den früheren Versionen blieben erhalten).

Man darf nicht vergessen, dass sich nun allerlei Leute anschicken, das Forum vom Netz zu drehen. Freilich sollten sich diese Leute auch einmal andere Webforen etwas genauer ansehen, etwa das Cannabis-Forum. Was dort an gesiebter Dummheit verbreitet wird und wie dort für Legalisierung weicher und harter Drogen geworben wird, macht das Auge erst trocken, wenn man mehrere Stunden in den Bildschirm starrt.

Wünsche

Nun heften sich zahlreiche Leute, die sich nie über Gesellschaftssfragen ernste Gedanken gemacht haben auf die Fahnen, dass es ihnen gelingen wird, das Baumgartner-Forum „abzudrehen“. Das, so die Prognose dieses Journals, wird nicht gelingen. Denn es wird folgendes geschehen, auch das gesicherte Prognose des Journals: Das Baumgartner-Forum wird das tun, was Baumgartner selbst schon im Juli 2008 vorgeschlagen hat. Er spürte, dass sein Drang nach härterer Gangart gegen die Justiz stärker wird und, dass dies das gesamte Forum, das ein kräftiger Hebel im Internet wurde, gefährdet. Daher schlug er von sich aus im Juli 2008 vor, das Forum in zwei Teile zu splitten: Eines, in dem Baumgartner seinen Fall und alle Tiefen und Untiefen darstellt und ein zweites Forum, in dem die „sauberen“ Inhalte präsentiert sind. Wenn man von 21.198 Artikeln am Forum (Bestand, 13. November 2009, etwa so viele wie am Austrian Law Forum des Linzers Günter Tews, ehemaliger Anwalt bis 2006) etwa 10.000 Artikel, die Baumgartner selbst geschrieben hat, wegnimmt, hat das gesplittete Forum nach wie vor eine hohe Schlagkraft im Internet und Relevanz. Jedoch ohne die stürmischen Töne des Baumgartner, der seines dann auf einem eigenen Forum macht.

Insoweit müssen sich viele von den Wünschen verabschieden, dass das Baumgartner-Forum stirbt. Das Forum lebt weiter, es wird nur in einer anderen Weise weiterbestehen. Wenn man sich das Cannabis-Forum mit Geduld und einer Lupe etwas Genauer ansieht, wird dort weit „staatsfeindlicher“ gearbeitet als im Baumgartner Forum, das sich wohl mit den falschen Methoden (die im Wesentlichen vielfach tatsächlich den § 269 StGB – Widerstand gegen die Staatsgewalt erfüllen), aber mit den richtigen Inhalten befasst hatte. Die Gratwanderung, die richtigen Inhalte in die richtige Form zu bringen, wurde missachtet. Das sagt aber noch nicht, dass die Inhalte falsch gewesen wären.

I have a dream

Personen, die sich nie mit den Inhalten des Baumgartner-Forums befasst haben, drängen nun auf eine Auslöschung. Einer ist Christian Frasl. Er träumt. Herr Frasl, der nun in der Gentzgasse „logiert“ (Zitat: „Ich wohn auf 100qm im Cottage und habe alle Betriebskosten bis ins Jahr 2011 bezahlt, Email 14.11.2009) und der nun plötzlich, wie er per Email dieser Tage an das Journal schrieb, wieder einen „Rechtsbeistand“ habe (bei seinem Prozess hatte er jedoch keinen und kam alleine), wünscht sich ein Verschwinden des Baumgartner-Forums. Klar ist warum: Dem „Nachrichtendienstler“ gehen die Federn. Es werden unangenehme Dinge zu ihm geschrieben. Dort schrieb zum Beispiel ein gewisser „TomAmEck“ am 15. September 2009 zu seiner Biografie folgendes. Das längere Posting wird hier dupliziert, da es um 5 Uhr 02 morgens in nächtlicher Kleinarbeit offenbar zusammengeschrieben wurde:

christian frasl - wien - gastautor_small - diegalerie - blaulicht und graulicht

Christian Frasl - Auf Baumgartners Forum immer im Gespräch.

TomAmEck (nicht: Tomanek) analysiert Frasl im Baumgartner-Forum (15.09.2009, 5 Uhr 02)

Bis jetzt war ich ja der festen Überzeugung, tiefer als Marcus J. Oswald geht es wohl kaum. Heute hat mich Google eines besseren belehrt. Epicht darauf zu erfahren, um was es sich beim „Mutlu-Clan“ denn nun handelt, habe ich diesen Begriff im Google eingegeben, und bin auf der Selbstdarstellungs-Seite des Christian Frasl gelandet: www.derschnurz.info

Die im Begrüßungsbild erkennbaren, krankhaft anmutenden Gewaltphantasien des Christian Frasl [Mann mit gezogendem Trommelrevolver, Anm. B&G] konnten mich nicht wirklich davon abhalten zu erforschen, um welche gefährliche Organisation es sich beim „Mutlu-Clan“ denn handelt. Vielleicht die Türkenmafia? Oder die Albaner? Vielleicht auch die Russen? Oder alle zusammen?

Ich habe mich durchgekämpft um das Geheimnis zu lüften – hier ist das Ergebnis meines Leidensweges:

Curriculum Vitae

Name: Christian FRASL
Geboren: leider ja, und zwar am 21.08.1970 in Wien
Schulbildung: Volksschule, Hauptschule, 2 Jahre SDV (Programmierer) – also praktisch keine nennenswerte
Einbildung: sehr groß

Hier nun die Lebensgeschichte des Christian Frasl:

Im stolzen Alter von nur 13 – 16 Jahren hat Christian Frasl – angeblich – bereits die ersten Besuche beim Stoss (Anm.: illegales Glücksspiel) getätigt und dabei – angeblich – die „Hauptpartie“ der Rotlichtszene Altmann, Bachheimer, Österreicher, Kolar, Hach, Mitchkov (Tete a tete), Nasi, Krenn, Schabschneider, Sommer, Scheffel etc. kennengelernt.

Im stolzen Alter von nur 17 Jahren will Christian Frasl – angeblich – das Falschspiel, den Drogenhandel, Waffen und Geldverleih im 2. Bezirk bzw. Gürtel (Haus 5, 69er) „erlernt“ haben.

Im stolzen Alter von nur 19 Jahren will Christian Frasl – angeblich – eine Geschäftsbeziehung mit Manfred Löw alias der Tschick (Gebietsvertreter der kolumbianischen Mafia in Wien und NRW (BRD) – O-Ton Krone 94) unterhalten haben.

Nur ein Jahr später, im stolzen Alter von nur 20 Jahren will Christian Frasl sogar zum Chef („Capo“) des Tschick aufgestiegen gewesen sein:

Zitat: Capo (ital.: Kopf) bezeichnet den Chef (Kopf) einer cosca (Gruppe) der sizilianischen Mafia

sowie auch Mitglied einer ominösen „Harlekin-Partie“ – wahrscheinlich handelt es sich dabei um irgendeine Kasperltheater-Gruppe.

Ab dem Alter von 23 Jahren will Christian Frasl eine eigene „Partie“ mit J. I., u.a. gehabt und den Burggarten „organisiert“ haben, weiters Queens Club-Schießerei, Umstieg vom Burggarten in den Stadtpark, Haschcafes in Wien 2+20.

Mit 28 Jahren war der kriminelle Christian Frasl auf der Flucht in Köln, Düsseldorf und Salzburg. Auf der Flucht lernte Christian Frasl auch eine gewiße Dragana V. kennen und lieben. Im Unterschied zu ihm war sie eine starke Powerfrau mit der er über alles, aber wirklich alles reden konnte. Sogar über Einstein – seinen zukünftigen Hund, den sie ihm irgendwann geschenkt hat.

Kurz danach zog es Christian Frasl aus „geschäftlichen Gründen“ (sprich: Drogenhandel) wieder nach Wien zurück und bezog er eine Wohnung am Fuße des Schafbergs.

Im Alter von 30 Jahren versuchte Christian Frasl – angeblich – einen Ausstieg aus seiner kriminellen Karriere als Drogenhändler – nicht besonders zielstrebig, daher auch erfolglos.

Im Alter von 32 Jahren hat Christian Frasl – angeblich – die ominöse „Harlekin-Partie“ reorganisiert.

Zu den Komplizen des Christian Frasl zählte bei seinen Suchtgiftgeschäften von März bis Oktober 2004 ein gewißer Franz K., mit dem Frasl heute spinnefeind ist und überall über ihn her zieht, wo er nur kann. Der Grund:

Christian Frasl hat geschrieben: Ja der liebe Franz K. hat alles ins Telefon gesprochen, und wie wir wissen, telefoniert er oft und gerne. 17.000 Gespräche, davon fast 7.000 für das Gericht verwertbar !!!

Das hatte natürlich zur Folge, dass Christian Frasl im Alter von 34 Jahren (Okt. 2004) wegen Drogenhandels im großen Stil (Kokain + Haschisch) verhaftet wurde. Nachdem Christian Frasl eben kein „Steher“ ist, legte er nach 6 Wochen U-Haft ein Geständnis ab und wurde zum bekennenden „Wamser“, der sich heute sogar in die eigene Tasche lügt. Das liest sich dann so:

Christian Frasl hat geschrieben: Dabei muss ich aber betonen, dass ich mit mir und dem grauen, weisen, alten Mann im Himmel im Reinen bin! Durch die seit 2004 geleistete Aufdeckungsarbeit bin ich auch mit der Republik und ihren Institutionen – der Gesellschaft also – im Reinen! Ich bin seit meinem Ausstieg 2004 also den ehrlichen, bürgerlichen Weg gegangen.

Was Christian Frasl unter „ehrlichem Weg“ versteht, das hat man ja bei der Verhandlung des Jürgen K. gesehen.

Christian Frasl mag zwar rein subjektiv mit dem Mann im Himmel und der Gesellschaft im Reinen sein – der Mann im Himmel und die Gesellschaft sind es mit ihm aber noch lange nicht. Nur „wamsen“ – vornehmlich um die eigene Haut zu retten und die rudimentären Reste eines Gewissens zu beruhigen – ist für so einen Schwerverbrecher wohl ein bißchen zu wenig der Wiedergutmachungsbemühungen.

Jedenfalls wurde Christian Frasl im Jahr 2005 – bedauerlicherweise – nur zu 2 Jahren bedingter Haft verurteilt anstelle ihn in den Maßnahmenvollzug zu stecken – wo er besser aufgehoben wäre, als in der Therapie durch Kerstin Forster (SHH).

Im Jahr 2006 pirschte sich Christian Frasl an Karo Wolm (ORF) und Wolfgang Höllrigl (dzt. Österreich) heran, in der Hoffnung, durch diese beiden „Mentoren“ den großen Einstieg ins Medienbusiness zu schaffen.

Ungefähr zu dieser Zeit muß Christian Frasl auch den stadtbekannten „Wamser“ Peter L. kennengelernt haben, welcher dadurch auffällig in Erscheinung getreten war, dass er seinen ehemaligen Geschäftspartner Franz H. mit einer konstruierten Geschichte der Polizei ans Messer geliefert hat. Der Grund: Er wollte die Innenstadtbar Maxim des Pepi Stern übernehmen und dabei war ihm Franz H. ganz einfach im Weg.

Mit der Innenstadtbar „Maxim“ des Pepi Stern (Verweis auf Artikel: Fall Franz Hohenberger: Unterhaltung – Tanz – Vorführung – Separee, 13. Oktober 2006) hat es dann doch nicht so ganz geklappt, weshalb sich Peter L. an den Bruder des Harald H. herangemacht hat, um mit diesem gemeinsam die Karat-Bar-Bar im 10. Bezirk zu übernehmen. Irgendwann war Harald H. auch wieder selbst verfügbar und es begann die Zeit der medialen Abrechnung.

Sowohl Peter Laskaris als auch Christian Frasl nehmen in Anspruch, im Jahr 2007 die Mediengeschichte zwischen Harald H., Richard S., Rocky, Horngacher & Co auf Seiten von Harald H. „geleitet“ zu haben. Das wird wohl nur dann möglich sein, wenn sich Peter Laskaris und Christian Frasl bereits damals gekannt haben. Aus der mehrteilig geplanten Serie ist dann doch nichts geworden.

Jetzt kommen wir zu des Rätsels Lösung betreffend des „MUTLU-CLANS“:

Christian Frasl stand im Jahr 2008 wiederum einmal vor Gericht und zwar wegen niemand geringerem als dem „Mutlu-Clan“.

Intensive Recherchen haben ergeben, dass es sich beim „Mutlu-Clan“ nicht um die Türkenmafia oder die albanische Mafia handelt, sondern schlichtweg nur um die Ex-Freundin des Christian Frasl namens S. M.-F. und ihrer Mutter I.M. die seit dem 16. September 2007 versucht haben, die Wahrheit über Christian Frasl ans Tageslicht zu bringen.

Seit 2008 arbeitet Christian Frasl auch an seinem ersten Buch mit dem bezeichnenden Titel: SCHNURZ, DER TAUGENICHTS.

Selbsterkenntnis war schon immer der erste Schritt zur Besserung. Fertig ist das Buch jedenfalls noch nicht – kein Wunder, denn der Titel sagt ja eh schon alles: Schnurz (= Christian Frasl), der Taugenichts.

Jedenfalls erscheint Christian Frasl vor paranoiden Wahnvorstellungen und Anwandlungen des Größenwahns nicht gefeit, wie seine weiteren medialen Ergüsse ergeben:

Christian Frasl über Strafverteidiger Werner Tomanek:

Christian Frasl hat geschrieben: Es zeichnet Sie ja aus, dass Sie seit 3 Jahren nichts unversucht lassen, um mich anzuschwärzen. Jeder der Ihnen nur annähernd zuhört, wird von Ihnen über meine Informantentätigkeit (dank einiger schwarzer Schafe der Wiener Polizei, die Ihnen geheimes Material zuspielen, können Sie es ja) informiert bzw. gewarnt. Auch dass Sie versuchen mich bei diversen Fachjournalisten zu diskreditieren und als Unwissenden hinzustellen ehrt Sie!!! Ja, Sie sind ein richtiger Feind der alles tut um sein Opfer zu kriegen, das zeigt von Stärke!!!

Ein wamsender Drogendealer sieht sich als „Opfer – das ist völlig normal, denn würde man eine Umfrage im Häfn machen, dann wäre das Ergebnis, dass 99% der Häftlinge der Meinung sind, dort völlig unschuldig ihre Zeit zu verbringen.

Christian Frasl über den „Hasenscharten-Willi“:

Christian Frasl hat geschrieben: Wir kennen uns jetzt fast genau 20 Jahre lang und genau so lange hast Du mir den Freund nur vorgespielt, was ich aber auch schon seit 15 Jahren weiß!!! Im Zuge der Kokainaffäre 2004 hat sich deine ehemalige Lebensgefährtin 3 Gramm Kokain auf Schulden bei mir gekauft. Nach ca. 3 Wochen, als ich Zahlungen hatte, fragte ich Sie im beisein des Franz K. ob Sie mir einen Teil Ihrer Schulden zahlen könnte. Nach 2 Stunden kam ich ins Cafe zurück und sie bezahlte mir die ganze Schuld. Am Abend desselben Tages rief mich Franz K. an und meinte, ich sollte heute nicht mehr fortgehen da du betrunken und drauf bist und mir den Schädel einhauen möchtest, da ich deine Ulli streng abkassiert hätte!!! Wie wir ja heute wissen, waren unsere Telefone abgehört!!!

Christian Frasl über seinen ehemaligen Komplizen Franz K.:

Christian Frasl hat geschrieben: Du Franz, wie auch der Robert, haben so viele handwerkliche Fehler gemacht, dass unsere Verhaftung die logische Folge war. Ich habe diese Fehler ja rechtzeitig erkannt, aber nicht die Kraft gehabt mich aus diesem Teufelskreis zu verabschieden um meinen eigenen Weg – der ja 20 Jahre erfolgreich war – weiter zu gehen. Ich habe euch beiden über Wochen hinweg gesagt, dass ich für eure Blödheiten bzw. Überheblichkeit keinen Knast schieben werde!!! Gesagt, getan, habe ich ein Geständnis abgelegt und mich aus der U-Haft in die Therapie verabschiedet. Doch Ihr habt für euer Versagen einen Sündenbock gebraucht, was mich weiter nicht stören würde, da ich ausgestiegen bin und mir scheißegal ist, wie die Unterwelt heute über mich denkt!!! Ihr könnt also weiterhin die Schuld für euren Dilettantismus mir zuschieben. Was mir jedoch gar nicht gefallen hat waren die Drohungen mich zu töten!!! Und grad von dir net, Franz. Ich habe dich so oft vor deinen Fehlern gewarnt, habe Dich durch mein Geständnis eher in Schutz genommen als belastet, und was noch viel wichtiger ist, mit deinem Handschlag nach der Verhandlung, glaubte ich wir seien im Reinen!!! Doch die Drohungen waren unüberhörbar. Du weißt was ich für ein Technikfreak bin und so konnte ich eure Unterhaltungen im Wettbüro live mithören. Ich ließ Dir dann über mehrere Kanäle zukommen, dass ich im Internet alle 17.000 Gespräche veröffentliche, so dass jeder weiß wie die Polizei auf Ihn gekommen ist und wie du über einzelne Leute wirklich denkst und sprichst wenn du Dich unbelauscht wähnst!!!

Noch ein Geständnis des Christian Frasl – illegales Abhören fremder Gespräche.

Christian Frasl über Richard S. und die Wiener Polizei:

Christian Frasl hat geschrieben:
Der Nokia Club ist stärker und mächtiger als je zuvor!!! Dies geht sogar soweit, dass Anzeigen gegen den Nokia Club nicht mehr nachgegangen wird und sich der Chef der Jugomafia Wladimir B. alias Richard St. – die nun Wien beherrscht – ganz ungeniert in Wiens Innenstadt mit GrünpolitikerInnen die im Nationalrat sitzen mit Bussi Bussi begrüßt und scherzt bzw. von diesen bedauert wird!

Kommt immer nur darauf an, wer die Anzeige macht. Wenn es sich beim Anzeiger um den wamsenden Lügenbaron Christian Frasl handelt, dann ist das geschilderte Verhalten nachvollziehbar. Jedenfalls ist Richard St. wirklich zu bedauern, solange Typen wie Christian Frasl in freier Wildbahn ihr Unwesen treiben dürfen.

Und zum Schluß outet sich Christian Frasl als „Futinger“ (= Lila Pudel) par excellence:

Christian Frasl hat geschrieben: Doch gibt es auch Lichtblicke, wie die hübscheste und mittlerweile in „Unterweltprozessen bzw. OK Kriminalität“ erfahrenste Juristin Wiens!!! Sie ist ein positives Beispiel für die neue, weil ermittelnde STA Wien! So bildhübsch und supersexy Michaela Schnell ist, ist Sie auch intelligent und gnadenlos! Wie die federführenden Frauen des LG Wien (Factor, Kerbl Cortella, Dachsler, Bandion Ortner u.v.am.), die die Männer schon weit überholt haben und für mehr Menschlichkeit und Realismus gesorgt haben! Deshalb halte ich die Entscheidung Dr. Bandion Ortner zur neuen Justizministerin zu machen für einen wichtigen Schritt in die Zukunft!

Eine „erfahrene und gnadenlose Juristin“ kann Michaela Schnell wohl kaum sein, denn sonst hätte sie schon längst die Besachwalterung des Christian Frasl angeregt:

Christian Frasl hat geschrieben: Zum Zeitgeschehen (Okt. 2008) nur soviel: NOCH MEHR MACHERINNEN AN DIE MACHT!!! Siehe Doris Bures, Angela „Angie“ Merkel, Laura Rudas!

Auch wenn Christian Frasl´s Hund gestorben ist, und sein „Buckel“ sitzt, dann ist eines jedenfalls klar:
Der Typ namens Christian Frasl ist sicher nicht „alleine“.

Und wer das alles nicht glauben sollte, der kann den ganzen Scheiß am obigen Link selbst nachlesen.

Gruß vom „Mutlu-Clan“,
TomAmEck

+++

Schon einen Tag davor schrieb Christian Frasl, der sich als Angegriffener fühlt, im Baumgartner-Forum dieses:

derschnurz
Betreff des Beitrags: Re: Wenn Wamser aneinander geraten….
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2009, 12:04
lol was du/ihr alles weißt!!!
1. Hab ich nicht von 2 Watschen sondern 3 Tritten gesprochen!
2. Ist nicht der Hofrat Geiger mein „Führungsoffizier“ sondern, der sitzt beim Landesamt für Verfassungsschutz ehemals Staatspolizei! [Frasl ist also V-Mann beim LVT, Anm. B&G] Den Hofrat hab ich rund 6 Mal gesehen, davon 2 Mal bei seiner Verhandlung!
3. Du Superschlauer, hat mein „Kampfhund“ Einstein niemals jemanden gebissen [was im Baumgartner-Forum nie jemand behauptet hatte!, Anm. B&G] und ist am 30. Dezember verstorben! Richtig ist jedoch dass er ca. 200 Dealer (zumeist SA) von der Strasse holte! [200 ist eine Menge, meint B&G]
4. Die Ö Dealer haben sich durch 17.000 Telefongespräche selber verwamst, siehe Rotlichtschlumpf Franz Ko.!
5. Komplexe hab ich nicht, aber du vielleicht!? Wieso kommst du nicht in die Ö Redaktion und sagst mir deine Lügen ins Gesicht? [Es ist nicht bekannt, dass Christian Frasl in der Redaktion von "Österreich" Tisch und Telefon hat. Anm. B&G]
6. Hast du/ihr eigentlich keine Bedenken, dass ich euch aufspüre [alle Achtung vor den Gewaltfantasien dieses Mannes, er lebt sie direkt aus., Anm. B&G] und Ihr gesiebte Luft atmet? Über einen noch aktiven Nachrichtendienstler und einen Hofrat solche Lügen zu verbreiten, geht immer ins Auge!!! [Noch aktiver Nachrichtendienstler? Bei seinem Prozess am 5. Oktober 2009 kannte ihn keiner., Anm. B&G]
7. Angst vor Unterweltlern hab ich keine, verkehre ich ja nach wievor mit meinen Jugendfreunden aus dieser Szene, denn die wußten über meine Stapo Tätigkeit immer Bescheid! Im Gegensatz zu dir/euch hab ich mich nie versteckt oder herumlaviert!
8. Rund 2 Dutzend Fernsehauftritte (ORF, ATV, Deutschland) vor Mio Publikum, 4 Bücher [4 Bücher, die es allerdings nirgends gibt, Anm. B&G] und rund 70 Schlagzeilen bei Ö [gemeint "Österreich"; als Tagesleser von "Österreich" fielen keine fünf Schlagzeilen auf, allesamt zur "Hauke-Sache" 2007] und WZ [gemeint "Wiener Zeitung"; als Tagesleser der "Wiener Zeitung" und zeitweiliger Abonennt stach keine einzige "Schlagzeile" durch Frasl "ins Auge", Anm. B&G] sprechen für meine journalistische Tätigkeit! Wie oft war der MJO im Fernsehen? [Ein Mal im norwegischen Fernsehen; ein Mal rief die ARD an und wollte ihn in einem langen vorbereitenden Telefonat einladen, am 16. März 2009 zum Thema "Fritzl und die Medien" ein Interview zu geben, Oswald lehnte mit den Worten "Ich bin ein Mann der zweiten Reihe" ab; in Österreich nie, obwohl ihn im Oktober 2009 der Club 2 einladen wollte, Oswald sagte aber ab.] Wie oft hat er Schlagzeilen in großen Tageszeitungen mit rund 3 Millionen Leser produziert? [Es müssen nicht immer "Schlagzeilen" sein..., Anm. B&G]
9. Da ich die beweisbare Wahrheit sagte, werde ich keine gesiebte Luft atmen, aber man muss sich ja nicht auskennen, um mit Scheiße zu schmeissen! [Welch geschliffene Ausdrucksform!, Anm. B&G]
10. Wieso postest du anonym, hast du vielleicht Angst? Oder bist du ein Komplexler? Oder aber stehst du auch im Focus der BIA, wie diese Seite? [Die Frage ist: Arbeitet "Nachrichtendienstler" Frasl nun für BIA, BEE, BVT,LVT, BPD, FBI oder CIA? Anm. B&G ]
Für mich sind die Poster hier arme Narren, denen man nur raten kann: Get a Life Jerks!!!

 

mufg

Frasl Christian

p.S.: Ein Amtshilfeersuchen an die Ukraine ist unterwegs um euere IP Adressen zu bekommen bzw. diese Seite (nicht die Homepage) zu schließen! (Hat übrigens der Herr Hofrat veranlaßt!) [Er meint also, dass Hofrat Ernst Geiger ein Amtshilfeverfahren persönlich veranlasst habe. Nun, das wird sich dann aus dem Akt Haftsache Baumgartner ergeben, ob Frasl die Wahrheit spricht. Es lässt sich in ein paar Wochen einfach überprüfen.]
p.p.S.: Egal ob du zum Mutlu-Clan [Frau Mutlu ist Frasls Ex-Freundin], den Steiner-Nokia Club-Transen oder zur Pripfl-Clique gehörst, wieso kommst du nicht vorbei und probierst deinen Hass an mir zu kanalisieren, ich werde dann von meinem Notwehrrecht weidlich Gebrauch machen!!! Aber wahrscheinlich hast du Angst, du annoymer Komplexler! lol muah

Christian Frasl fühlt sich allgemein „stark“. Er schreibt auch Emails an dieses Journal, dem er im Sommer 2009 noch Tendenz-Beiträge zur Veröffentlichung geschickt hatte. Die Beiträge waren eine Art „Prozessvorbereitung“ und sollten seine Position bei der Polizei (Staatsschutz) stärken (die Polizei sagt jedoch, dass nie eine „Karriere“ oder „Position“ bestand).

Nun, nachdem er verloren hat, will er vor allem einmal dafür Sorge tragen, dass er „aus den Medien“ wieder verschwindet, weil dem „Nachrichtendienstler“ die Luft in den Medien doch zu dünn wurde.

Gehnehmigung gekündigt

Der Jugendfreund von Harald Hauke, der für Hauke in den Jahren 2006 bis 2007 die Medien zusammen mit Peter Laskaris mit einseitigen Informationen versorgt hatte (vornehmlich „Österreich“), schreibt unter dem Titel „Widerruf meiner Ermächtigung zur Veröffentlichungen“‏, mitten in der Nacht: „Von: FRASL Christian, Donnerstag, 12. November 2009 02:29:46, An: marcusjoswald@live.at“. Man beachte, dass er „Herr Oswald“ unter Anführungszeichen schreibt.

Werter „Herr Oswald“!

Mit Verwunderung musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Sie trotz all der Verleumdungen und Lügen die Sie nachweislich über mich verbreiteten, die von mir verfassten Artikel/Beiträge noch immer publizieren!

Ich fordere Sie hiermit auf dies zu unterlassen! Hiermit kündige ich, die von mir mündlich erteilte Gehnehmigung [sic!] zur Veröffentlichung auf!

Ich fordere Sie daher auf die von mir verfassten Publikationen, bis spätestens Montag den 16. November 2009 offline zu stellen! Sollte die Veröffentlichung meiner Texte weiterhin erfolgen, müsste ich den Rechtsweg beschreiten!

mfg Frasl Christian

1 Kopie Rat Minou Factor
1 Kopie Rechtsbeistand [hat nun plötzlich wieder Anwälte, obwohl er bei seiner Gerichtsverhandlung sagte, dass er von Sozihilfe lebt, Anm. B&G]

Hier seine „Artikel“, die er nun gelöscht haben möchte, was natürlich nicht geschieht. Er bekommt bestenfalls ein kleines Honorar in die Kaiserebersdorferstraße 297 geschickt. Denn diese Seite ist ja kein Wunschkonzert, wo man heute so und morgen so macht. Und auf Beiträge „über“ ihn hat er sowieso keinen Einfluss. Und dann wäre einmal zu prüfen, ob gegen diesen Mann ein Waffenverbot vorliegt und wenn nein, warum nicht und warum er sich mit einer Waffe auf seiner Webseite präsentiert.

Christian Frasl – Die Sperrlisten (17. Juni 2009, mit Zusatzbild: Die Ranch in Gutau des Wiener Rotlicht-Altstars Eduard Höbaus aus dem B&G Archiv – 340.000 Quadratmeter!)
Christian Frasl über innovative Drogenfahndung mit Cannachopper (25. Mai 2009)

Sonderexzesse des Christian Frasl:
Christian Frasl – Verteidigung per Email an den Staatsanwalt (22. September 2009)

Christian Frasl Email - 13-11-2009 - 10 uhr 38 - herwig baumgartner - diegalerie - blaulicht und graulicht

Christian Frasl hat seine Haft noch nicht angetreten. Dafür logiert er im Cottage auf 100 Quadratmetern in der Gentzgasse 57/14, 1180 Wien. Diese Wohnung schrumpft bald auf eine 14-Quadratmeter-Zelle in der JA Simmering, wenn er seine Haft antritt. Auch sonst ist er munter aufgelegt. Er sagt, dass er die treibende Kraft hinter der Verhaftung Baumgartners gewesen sein will. So wie damals Peter Laskaris hinter der Verhaftung von Hohenberger. Das Top-Spiönchen Christian Frasl, das soeben wegen Falscher Beweisaussage zu (eh nur) 20 Monaten verurteilt wurde, sieht Anwürfe am Forum gegen die Polizeihofrat als Grund. Damit liegt er falsch. Denn das Baumgartner-Forum hat zwar jeden möglichen ins Visier genommen, aber Hofrat Geiger war in diesem Forum nie ein Thema. Frasl, der offenbar einen Mutterkomplex hat, schickt dennoch seine aktuellen Emails an Marcus J. Oswald gleich wieder cc an seine Richterin, die ihn soeben verstoßen und als komplett unglaubwürdig verurteilt hat. (Foto: Email Frasl, vom 13. November 2009)

Termin im Mordfall Pachfurth steht

Veröffentlicht in Gericht, Termindienst von marcusjoswald am 11. November 2009
JA Korneuburg - Pachfurth - Strasshof - diegalerie - blaulicht und graulicht

In der JA Korneuburg purzeln die Jahre: Fritz Dorazil lebenslang plus Massnahme, Pepe Branis 20 Jahre. Nun steht der Pachfurth-Schütze Zvetan R. vor dem irdischen Richter. Ihn erwartet lebenslang für den doppelten Raubmord.
(Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im November 2009) Üblicherweise dauert im österreichischen Strafrecht die Durchführung einer Mordverhandlung rund zehn bis zwölf Monate ab Tat. In Korneuburg geht es schneller. Am 1. Juni 2009 soll der bulgarischstämmige Lokalpolitiker Zvetan R., 48, in Pachfurth (Niederösterreich) ein bei der Bevölkerung beliebtes Wirteehepaar (50 und 49) im Zuge eines Einbruchsdiebstahles oder Raubüberfalles in deren Haus brutal erschossen und die 21-jährige Tochter, die zufällig in der Nähe war, durch einen Schuss in den Rücken schwer verletzt haben.

Man hatte gerechnet, dass ein Mordprozess erst Mitte des Jahres 2010 stattfindet. Doch die diversen Gerichtseingaben des Bulgaren kamen dazwischen. Er wollte nach Bulgarien ausgeliefert werden, da es dort ein milderes Strafrecht gibt, das ähnlich wie in Tschechien liegt. Dort ist die Höchststrafe für Mord nur 14 Jahre. Allein, die Auslieferungsbegehren scheiterten und wurden abgelehnt. Zvetan R., der nach der Tat nach Bulgarien flüchtete und dort von österreichischen Beamten aufgespürt und nach Österreich rückgeholt wurde, hat seinen Mordprozess im Saal 1 des Landesgericht Korneuburg Ende November 2009. Ihm droht die lebenslange Haftstrafe.

Zvetan R. teilt derzeit in der Justizanstalt Korneuburg die Etage mit Josef „Pepe“ Branis, der sein Verfahren schon hinter sich gebracht hat (Hauptverfahren: 27. Jänner 2009, OGH: Am 15. Oktober 2009). Am 4. November war das Journal noch einmal in Korneuburg. Es gab im Saal 7 einen Branis-Nebenprozess: Die Angehörigen stritten nach der Tat untereinander. Es gab zwei Freisprüche nach „Gefährlicher Drohung“ und eine Diversion (für G. Kainrath, vertreten im Saal durch Elmar Kresbach) in der Höhe von 1.500 Euro nach knapp zweistündigem Prozess.

Der Prozess des Zvetan R., mutmasslicher Mörder von Pachfurth:

  • 26. und 27. November 2009, jeweils ab 9 Uhr 00, Saal 1, Landesgericht Korneuburg. § 75 StGB (Mord)
    Gegenstand: zwei Tote in Pachfurth am 1. Juni 2009
    Staatsanwalt: Friedrich KÖHL
    Beschuldigter: Zvetan R. (48)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht)

Termine – Gericht und Anderes

Veröffentlicht in Termindienst von marcusjoswald am 10. November 2009
Schweine - Schweinegrippe - h1n1 - influenza - wikipedia 2009 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Die grassierende Schweinegrippe lähmt derzeit das Geschehen. (Foto Hausschweine: Wikipedia)

(Wien, im November 2009) Folgende Termine und Angelegenheiten aus den nächsten Tagen, an denen das Journal aktiv teilnimmt:

Am Donnerstag wird ein kompakter Tag mit vier Terminen, zwei In-House, einer Außerhalb und einer ganz weit Außerhalb an der Periphere, alles zwischen 9 Uhr und 15 Uhr. Das ist natürlich kein gewöhnlicher Tag, aber einer, den man gut vorbereiten muss, da Entscheidungen getroffen werden. Die Vorbereitung geschieht nun.

Da Menschenansammlungen wegen der „Schweinegrippe“ derzeit zu meiden sind, werden die Routen dazwischen, egal ob bei Wind oder Regen, mit dem Fahrrad absolviert. Das hält fit und den Kopf kühl. Allerdings wäre der Herausgeber heute, 10. November 2009 – um ein Haar – mit einem entgegenkommenden Auto zusammengefahren. Es fehlten nur 20 Zentimeter und das rechte Knie wäre Gatsch gewesen. Man muss (in der Gumpendorferstraße) Acht geben. Seit 4. April 2009 fuhr der Herausgeber per Pedal ritterliche 2.989 Kilometer!

Die Angelegenheiten im Detail:

Donnerstag:

Der geläuterte Dopingsünder des österreichischen Radsports, Bernhard Kohl, klagt vor dem Landesgericht Wien den ORF nach Medienrecht.

  • 12. November 2009, 9 Uhr 00 (bis 10 Uhr 30). LG Wien, Saal noch unbekannt. § 6 MedienG (Üble Nachrede)
    Gegegenstand: Medienrecht
    Richterin: Mag. Lucie HEINDL-KÖNIG
    ASt: Bernhard KOHL (Ex-Radrennprofi)
    AG: ORF (Österreichischer Rundfunk)
    3 Zeugen (darunter Bernhard KOHL)
    Notiz: Der Prozess wurde abgesagt: Bernhard Kohl war auch nicht da.

Weiter geht es mit dem „Testamentsprozess“, wo man sich einmal ein Bild machen muss. Es beginnt um 9 Uhr 30 der vierte Prozesstag im auf elf (!) Tage anberaumten Betrugsprozess rund um ein Testament, mit dem sich zwei Angeklagte rund 5 Millionen Euro sichern wollten. Das führte jedoch zu einem penibel geführten Schöffenprozess, der knapp vor Weihnachten sein Ende findet.

  • 12. November 2009, ab 9 Uhr 30, Saal 203. § 146, 147, 148 StGB (Schwerer Gewerbsmäßiger Betrug)
    Landesgericht Wien für Strafsachen. Landesgerichtsstraße 11, 1082 Wien. 4. Prozesstag (von elf)
    Zwei Angeklagte (nicht geständig, also „Steher“)
    Zahlreiche Zeugen aus dem In- und Ausland.
    Notiz: Zäher Prozess, an diesem Tag kam der Zeuge Doralt, einer der drei Doralt-Brüder. Als er zum Schluss von der Richterin gefragt wurde, ob er einen Fahrtkostenersatz braucht, zitierte den Milliardär Schlaaf: „Herr Schlaaf sagte im Bawag-Prozess: „Frau Rat, Sie werden verstehen, dass ich auch ohne Fahrtkostenersatz gut wieder nach Hause komme.“ Weitere Zeugen rund um die slowakische Krankenschwester und ihren Liebhaber werden geladen.

Gegen Mittag endet der Besuch im Landesgericht Wien schon wieder. Es geht mit dem Fahrrad zu einer Zeugenvernehmung.

  • 12. November 2009, 12 Uhr 00 (bis voraussichtlich 13 Uhr 00), Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Ost.
    Betreff: Haftsache Mag. Herwig BAUMGARTNER (derzeit JA Linz)
    Die Einvernahme führt das LKA OÖ – EB 3/Sittlichkeitsdelikte
    An diesem Tag bestehen Loyalitätskonflikte unter ehemaligen Bundesbrüdern.
    Notiz: Die Aussage dauert von 12 Uhr 30 bis 15 Uhr 45.

Der zeitliche Spielraum von der Zeugenseite ist bis 14 Uhr 30. Denn um 15 Uhr muss es nach Wien-Meidling zum Bezirksgericht gehen. Ein guter Freund und Bekannter dieser Webseite, der Tullner Zöllner Gerhard „Helmi“ Eichberger lässt es ab Mittag am Bezirksgericht „krachen“. Der Neo-Fernsehstar, der bald in der Sendung Liebesg’schichten und Heiratssachen (ORF) zu sehen sein wird (Dreharbeiten fanden am 3. November in seiner Tullner Villa statt), tritt im Ring an Seite seiner Coaches Wolf Dietrich Mazakarini an, um seine „Klage wegen Anwaltskosten“ (bei Roland der Doktor Friis) umzusetzen. Ob das Unterfangen gelingt, muss er unbedingt erzählen, bevor er wieder nach Tulln abreist. In einem Email vom 9. November 2009 zeigt er sich entschlossen und motiviert: „Es geht dabei darum, dass eine Frau wider besseren Wissens und in böswilliger Absicht zur Polizei gegangen ist und mich dort der Beharrlichen Verfolgung bezichtigt hat, sodass es zu einem Strafverfahren gegen mich gekommen ist, wobei meine Rechtsschutzversicherung das Strafverfahren leider nicht übernahm. Die Kosten meines Verteidigers musste ich selber tragen, und die will ich zurückhaben.“ Daher findet nach dem Prozess, an dem eine persönliche Teilnahme leider nicht möglich ist, ein Treffen in einem Wirtshaus nahe dem Bezirksgericht Meidling um 15 Uhr 00 mit Helmi Eichberger statt.

Gerhard Eichberger und Suzy Q. - 26-09-2009 - Foto Marcus J. Oswald - diegalerie - blaulicht und graulicht

Gerhard Eichberger wurde von Frauen ausgenommen bis aufs letzte Hemd. Nun will ihn sein Vater enterben. Davor klagt der Bühnengigant eine Frau, um die Enterbung in letzter Sekunde abzuwenden. (Foto: Marcus J. Oswald)

  • 12. November 2009, 12 Uhr 30 – 15 Uhr 00, Saal D (5. OG)
    Bezirksgericht Wien-Meidling, Schönbrunner Straße 222-228, 1120 Wien (Eingang Ruckergasse)
    Thema: „Klage wegen Anwaltskosten“ (nach „Stalking-Freispruch“)
    ASt: Gerhard „Helmi“ EICHBERGER
    AStV: Dr. Wolf Dietrich MAZAKARINI (Wien/Mödling)
    AG: Biggi WAITE (selbstvertreten)
    Notiz: Eichberger wird um 16 Uhr 30 im Café Rundfunk getroffen und er ist zerknirscht und schildert sein ganzes Leid. Er ist mit dem Prozessverlauf unzufrieden. Um 18 Uhr geht es mit dem Aixam des Eichberger zum Millennium Tower, da dem Herausgeber ein Platter gestochen wurde und im Fahrradgeschäft Pickzeug gekauft werden muss. Danach geht es ins Gasthaus Kopp in die Dresnderstraße, wo Eichberger noch einmal ausführlich sein Leid mit dem Prozess schildert. Um 21 Uhr kommt Bassist Fredl Petz mit Frau dazu und dann schildert Eichberger bis 23 Uhr 30 auch diesen sein Leid mit dem Prozess. Aber er zahlt die Zeche, danke! Um 23 Uhr 30 fährt Eichberger den Oswald mit seinem Aixam (Höchstgeschwindigkeit auf der Lände 30 Km/H!) nach Hause.

Freitag:

Es geht wieder zum „Testamentsprozess“, um weiter zu sehen, was am Thema dran ist.

  • 13. November 2009, ab 9 Uhr 30, Saal 203. § 146, 147, 148 StGB (Schwerer Gewerbsmäßiger Betrug)
    Landesgericht Wien. Landesgerichtsstraße 11, 1082 Wien. 5. Prozesstag (von elf)
    Zwei Angeklagte (nicht geständig, also „Steher“)
    Zahlreiche Zeugen aus dem In- und Ausland.

Freitag abend werden dann zwei größere Beiträge zum Parlamentarier Gerhard HUBER und ein anderer zur Firma EIGER AG in der Schweiz weitergeschrieben, da das schon sehr lange einer Fortsetzung harrt. Außerdem müssen ernste Vorkehrungen und großräumige Aufräumarbeiten getätigt werden. Denn:

Samstag:

  • 14. November 2009, 10 Uhr 00 – 20 Uhr 00, Wohnung 1090 Wien.
    Besuch durch Mutter! Tagesgestaltung in Wien.
    Notiz: Der Besuch wird auf Sonntag verschoben, man geht Essen und redet. Frischwäsche kommt, Schmutzwäsche geht nach Wels.

Sonntag:

  • 15. November 2009, ab 8 Uhr 00, Wohnung 1180 Wien.
    Geburtstag der Ex-Freundin. Keine persönliche Teilnahme.
    Notiz: Genau. Keine Teilnahme.

Ab kommender Woche sind wieder Treffen möglich, um neue Themen in Angriff zu nehmen! Derzeit trocknen die Themen etwas aus. Es braucht Nachschub und frische Impulse, wie dieser Beitrag zeigt. Sonst dreht sich alles nur um die eigene Achse. Was nicht Sinn der Sache und des Lebens ist.

[Lieblingslied, derzeit: "What happend" (3. Track, kein Direktlink möglich - trotz Redbull)]

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst)

Testamentsprozess – Mittlerweile elf Termine!

Veröffentlicht in Gericht, Termindienst von marcusjoswald am 10. November 2009

(Wien, im November 2009) Im so genannten „Testamentsprozess“ stellt das Landesgericht Wien einen neuen Rekord auf. Es geht im Prozess um mutmaßlichen Betrug in der Höhe von 5 Millionen Euro. Das ist noch nicht rekordverdächtig. Aber der Umstand, dass man dafür sieben Prozesstage anberaumt. Der Fall ist damit für Medien nicht mehr „berichtbar“, weil weder Leser noch Beobachter dem Geschehen komplett folgen können.

Elf Prozesstage!

Doch wirklich nur sieben Prozesstage? Nein. Heute wurde bekannt, dass weitere vier Prozesstage angefügt wurden. Der „Testamentsprozess“ wird nun in elf Verhandlungstagen zu Ende gebracht. Die Bescherung des Urteils erfolgt knapp vor Weihnachten. Es geht am 12. November und 13. November 2009 weiter, wo der Herausgeber einmal hineinhören wird, worum es genau geht, wer die Beteiligten sind und wer bei den 5 Millionen die Finger im Spiel hatte.

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Gericht)

Prozess gegen Rainhard Fendrich (nicht heute)

Veröffentlicht in Justizfälle von marcusjoswald am 10. November 2009
Rainhard Fendrich - Polygram 1995 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? - Rainhard Fendrich (Foto: Polygram 1995)

(Wien, im November 2009) Heute steigt der Prozess gegen den österreichischen Musiker Rainhard Fendrich. Alle sind schon sehr gespannt, was da los ist. Bild- und Textberichte in mittlerer Länge vom Prozess nach dem Prozess. Herausgeber mit zwei Kameras vor Ort! Was bisher zu erfahren war, ist wenig. Fendrich sagte, er werde auswandern, wenn das so weiter gehe und man ihm Prozesse macht. Man wird abwarten müssen.

Verantwortung

Prognosen sind keine möglich, da es auf die Verantwortung des Austrobarden ankommt. Bekennt er sich zum Vorwurf der „Falschen Beweisaussage“ nicht schuldig, wie es Anwalt Harald Karl vor drei Wochen angekündigt hatte, wird es kritisch. Bekennt er sich teilschuldig oder schuldig, dass er andere im Zuge seiner „Kokain Affäre“ (2006) eingetunkt hat, geht er mit einer sanften gerichtlichen Watschen (Bedingte) nach Hause. Ob sich ein Freispruch ausgeht, wird man sehen.

Strudel

Bleibt nur noch die Frage, ob man einen Sitzplatz im Saal bekommt. Der Medienrummel wird beträchtlich sein. Es kommt nicht alle Tage, dass ein Prominenter auf der harten Anklagebank Platz nehmen muss. Es wird ein Spektakel. Denn der Herausgeber spürt es im Urin, dass sich der Künstler in einen ziemlichen Strudel hineinreden wird.

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Leider wurde diese Ankündigung zur Fehlleistung des Jahres. Sorry! Wohl findet der „Fendrich-Prozess“ am 10. statt, jedoch nicht am 10. November 2009, sondern am 10. Dezember 2009. Das Journal war pünktlich um 9 Uhr „mit zwei Kameras“ vor Ort (und die obige CD aus 1995 für ein Autogramm!), aber natürlich weit und breit kein Rainhard Fendrich.

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Dafür: Es war ein Prozess zu beobachten, der im Saal 101 ab 9 Uhr (bis 15 Uhr 30) unter dem Vorsitz von Richterin Michaela Sanda über die Bühne geht und noch läuft. Das Ergebnis steht noch nicht fest. Der Herausgeber setzte sich dazu und lauschte.

Café Cappucino

Hauptangeklagter heute ist der zeitweilige Besitzer des in Verruf geratenen „Café Cappuccino“. In diesem Café in der Wiener Ottakringerstraße wurde 2006 ein Mann erschossen. Die Waffe verschwand, der Täter auch. Bis heute gibt es zum Cappucino-Fall (das Café hat sich nun umbenannt) einen Haufen Nebenprozesse und Verurteilungen rund um „Falsche Beweisaussagen“ und einen Freispruch für einen mutmasslichen Mörder. Jedoch keinen wahren Täter.

Herr Matic (Verteidigung: Nikolaus Rast) erwarb das „Cappucino“ im Jahr 2007, gab es 2009 aber wieder ab. Nun ist er als „Kreditvermittler“ tätig, der Kunden sucht und für Zubringer Provisionen zahlt.

Er arbeitete mit einem realen Kreditvermittlungsbüro zusammen, das die Anträge bei ihrem Banker des Vertrauens einbrachte. Mit ihm stehen sechs weitere Personen wegen des Vorwurfs des Betruges vor dem Kadi, von denen einer kein Wort deutsch spricht, aber serbisch. Zwei Angeklagte, beide Serben, lernten sich im Gefängnis (je knapp zwei Jahre Haft) kennen und beschlossen, in Freiheit gemeinsame Sache zu machen. Angeklagt ist auch eine redegewandte Frau, Jahrgang 1984, die tatsächlich ein Gewerbe und Büro in der Wiener Schönbrunnerstraße für Kreditvermittlungen hielt. Die Anklagebank teilt auch ein mittlerweile gekündigter, österreichischer Mitarbeiter der Bank Austria, der 17.000 Euro (!) Provisionen bezog.

Zahlreiche Kreditansuchen an die Banken erwiesen sich teilweise als erschlichen, da die Arbeitsbestätigungen und Personaldokumente gefälscht waren. Die Sache flog im Sommer 2008 auf, einige wanderten in U-Haft. Die sieben Angeklagten erwarten heute ein Urteil. Der Strafrahmen beträgt eins bis zehn Jahre Haft. Das Urteil steht noch aus, wird aber heute fallen.

Das Journal steht mit einem Kiebitz in Kontakt, der zum zäh verlaufenden Prozess im stickigen Saal nach der Mittagspause sagt: „Jetzt erst Recht! Aus Fanatismus harre ich nun bis zum Ende aus.“ Er wird telefonisch berichten, wie es ausgegangen ist. Hier dann das Ergebnis. (14 Uhr 23)

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(19 Uhr 02, nach dem Telefonat) Das ist das Ergebnis: Es gibt keines. Der Prozess wird auf 12. Jänner 2010 vertagt. Richterin Sanda will noch rund sieben bis acht Zeugen laden. Auch wird ein Mann aus der Schweiz kommen, der dem Reden nach 152.000 Euro bei den serbischen Kreditvermittlern aus und um der Ottakringerstraße „in Österreich investieren“ wollte. Er schliesst sich über einen Wiener Anwalt als Privatbeteiligter mit eben diesen 152.000 Euro an.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle)

„Wiener Gstettn“ im ORF-Universum – Vorschau

Veröffentlicht in ORF, TV von marcusjoswald am 5. November 2009
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Wo es sich in den Zwischenräumen der Zivilisation gut lebt, zeigt die Dokumentation Wiener Gstettn des ORF, die am 10. November 2009 um 20 Uhr 15 ins Fernsehen kommt. (Foto: ORF-Einladung)

(Wien, im November 2009) Ursprünglich dachte der Herausgeber, seine Wohnung sei eine Wiener Gstettn. Auch dort gibt es kleine Tierchen, die unter dem Bett und hinter den Kästen leben.

„In Wien lebt es sich gut“, ist das Motto der neuen „Universum“-Dokumentation „Wiener Gstettn“. Gemeint ist anderes: Die Dokumentation will zeigen, wo es in Wien trotz Asphalt und Beton noch Wildnis in der Stadt gibt. „Gstettn“ ist der Begriff für Extrembiotope mitten in der Stadt.

Film über Zwischenräume

Das können verwilderte Gärten in Baulücken sein, alte Fabriksgelände, die von Tieren genutzt werden, aber auch andere Rückzugsgebiete für Wildtiere. Der Filmer Thomas Rilk (schwächste Filmwebseite des Jahres!) zeigt, wo diese unberührten Flecken mitten in Wien sind und seltsame Zeitgenossen und seltene Tiere Unterschlupf finden. Die Wohnung des Herausgebers tut das auch: Kürzlich saß eine erwachsene Spinne auf seinem Bett. [Es wurde eine Urangst wach: Als er 12 Jahre alt war, weigerte er sich im elterlichen Haus eine Stiege zum Kinderzimmer hochzugehen, weil dort eine Spinne saß. Es mussten Helfer her.] Das war unangenehm. Er überlebte es. Die Spinne nicht.

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Universum.

Heute ist Prescreening im ORF. Die Sendung kommt dann für alle am 10. November 2009 in das ORF-Fernsehen.

Universum-Sendetermin (ORF 2, immer Dienstag):

  • Wiener Gstettn – 10. November 2009, 20 Uhr 15 (ORF 2)

Der Film wurde finanziert von der Stadt Wien (die Referatsleiterin ist eine frühere Freundin des Herausgebers – 1989-1992. Das muss man lobend erwähnen, sie hat es beruflich zu etwas gebracht, die Gmundner Nichte des vormaligen AK-Präsidenten Heinz Vogler). Ferner sponserten die Doku: Unterrichtsministerium und ORF.

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AAFP (Mitglieder heimischer Filmproduzenten)

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Österreichischer Rundfunk ORF.

Marcus J. Oswald (Ressort: TV, ORF)

Wiener Staatsanwalt heute in Sankt Pölten vor Gericht

Veröffentlicht in Justizfälle von marcusjoswald am 4. November 2009

(Wien/St. Pölten, am 4. November 2009) Ein Wiener Staatsanwalt, derzeit suspendiert, steht heute vor dem Landesgericht St. Pölten. Vorwurf: Amtsmissbrauch und Kokainberühung. Der Staatsanwalt habe im Amtscomputer Abfragen getätigt und diese Auskünfte in Suchtgiftkreisen weitergegeben, so der Hauptvorwurf. Es waren Abfragen zu Terminen, Verhandlungsgegenständen und Untersuchungshäftlingen. Da die Bekanntmachung in private Kreise möglicherweise nicht gratis erfolgte, wird auch in die Richtung ermittelt, ob es Gegenleistungen gab.

PC-Abfragen und/für Koks

Der zweite Vorwurf dreht sich um Kokainbesitz und den Vorwurf des Kokainhandels. Der heute 42-Jährige, der bis April 2008 Staatsanwalt am LG Wien war, soll in einem Wiener Kellerlokal („Bum Bum“ bei Hanappi-Stadion) Kokain für den Eigenbedarf gezogen haben. Ein Verdacht des Verkaufs und Handels des unerlaubten Suchtmittels konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

sedlacek

Erster Staatsanwalt Gerhard Sedlacek verfolgt ein schwarzes Schaf.

Die Anklage führt in St. Pölten der Erste Staatsanwalt persönlich. Gerhard Sedlacek konzentriert sich in seiner Anklage auf den Hauptvorwurf des Amtsmissbrauchs durch die Computerabfragen, die zwischen November 2007 und März 2008 stattgefunden haben. Der Eigengebrauch der unerlaubten Suchtmittel ist im Strafprozess, der neben dem suspendierten Staatsanwalt einen zweiten Angeklagten hat, als untergeordnet eingestuft.

Weitere Zeugen

Das Verfahren, das von Wien an das Landesgericht der niederösterreichischen Landeshauptstadt delegiert wurde, wird auf 25. November 2009 vertagt, da weitere Zeugen beantragt sind. Da kann das Journal direkt anwesend sein. Was sicher kein Fehler ist.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Suchtgift)

Herwig Baumgartner im Gerichtssaal verhaftet – Razzia der Zuhörer

Veröffentlicht in Gerichtssaal von marcusjoswald am 3. November 2009
Razzia im Gerichtssaal - Medienprozess - diegalerie - blaulicht und graulicht

Schwere Razzia im Gerichtssaal: Alle Zuhörer mussten sich nach Ende des Medienprozesses ausweisen, ihre Personalien abgeben und wurden von der Polizei einzeln fotografiert. (Foto: Marcus J. Oswald)

Medienprozess gegen Herwig Baumgartner - Schlag gegen Herwig Baumgartner - 3-11-2009 - Saals 305 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Lange Gesichter und langes Warten. Die Behörde setzte einen Schlag gegen die Gruppe um Herwig Baumgartner. Er wurde nach seinem einstündigen Medienprozess um 9 Uhr 55 vom Verfassungsschutz ins Nebenzimmer geleitet und kam um 10 Uhr 36 unter schwerem Geleit wieder heraus. Nach ersten Informationen ist er verhaftet.
(Foto: Marcus J. Oswald um 10 Uhr 11 am 3. November 2009 im Saal 305)

(LG Wien, am 3. November 2009) Das gabs bei einem Medienprozess noch nie. Am Ende eines einstündigen Medienprozesses, in dem vier Beamte der Stadt Wien einen Wiener Aktivisten, der ein Webforum aggressiv betreibt, nach § 6 Mediengesetz klagten, kam es zum Eklat: Herwig Baumgartner wurde nach Ende des Verfahrens, das Richterin Karin Burtscher ordnungsgemäß führte und zur Ladung weiterer Zeugen vertagte, von Beamten des Verfassungsschutzes in das Nebenzimmer geleitet und dort eine halbe Stunde verhört, mit Dingen konfrontiert und einvernommen. Währenddessen mussten sich alle Zuhörer im Saal 305 ausweisen und wurden von der Polizei einzeln fotografiert. Von jedem Einzelnen wurden die Personalien und die Telefonnummern aufgenommen.

Antragsgegner verhaftet

Draußen vor der Tür warteten zirka zwanzig Uniformierte und Zivilbeamte. Nach einer halben Stunde wurde Baumgartner unter schwerer Bewachung aus dem Nebenzimmer herausgeführt und galt als verhaftet.

Prozess am LG Linz

Der Medienprozess war von der ersten Minute als Fake aufgesetzt, um ihn in Untersuchungshaft zu bekommen. Er ging in die Falle. Die Aktion war lange geplant, denn im Nebenzimmer wurde ihm etwas vorgelegt: Eine komplette Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Linz. Diese ist etwa 30 Seiten dick und umfasst die gesamte Klaviatur der politischen Strafdelikte von Nötigung von Regierungsmitgliedern, über Nötigung von Abgeordneten bis Schwere Nötigung, Bildung einer kriminellen Organisation, schwere Gefährliche Drohung und einige Paragrafen mehr. Nach der Überreichung der Anklageschrift und dem Umstand, dass laut Anklagerahmen die Strafhöhe 5 Jahre übersteigt, wurde die U-Haft durch Fluchtgefahr (keine Zustelladresse in Wien, „bin viel im Ausland“), Tatbegehungsgefahr und Wiederholungsgefahr rechtlich begründet. Baumgartner wurde durch die Linzer Beamten direkt in die JA Linz in die Pochestraße 9 überstellt. Der Prozess wird demnach am Landesgericht Linz durchgeführt werden. Dies deshalb, weil er in Wien – salopp gesagt – so gut wie jeden zweiten Staatsanwalt und jeden zweiten Richter angezeigt hat und diese Methode aber interessanterweise nie auf das Landesgericht Linz anwandte. Damit ist dort am Ehesten keine „Befangenheit“ der Richter (oder das, was Baumgartner darunter versteht) gegeben.

Herwig Baumgartner - zweiter von rechts - sein Verein Humanes Recht - foto Folder - 2009 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Mag. Herwig Baumgartner - zweiter von rechts. Vorstand seines Selbsthilfevereines Humanes Recht. (Foto: Folder)

Der Medienprozess des Herwig Baumgartner vor dem Landesgericht Wien am 3. November 2009 hätte der große Auftakt zu einer Reihe von Auseinandersetzungen mit Personen aus dem öffentlichen Leben werden sollen. Beamte, Richter, Politiker. Doch am Ende war es so, wie es der Konsul 63 im römischen Reich vor dem Gefängnis Tullianum am Ende des Forum Romanums verkündete: „Sie haben gelebt.“ Konsul Cicero meinte mit dieser geschönten Umschreibung: Die Verschwörer sind hingerichtet. Das war am 5. Dezember des Jahres 63 ante christum natum. Ort: Rom. Thema: Republik. Subthema: Die Verschwörung des Cattilina. Trotzdem war Cicero ein Guter.

Dignitas (Ansehen)

Herwig Baumgartner trug einst die toga candida, als er eine Partei gründete und politisch etwas werden wollte. Heute trägt er sinnbildlich die toga pulla, das Kleid des Angeklagten und des Trauernden. Eine Parallele zwischen Baumgartner und Cicero, dem einstigen Konsul Roms, ist falsch und richtig zugleich. Dieser war Politiker aus dem unteren Stand der Plebejer (homo novum) und streitbarer Ankläger der Senatorenkaste, nahm aber nach seinem Konsulat am 1. Triumvirat Roms nicht teil, da er als nicht paktfähig galt und „seine eigenen Leistungen maßlos überschätzte“. Über ihn hieß es in Biografien, dass er sich „als Redner stets nach bewunderndem Publikum umsah“. Und dass er nach seinem politischem Abstieg „Wahnhaftes mit Plausiblem verschmolz, wenn er die hohen Herren im Senat anklagte, die ihn nie als einen der Ihren akzeptiert und nach seinem Eindruck mit Vergnügen im Stich gelassen hatten.“ [Cicero. Ein turbulentes Leben. Anthony Everitt, London 2001, S. 203] Nun war Baumgartner nie Berufspolitiker, aber man muss ihm anrechnen, dass er die Gesellschaft und ihre Abläufe politisch denkt. Auch wenn sich manchmal „Wahnhaftes mit Plausiblem“ verschmolz.

Toga Pulla (Toga des Angeklagten)

Der Medienprozess am 3. November 2009 wäre der Auftakt von mehreren gewesen, die die Stadt Wien oder einige Richter oder einige durch ihn Geschädigte angestrebt hätten. Üblicherweise ist es im Rechtsstaat so, dass Geschädigte ein Verfahren eröffnen, dieses abwickeln, eine Entschädigung bekommen. Wird die Kritik von Unten nach Oben, soziologisch „Bottom-Up“ zu scharf, läuft das System der Anklage anders. Das überrascht bei dieser Sache dann doch. Man muss der Fairness halber eines festhalten: Es ist die erste „Medienanklage“ gegen Herwig Baumgartner seit 2007 überhaupt. Man muss einen – zugegeben unzulässigen – Vergleich ziehen, der einfach fällt: Gerd Honsik, zuletzt 2009 nach dem Verbotsgesetz verurteilt, hatte im April seinen Strafprozess für sehr üble Schriften und bekam fünf Jahre Haft, weil er vom „historischen Judenthema“ nicht ablassen konnte. Was zu vermerken ist: Honsik hatte zuvor rund 20 (!) Vorstrafen nach dem Pressegesetz eingefangen. Er hatte immer wieder Medienrechtsprozesse und wurde immer zu Geldstrafen wegen seiner Schriften verurteilt. Herwig Baumgartner, hat am 3. November 2009 seinen ersten Medienprozess. Er wird sofort verhaftet.

Dieser erste Medienprozess für den Herausgeber eines politisch ausgerichteten Forums im Internet wurde von einem „Anwalt der Stadt Wien“ (Dr. Köhler im Gerichtssaal über sich selbst) initiitert. Mitangeklagt ist auch die von Baumgartner mitgetragene Graswurzelbewegung, die Väterrechtebewegung. Köhler ist ein massiger Mann, der vorübergebeugt hinter seinem mit Papieren bedeckten Tisch dem Baumgartner im Saal 305 gegenübersitzt. Köhler vertritt die politische Kaste der SPÖ, die in Wien durch den Wählerentscheid die absolute Mehrheit hat. Ihm gegenüber sitzt Herwig Baumgartner, eine Lesebrille auf der Nase, ebenso mit vielen Papieren und zwei Büchern am Tisch. Die Papiere sind dem Betrachter nicht einsichtig. Die Bücher schon. Sie lauten im Titel: „Mord an Luca“ und „Anklage gegen Österreich“.

Stadt Wien gegen Einzelnen

Wenn ein „Anwalt der Stadt Wien“ einem Einzelnen gegenübersitzt, bedeutet das in der politischen Analyse, dass sich eine oder mehrere Institutionen der Stadt Wien von diesem Anwalt gegen einen Einzelnen, der diese Institutionen angreift, verteidigen muss. Was bei diesem von der ersten Minute von Richterin Karin Burtscher als Fake-Prozess geführten Medienverfahren verwundert ist, dass der Medienprozess als Ablenkungsmanöver inszeniert wird. Es wird nicht auf den Gang des Verfahrens geachtet, es werden keine Zeugen zugelassen oder nicht zugelassen oder etwa Beschlüsse darüber geführt, welche in einer Vertagung zugelassen oder nicht zugelassen werden. Das Ergebnis bleibt völlig offen. Die Richterin sagt nur, dass sie das Verfahren „vertagt“, sie trifft keine Beschlüsse, welche Zeugen sie zulässt, welche nicht. So vergeht eine Stunde, in der nur in die Luft gesprochen wird.

Publikum

Es sitzen auch interessante Leute im Publikum. Es sind alte Bekannte. Etwa der ältere Herr mit Brillen, der schon beim Scheidungsverfahren des D. im Justizzentrum Innere Stadt einst im Publikum saß (mit 10 anderen Zuhörern). Insgesamt lassen sich am 3. November 2009 rund 25 Personen in den Publikumsreihen des Saals 305 nieder, um dem Verfahren, das keines ist, zu lauschen. Manche reisten aus Innsbruck an, manche nahmen sich aus Wien Zeit.

Nochmal Geschichte. Zu Cicero heißt es, dass „er stets um das Wohl der Res Publica besorgt“ war. Er verwob „republikanische Ideale zu einem vom Senat regierten römischen Idealstaat“, dessen Regierung „sich aus gebildeten, intelligenten und patriotischen Männern zusammensetzen sollte, die das Staatswohl über ihre eigenen Interessen stellten.“ Diese Eigenschaften gehen davon aus, dass das Kollektiv der Machthaber sich nicht vorrangig um sich selbst sorgt, sondern um das Gemeinwesen. Das setzt voraus, dass die Polizei, eine Anklagebehörde, eine Richterschaft einem eigenen, höheren Gerechtigkeitsprinzip und nicht einem politischen Kalkül im Netzwerk der Parteienmacht folgen. Dass das nicht so ist, weiß jedes kleine Kind. Dass diese Zusammenhänge immer wieder sauber aufgezeigt werden müssen, um Veränderungen herbeizurufen, ist Bürgerpflicht und common sense.

Von SPÖ gekaufte „Kronen Zeitung“

Vereinfacht gesagt und (vom Thema) abschweifend: Wenn die SPÖ Wien pro Jahr rund 20 Millionen Euro in PR-Berichte (verbürgte Zahl aus dem Rathaus) in die Kronen Zeitung (das ist ein Drittel des gesamten PR-Budgets der Stadt Wien) umlegt, dann darf man nichts mehr glauben, was in der Kronen Zeitung steht, da diese Zeitung „gekauft“ ist. Will man dann Einrichtungen der Stadt Wien (und Teile ihres Verwaltungskonzerns mit 67.000 Mitarbeitern) kritisieren, muss man die Stadt Wien kritisieren. Will man nicht resignieren oder in Verschwörungstheorien abgleiten, muss man eigene Medien gründen, um die Kritik zu verhärten.

Politisierung der Behörden

Dass die Polizei nicht parteifrei ist, liegt im linear-hierarchischen Organisationsgrad der Verwaltungsbehörde begründet. Kommt ein neuer Innenminister, wird der gesamte Apparat „auf Linie“ gebracht (2004 waren es unter Ernst Strasser Personalrochaden von sozialdemokratisch zu christlichsozial). Dass der enorme Sozial-Apparat der Stadt Wien mit der Dachholding „FSW“ (Fonds Soziales Wien) mit 300 Vereinen und 15.000 Mitarbeitern nicht parteifrei ist, begründet sich in der „roten Festung Wiens“ (c/Hans Dichand). Selbst die große „Kronen Zeitung“ gibt Oppositionsparteien keine Chance. [Interview Hans Dichand, Titel "Straches Selbstsicherheit Bürgermeister von Wien sein zu wollen, ist bis zur Lächerlichkeit übertrieben". LIVE, 11/09, S. 74]. Dass die große Zeitung das postuliert, erklärt sich mit den 20 Millionen Euro, die die Zeitung jährlich für „Verlagsbeilagen“ von der Stadt Wien einstreift. Daher findet sich kein kritisches Wort zu den Einrichtungen etwa im Sozialbereich. Man lässt sich dafür nicht verwenden oder einspannen.

Heinz Fischer - Michael Haeupl - diegalerie - blaulicht und graulicht

Während laufender Amtszeit erhält der Wiener Bürgermeister den höchsten Orden der Republik Österreich (Foto: Stadt Wien, 6. November 2009)

Wenn am 6. November 2009 der Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl, der Chef der KJAs (Kinder-Jugendanwaltschaft), der Finanzgeber des AÖF (Autonome Frauenhäuser) in beträchtlicher Höhe (rund 11 Mio. Euro seit 2001), der Interventionsstellen und Subventionsgeber zahlreicher (rund 20) radikaler, feministischer SPÖ-Vorfeldvereine ist, von Bundespräsident Heinz Fischer das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande erhält (damit die höchste Auszeichnung der Republik), liegt auf der Hand, dass eine mediale Kritik an diesen Einrichtungen ein schwieriges politisches Unterfangen wird, das besondere Massnahmen erfordert.

Guerillakommunikation

In der Lehre der Medien (der Herausgeber von „Blaulicht und Graulicht“ studierte nicht umsonst 15 Jahre an Universitäten unter anderem Kommunikationswissenschaften – es kostete 150.000 Euro), gibt es für solche Grundvoraussetzungen einen zentralen Begiff: „Guerillakommunikation“. Er fusst auf dem Begriff der Public Awareness. In der Lehre der Guerillakommunikation gibt es vier zentrale Hebel:

  • Die „Überidentifizierung“: Sie meint, dass man sich „innerhalb einer Logik der herrschenden Ordnung stellt und diese am verwundbarsten Ort, dem Zentrum, angreift.“
  • Ein weiteres zentrales Element ist die Brechtsche „Verfremdung“. Sie meint, dass man in einen Kommunikationsprozess (der üblicherweise „Top-Down“, linear von „Sender zu Empfänger“ läuft) eingreift und „den normalen, erwarteten Ablauf stört und verwirrt“. Ziel: „Damit soll bei Akteuren und Konsumenten Distanz zu den vertrauten Verhältnissen geschaffen werden, um deren Normalität in Frage zu stellen.“
  • Zentral ist die Technik der „Collage“: Damit „wird versucht, selbstverständliche Wahrnehmungsmuster der Realität durcheinander zu bringen und damit Verunsicherung zu schaffen.“
  • Dazu gehört die Technik des „Fake“, die „Erfindung“: „Die Erfindung falscher Tatsachen zur Schaffung wahrer Ereignisse dient dazu, die Mechanismen, die den Medien und der Politik zur Herstellung von Wirklichkeit dienen, offenzulegen und zu kritisieren.“

So will es die Lehre der wohl höchsten, anspruchsvollsten Kommunikationsform, die sich nicht an Grundlagen der Zentralorgane der Spießbürger wie „Kurier“ hält (Bezeichnung „Zentralorgan der Spießbürger“ stammt von „Heute“ über „Kurier“).

Politisierung des Internets

Daher wurde 2006 das besagte Internetforum gegründet. Um der „Guerillakommunikation“, der „Guerilla-PR“ im Dienste der Väterpolitik Raum zu geben. Dass Herwig Baumgartner das Medium im August 2007 an sich riss und zu etwas anderem machte als es ursprünglich die ausgeklügelte Intention war, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Dass Webforen die schnellsten Medien sind, ist klar. Dass es drei unterschiedliche Arten von Medienquellen gibt, auch: Weißquelle, Grauquelle, Schwarzquelle. Medien sind komplexer als es Behörden und Anwälte vermuten.

Opfervertreter im Fall Luca

Neben der Medienarbeit und Public Awareness-Arbeit im Forum übernahm Baumgartner zuletzt in mehreren österreichischen Fällen die Rolle als Vertrauensperson, Verfahrenssachwalter oder Opfervertreter. Das geschah im Geiste dessen, dass Väterrechteorganisation in Wien planen, nicht bloß Straßendemonstrationen zu organiseren und im Caféhaus zu plaudern, sondern ein erstes Väterhaus zu gründen und ein von Männern geleitetes Besuchscafé und ähnliche Dienstleistungen auf Sicht anbieten wollen, die die Frauenrechtsorganisationen mit Steuergeld machen dürfen. Dazu gehört Prozessbegleitung, Schriftsatzkultur, Rechtsberatung und – auch Opfervertretungen.

Gerichtsfall Luca (2008 und 2009)

Der prominenteste Fall war der Fall Luca. Baumgartner ist der Überzeugung, dass im „Fall Luca-Elias“ neben dem Haupttäter und der Kindmutter ein dritter Täter aktiv war und mit dem Verurteilten Dorazil nicht der Richtige sitzt. Er wollte den 20-Jährigen in der JA Stein besuchen, um ihn zu einem Wiederaufnahmeantrag zu überreden, bekam aber keine Besuchsgenehmigung. Danach vertrat er die Großmutter des verstorbenen Kindes und den Vater ab Frühjahr 2009 als „Opfervertreter“. Daraus entstanden einige kräftig und etwas unübersichtlich formulierte Eingaben an diverse Gerichte. Daraus entstand auch ein Büchlein. Der Fall Luca lenkte von seinen eigenen Dingen im Jahr 2009 etwas ab, fokussierte aber sein Interesse auf Verfehlungen der Bürokratie. Beweise, dass es einen dritten männlichen Täter gab, hat er nicht. Es fehlen die Fakten. Überzeugt ist er davon, dass sowohl die Ämter in Mödling (Niederösterreich) wie auch in Schwaz (Tirol) vor allem sich selbst schützen und nie einen Fehler eingestehen werden. Dadurch radikalisierte sich die Gangart gegen diese Ämter merklich. Die Gangart gegen den aus Imagegründen „kostenlos arbeitenden“ Wiener Anwalt Nikolaus Rast, der die Opferrechte des Kindvaters seines Erachtens ungenügend vertrat und nur wegen der Medienpräsenz in Tirol war (Rast sagt in Wien bei Gerichtsverhandlungen zu Mandanten schon mal: „Ich werde Sie sicher nicht in der JA Simmering besuchen, weil ich dafür keine Zeit habe!“, Anm. B&G), führte dazu, dass Baumgartner im Frühjahr 2009 in den Innsbrucker Luca-Prozess gegen die Kindmutter von Außen einstieg und im Namen des Vaters und der Großmutter Richter Mair sowie die Jugendwohlfahrtsbehörde Schwaz und Mödling mit Eingaben ins Visier nahm. Das Innsbrucker Gericht nahm das nicht widerspruchslos hin. Man sprach sich dagegen aus, das Baumgartner eine Vertretungsbefugnis als Opfervertreter habe. Mit der völlig unzulässigen Begründung, weil er vorbestraft sei. Als gäbe es keinen § 113 StGB.

Was man ihm zugute halten kann, ist, dass er das Thema Luca unbeugsam am Leben hielt. Er brannte es im Internet fest. Der Wikipedia-Eintrag stammt von ihm. Am Forum ist lang und breit jede schriftliche Eingabe zum Download dokumentiert. Die Eingaben sind aber kompliziert zu lesen und etwas unübersichtlich. Es fehlt ihnen die Leichtigkeit.

Einige Eingaben, verfasst von Baumgartner (April bis September 2009):
Beschwerde Wahrung Gesetz Fritz D., datiert 22. September 2009
EGMR – LUCA 35.744-09 – Ergänzungen Juli 2009

Anzeige gegen LKH Innsbruck, datiert 15. Mai 2009
Baumgartner fordert Opferrechte offensiv ein, datiert 17. April 2009

[Beitrag bleibt in Arbeit - nach dieser "Einleitung" folgt der Ablauf des Fake-Medienprozesses am Landesgericht Wien, 3-11-2009. Das wird noch dauern.]

Medienprozess, 3. November 2009, Saal 305

Folgende Zeugen wollte Mag. Herwig Baumgartner aufbieten und hat sie beantragt, genannt in Reihe der Anträge:

  • Marcus Oswald
  • (um ihn aus dem Gerichtssaal zu entfernen; da fiel ihm aus dem Publikum erstmals „jemand“ ins Wort)

  • Verwaltungsgerichtshofpräsident Clemens Jabloner
  • OGH-Senatspräsident Günter Holzweber
  • OLG-Präsident Anton Sumerauer
  • und zwei weitere

Bildmaterial:

Baumgartner Ehefrau und Tochter - Herwig Baumgartner - Frauenhaus Wien - Andrea Brem - Maria Rosslhumer - diegalerie - blaulicht und graulicht

So gut arbeitet Blaulicht und Graulicht, wenn es darauf ankommt. Fotografieren Sie einmal jemanden, der ein Gebäude mit 28 Etagen verlässt, zum richtigen Zeitpunkt und noch dazu unentdeckt und bei minus 3 Grad. Das Foto wurde Baumgartner in die Haftanstalt geschickt und die superkluge Richterin ließ es mit der Post nicht durch. Baumgartner sah es 2006 dann in der JA Josefstadt am Stock im Internet und freute sich sehr. Er zeigte jedoch die Gerichtspräsidentin Ulrike Psenner an. Auch dieses Mal wird ihm dieses Foto wieder in die Justizanstalt geschickt. Denn es ist das einzige, das er seit 2001 von seiner Tochter hat. Die schmutzige Rolle des Frauenhauses Wien unter der Federführung von Andrea Brem und Maria Rösslhumer ist bis heute nicht geklärt. Wo es Solidarität unter Frauen, gibt es auch Solidarität unter Männern. Daher schauen wir uns an, ob man wieder einen Tanz um ein Foto macht. (Foto: Marcus J. Oswald - vor exakt drei Jahren)

Johann Branis - Foto Marcus J Oswald - 3-11-2009 - diegalerie - blaulicht und graulicht

Soeben bei Siemens in Pension und jetzt das: Razzia im Gerichtssaal wie im Bordell! Johann Branis war Augenzeuge und staunte nicht schlecht. (Foto: Marcus J. Oswald am 3. November 2009 im Landesgericht Wien)

Stephan Pfeiffhofer - Landesgericht Wien - 3-11-2009 - Foto Marcus J. Oswald - diegalerie - blaulicht und graulicht

Reiste aus Tirol an und war kritischer Zaungast: Journalist Stefan Pfeiffhofer. (Foto: Marcus J. Oswald)

Alfred Nechvatal - diegalerie - blaulicht und graulicht

War natürlich auch da: Alfred Nechvatal. Schrieb einst am 20. April 2009 im Gerd Honsik-Prozess penibel mit und kam zu der Erkenntnis, dass Richter Andreas Böhm dem Honsik, der fünf Jahre Haft nach dem Verbotsgesetz erhalten hatte, 133 Mal das Wort abgeschnitten habe und daher für den Richterberuf nichts tauge. An allen drei Prozesstagen habe der Richter gar 500 Mal das Wort abgeschnitten. Nechvatal hat sich mittlerweile routiniert auf den Blaulicht und Graulicht-Herausgeber eingeschossen, droht und zetert, wann immer er diesen sieht, spinnt seine Intrigen und Verleumdungen. Man ist Kummer gewöhnt. Jedes Wiedersehen mit ihm ist ein Laubhüttenfest.

Peter Grotter - 3-11-2009 - 10 Uhr 28 - Kronen Zeitung - diegalerie - blaulicht und graulicht

Peter Grotter von der Kronen Zeitung kam um 10 Uhr 28. Er schrieb einen Artikel. Er bekam danach Besuch von zwei Väterrechtlern in der Krone-Redaktion, die ihn darauf hinweisen, dass sein Zehn-Zeiler so nicht ganz richtig ist.
(Foto: Marcus J. Oswald)

Marcus J. Oswald - 1120 Wien - 2-11-2009 - Foto MH - diegalerie - blaulicht und graulicht

Am Vortag rief jemand Anwalt Köhler an und erklärte ihm, wie Herwig Baumgartner tickt. Mitgeliefert wurde ein Glückwunsch: Er ist der Erste seit August 2007, der sein Webforum zu klagen wagt. Das sei mutig. Es werde trotzdem schwierig, den Fall zu gewinnen, wurde geäußert. Wie das Ende wird, wird man sehen, denn der Medienprozess ist noch nicht vorbei. Was Baumgartner nun droht, wurde diesem ein Jahr lang immer wieder gesagt. Er wollte nicht hören. Trotz Loyalität in der Sache: Irgendwann ist genug. (Foto: M. H., 2. November 2009, 22 Uhr 31 in 1120 Wien)

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Die Geschichte und heutigen Administratoren des Forums:

Das Forum des Herwig Baumgartner existierte zuletzt in der version 0.6. und wurde interessanterweise im Oktober 2006 von der Troika des Wiener Antifeminismus Marcus J. Oswald (1), Gottfried Divos (2), DI Richard Kaiser (3) sowie – bald ausgeschieden – Renzo Giorgio Neller (4) als „Blaulicht und Graulicht-Forum“ gegründet. Es hatte das Ziel, sich aktiv mit Rechtsfragen und Personen der Rechtspflege zu befassen. Die Troika war der Ansicht, dass die Justiz zurecht nähere Beachtung verdient als auf der Gerichtsseite der „Kronen Zeitung“ zu lesen steht. Im Prinzip war das richtig, doch mit den Jahren sanken die Bedeutung und die Relevanz des Forums disproportional zu den (Behörden-)Zugriffen.

Die Chronologie des Forums:

  • Blaulicht und Graulicht-Forum (10-2006 – 12-2006) – danach auf Wunsch von Marcus J. Oswald Abkoppelung und Emanzipation des Forums von der Webseite „Blaulicht und Graulicht“, da Spambeschüsse stattfanden und fragwürdige Postings veröffentlicht wurden. Adminrechte hatten: Gottfried Divos, DI Richard Kaiser und Renzo G. Neller. Da es nur drei technische Admin-Rechte gab, hatte Marcus J. Oswald in der Geschichte dieses Forums nie ein Admin-Recht. Er stellte zum Start nur den Namen „Blaulicht und Graulicht“ zur Verfügung. Das endete im Dezember 2006 auf Wunsch des Oswald, da sich zunehmend schlechter Stil im Forum breit machte und das auf die Kern-Webseite „abfärbte“. Nach dem Motto „aliquid semper haeret“ (irgendetwas färbt immer ab), sollte das durch die strikte Trennung der Webseite „Blaulicht und Graulicht“ von einem „Forum“ hinkünftig verhindert werden. Neller schied nach zwei Monaten ebenso aus. Divos und Kaiser behielten die Admnistratoren- und Durchgriffsrechte in die Hintergrundmaske des Forums. Davor musste ein Providerwechsel von Hamburg nach Gmunden erfolgen.
  • Neue Name: Der Antifeminist-Forum (01-2007 – 03-2007). Der Provider im Salzkammergut kündigte bald. Danach Providerwechsel von Gmunden wieder zurück nach Hamburg. Neue Software.
  • Männer-, Frauen- und Kinderrechte-Forum (03-2007 – 07-2007) – Danach Providerwechsel ins Ausland.
  • 07-2007 – Handstreichartige Übernahme des Forums im Sommer 2007 durch Herwig Baumgartner (IQ: 140, Nichtraucher, Fitnessfan), der soeben nach zwei Jahren aus Simmeringer Haft entlassen wurde. Er übernahm Gerüst und Techniken des Forums und verlegte es im August 2007 in die Ukraine. Er erfand den Namen „Genderwahn“, das Forum hatte nun diese Domain und zugleich diesen Namen. Der frühere Titel wurde (bis August 2009) Untertitel: „Männer-, Frauen- und Kinderrechte-Forum“. Ab August 2007 begann ein gewaltiger Feldzug gegen die heimische Justiz, wie er in der Mediengeschichte Österreichs an Drastik und Radikalität bisher nicht vorhanden war. Das Pendel schlug zwischen Genie und Wahnsinn wild hin und her. Es begann die extremistische Politisierung des Forums, die darin gipfelte, dass nach der Familienrechtsenquete im Parlament im Jänner 2008 die FPÖ-Abgeordneten Karl-Heinz Klement und der Familiensprecher Norbert Hofer von ihm in den Emailverteiler aufgenommen und mit Hintergrundinformationen für Parlamentarische Anfragen beliefert wurden. Herwig Baumgartner wurde vier Mal im FPÖ-Club vorstellig. Er plante einen Einstieg bei der FPÖ und wollte Berater in Familienrechtsangelegenheiten werden. Im Sommer 2008 wurde jedoch Karl-Heinz Klement von Parteichef HC Strache überraschend geschasst (und zum dritten Mal aus der FPÖ ausgeschlossen) und die Felle für die NR-Wahl 2008 (Oktober) drohten wegzuschwimmen. Herwig Baumgartner gründete, ohne jemanden zu informieren, eine eigene Partei, die er „Ehre“ nannte. Abkürzung für: „Elite Humanes Recht“. Ab Ende 2007 begann die sukzessive sprachliche und argumentative Verrohung und der Abstieg des Forums. Adminstratorenrechte halten Herwig Baumgartner, Gottried Divos und DI Richard Kaiser.
  • September 2008: Die harte, einjährige Kampagne gegen Max Friedrich wird erfolgreich abgeschlossen. Das gutachterliche Trüffelschwein in Diensten der SPÖ hat seit Herbst 2008 am Landesgericht Wien kein einziges Gutachten mehr verfasst. Damit wurde der Kopf der feministischen Mafia herausgeschossen.
  • Oktober 2008: DI Richard Kaiser legt seine Admin-Rechte wegen unüberbrückbarer inhaltlicher Differenzen mit Baumgartner zurück. Nun halten nur mehr Herwig Baumgartner und Gottfried Divos die Admin-Rechte.
  • 07-2009 – Neuerliche Umbenennung durch Herwig Baumgartner in „Forum ohne Maulkorb“. Die Droh- und Schimpftiraden werden immer schlimmer. Admin-Rechte halten Herwig Baumgartner und Gottfried Divos.
  • 10-2009 – Neuerliche Umbenennung durch Herwig Baumgartner in „Stimme des Volkes“. Admin-Rechte halten Herwig Baumgartner und Gottfried Divos. Das Forum hatte zuletzt 500.000 Zugriffe pro Monat.
  • Herwig Baumgartner führt ab Jänner 2009 einen böswilligen Feldzug gegen den Herausgeber von „Blaulicht und Graulicht“ mit politischen und persönlichen Angriffen, die für diesen gesundheitsgefährdend werden. Es blieb über ein Jahr Zeit, seine Verhaftung vorzubereiten. Es wurde getan, was getan werden musste. Somit hat EQ IQ besiegt. Etwas, das er sich nie vorstellen konnte.
  • Marcus J Oswald im Hintergrund - 3-11-2009 - lg wien - diegalerie - blaulicht und graulicht

    Marcus J. Oswald, Hintergrundarbeit.

  • 3. November 2009: Festnahme des Herwig Baumgartner im Landesgericht Wien während eines Presserechtsprozesses.
  • Das Journal „Blaulicht und Graulicht“ stellt die (seltene) Prognose, dass Herwig Baumgartner am Landesgericht Linz, mit dem nicht zu spaßen ist, in mittlerer Höhe verurteilt werden wird, jedoch durch die Zusatzmassnahme, die ihm wegen der perversen, sexuellen Konnotierung gewisser Texte droht, an die zehn Jahre in Haft verbringen wird. Es ist so: Er hat sich mit dem Herausgeber dieses Journals angelegt, obwohl ihm mehrmals gesagt wurde, dass er das unterlassen soll. Er hat die Rechnung am Tisch. Si vis pacem, para bellum. Oder wie er zu sagen pflegt: Niemand steht über dem Gesetz. Ein wahrer Satz. Die Kennsatz des Herausgebers lautet anders: „Wahrheit sprechen. Gerechtigkeit leben. (Ist das nicht möglich:) Rache üben.“

[Fussnoten: (1) Journalist seit 1985, zwischen 1985 und 2004 ca. 1.500 Veröffentlichungen in ca. 30 käuflich erwerbbaren Printmedien im deutschen Raum. Seit 15. Jänner 2004 Gründer (founder), Herausgeber (publisher) und Chefredakteur (editor in chief) von "Blaulicht und Graulicht" und nur mehr für das Online-Medium tätig. Veröffentlichungsquantum in eigenen Medien seit 2004: 2.600 Beiträge für "google" sowie 4.400 Fotos für "google". (2) Kleineletroniker, 135 IQ, Herausgeber des englischsprachigen "Freestompboxes"-Forum zu Gitarrenverstärkern. (3) gebürtiger Deutscher, drei Kinder mit Peruanerin, RA Helene Klaar als Gegnerin im Scheidungsverfahren, damals Angestellter bei Siemens Österreich. (4) damals Artdirektor bei der damals fünftgrößten österreichischen Werbeagentur "Ogilvy".]

Videomaterial:

Ein Video, das auf „You Tube“ gefunden wurde. Es wird festgehalten, dass das Video nicht vom Herausgeber dieser Seite hergestellt wurde und das Journal zur Art, wie es gemacht ist, auf Distanz geht. Es wird aber ergänzend gezeigt. Der Prozessbericht, Kern dieses Artikels, ist noch immer in Arbeit. Es erfordert Genauigkeit, leider.

Und noch ein Video, das auf „You Tube“ gefunden wurde. Urheber unbekannt. Aber den Mann am Startbild, Anton „Der Hausmeister“ (c/Baumgartner) Sumerauer, hätte Herwig Baumgartner gerne als Zeuge im Medienprozess.

Neu ist auch dieses Video des Vereins des Baumgartners. Folderverteilen und um Spenden keilen, da nicht jeder Verein in rote Watte gebettet ist wie der AÖF oder die Interventionsstelle oder zwanzig andere feministische Vereine in Wien.

Schon wieder die Marseillaise. Doch in diesem Video gibt es für eine Bezirksrichterin das angetragene Du-Wort und ein von Baumgartner gepflegtes „Setz Di nieda auf Dein Oarsch!“. Die Konfrontationen laufen direkt und so wie es Amtspersonen nicht haben wollen. Tip vom Herausgeber an „Väteraktivisten“: In Hinkunft mit verdeckter Kamera arbeiten. Das deeskaliert. Alles andere ist Agitation, nicht Dokumentation. Eines ist aber kommunikationstechnisch gut gelungen: Wie Frauenorganisationen selbst im Gerichtssaal die unsachlichen Vokabel „Horror“ und „Hölle“ einsetzen (sie erlebt den Beziehungshorror; sie geht mit diesem Täter [PBV streckt den Zeigefinger weit durch] durch die Hölle!), so haben die Väter entweder vom Herausgeber oder von anderen gut gelernt: Man hat sich angewöhnt, diese Vokabel einfach umzudrehen und auf die Frau zu richten (er erlebt den Beziehungshorror; er geht mit dieser Täterin [PBV streckt den Zeigefinger nicht durch und bleibt sachlich] durch die Hölle). Daher heißen beide nachstehenden Humanesrecht-Trailer „Der Horror – Die Hölle der Väter und Kinder“. Warum nicht! (So spüren die jahrelang monopolistisch auftretenden Feministenvereine an ihren eigenen Vulgär-Sprache, welchen Unsinn sie jahrelang und bis heute bei Gericht sprachen und sprechen.) Man könnte das „Spiegel-Kommunikation“ nennen, aber das wäre ein neu zu definierender Begriff. Nun, Film ab!


Warum diese ganzen Videos plötzlich auftauchen, hat einen Grund: Der Doktor Anton Sumerauer vom Oberlandesgericht Wien warf Baumgartner vor, er sei unbeherrscht und daher erhielt dieser quasi ein lebenslanges Hausverbot im Justizpalast. Dagegen gibt es nicht einmal ein Rechtsmittel. Nun können zwei Dinge sein: Entweder Sumerauer lügt oder Baumgartner lügt. Denn Baumgartner sagt, er sei nicht unbeherrscht aufgetreten damals 2008. Daher nimmt er nun bei seinen Opfervertretungen immer einen Kameramann mit. Diese kleinen Videos zeigen: Ja, es knistert. Die Stimmung ist geladen. Richter und Amtspersonen, so sie pragmatisiert sind, denken an die Pension. Nicht an Kundendienst am Bürger. Sie wollen Entscheidungen treffen, die unhinterfragt bleiben. Amtspersonen spielen ihre Autorität aus und es braucht starke Nerven, um sich dagegen zu wehren. Tipp des Journals: Juristen sollten sich ein natürliches Verhalten im Umgang mit Menschen zulegen. Nicht verzärtelt und autoritär, sondern auf Augenhöhe im Umgang. Keine konstruierten Fallen, kein Amtsdeutsch, das keiner versteht. Wer über Existenzen entscheidet, muss lernen auch einzustecken. Was sieht man auf den Videos (die hier ausgestellten sind nur ein Bruchteil der Vorhandenen)? Juristen sind Mimosen, schreien nach Polizei. Sie rufen in den Wald hinein, erwarten aber kein Echo. Die Väterrechtler sagen, sie sind gegenüber den Frauenrechtlern bei Gericht benachteiligt. Den Frauenrechtlern werden die Akten nachgeworfen, die anderen Vertreter bekommen oft nicht einmal Akteneinsicht. Es ist ein ungleiches Spiel. Die Videos sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber sie schaffen Bewußtsein. Im gegenständlichen Fall, sagen die Betroffenen, soll der Richter Graf in Bruck an der Leitha durch merkwürdige Entscheidungen auf sich aufmerksam machen. Kein Mensch würde das merken, wäre nicht Baumgartner vor Ort gewesen. Natürlich mit Kameramann. Sonst kommt wieder Herr Sumerauer und erfindet systemimmanente Dinge, um die Kaste der Juristen unter sich zu lassen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal) – 3. November 2009, Saal 305, 9 Uhr 00 – 9 Uhr 55 (plus Nachspielzeit: 10 Uhr 36).

Aktion Geisterwald – Fleischhauer erhält 7 Jahre Haft und Einweisung

Veröffentlicht in Gerichtssaal von marcusjoswald am 3. November 2009
landesgericht-wien-kl

Landesgericht Wien

(Wien, am 3. November 2009) Aus Opferschutzgründen werden in diesem Bericht sein Name oder weitere Zusammenhänge nicht genannt. Denn diesmal gab es wirklich und unzweifelhaft ein Opfer: Es ist seine zehnjährige Stieftochter gewesen.

Es ist ein Prozess, bei denen sogar hartgesottenen Gerichtsberichterstattern die Lust am Zuhören vergeht. Zwei sitzen während des Prozesses, in dem phasenweise immer wieder für die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, im Caféhaus. Florian Lems von „Österreich“, Roman David-Freihls vom „Standard“, am Tisch auch Roland „der Dokta“ Friis. Dazu gesellt sich kurz der Herausgeber. Man ist um 11 Uhr einig: Man will weitere Details nicht mehr hören.

Der Angeklagte schilderte sie von frühmorgens sehr ausführlich und dankt dem Gericht regelrecht, dass er nun eine Therapie bekommt. Er gibt zugleich den Eindruck, dass er als 41-Jähriger nicht wusste, was er tut. Was zu tun war, wusste er aber: Er schloss sich einem Internetforum an, dass „gleichgesinnte“ pädophil Geneigte verband. Dieses und weitere Foren wurden in der Polizeiaktion „Geisterwald“ gesprengt. Mehrere Verhaftungen in Europa, davon drei in Österreich waren die Folge. Der Fleischhauer galt im Forum Geisterwald als Wortführer. Sein Nick, der Name war Programm: „el nino“ (span. das Kind).

Fleischhauer - 41 - Aktion Geisterwald - Kinderpornografie - 3-11-2009 - lg wien - diegalerie - blaulicht und graulicht

Jener 41-jährige Fleischhauer, der nach der Aktion Geisterwald als der Haupttäter eines Kinderpornografierings überführt wurde, erhielt eine Haftstrafe. (Foto: B&G)

Wortreich war er auch bei seiner ersten Einvernahme. Er war vom Tag seiner Festnahme am 12. Juni 2009 ab der dritten Zeile seines Einvernahmeprotokolls voll geständig und verbarg nichts. Er ist nicht einer dieser Täter, der erst zehn Minuten vor Verhandlungsende aus prozesstaktischen Gründen auf ein Geständnis umschwenken. Das betont auch sein Anwalt Erich Hochauer im Schlußplädoyer, der herauszukitzeln versucht, was für den Angeklagten spricht.

Sein Mandant war „geständig von der ersten Minute seines dreistündigen Polizeiverhörs“. Er bestritt jedoch auch von der ersten Minute, dass er die zehnjährige Stieftochter „vergewaltigt“ habe. Im Prozess vor Richterin Susanne Lehr sagt der Angeklagte am Vormittag, dass es so war: „Ich habe sie nie zu etwas gezwungen.“ Oder: „Sie wollte das.“ Sein Anwalt ergänzt: „Er hat immer bestritten, dass er ihr Wien eingeflösst hat, um sie zu vergewaltigen.“ Anwalt relativiert: „Aus der Aussage der Tochter ergibt sich in diese Richtung nicht sehr viel, sie ist bei diesem Thema sehr ausweichend.“ Daher wird zu diesem Punkt „Vergewaltigung“ ein Freispruch beantragt. (Dem wird das Gericht folgen.)

Internet

Der Anwalt: „Das Einzige, was den Angeklagten belastet, sind die Artikel, die er ins Internet gestellt hat“. Er hat unter „el nino“ (das Kind) viele Ankündigungen gemacht. „Doch in Internetforen schreiben die Leute anonym sehr prahlerisch“ und schreiben oft „Dinge hinein, die so nicht passiert sind“, so der Anwalt.

Das Geständnis wertete Staatsanwalt Gerd Hermann ein paar Minuten zuvor jedoch als irrelevant, da die Beweislast erdrückend sei. Er sei auch nicht reumütig, so der Ankläger. Anwalt entgegnet, dass er nicht erst im Prozess geständig war, sondern bereits am Tag der Festnahme.

„Wie ein Strudel“

Der Anwalt sagt, es war für den Angeklagten „wie ein Strudel“ und er „ist in das Internet gestolpert.“ Davor hat er es Jahrzehnte geschafft „mit seiner Krankheit gut umzugehen“, so der bullige Pflichtverteidiger. Mit dem Internet wurde es schärfer. Der Mann lebte mit vier Kindern zusammen und ist mittlerweile geschieden. Anwalt Hochauer am Ende seines sehr dürren, kaum fünf Minuten dauernden Plädoyers in Richtung Schöffen: „Er war erleichtert, wie ihm das Internet durch die Polizei aus der Hand genommen wurde.“ Er sei nun zufrieden, dass er in Haft sitze. Gegen eine Einweisung spricht sich der Pflichtverteidiger aber trotzdem aus. Grund: „Es besteht keine Gefahr, dass es zu Wiederholung kommt“. Denn „diese Gefahr“ liege „nur vor, wenn er in einem Familienverband lebt, der kleine Kinder hat, also nur unter sehr speziellen Voraussetzungen, die nun nicht mehr vorliegen.“

Das Angeklagte ergänzt auf Wienerisch ein paar Worte und sagt: „Ich würde, wenn ich könnte, alles rückgängig machen.“ Und in Richtung Richterin Lehr: „Ich bin froh, dass ich jetzt eine Therapie kriege, wissens.“

Von Vergewaltigung freigesprochen

Die Bilddateien reduzieren sich im Urteil von ursprünglich 514 Bilddateien auf 253 Bilddateien und auf acht Videofilme, die er anderen im Internet überlassen hat, auf denen das „Auseinanderhalten der Schamlippen“ gezeigt wurde, um die geschlechtliche Erregung zu befördern. Die polizeiliche Auswertung war zu hoch gegriffen. Es fielen einige Bilddatein aus der Anklageschrift heraus, da er diese nach Betrachten gelöscht hat, was nach der alten Rechtsordnung (vor Juli 2009) noch nicht strafbar war.

Er wird zu einem Geldersatz an die Privatbeteiligtenvertreter Eva Plaz für das Opfer in der Höhe von 5.000 Euro verurteilt. Diese Summe akzeptiert er, womit eine Schadenswiedergutmachung numerisch erfüllt ist.

Zum strittigsten Punkt der Vergewaltigung, Richterin in mündlicher Begründung: „Das Gericht ist überzeugt, dass es gerade nicht ausreicht, um von einer Vergewaltigung zu sprechen.“ „Ja, es wurde Alkohol getrunken, aber es ist nur eine Zurverfügungstellung des Getränkes“. Lehr: „Das Opfer nach nach mehrmaligem Nachfragen ausgesagt, dass es von selbst das Getränk getrunken hat und erst nachher gemerkt hat, dass es Alkohol ist.“ Die Strafe ist im „oberen Bereich“, so Richterin Lehr.

„Mildernd war das reumütige Geständnis“, aber erschwerend die „Mehrzahl der Verbrechen“. Sehr erschwerend war, dass „nicht nur der Missbrauch zu verhandeln war“, sondern er die „Tathandlungen aufgezeichnet hat und anderen zur Verfügung gestellt hat“. Das sei aus „generalpräventiven Gründen schwerer zu ahnden“, so die Richterin im Schöffenprozess.

Pädophilie

Zur Einweisung „liegt ein eindeutiges Sachverständigengutachten“ (Werner Brosch aus Tulln) vor, „das diese Massnahme naheliegt“. Zum Angeklagten: „Es liegt eine pädophile Neigung bei Ihnen in dem Ausmaß vor, dass die Prognose gestellt wurde, dass ohne Behandlung weitere schwere Straftaten drohen.“ Und: „Dass diese Taten mit schweren Folgen für Opfer verbunden sind, das liegt auf den Hand.“ Seitenhieb auf die Argumentation seines Anwalts: „Allein, dass Sie nun geschieden sind, das bedeutet nicht, dass Sie sich nicht in Freiheit wieder eine Familie suchen werden oder dass Sie sich wieder mit einer Frau zusammentun, die Kinder hat.“ Die Richtern: „Denn auch das Opfer war ja nicht Ihre leibliche Tochter, das muss man schon feststellen.“

Der Angeklagte nimmt das Urteil ohne lange zu zögern und ohne Rücksprache mit dem Verteidiger an: „Ich nehme es an“, sagt er kurz und bündig. Staatsanwalt Hermann: „Rechtsmittelverzicht.“

+++

„Aktion Geisterwald“ wurde am 30. September 2009 abgeschlossen und bekanntgegeben: 178 Hausdurchsuchungen, 22 Festnahmen, davon drei in Österreich. (30. September 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Gerichtssaal) – 3. November 2009, Saal 202, 9 Uhr 00 – 12 Uhr 00 (verkürzte Anwesenheit, nur Schluss).

Gerhard Eichberger bald auf Liebesgeschichten und Heiratssachen (ORF)

Veröffentlicht in ORF, TV von marcusjoswald am 2. November 2009
liebesgschichten_neu - logo orf - diegalerie - blaulicht und graulicht - elisabteh sipra

Spiras beliebte Sendung Liebesgschichten und Heiratssachen.

(Wien, im November 2009) Gerhard „Helmi“ Eichberger, der einsame Koloss von Langenlebarn, kommt vielleicht bald unter die Haube! Er ist 46 und es wird höchste Eisenbahn.

Er wurde nun tatsächlich auserkoren, an der Sendung „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ teilzunehmen. Am 3. November 2009 ist das Kamerateam rund um Elisabeth T. Spira bei ihm im Tullner Feld. Er wird sich das zeitlich gut einteilen müssen, denn er ist hauptberuflich beim Zoll in Tulln.

Email mit Sorge

An den Herausgeber schrieb Helmi Eichberger ein Email, das zeigt, dass er etwas „Federn“ hat vor einem Bund fürs Leben. Es wäre für ihn Neuland, bisher ist er noch „männliche Jungfrau“ und geht sehr naiv und gutmütig an die Sache heran. Er schreibt am 2. November 2009 um 13 Uhr 33:

„Lieber Marcus!

Morgen kommt das Team von „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ zu mir drehen.

Siehe hier:
Gerhard Helmi Eichberger bei Spira – Wegen Liebesgeschichten und Heiratssachen

Meine Schwester hat mich diesbezüglich angerufen und gemeint, dass das lauter Abzocker sind, und dass sie nicht will, daß sich da dann eine Frau meldet, die mir nur das Geld aus der Nase zieht, so wie es auch jene Frau, über die ich berichtete, gemacht hat.

Ist diese Befürchtung zutreffend?

Weiters sagt meine Schwester, da lachen dann nur alle über unsere Familie, und so weiter.

Teilst Du ihre Befürchtungen?

Gerhard“

Weiteres zu Eichberger, der ein Gesamtkunstwerk ist:
Gerhard „Helmi“ Eichbergers erster Gig mit Helmi’s Nightmare (27. September 2009)
Vater will Gerhard Eichberger enterben – Zusammenhang mit Causa Waite (19. September 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: TV, ORF)