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Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Tagesmutter wegen Missbrauch

Veröffentlicht in Justizfälle, Körperverletzung by marcusjoswald am Juli 7th, 2008
Gutachterauftrag durch STA Wien - 6-06-2008

Gutachterauftrag durch STA Wien - 6-06-2008

(Wien, im Juli 2008) Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt unter der Aktenzahl 23 St 44/08 gegen eine
55-jährige Tagesmutter wegen Missbrauch eines Kleinkindes.

Am 6. Juni 2008 wurde Dr. Elisabeth Friedrich als Sachverständige bestellt, binnen vier Wochen in dreifacher Ausfertigung ein Gutachten zu erstellen, in dem der Tatablauf, Fremd- oder Selbstverschulden und der Verletzungsgrad geklärt werden.

Konkret geht es um den am 9. Dezember 2007 neun Monate alten Vinzenz Sch.

Die 55-jährige Christa E. steht im Verdacht, die Obhut über das Kleinkind “gröblich vernachlässigt” zu haben, wie die Staatsanwaltschaft begründet. Dadurch sei dessen Gesundheit zumindest “fahrlässig gefährdet” worden.

Der Polizeiamtsarzt stellte Verletzungen fest: Ein Bluterguss mit Durchmesser von 3 Zentimeter an der Stirne rechts. Mehrere Hautrötungen am Nacken rechts und streifenförmige Hautrötungen am Mundboden links.

Laut Staatsanwaltschaft Wien verantwortet sich Tagesmutter Christa E. damit, dass das Kind mangels rutschfester Socken beim Versuch aufzustehen ausgerutscht sei.

Es wurde ein ärztliches Gesundheitszeugnis eingeholt. Die Kinderfachärztin Dr. Veronika Pollak-Wiedermann untersuchte Vinzenz. Laut ihrer Analyse habe das Kind nicht bloß im rechten Stirn- und Ohrbereich ein Hämatom sowie Striemen mit petechialen Blutungen (punktförmige Blutung), sondern auch im linken Halsbereich eine zirka
3 Zentimeter lange Strieme mit petechialen Blutungen, die sich die Kinderfachärztin aus ihrer beruflichen Erfahrung nicht mit einem Sturz erklären kann.

Dieser Tage läuft die Vier-Wochen-Frist ab, dann wird das Gutachten von Dr. Elisabeth Friedrich in der Landesgerichtsstraße 11 einlangen.

Danach wird die Staatsanwältin entscheiden, ob die Ermittlungen nach § 92 StGB (Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen) fortgesetzt werden.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle)

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