Blaulicht und Graulicht - Das Online Magazin

Josef Fritzl - pädophil, dominant, sadistisch

Veröffentlicht in Kidnapping by marcusjoswald am April 28th, 2008

Inzest-Täter Josef Fritzl, 73 - monströse Mischung aus Pädophilem, Sadisten, Kidnapper, Mehrfach-Vergewaltiger seiner eigenen Tochter und mutmaßlich auch Mörder eines der sieben (!) Inzest-Kinder. Seit Jahren Thailand-Tourist. Nun in der JA St.Pölten.

(Wien/St. Pölten, im April 2008) Die Dimension des Missbrauchsfalles Elisabeth Fritzl übersteigt in der Abartigkeit die bislang in Österreich bekannt gewordenen Fälle Natascha Kampusch oder jenen am Linzer Pöstlingberg, in dem eine Mutter ihre drei Töchter jahrelang von der Öffentlichkeit wegsperrte.

Josef Fritzl, 73-jähriger Pensionist aus der 23.000 Einwohner-Stadt Amstetten (Niederösterreich), ist ein Pädophiler klassischen Zuschnitts. Das leitet sich nicht bloß aus dem Umstand ab, dass der gelernte Elektroinstallateur bis zuletzt einen Handel mit Unterwäsche betrieb.

Hauptgrund ist, dass er neben seiner 69-jährigen Ehefrau Rosemarie auch ein sexuelles Verhältnis zur heute 42-jährigen Tochter Elisabeth Fritzl unterhielt und mit ihr insgesamt sieben (!) Kinder zeugte. Der sexuelle Missbrauch an der Tochter soll schon vor deren Gefangenschaft am 28.08.1984 im Kellerverließ des eigenen Hauses stattgefunden haben.

Thailand-Urlaube

Ein grelles Licht auf den Charakter des 73-Jährigen werfen seine regelmäßigen Urlaube in Thailand, die bis zu drei Wochen gedauert haben sollen. Drei Fragen knüpfen sich daran:

a. Waren es klassische “Sexurlaube” wie man es von einem Mann wie Josef Fritzl erwarten kann?

b. Wer versorgte in der Urlaubszeit die Tochter Elisabeth Fritzl und ihre drei Kellerkinder mit Nahrung?

c. Wusste Ehefrau Rosemaria Fritzl tatsächlich über die Geschehnisse in der Ybbsstraße 40 nichts?

Voyeure des Grauens

Österreich ist spätestens seit dem aufgedeckten “Fall Kampusch” im Jahr 2006 keine Insel der Seligen mehr. Mit Otto Dixscher Genauigkeit legen derzeit internationale Medien von CNN bis BILD-Zeitung als “Voyeure des Grauens” den Finger tief in die Wunden der Familiengeschichte Fritzl. Blinde Behörden werden scharf kritisiert. Ignorante Nachbarn mit Kopfschütteln bedacht. Die Planlosigkeit des Jugendamts Amstetten getadelt. Dass in den 90er Jahren immerhin drei Mal (!) binnen vier Jahren ein Findelkind vor dem Haus Ybbsstraße 40 in Amstetten abgelegt wurde, war nicht Zufall, sondern Kalkül eines betrügerischen Inzesttäters, der alle getäuscht hatte.

Mitte April 2008 erkrankte ein 19-jähriges biologisches Keller-Kind des Josef Fritzl so schwer, dass es ins Koma fiel. Die Ärzte am LKH Amstetten suchten via Medienaufruf tagelang die leibliche Mutter. Diese sah die Berichte vom Koma-Mädchen in ihrem Verließ im Fernsehen. Am 26.04.2008 fuhr Josef Fritzl mit dem Kidnappingopfer, seiner 42-jährigen Tochter, zum Krankenhaus. Dort wurde er schachmatt gesetzt und festgenommen.

Justizanstalt St. Pölten

Am Sonntag, 27.04.2008 wurde Josef Fritzl in die Justizanstalt St. Pölten überstellt. Die JA St.Pölten zählt von den 28 österreichischen Gefängnissen zu den drei Schlechtesten. Josef Fritzl darf nun Montags und Donnerstags vormittag jeweils fünf Minuten Duschen. Er wird keine Arbeit zugeteilt bekommen. Er sitzt in schmierigen Hafträumen, in denen die Fenster verließgleich auf 2,10 Meter Höhe liegen. Er bleibt zumindest ein Jahr bis zu seinem Prozessbeginn im Frühjahr 2009 in U-Haft. Der Fall mag für die Kriminalisten abgeschlossen sein, die psychiatrischen Gutachten der zahlreichen Inzestkinder dauern. Zudem benötigt in St. Pölten ein Schwurprozess in der Vorbereitung 10-12 Monate.

Wenn er Pech hat, kommt er unter verschärften Bedingungen in den 2. Stock der JA St. Pölten zu Stockchef Kotz und seinem Stellvertreter Kummer. Diese beiden Justizwachebeamten machen keinen Hehl daraus, in welcher Tonart sie mit Inhaftierten umgehen, die ein in ihren Augen widerwärtiges Delikt begangen haben.

Josef Fritzl wird von Anstaltsdirektor Günther Mörwald keine Besuchererlaubnis bekommen und die kleine Sprechzone mit vier Kabinen nie von Innen sehen. Im Gefängnishof wird er im Sommer 2008 unter einem Sicherheitsnetz seine Runden drehen. Mit betrügerischem Geschick wird er leichtgläubige Mitinsassen in Gespräche verwickeln und “seine” Version der Taten an den Mann bringen. Nützen wird ihm das nur im begrenzten Umraum der 250 Insassen etwas, nicht aber in der breiten Öffentlichkeit, die über Schuld und Unschuld entscheidet.

Landesgericht St. Pölten - Das “Texas” von Österreich

Das LG St. Pölten gilt als strengstes Landesgericht in Österreich. Man bezeichnet den Gerichtsbezirk in Justizkreisen als “Texas von Österreich”. Dort werden sehr hohe Strafen vergeben, die das OLG Wien oft nach unten korrigieren muss. Richter Hofrat Peter Kotynski geht in einem Jahr in Pension. Der weißhaarige Mann schickte viele Männer schon wegen weitaus geringeren Deliktsmustern 14 Jahre hinter Gittern. So erst kürzlich in einem “Entführungsfall”, der zwei Tage dauerte und eine Lösegeldforderung von 500 Euro zum Inhalt hatte.

Richter Kotynski wird den Fall, seinen letzten großen Fall an sich ziehen. Und er wird ein Strafmaß fällen, das nichts zu wünschen übrig läßt. Auf das Alter des Angeklagten nahm der gestrenge Richter noch nie Rücksicht. Für ihn steht ordnungspolitisches Denken mit christlich-sozialer Basis im Vordergrund.

Nach dem Urteil bleibt dem 74-Jährigen Josef Fritzl nur noch die Auswahl: Geht er in die Justizanstalt Garsten, Karlau oder Stein. Mehr ist nicht mehr.

Marcus J. Oswald (Ressort: Kidnapping)

Comments are closed.