Blaulicht und Graulicht – Das Online Magazin

302 Jahre Haft für Londoner Blindgänger vom 21. Juli 2005

Posted in Short Message Service by marcusjoswald on 16. Juli 2008
Archiv Oswald

Londoner U-Bahn und Wiener U-Bahn nach Hermann Knoflacher. Das vermaschte Netz gibt es nicht nur in London, sondern auch in Paris und Chicako. Das Wiener Ring-Radialen-Netz existiert auch in Newcastle und Moskau. (Quelle: Archiv Oswald)

(Wien, im Juli 2008) Am 7. Juli 2005 gingen in London in drei besetzten U-Bahnzügen und einem Doppeldecker-Bus vier Bomben hoch. Drei der vier Selbstmordtäter im Alter von 18 bis 30 Jahren waren islamistisch motivierte Pakistani, die in England geboren wurden. 56 Menschen kamen ums Leben. 700 wurden schwer verletzt. Die Terroristen rechtfertigten über geistige Führer die Attentate als soldatischen Kampf gegen Großbritannien.

Zweite Anschlagwelle scheiterte

Nur zwei Wochen später, am 21. Juli 2005, sollten erneut Höllenmaschinen in der Londoner Tube explodieren. Diese Serie scheiterte jedoch. Verletzt wurde niemand. Dafür kam nun die Rechnung. Wie das News-Bulletin
(Nr. 922) der Londoner Polizei “Met” am 14. Juli 2008 bekannt gab, wurde nun der 16. und letzte Täter zu den misslungenen Anschlägen abgeurteilt.

Crime doesn’t pay

In einer der größten “Manhunting”-Aktionen der Geschichte der Londoner Polizei wurden die Hintermänner rasch eingefangen. Titel der Task Force: “Operation Vivace”.

Vor dem Londoner Gericht (2007 und 2008) wollten sich die Zündschnur-Operateure vom 21. Juli 2005 als Scherzbolde darstellen. Doch die Richter verstanden keinen Spaß. Das Führungsquartett der geplanten zweiten Anschlagserie, politisierte Islamisten, erhielt jeweils lebenslange Haft, ihre Fluchthelfer langjährige Strafen.
Insgesamt wurden für die Fehlzündungen vom 21. Juli 2005 an 16 Männer und Frauen 302 Jahre Haft verteilt.

Marcus J. Oswald (Ressort: Short Message Service)