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Wiener Kripo zertrümmert Drogenring und beschlagnahmt Geld

Veröffentlicht in Justizfälle, Polizeikultur, Suchtgift von marcusjoswald am 3. Juli 2009
Großer Schlag gegen Drogenring in Wien. Hälfte sitzt in U-Haft, halbe Million Euro eingefroren! (Foto: E. Weissheimer/Polizei-BMI)

Großer Schlag gegen Drogenring in Wien. Hälfte sitzt in U-Haft, halbe Million Euro eingefroren!
(Foto: E. Weissheimer/Polizei-BMI)

(Wien, im Juli 2009) Die Polizei hat die Aufgabe, die Ehrlichen von den Unehrlichen zu trennen und Letztere zu zwingen, dass sie einen ehrlichen Weg gehen. Das ist bei unverbesserlichen Drogendealern mitunter schwierig, die sich gern ihre eigene Wirklichkeit zurecht legen. Daher geht es nur mit Staatsgewalt, weil sonst Mafiaverhältnisse in Wien herrschen würden.

Nun holte die Polizei zu einem Schlag gegen die Dealerszene aus, die ausschließlich mit Schwarzgeld operiert, null Steuern zahlt, große Umsätze macht, Sozialbetrug betreibt (fast alle leben von Arbeitslose oder Sozialhilfe und gelten als „unvermittelbar“) und wie Apotheker medizinische Mittel in die Gesellschaft bringt.

Mafiöse Strukturen

Wie heute vier Uhr morgens vier große Wiener Zeitungen gleichlautend berichten und auch die Webseite des Innenministeriums bestätigt, zerschlug die Kriminalpolizei rund um die Gruppe Christian Stampf (KK Mitte) drei mafiöse Drogenringe, die miteinander in Kontakt standen und die in den letzten drei Monaten verbotene Substanzen im Verkaufswert von einer Million Euro in Umlauf gebracht haben sollen.

Begonnen hat es mit einem Hinweis im März 2009, dass „aus einem Auto Heroin im großen Stil“ verkauft wird, berichtet Oberstleutnant Martin Roudny von der Wiener Polizei dem „Kurier“. Die Spezialfahnder rund um Stampf begannen mit Strukturermittlungen und hatten bald das Raster, wer zu wem gehört und wer mit wem dicke Geschäfte abseits von Apothekerkammer und Finanz macht. Es waren unverbesserliche Gewohnheitskriminelle, notorische Berufsverbrecher und namentlich solche, die vor dem Strafrichter das Lämmchen spielen und „Therapie statt Strafe“ wollen.

71 Angezeigte, viele einschlägig Amtsbekannte

Bald lag das Netzwerk offen am Tisch und Ende Juni 2009 erfolgte der Zugriff. 71 Personen wurden ausgeforscht und einvernommen. Zahlreiche waren bewaffnet, wie sich bei Hausdurchsuchungen herausstellte. Einige saßen vor zwei Jahren mit einem Fuß im Häfen, kamen aber auf „ambulante“ Therapie. Einen Toten gibt es auch schon. Ein 34-jähriger Vorarlberger türkischer Herkunft starb in U-Haft an der Sucht. Dass Alter vor Torheit und krimineller Energie nicht schützt, beweist ein 66-jähriger Wiener: Er soll mit verfälschten Rezepten 30.000 Tranquillizer und Weckmittel vom Arzt besorgt und verkauft haben. Dieser Älteste im Bunde soll einmal einen „milieubedingten Bauchstich in Notwehr“ gemacht haben und ist dadurch mehr als amtsbekannt.

36 Verdächtige wurden vorläufig festgenommen. Über 28 verhängte der Journalrichter in der JA Wien-Josefstadt die U-Haft. Dem schwungvollen Schwarzmarkt mit den Tabletten kann man nicht beikommen, wenn man den Verdächtigen Geld lässt. Daher wurde alles beschlagnahmt und eingefroren, was der einzig richtige Weg ist.

Den verhafteten und angezeigten Serben, Mazedonieren, Montenegrinern und Österreichern wurden 1,5 Kilogramm Heroin, 170 Gramm Marihuana, 35 Gramm Kokain und mehr als 1.100 Extasy-Tabletten und 1.300 Potenzpillen (Viagra, Cialis) mit einem Straßenverkaufswert von rund 140.000 Euro weggenommen. Die in Art und Übermenge verbotenen Substanzen werden vernichtet. Daneben wurden 43.000 Euro Cash, weiters zehn Sparbücher mit der Gesamteinlage von 215.000 Euro und drei Konten mit rund 210.000 Euro „eingefroren“.

Halbe Millionen Bares auf Eis

Diese Mittel in der Gesamtsumme von 500.000 Euro werden den Asyl- und Sozialbetrügern zugeschrieben und das Geld als Einkunft aus strafbaren Handlungen eingestuft. Sollten die Herrschaften nicht nachweisen können, dass sie einen Lottogewinn gemacht haben, das Geld aus einer Erbschaft oder gar aus redlicher Arbeit stammt, verfällt es an die Staatskassa!

Da die Herrschaften nun kein Geld mehr haben, wird es wohl nichts mit den Wiener „Staranwälten“, die sie wieder auf „Therapie statt Strafe“ einschwören.

Schuldeneintreiber, Waffenträger, Illegale

Die Polizei sagt, dass zahlreiche der Dealer brutale Methoden in der Schuldeneintreibung anwandten und bis auf die Zähne bewaffnet waren. Da nicht anzunehmen, dass sie einen zweijährigen Waffenpass haben, wird es auch Anklagen nach Waffengesetz geben. Einige der Tatverdächtigen hatten gefälschten Ausweise oder Aufenthaltsverbote. Einige stehen im dringenden Verdacht Wohnungseinbrüche und Raubüberfälle begangen haben.

Wiener Polizei gestaltet „Sicherheit aktiv“

Die Wiener Polizei hat in ein Wespennest gestochen und sagt zurecht auf ihrer neu gestalteten Webseite: „Die Festnahme der 36 Tatverdächtigen beweist einmal mehr, dass die Polizei sehr gut aufgestellt und hochaktiv ist – Sicherheit somit aktiv gestaltet.“

Die Gesellschaft, vor allem die so genannte „bessere“, ist angehalten bei der Bekämpfung der Drogenthematik mitzuziehen. Man kann nicht einerseits vom Gesundheitsministerium finanzierte „Keine Macht den Drogen“-Kampagnen unterstützen, und auf der anderen Seite augenzwinkernd wegsehen, wenn Zigtausende zu unerlaubten Substanzen greifen, die sie von einem Schwarzmarkt der Geschäftemacher beziehen. Daher setzt diese Webseite einen ersten Schritt, vergißt (wieder einmal?) das Medienrecht und nennt in Hinkunft und für „Google“ gut findbar die vollen Namen der großen Fische und Berufskriminellen rund ums Suchtgift, die von Gerichten wegen großen Drogendealens verurteilt werden. Die Lügen und Scheinheiligkeiten, die diese Leute vor Gericht präsentieren, werden in Hinkunft als solche bezeichnet. Das ist eine harte und klare Linie.

Prangerfunktion aktiviert

Damit erfüllt diese Seite ihre Pflicht der Pranger- und öffentlichen Datenbankfunktion, was auch nicht unwichtig ist. Schließlich sollte jeder wissen, neben wem er wohnt. Schließlich sollte jede Bank wissen, wer bei ihr den Kredit nehmen will. Schließlich sollte jede Schule wissen, welche Eltern ihre Kinder bei ihnen abliefern und was sie dann den lieben Tag so tun. Erst mit der gesellschaftlichen Ächtung und dem damit verbundenen Zwang umzudenken, kann Besserung eintreten. Dagegen tun kann der Berufsdealer nichts: Eine Webseite klagen? Dazu hat er kein Geld und keine Nerven. Anwälte, die klagen, machen sich zu Komplizen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Justizfälle, Polizeikultur, Suchtgift)