Martin Luksan als Vorstand der Freidenker zurückgetreten

Dr. Martin Luksan: Interne Konflikte.
(Wien, im Oktober 2009) Wie gestern zu erfahren war, ist Martin Luksan als Vorstand der Freidenker-Vereinigung zurückgetreten. Er gab „persönliche Gründe“ für diesen Schritt an. Der Freidenker-Verein war massgeblich für die Buskampagne verantwortlich, die den Slogan „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ gegen Widerstand der katholischen Kirche auf Wiener Reklametafeln im Juli 2009 durchgesetzt hat. Damals schlossen sich drei Vereinigungen „AHA“, „AGATHE“ und der „Freidenkerbund“ zu dieser Aktion zusammen, die großes Medienaufsehen erregt hatte.
„Langjährige Konflikte aufgebrochen“
Luksan war drei Jahre Vorstand der Freidenker, der auch die Zeitschrift „Freidenker/in“ herausgibt. „Langjährige Konflikte“ sind „aufgebrochen“, so sein Nachfolger Theo Maier, die den Ausschlag für die „Abspaltung“ gaben. Mit ihm verließ auch der stellvertretende Schriftführer Helmut Dolezal den Verein, der die Zeitschrift machte. Was die „langjährigen Konflikte“ waren, erklärt sich dispositionell: Der Obmann war nicht der Herausgeber der Zeitschrift „Freidenker/in“, sondern diese hatte einen Chefredakteur. Zwischen beiden Persönlichkeiten, die überzeugte Rationalisten und Laizisten sind, gab es zuletzt immer öfter Konflikte um die inhaltliche Ausrichtung der Zeitschrift und der Webseite. Am Ende waren die Unterschiede größer als das Gemeinsame. Der neue Obmann Theo Maier dankt den Ausgeschiedenen zum Abschied: „Es ist, gemessen an den Leistungen unserer Vorgänger, keine einfache Aufgabe, die wir übernehmen.“

Neuer starker Mann: Sepp Zaunegger.
(Archivbild: Oswald, 2003)
Neues Team, neue Zeitschrift
Der neue Chefredakteur des laizistischen Fachorgans heißt Christhoph Baumgarten. Ihm assistiert Sepp Zaunegger, der für die Fotos und die Anbindung an den TV-Sender Okto zuständig ist, wo er unter anderem Beiträge für die Sendung prekär macht. Zaunegger war zehn Jahre Kameramann bei Schijoks „Argumente“ und „Schijok“ in alten Zeiten des ORF, ist BSA-Mitglied und Mediengewerkschafter. Er richtete mit Baumgarten die Zeitschrift neu aus. Weg von einer „Zeitung für Autoren“ hin zu einer „Zeitung für Leser“. Las man früher in „Freidenker/in“ vornehmlich über Päpste des 17. Jahrhunderts, dockt das Blatt nun an aktuelle Themen an der Schnittstelle Kirche, Gesellschaft und Atheismus (Laizität) an. Die erste Nummer ist nun erschienen. Auffällig: Obwohl die SPÖ nach Nachfrage im Rathaus diese Zeitschrift nicht finanziert und auch kein Inserat schaltet, kommen auffällig viele SPÖ-Politiker vor.
Klage gegen Verein eingebracht
Auch die Webseite wurde gänzlich neu aufgestellt. Womit man noch einmal zum nicht ganz friktionsfreien Abgang Dr. Martin Luksans von den Freidenkern sprechen muss. Luksan hat gegen den Verein Klage eingebracht, weil die alte Webseite von seinen alten Freunden komplett gelöscht wurde. Er sieht Rechte an den Inhalten der alten Webseite (vor September 2009) und will diese geltend machen. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren ist anhängig.
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Altes:
Gewista ist gut und Gott war vielleicht nie am Leben (18. Juli 2009)
Neues:
Die erste Nummer der „Freidenker/in“ im neuen Gewand (Download, pdf 3,02 MB)
Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)




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