Thomas Ullrich, 23, in Stein gelandet – Summe 15.5 Jahre Haft!
(Wien, im Oktober 2008) Das ging schnell. Am 6. Oktober 2008 wurde der 23-jährige Thomas Ullrich im
gespenstisch menschenleeren Großen Schwurgerichtssaal am Landesgericht Wien für zwei zur Last gelegte Handtaschenraube, in deren Folge eine Frau leichte Verletzungen erlitt (Sehneneinriss am Finger), von der Richterin Lucie Heindl-König im Vorsitz eines Dreiersenats zu geschmalzenen elf Jahren Haft verurteilt.
Wie heute (8 Uhr 43) dem Herausgeber telefonisch aus Hirtenberg mitgeteilt, wurde Ullrich am 16. Oktober 2008 nach Stein übersetzt. Bisher saß er 4.5 Jahre Haft in der JA Hirtenberg (NÖ) ab. Die neuerlichen Raubvorwürfe sollen am Tag seines zehnten 24-Stunden-Ausgangs aus Hirtenberg in Wien geschehen sein. (Neun Ausgänge verliefen problemlos, er stand knapp vor der „Drittel-Entlassung“.) Da nun eine Strafe von 11 Jahren dazu kam, übersteigt das das Limit für die JA Hirtenberg.
Haftzeitlimit
Es ist aktuell genug Platz in der JA Hirtenberg. Nach Mitteilungen von Häftlingen stehen viele 2-Mann-Zellen derzeit komplett leer. Doch das Strafmaßlimit für Hirtenberg beträgt maximal acht Jahre Gesamthaft.
Ullrich muss nun in Summe 15.5 Jahre absitzen. Dafür ist die JA Stein zuständig.
Am 16. Oktober 2008, berichten Augenzeugen, wurde der Verurteilte während des Donnerstag-Einkaufs aus
der Gefängniskantine durch vier Beamte aus dem „Kommando“ der Anstalt in schwarzen Kampfanzügen unsanft abgeholt. Er habe sich „mit Händen und Füßen gewehrt“, schildern Augenzeugen. Doch er wurde aus dem Keller des Neutraktes der JA Hirtenberg, wo sich die Kantine befindet, in den zweiten Stock zu seinem Haftraum geführt. Dort hatte er zehn Minuten Zeit zum Packen. Er lebte bis dahin drei Jahre in der JA Hirtenberg. Die restlichen 12.5 Jahre ist ihm nun ein Platz in Krems (JA Stein) reserviert.
Prominenz in Hirtenberg
Neuzugänge in der JA Hirtenberg sind aktuell: Harald Loidl, einer der beiden AMIS-Betrüger (4.5 Jahre).
Er arbeitet im weißen Gewand in der Wäscherei. Der jüdische Großbetrüger Daniel Rothschild sitzt den Rest seiner Haft ab (6 Jahre). Er arbeitet ebenso in der Wäscherei.
In der Mitte seiner Haft steht der Bruder des nach wie im Ausland (Brasilien) weilenden „Tausendschilling-Noten-Verbrenners“ Werner Rydl (hier das Video der Verbrennung). Sein Bruder ist Mitte 40 und fasste, wie man sagt, „Länge mal Breite“ aus (8 Jahre). Er arbeitet in der JA Hirtenberg als „Hauselektriker“. Er war Arbeitskollege des im Mai 2008 aus Hirtenberg auf Flucht gegangenen „Buntmetall-Diebs“ Markus Degner (3 Jahre Haft).
Marcus J. Oswald (Ressort: Justizanstalten)

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