Rudolf Mayer vertritt “Inzestmonster” Josef Fritzl
Dr. Rudolf Mayer, 61: Einer von jenem Duzend Wiener Strafverteidiger am Landesgericht Wien, die man “Starverteidiger” nennt. (Foto: Marcus J. Oswald für diegalerie)
(Wien/St. Pölten, im April 2008) Rudi, wie ihn viele in Justizkreisen nennen, will eigentlich aufhören. Er ist seit 20 Jahren im Strafrecht am Landesgericht Wien tätig. 60 Stunden die Woche. Zieht man vier Urlaubswochen ab, macht das 2.940 Stunden im Jahr. Vorbereitungszeit in der Kanzlei in der Universitätsstraße, im “Speckgürtel” beim Landesgericht, nicht gerechnet.
Mayer wird in zwei Jahren aufhören. Er ist Nichtraucher, betreibt Gesundheitsboxen und kann es sich leisten, mit seiner Frau - wie kürzlich - zwei Wochen nach Malaysien auf Urlaub zu fliegen. Das Haus in Döbling ist bestellt, er hat ausgesorgt. “Fünf, sechs medienwirksame Fälle im Jahr” will er noch machen. Dazwischen sieht man ihn am Landesgericht nicht mehr ganz so oft. Er gehört zur älteren Generation und weiß es. Mit ihm hört nächstes Jahr Karl Bernhauser auf, ebenso 61, der auch mittlerweile mehr Zeit im Haus am Attersee verbringt als in Wien und viele Fälle an seinen Sohn delegiert. Herbert Eichenseder, Nestor der Strafverteidiger mit über 40 Praxisjahren, gibt es noch kurz. Peter Philipp, Strafverteidiger in fünfter Generation, läßt schon mehr seinen Sohn arbeiten.
Rudi Mayer lebte immer von Geschäftssinn und Schlauheit. Spätberufen wandte er sich, weit über 30 Jahre alt, dem Jusstudium und der Königsdisziplin zu, dem Strafrecht. Davor war er Kellner, wie man in Wien sagt, in der “Kamera”, also in jenem mittlerweile geschlossenen Lokal nahe der Mariahilferstraße, das in den 80er Jahren das führende “Suchtgiftlokal” war. Mayer legte die langen Haare von damals ab, sein Leben gewann an Orientierung und er galt viele Jahre als “der Giftanwalt” schlechthin. Die Kleindealer und Süchtigen Wiens schworen auf ihren “Rudi” und dieser gewann als Strafverteidiger rasch an Profil.
“Es kann nicht immer Freispruch sein”
In den 70er Jahren lief im Wiener Grauen Haus der Kalauer: “Bleibst Du gern dem Häfen fern, nimmst Du Dir den Doktor Stern.” Die graue Eminenz unter den Verteidigern war DDr. Peter Stern. Dessen Autobiografie hieß aber auch: “Es kann nicht immer Freispruch sein!” Das gilt auch für Rudi Mayer. Mayer verbuchte in zwei Jahrzehnten weniger Freisprüche, als man glaubt. Er feiert schon als Erfolg, wenn eine jugoslawische Betrügerin (2005), die in Wien 33 Wohnungen, die ihr nicht gehören, per Anzahlung “vermietet”, nur 20 Monate Haft bekommt. Bei einem Strafrahmen bis zu zehn Jahren kann man das als Erfolg sehen.
Gänzlich daneben ging die Co-Verteidigung im großen Mordprozess rund um die Wiener Familie Klimek, bei der die Gattin den Mann durch zwei Burschen erstechen ließ und dieses mit einer “SMS”-Botschaft (”Vernichte die Spinne”) beauftragte. Rudi Mayer war mit Christian Werner und Ernst Schillhammer im Verteidiger-Team und vertrat am 18.01.2006 den 19-jährigen, burgenländischen Messerstecher Michael Bernthaler. Dieser erhielt trotz Unbescholtenheit 15 Jahre Haft.
Rudolf Mayer gilt in Justizkreisen als “Geständnisanwalt”. Manche haben einen ätzenderen Titel für ihn: “Polizeianwalt”. Immer wieder legt er Klienten ein Geständnis nahe. Nicht selten lösen Klienten in U-Haft darauf das Mandat auf. Einen Verteidiger mißt man auch daran, wie viele Klienten den Verteidiger entlassen. Es gibt viele, die seine Strategie, mit einem Geständnis ein strafmilderndes Urteil zu erhalten, nicht teilen. Der Wiener Herbert Petsch (”Die Bestie von Favoriten”) kündigte in seinem Indizienprozess 2001 rund um einen 18 Jahre zurückliegenden Frauenmord in Wien-Favoriten das Mandat (und erhielt mit Pflichtverteidigung Dr. Christine Wolf die Höchststrafe!)
Geständnisanwalt
Umgekehrt gibt es viele, die auf das rhethorische Können des Advokaten setzen. Wenn die Faktenlage zu dicht ist, um noch etwas abzustreiten, geht es um Schadenbegrenzung. In solchen Fällen hat Rudolf Mayer eine Fangemeinde. Der Wiener Stadtparkdealer Erwin Röder hat seit Beginn seiner Drogenlaufbahn Ende der 90er Jahre und damit verbundener zahlreicher U-Haften “immer den Rudl”. Derzeit sitzt Röder eine vierjährige Haftstrafe in der JA Hirtenberg wegen Kokainhandel größeren Ausmaßes ab. Der Mödlinger Serienkreditbetrüger Patrick Lange ist seit 1995 Stammkunde der Kanzlei Mayer. Trotz dreier dreijähriger Haftstrafen wegen Bankbetrugs - zur vollen Zufriedenheit Langes.
Für Stammkunden macht Mayer mehr als für die Laufkundschaft. Als nach der Verhaftung Langes im Jahr 2006 dessen Cabriolett in Wien herrenlos herumstand, übernahm Mayer die Schlüssel, fuhr es in die Werkstatt und benutzte es mit Zustimmung seines Klienten eine Weile. Dem Klienten überwies der Anwalt, fein säuberlich in der Buchhaltung ausgewiesen, monatlich 200 Euro aufs Gefängniskonto. Bis heute telefonieren die beiden regelmäßig.
Das Landesgericht St. Pölten gilt für Wiener Anwälte als schwieriges Pflaster. Starallüren sind im biederen St. Pölten unerwünscht. Das Anwaltsgeschehen am hiesigen Gericht dominiert ein Lokalmatador, der fast alle Fälle verteidigt: Dr. Oswin Lukesch. Gegen die Vormachtstellung seiner Kanzlei, die direkt (!) auf der anderen Straßenseite der Justizanstalt liegt, kommt von auswärts niemand an. Manchmal wirkt der Linzer Menschenrechtsanwalt Dr. Helmut Blum in Strafsachen am LG St. Pölten ein. Sonst bleibt alles in St. Pöltner Hand. Die Anwälte kennen die Staatsanwälte und die Richter. Da die Strafmaße in der Regel um die drei Jahre liegen, haben alle leichtes Spiel.
In St. Pölten mischen die Richter Beton
Kürzlich machte der Wiener Verteidiger Karl Bernhauser auf das LG St. Pölten Druck, als im Sommer 2007 in einer groß aufgeblasenen “Geldwäsche-Causa” rund um den Frankfurter Unternehmer Klaus Heeg vier Wiener, zwei Deutsche und eine Brasilianerin monatelang in U-Haft saßen. Erst mit in St. Pölten unüblichen Haftbeschwerden ans OLG Wien und Beschwerden zur Wahrung des Gesetzes an den OGH kamen von einem Tag auf den anderen plötzlich alle frei. Ob die Verfahren je eröffnet werden, steht in den Sternen. Auch in diesem Fall vertrat Rudolf Mayer einen Wiener Klienten, der in der Innenstadt am Salzgries zwei Jugendlokale besitzt.
Mayer kennt das St. Pöltner Terrain. Er weiß, dass Richter dort Beton mischen. Er weiß vermutlich auch, dass im Juli 2007 der damals unbescholtene, 30-jährige Fensterputzer Murat Kir aus Amstetten, Familienvater von drei Kindern, wegen einer einzigen Vergewaltigung nach einem Pfarrfest, bei der er eine ihm unbekannte 18-jährige Frau an einem Waldweg auf der Motorhaube seines Autos missbraucht hatte, 5.5 Jahre unbedingte Haft erhielt. Der Richter im Schöffenprozess war Markus Pree (Verteidigung: Dr. Helmut Blum).
Ob Rudi Mayer bei siebenfachen und langjährigen Missbrauchsvorwürfen für den Pädophilen Josef Fritzl am LG St. Pölten etwas ausrichten kann, wird man sehen. Mit Wiener Schmäh gibt es in der niederösterreichischen Landeshauptstadt kein Weiterkommen. Dort zählt nur juristische Kompetenz. Medienwirksam ist der Fall allemal.
Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Dossiers, Josef Fritzl)
Justizflüchtling Norbert Bisko seit 10. März 2008 in Haft
Norbert “Bertl” Bisko (li.) und Ernst Walter Stummer bei der Lösung von EDV-spefizischen Fragen. (Foto: Marcus J. Oswald für diegalerie/Blaulicht und Graulicht)
(Wien, im April 2008) Nun hat es ihn doch erwischt: Norbert Bisko ist seit 10. März 2008 in Haft.
Er muss noch eine zweijährige Strafe absitzen.
Eigentlich hätte der 48-jährige Wiener die eisernen Tore einer Justizanstalt schon früher passieren sollen.
Den Bescheid für den Strafantritt erhielt er im November 2006 vom LG Krems zugestellt. Nachdem die Nichtigkeitsbeschwerde am OGH zu seinem Fall (Urteil: Landesgericht Krems 2005, 24 Monate Haft, § 148 StGB) ausgeschöpft war (Vertretung: Soyer/Embacher, Wien) und das Urteil nicht aufgehoben wurde, ging Bisko aufs Ganze. Er strebte eine Wiederaufnahme an. Allein: Den Ausgang dieses Antrags, den Strafverteidiger Wolfgang Haas aus Wien erledigte, wollte er unbedingt auf freiem Fuß abwarten. Er wollte der Justiz keine Atempause geben und sie zwingen, seinen Fall rund um einen Hauseinbruch in Raabs (NÖ) noch einmal genauer anzusehen.
Fluchtpunkte: Ungarn - Spanien - Ungarn
Im Spätherbst 2006 packte er seine sieben Sachen (in rund zwanzig Autofuhren) und setzte sich ins Ausland ab. Zuerst nach Ungarn, danach ein paar Monate nach Spanien auf eine 70.000 QM-Finca zu einem dubiosen Deutschen (mit Wiener Geliebten), dann wieder nach Ungarn, wo das Haus bezugsfertig war. Österreichischen Boden betrat er seither nicht mehr.
In Ungarn, wo ihn der Autor dieser Seite im Februar 2007 für eine Woche besuchte und seine Gastfreundschaft genoß, richtete er es sich in einem Haus multimedial ein. Der EDV-Techniker, der für wichtige Einrichtungen in diesem Land als Datenbankprogrammierer arbeitete, brauchte seine sechs externen Festplatten und seine drei gleichzeitig laufenden Flachbildschirme. In Ungarn “überstand” er im Frühjahr 2007 sogar eine Verkehrskontrolle wegen Schnellfahrens.
Vom ungarischen Haus gab er diversen österreichischen Medien auch Interviews - wohl eine Spur zu viel für einen Justizflüchtling. Er konnte sich nicht entscheiden: Ist er auf Flucht, oder sucht der die österreichische Medienöffentlichkeit in seinem kleinen Fall. Der Fall ist für ihn ein Justizirrtum. Freilich gab es Ermittlungspannen. Jedoch gab es auch Ungereimtheiten auf der anderen Seite. Und: Fälle nach Betrug sind meist definiert durch viel Beharrungsvermögen auf beiden Seiten.
Festnahme durch neun Polizisten
Am 10. März 2008 nahmen ihn dann vier ungarische Polizisten und fünf österreichische Beamte der Zielfahndung des Bundeskriminalamts (BK) in seinem ungarischen Haus, 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, fest. Er war mit Internationalem Haftbefehl gesucht. Das kritisiert er auf seiner Webseite, weil es “nur” um einen Haftantritt ging. Rechtlich ist aber klar, dass nicht jeder hundert Jahre unbehelligt im Ausland bleiben kann. Ein wenig Einsicht muss man auch von Bisko erwarten. Er kam dann zehn Tag in ein Gefängnis in Budapest, wurde in die JA Wien-Josefstadt überstellt und ist seit Ende März 2008 in der JA Wien-Simmering zum überfälligen Strafantritt “heimgeholt”.
Am 3. Mai 2008 besucht in der “Blaulicht und Graulicht”-Herausgeber, um nach seiner Stimmung zu fragen. Dort wird dann auch besprochen, was die Fehler in seiner gesamten Verteidigungslinie waren. Die gab es nämlich auch. Auch wenn Bisko sie nicht sehen will.
Biskos Webseite: www.fehlurteil.at
Marcus J. Oswald (Ressort: Justiz und Flucht)
Josef Fritzl - pädophil, dominant, sadistisch
Inzest-Täter Josef Fritzl, 73 - monströse Mischung aus Pädophilem, Sadisten, Kidnapper, Mehrfach-Vergewaltiger seiner eigenen Tochter und mutmaßlich auch Mörder eines der sieben (!) Inzest-Kinder. Seit Jahren Thailand-Tourist. Nun in der JA St.Pölten.
(Wien/St. Pölten, im April 2008) Die Dimension des Missbrauchsfalles Elisabeth Fritzl übersteigt in der Abartigkeit die bislang in Österreich bekannt gewordenen Fälle Natascha Kampusch oder jenen am Linzer Pöstlingberg, in dem eine Mutter ihre drei Töchter jahrelang von der Öffentlichkeit wegsperrte.
Josef Fritzl, 73-jähriger Pensionist aus der 23.000 Einwohner-Stadt Amstetten (Niederösterreich), ist ein Pädophiler klassischen Zuschnitts. Das leitet sich nicht bloß aus dem Umstand ab, dass der gelernte Elektroinstallateur bis zuletzt einen Handel mit Unterwäsche betrieb.
Hauptgrund ist, dass er neben seiner 69-jährigen Ehefrau Rosemarie auch ein sexuelles Verhältnis zur heute 42-jährigen Tochter Elisabeth Fritzl unterhielt und mit ihr insgesamt sieben (!) Kinder zeugte. Der sexuelle Missbrauch an der Tochter soll schon vor deren Gefangenschaft am 28.08.1984 im Kellerverließ des eigenen Hauses stattgefunden haben.
Thailand-Urlaube
Ein grelles Licht auf den Charakter des 73-Jährigen werfen seine regelmäßigen Urlaube in Thailand, die bis zu drei Wochen gedauert haben sollen. Drei Fragen knüpfen sich daran:
a. Waren es klassische “Sexurlaube” wie man es von einem Mann wie Josef Fritzl erwarten kann?
b. Wer versorgte in der Urlaubszeit die Tochter Elisabeth Fritzl und ihre drei Kellerkinder mit Nahrung?
c. Wusste Ehefrau Rosemaria Fritzl tatsächlich über die Geschehnisse in der Ybbsstraße 40 nichts?
Voyeure des Grauens
Österreich ist spätestens seit dem aufgedeckten “Fall Kampusch” im Jahr 2006 keine Insel der Seligen mehr. Mit Otto Dixscher Genauigkeit legen derzeit internationale Medien von CNN bis BILD-Zeitung als “Voyeure des Grauens” den Finger tief in die Wunden der Familiengeschichte Fritzl. Blinde Behörden werden scharf kritisiert. Ignorante Nachbarn mit Kopfschütteln bedacht. Die Planlosigkeit des Jugendamts Amstetten getadelt. Dass in den 90er Jahren immerhin drei Mal (!) binnen vier Jahren ein Findelkind vor dem Haus Ybbsstraße 40 in Amstetten abgelegt wurde, war nicht Zufall, sondern Kalkül eines betrügerischen Inzesttäters, der alle getäuscht hatte.
Mitte April 2008 erkrankte ein 19-jähriges biologisches Keller-Kind des Josef Fritzl so schwer, dass es ins Koma fiel. Die Ärzte am LKH Amstetten suchten via Medienaufruf tagelang die leibliche Mutter. Diese sah die Berichte vom Koma-Mädchen in ihrem Verließ im Fernsehen. Am 26.04.2008 fuhr Josef Fritzl mit dem Kidnappingopfer, seiner 42-jährigen Tochter, zum Krankenhaus. Dort wurde er schachmatt gesetzt und festgenommen.
Justizanstalt St. Pölten
Am Sonntag, 27.04.2008 wurde Josef Fritzl in die Justizanstalt St. Pölten überstellt. Die JA St.Pölten zählt von den 28 österreichischen Gefängnissen zu den drei Schlechtesten. Josef Fritzl darf nun Montags und Donnerstags vormittag jeweils fünf Minuten Duschen. Er wird keine Arbeit zugeteilt bekommen. Er sitzt in schmierigen Hafträumen, in denen die Fenster verließgleich auf 2,10 Meter Höhe liegen. Er bleibt zumindest ein Jahr bis zu seinem Prozessbeginn im Frühjahr 2009 in U-Haft. Der Fall mag für die Kriminalisten abgeschlossen sein, die psychiatrischen Gutachten der zahlreichen Inzestkinder dauern. Zudem benötigt in St. Pölten ein Schwurprozess in der Vorbereitung 10-12 Monate.
Wenn er Pech hat, kommt er unter verschärften Bedingungen in den 2. Stock der JA St. Pölten zu Stockchef Kotz und seinem Stellvertreter Kummer. Diese beiden Justizwachebeamten machen keinen Hehl daraus, in welcher Tonart sie mit Inhaftierten umgehen, die ein in ihren Augen widerwärtiges Delikt begangen haben.
Josef Fritzl wird von Anstaltsdirektor Günther Mörwald keine Besuchererlaubnis bekommen und die kleine Sprechzone mit vier Kabinen nie von Innen sehen. Im Gefängnishof wird er im Sommer 2008 unter einem Sicherheitsnetz seine Runden drehen. Mit betrügerischem Geschick wird er leichtgläubige Mitinsassen in Gespräche verwickeln und “seine” Version der Taten an den Mann bringen. Nützen wird ihm das nur im begrenzten Umraum der 250 Insassen etwas, nicht aber in der breiten Öffentlichkeit, die über Schuld und Unschuld entscheidet.
Landesgericht St. Pölten - Das “Texas” von Österreich
Das LG St. Pölten gilt als strengstes Landesgericht in Österreich. Man bezeichnet den Gerichtsbezirk in Justizkreisen als “Texas von Österreich”. Dort werden sehr hohe Strafen vergeben, die das OLG Wien oft nach unten korrigieren muss. Richter Hofrat Peter Kotynski geht in einem Jahr in Pension. Der weißhaarige Mann schickte viele Männer schon wegen weitaus geringeren Deliktsmustern 14 Jahre hinter Gittern. So erst kürzlich in einem “Entführungsfall”, der zwei Tage dauerte und eine Lösegeldforderung von 500 Euro zum Inhalt hatte.
Richter Kotynski wird den Fall, seinen letzten großen Fall an sich ziehen. Und er wird ein Strafmaß fällen, das nichts zu wünschen übrig läßt. Auf das Alter des Angeklagten nahm der gestrenge Richter noch nie Rücksicht. Für ihn steht ordnungspolitisches Denken mit christlich-sozialer Basis im Vordergrund.
Nach dem Urteil bleibt dem 74-Jährigen Josef Fritzl nur noch die Auswahl: Geht er in die Justizanstalt Garsten, Karlau oder Stein. Mehr ist nicht mehr.
Marcus J. Oswald (Ressort: Kidnapping, Dossiers, Josef Fritzl)




