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Sex and Crime – Fall Mario Feldhaas – 5.5 Jahre Haft bestätigt

Veröffentlicht in Ein Bruch, Gerichtssaal, Justizfälle, Kinderpornografie, Short Message Service von marcusjoswald am 5. August 2008
Ernst Walter Stummer - Foto: Marcus J. Oswald

Ernst Walter Stummer - Foto: Marcus J. Oswald

(Wien, im August 2008) Unter den kritischen Augen seines langjährigen „Komplizen“ für Einbruchssachen, Ernst Walter Stummer, fand am 4. August 2008 die dritte Berufungsverhandlung gegen Mario Feldhaas
am OLG Wien im Justizpalast Statt.

3. Berufungsverhandlung

Der Wiener Feldhaas, 43, der seit Herbst 2007 in U-Haft sitzt und mittlerweile in der JA Stein Quartier bezog, wurde seit Herbst 2007 in drei Einzelverhandlungen nach Vergewaltigung eines Burschen aus dem Karlsplatzmilieu, Besitz von (männlicher) Kinderpornografie und für einen Einbruchsdiebstahl zu mehreren Haftstrafen verurteilt.

16 Jahre alt, Wiener Karlsplatzmilieu, Vergewaltigungsopfer? - Mario Feldhaas bestreitet. (Foto: Archiv) - Mario Feldhaas bestreitet (Foto: Archiv)

16 Jahre alt, Wiener Karlsplatzmilieu, Vergewaltigungsopfer? - Mario Feldhaas bestreitet. (Foto: Archiv)

Zwei Jahre gab es für die „Vergewaltigung“ (wobei der Geschädigte im Prozess den Schweif weit einzog). Ein Jahr für Besitz von (männlicher) KIPO. Diese Strafen wurden vom OLG Wien in früheren Prozessen bestätigt.

Vaillant

Am 4. August 2008 stand zur Debatte, ob Feldhaas einen Einbruchsdiebstahl in ein Vaillant-Unternehmen in der Nussdorferstraße, unweit von seiner Wohnung entfernt, begangen haben soll. Das Erstgericht gab dazu 30 Monate Gefängnis. Sein langjähriger Freund, Ernst Walter Stummer stellte zu diesem Punkt den „Persilschein“ aus und trat mit dem Gericht schriftlich in Kontakt: „Ich kenne Mario Feldhaas sehr gut und weiß, dass er einen Einbruch in einen kleinen Installateurbetrieb daher nicht machen würde.“

Alte Freundschaft

Fakten, warum nicht, blieb auch Stummer schuldig. Auf Grund des getrübten Vorlebens (19 Vorstrafen) blieb seine mehrseitige „Eingabe“ an das Gericht unbeachtlich und wurde als treuer Freundschaftsdienst verstanden, der auf den Sachverhalt keinen Einfluß nimmt. Freilich: Die polizeilichen Ermittlungen im Fall waren schwach. Das Blut am Tatort auf einer Fensterscheibe kann einer der missliebigen Stricherfreunde, mit denen sich Feldhaas notorisch umgeben hat, hingeschmiert haben. Doch tatsächliche Ermittlungen nahm auch Stummer nicht auf. Seine „Zeugenschaft“ (er bot sich als „Zeuge“ an) war eher als Leumundszeugenschaft für Feldhaas zu verstehen, den er einmal – nomen est omen – als „schnellen Einbrecher“ lobte und mit dem er von 1995 bis 2003 die gemeinsame Stiegensteigerrodel geteilt hat.

Keine Milde durch Gericht

Kurz: Der „Fall Feldhaas“, eine Mischung aus Sex and Crime, ist für dieses Mal abgeschlossen. Der Berufungsgang am OLG Wien vom 4. August 2008 unter dem Vorsitz von Richter Herbert Körber (Senat 23, Beisitz: Werner Röggla, Johannes Jilke) blieb kurz. Standardgemäßes Pflichtrepertoire, keine Zuhörer außer der langjährige Weggefährte Ernst Walter Stummer, 70. Pflichtverteidigerin Christa-Maria Scheimpflug fasste in zwei Minuten den Einbruchsdiebstahl in der Nußdorferstraße zusammen und ersuchte um Herabsetzung der Strafe. Doch das Urteil blieb gleich: 30 Monate. Feldhaas, der schon drei Mal im „Mutterhaus“ JA Stein wegen Einbruchsdiebstählen einsaß, wird Anfang 2013 die Freiheit wieder sehen.

Sein treuer Komplize und Freund Stummer ist dann 74 Jahre alt.

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Bezugspunkt:
Mario Feldhaas – Berufungsverfahren am OLG Wien erneuert (14. Mai 2008)

Marcus J. Oswald (Ressort: Short Message Service)