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US-Strafregister Online - In Österreich undenkbar

Veröffentlicht in Datenschutz, Medien, Polizeikultur, Webseiten by marcusjoswald am September 28th, 2008
US-Strafregister Online

US-Strafregister Online

(Wien, im September 2008) In den USA gibt es einen Service, der obwohl noch im Aufbau, im Internet schon freigeschalten ist: Das Strafregister.

Der Service wäre in Österreich undenkbar. Gibt man zum Beispiel auf http://www.criminalsearches.com einen typisch amerikanischen Namen ein, etwa John Holmes (ein Porno-Star der 80er Jahre), spuckt die Datenbank 50 John, Johnny, Johnnie Holmes aus. Clickt man auf “View Details” bekommt man allerlei Daten.

Beim Ersten ausprobiert, zeigen sich zu einem 1948 geborenen Mann die Verkehrsstrafen und Alkoholkonsum. Bei einem Anderen zeigen sich zwei “Beziehungsdelikte”, zwei “Gewaltdelikte” sowie elf Verkehrsstrafen.

Kostenlose Suchseite

Die Webseite ist kostenlos und finanziert sich - man staune - durch Werbung. Bei “Criminalsearches.com” handelt es sich um die erste unentgeltliche Strafregisterseite im Internet. Bislang gab es in den USA mehrere Pay-Seiten dieser Art, die nach Aboabschluss den Datensatz frei zugänglich machten.

Daten aus amtlichem Register

Die Macher der Seite beziehen, interessant, die Daten aus den amtlichen Strafregistern. Als “Spezialservice” bietet man die “Wohnorte” der Eingetragenen an, inklusive Karte. Damit folgt man dem aktuell im Internet erkennbaren Trend des “Neighborhood-Watchings” (wie es auch “www.rottenneighbor.com” praktiziert).

Newsletter

Jenseitiger Exzess in diesem System: Die Webseite “Criminal Searches” bietet ein E-Mail Service an, der Benachrichtigung gibt, wenn ein Vorbestrafter in die Nachbarschaft zieht. Ebenso gibt es Benachrichtigung, wenn Bekannte in Kontakt mit der Polizei kommen.

Denunziationsdienst

Die Webseite gehört offenbar einem Neokonservativen. Er hat einen Namen: Bryce Lane. Er ist CEO des Unternehmens “PeopleFinders”. Er bezeichnet die Seite als “Sicherheitsgurt” für das Leben. Nicht doch eher “Denunziationsdienst”?

Die Seite selbst hat Sicherheitslücken. Das sagen Kritiker, die feststellten, dass die Daten nicht vollständig seien und dass es zu Namensverwechslungen kommt, wenn kein Geburtsdatum dabei steht.

Allmachtsdemonstration

Ohne näher auf dieses System und seine Schwachstellen einzugehen. Es zeigt die Schwachstelle des Internets. Es ist das, was die Serie CSI vorspiegelt, was die USA seien: Ein perfektes System, in dem man per Tastendruck alles über jeden erfahren kann. Das neokonservative Modell dieser Webseite schnürt alle Datenschutzbedenken ab und zeigt, dass nicht nur der Staat alles über jeden weiß, sondern mit solchen Methoden auch der Bürger, der viel Freizeit vor dem Computer verbringt.

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien, Webseiten, Datenschutz, Polizeikultur)

Ole’s Steckbrief 3 - Friedrich Olejak aus Stein

Veröffentlicht in Datenschutz, Friedrich Olejak, Gastautoren, Videoüberwachung by marcusjoswald am Juni 14th, 2008

Friedrich Olejak - Gruppenbild in JA Stein - rechts im Bild - Archiv B&G

Kolumnist Friedrich “Fritzl” Olejak (re. im Bild) - mit Sportgruppe in JA Stein (Foto: JA Stein)

Friedrich Olejaks Kolumne: Ole’s Steckbrief!

Es sind kurz gehaltene Gedanken, veröffentlicht alle 14 Tage. Olejak sitzt in der Justizanstalt Stein. Noch sechs Jahre.

Josef Franz S. (47, Name der Redaktion bekannt) arbeitete von 2004 bis Anfang 2007 bei der Fahrzeugpflege der ÖBB-Leasing in Wolford/Vorarlberg. Manchmal half er auch bei der Autoverladung in Feldkirch aus.

Seine weit über hundert Kollegen dort waren meist Migranten. Sein Partieführer ein Serbe.

Am 19. Oktober 2006 ging Josef Franz S. in den Krankenstand. Bei seiner darauf folgenden Entlassung wurde ihm per Video vorgeführt, wie schlecht er davor gearbeitet hat. Er sah sich selbst während der Arbeitszeit schlafen, manches Päuschen verdösen, bis hin zum Onanieren im Waggon-Klosett.

Nun wissen wir, wie die Bahn die vielen Kameras gegen Terroristen, Vandalen und Kriminelle einsetzt.

Mehr stört mich persönlich, dass es 2007 auf unbeschrankten Übergängen 37 Tote gab.

Es ist bekannt, dass es 74 brandgefährliche Übergänge gibt. Nun träume ich davon, dass man 148 Kameras aus den Waggons abzieht, sie ab der Sichtgrenze links und rechts dieser Übergänge platziert und sie jeweils mit zwei Monitoren (20 Meter vor dem Übergang) pro Fahrtrichtung verbindet.

Ein Blechkasten mit Sicherheitsglas darüber, plus die nötigen Leitungen würde wohl ein bisschen was kosten, aber etliche Todesfälle verhindern.

Wie gesagt, die Kameras und Schirme hat die ÖBB schon - für die Kasten plus Leitungen könnte man die einzelnen Bundesländer brennen lassen.

Ich suche den Politiker, der Sicherheit am Häusl abbaut und uns Tote im freien Gelände erspart!

Wenn Sie ähnliche versteckte Kamera-Erlebnisse hinter sich haben, teilen Sie uns diese mit.

Friedrich Olejak (Häftling in der JA Stein)

(Ediert von Marcus J. Oswald im Ressort: Gastautoren, Friedrich Olejak)

Überwachung in Wien - Sehe was, was Du nicht siehst

Veröffentlicht in Videoüberwachung by marcusjoswald am Mai 18th, 2008

Video ergo sum - Foto Oswald

In Wiener U-Bahnhöfen kann man bald alles präzise sehen. (Foto: Marcus J. Oswald)