Großer Erfolg – Vaterverbot auf Titelseite der „Presse“

Nun ist die Väterrechtebewegung dort angekommen, wo sie hingehört: Auf der Titelseite. All jene werden Lügen gestraft, die die politischen Anliegen der Väterrechtler als unbedeutend und die Akteure als Spinner und Terroristen abtun wollen. Die Akteure haben nur etwas mehr Fingerspitzengefühl für Gerechtigkeitssinn und grassierende Dummheit in den Behörden. Wenn man dadurch zum Staatsfeind inskribiert, nimmt man gerne an der Lehrveranstaltung teil. (Foto: Die Presse, 29. November 2009. Quelle: Titelseitenarchiv Oswald 1090)
(Wien, am 29. November 2009, ein denkwürdiges Datum) Wäre man kein Mann: Man könnte Weinen vor Freude. Denn es ist gerecht, schön und an der Zeit. Mehr Weinen dürfen Männer am Tag, wenn die „Gemeinsame Obsorge“ in der österreichischen Verfassung steht. Dann werden alle jubeln. Und am Wiener Graben ein Riesenfest schmeißen. Doch noch ist es nicht so weit. Dennoch: Was für ein medialer Erfolg! Am 5. Tag des 16-tägigen „Frauentages“ schafften es die neuen Väterrechtevereine erstmals auf eine Titelseite. Am 29. November 2009 hat die Sonntags-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ folgende Schlagzeile: „Väter im Abseits“. Das verheißt nichts Gutes. Doch schon in der Unterzeile heißt es: „Der Kampf ums Kind“. (Klingt schon besser.) Und weiter: „Männervereine formieren sich.“ (Guter Satz.) Und: „Sie fordern halbe-halbe nach der Scheidung: die gemeinsame Obsorge.“
Fast alle, die Zeitungen „Österreich“, „Krone“, „Heute“, also jene mit Tagesauflagen weit über 300.000 pro Tag, haben uns für Spinner gehalten. Sie werden von der SPÖ in Form der Stadt Wien mit zu vielen „Beilagen“ und versteckten Werbeberichten für die Stadtpolitik Wiens zu stark finanziert, um noch eine freie Meinung zu haben. Die Zeitung „Der Standard“ hat uns drei Jahre ignoriert, der „Falter“, die juristisch beschlagene Wochenzeitung Wiens, uns als „Obskuranten“ hingestellt. Sicher, das war im März 2009 beim „Fritzl-Prozess“ und dort waren andere Gruppen demonstrieren. Nun hat die „Presse“ einen guten Anfang gemacht. Sie bringt das Thema auf die Titelseite.
In der Zeitung steht ein sehr ausführlicher Bericht auf den großen Seiten 36 und 37. Die Zusammenfassung erfolgt hier nicht. Die „Presse“ gibt es am Sonntag im stummen Verkäufer gratis. Bitte selbst lesen.

Auf der Titelseite und Doppelseiter im Blattinneren der Sonntags-Presse vom 29. November 2009. Mehr geht nicht. Auf das Thema ist hingewiesen. (Foto: Archiv Oswald 1090)
Nur so viel: Im Zentrum des Artikels kommen die Vereine „Vaterverbot“ (großer Verein) und der Verein „Väter ohne Rechte“ (winziger Verein, one-man-show) vor. Weitere Vereine kommen nicht vor. Daneben gibt es eine Filmkritik zum Dokumentarfilm „Der entsorgte Vater“ von Douglas Wolfsperger, der am 26. November 2009 offiziellen Kinostart hatte.
Was am doppelseitigen Bericht überzeugt, ist die prachtvolle Länge. Dass nur zwei Vereine vorkommen, ist nicht als so günstig zu bewerten. Denn es entspricht zwar den Vorstellungen von „Vaterverbot“, der sich aus Linz formiert, eine Art Dachorganisation werden zu wollen, doch die sehr rasche Expansion (die sich in Bundesgruppenführer, Landesgruppenführer, Bezirksgruppenführer und Ortsgruppenführer gliedert) könnte zu Spannungen führen. Vor allem dann, wenn man ganz Österreich abdecken will. Einen ersten Effekt hatte es bereits. So hört man aus dem Verein, dass nach nur einem Jahr der Obmann Michael Achleitner zurückgetreten ist. Achleitner, Zeitungsleser können sich erinnern, war der, der in Linz zwanzig 16-Bogen-Plakate vor Schulen aufstellen ließ, wo er selbst darauf posierte. Er suchte Kontakt zu seiner Tochter. Dass Achleitner nun zurückgetreten ist, hat zwei Gründe: Zum einen hat er die Demonstration am 30. Oktober 2009 auf der Wiener Ringstraße noch einmal mit rund 5.000 Euro eigenem Geld für Plakate und die vielen Transparente finanziert. Zum anderen gibt es im Verein Vaterbot von diversen Häuptlingen die Vorstellung, dass man auf die anderen Vereine in den Bundesländern weniger Wert legt (Humanes Recht/Wien, Aktionsgruppe Courage/Wien, Männerpartei/Wien, Väter ohne Rechte/Tulln, Kindergefühle/Salzburg, Luca Kinderschutzverein/Schwaz, INHR/Wolfsberg, Dialog für Kinder/Linz, diverse Foren, diverse Webseiten), die zwar allesamt das gleiche wollen und im Familienrecht fischen, aber allesamt eigene Aktionen, Demonstrationen, Plattformen und Auftritte betreiben. Michael Achleitner, wird gesagt, wollte die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen suchen, um die Kompetenz des eigenen Vereins auszuweiten. Andere Sprecher im Verein „Vaterverbot“ wollen den Alleingang und ihre eigene Trademark und ihre eigene Linie durchsetzen.
Hemd näher als Rock
Die Linie von „Vaterverbot“, der den Sitz in Linz, aber in Graz mit Oberarzt Auer einen starken Regionalsprecher hat, ist auf Moderation mit der Politik aufgebaut. Man will nicht eine provokante Speerspitze und subversive Avantgarde sein, sondern die Breite suchen. Der Verein existiert erst seit 3. Dezember 2008 und vermeldete schon bei der denkwürdigen „Kick-Off-Veranstaltung“ am 8. Jänner 2009 im Wiener Restaurant „Zum Feinsten“ 700 eingeschriebene Mitglieder. Am 25. November 2009 vermeldete man 4.500 Vereinsmitglieder. Als einziger Väterrechteverein in dieser jungen Väterrechteszene nimmt man massiv auch Frauen auf. Der weibliche Anteil beträgt rund 30 Prozent.
Die anderen Vereine gehen härter als „Vaterverbot“ an Sachen und Themen heran. Humanes Recht verlor soeben seinen Kassier: Mag. Herwig Baumgartner sitzt in der JA Linz. Er wurde exakt am zweiten Todestag von Luca-Elias Gardener verhaftet (3. November 2009). Die Solidaritätskundgebungen der anderen Vereine und Akteure halten sich trotz nachdrücklichen Anfragen in Grenzen. Jedem sitzt das Hemd näher als der Rock. Baumgartner ist ein Väterrechtskrieger, der zu den You Tube-Filmen stets die Marseillaise aufspielen lässt, die Napoleon nach der Kriegserklärung an Österreich 1792 in Strassbourg komponieren ließ, um seinen Soldaten Mut zu machen. [Unten im Video: Baumgartner mit seinem Verein "Humanes Recht" in Action zusammen mit dem Grünen AK-Kammerrat Samir Kesetovic.]
Baumgartner ist Mann der zweiten Stunde der österreichischen Väterrechtebewegung, er stieg 2007 ein. Der ganz harte Kern der Bewegung, die Männer der ersten Stunde, formierte sich im Restaurant „Gössereck“ im Wiener Prater im Herbst 2006 (zwei Mal) und im Spätherbst 2006 im reservierten Hinterzimmer des Café „Westend“ (zwei Mal). Bei dieser vierten Vollversammlung der „Männerrunde“ (der Herausgeber dieser Webseite moderierte vier Mal) stieß am 11. November 2006 ins Hinterzimmer des Café „Westend“ plötzlich ein Herr Günther Kasal von der FPÖ-Hietzing dazu, der den Versammlungshinweis auf „Blaulicht und Graulicht“ gelesen hatte. (Er wird 2009 bei den EU-Wahlen auf Listenplatz 33 für die FPÖ kandidieren.) Er wünschte uns Geduld und viel Erfolg. Von da an war klar, dass man nicht nur eine Wirtshausrunde sein konnte, sondern zuerst Medien, dann Intranetforen und dann Mannstärke schaffen muss. Unsere Runde konnte nicht alles tun. Aber wir ließen im Herbst 2006 den Geist aus der Flasche. Wir schufen ein Forum, das zwei Monate lang „Blaulicht und Graulicht“-Forum hieß und seither umbenannt in der siebten Generation im Netz liegt. 2006 geschah, dass der Linzer Väterrechtepionier und Anwalt Günter Tews, der in den 90er Jahren im Familienrecht vor dem OGH Wesentliches bewegt hatte, in Konkurs ging.
Erbsünde Luca
Dann geschah der „Fall Luca“ (3. November 2007). Man kann sagen, dass dieser Fall rund um Behördenversagen und Jugendamtsversagen in Mödling und Schwaz die Erbsünde für viele aus der Väterrechtebewegung wurde. Neben allen anderen „eigenen“ Trennungs- und Scheidungsfällen und Obsorgegrausamkeiten, Strafanzeigen, Wegweisungen, Einstweiligen Verfügungen und den Kämpfen dagegen, war der tote Luca für viele das Licht, aus dem Neues entstand. Und nun entstanden österreichweit Vereine, die heute gut untereinander bekannt und vernetzt sind. „Väter ohne Rechte“ (4. Dezember 2007), „L.U.C.A“ (30. Dezember 2007), als Nachziehgründung zum Webforum „Humanes Recht“ (19. April 2008), Vaterverbot (mit diversen Landesgruppen, 3. Dezember 2008). Schon vor dem „Luca“-Ereignis gründete sich Kindergefühle (16. Jänner 2007, spezialisiert auf Gutachterkritik rund um das LG Salzburg). Schon seit 28. April 1995 besteht „Dialog für Kinder“ des Linzer Strafverteidigers und Familienrechts-Konsulenten Tews. Er war als Erster da, erreichte aber nie eine politische Außenwirkung oder Mannstärke. Wo er stark war, war sein Webforum, das auf Fachlichkeit achtet (www.austrianlaw.at). Alle neuen Vereine haben unterschiedliche Spezialgebiete. Manche organisieren Pressekonferenzen und hören sich gern reden. Andere machen Demonstrationen oder Straßenaktionen. Weitere schießen sich auf Gutachter ein und beobachten die Jugendämter in den Regionen mit Argusaugen. Auf den Webseiten, die jeder Verein hat, wird vieles festgehalten.
Derzeit nimmt die Väterrechtebewegung das Wörtchen „Feminismus“ selten in den Mund. Vor allem der Verein „Vaterverbot“ rund um seine politisch geübten Sprecher (Obmann-Stellvertreter Norbert Grabner soll in Linz einmal für das LIF kandidiert haben) unterlässt es tunlichst, Provokationen auszusenden. Das wird sich aber bald ändern müssen. Jeder geborene Oberösterreicher weiß, dass der alte Satz von Josef Ratzenböck vom „oberösterreichischen Klima der Harmonie“ (zwischen den großkoalitionären Blöcken) nur für Oberösterreich gilt. In Wien gibt es nur einen „Block“, die SPÖ, die lange mit absoluter Mehrheit regiert hat.
Spätestens dann, wenn man Förderungen für die Väterrechtevereine will, muss man sich entscheiden, wie man sich von den Feministen abgrenzt.
Unterschiedliche Pole – Väterrechtler für Gemeinsame Obsorge
Denn man verfolgt zwei grundlegende, politische Ziele. Die Väterrechtler wollen, dass die „gemeinsame Obsorge“ in die Verfassung kommt (französisches Vorbild, beide Eltern ab Geburt des Kindes: Gemeinsame Obsorge). Dazu, dass das Thema „Doppelresidenz“ eingeführt wird (belgisches und französisches Vorbild), was heißt, dass ein Kind ab der Scheidung zwei gleichberechtigte Wohnsitze hat. Könnte man die Webseite www.obsorge.at noch lesen (2001-2007, nun down, man kann sie hier noch blattweise nachlesen), wüsste man, wer bei diesem Vorhaben die erbitterten Gegner sind: Es ist die erste Garde der Wiener Feministen. Die Webseite wurde jahrelange getragen vom Who-is-Who der Frauenrechtlerinnen. (Hier die Unterstützer zum „Nein für die gemeinsame Obsorge“).

Wer sich schon länger mit der Materie des politischen Feminismus in Wien beschäftigt, weiss, dass die einstigen Unterstützerinnen der Plattform gegen Gemeinsame Obsorge das Who-is-Who des österreichischen Feminismus sind. Und bei diesen Leuten ist nichts mit Freundlichkeiten und Gut-Zureden. Hier braucht es etwas schärfere Strategien als sie der Verein Vaterverbot derzeit hat, will er die Gemeinsame Obsorge in die Verfassung tragen. (Logfile aus Webseite, die nicht mehr existiert, www.obsorge.at)
Daher sollte der Verein Vaterverbot nicht so tun, als müsste man nicht zuspitzen. Man wird müssen. Das geht ohne Beleidigung und Untergriff, dafür mit viel Selbstbeherrschung und Contenance. Denn: Lobbying in Oberösterreich ist etwas anderes als Lobbying in Wien. Hier gibt es erbitterte Gegner. Und: Einen Unterstützer der www.obsorge.at, Professor Max Friedrich, hat nicht „Vaterverbot“ im Herbst 2008 ins Nirwana geschossen, sondern die Achse Wien-Kärnten rund um zwei Vereine, sechs Medien und einen Haufen Helfer. Zentraler Akteur in der Anti-Friedrich-Kampgane war: Angriffsspieler Herwig Baumgartner, der derzeit in Linz einsitzt. Zu dessen Verhaftung der Verein Vaterverbot noch immer keine Stellungnahme abgegeben hat. Als Turm Friedrich fiel, war „Vaterverbot“ noch gar nicht gegründet und auf der Welt. Für weiteren Diskussionsstoff ist also gesorgt.
Heute sollte man sich aber gemeinsam freuen, denn: Eine Titelseite ist immer etwas Besonderes.
Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen)
Väter ohne Rechte-Verein macht Pressekonferenz – Café Landtmann

Martin Stiglmayr lädt zur Pressekonferenz. (Foto: Marcus J. Oswald)
(Wien, im April 2009) Der Tullner Verein „Väter ohne Rechte“ veranstaltet am 27. April 2009 um 10 Uhr im Wiener Café Landtmann ein Pressegespräch, wo man Familiengerichtsbarkeit in Österreich aus Sicht des Vereins thematisiert.
Löwel-Zimmer
Die Pressekonferenz findet im „Löwel“-Zimmer statt und trägt den Programm-Titel: „Den Vätern reicht es!“ Medienvertreter werden ersucht, am Gespräch teilzunehmen. Für Speiß und Trank sei gesorgt.
Lagebesprechung
Martin Stiglmayr, Veranstalter mehrere Demonstrationen für Väterrechte, studierter Jurist und EDV-Berater, bringt mehrere Betroffene an den Tisch und berichtet über die aktuelle Lage rund um die Themen Gutachterwesen, Gemeinsame Obsorge und Kindschaftsrecht.
Programmankündigung (pdf)
Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen Väter ohne Rechte, Familienrecht, Termindienst, Veranstaltung)
Mannifestation – Der Aufstand der Scheidungsväter

Verein Luca (Gerald Zeiner) interviewt Verein Humanes Recht (Robert Böck). Vor dem Plakat der Männerpartei. Hinter der Filmkamera ein arabischer Kameramann, der angeblich für Al Jazeera arbeitet. Das Foto machte - wie immer auf dieser Seite: Marcus J. Oswald (8. Jänner 2009, 22 Uhr 10)
(Wien, im Jänner 2009) Was war die Botschaft der Kick-Off-Veranstaltung der österreichischen Väterrechtler im Festsaal des Restaurants „Vom Feinsten“ im 5. Wiener Bezirk am 8. Jänner 2009? Vereinfacht gesagt: Mit Scheidungsvätern ist nicht mehr zu spielen. Noch einfacher gesagt: Wenn sich heute ein Mann scheiden lassen muss (weil 80 Prozent der Scheidungen von Frauen eingereicht werden), dann sollte er zuerst einem der mittlerweile zahlreichen Vereine beitreten. Dann bekommt er in einem Crashkurs Einführungen, was ihm blüht: Breitseiten vom Eherecht, Bürgerlichen Recht, der Exekutionsordnung, (auch) dem Strafrecht. Ganz simpel gesagt: Wer sich heute nicht organisiert, bleibt über. Nach dem alten Grundsatz der Gewerkschaft: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Volles Haus
Daher kamen 120 Personen und setzten sich in einem Raum zusammen. Diese 120 Männer, darunter zehn Frauen, sind entschlossen, aber beherrscht. Sie sind emotional geladen, aber unter Kontrolle. Daher ist es völlig überschießend, wenn sich eine Richterin in eine solche Runde nur mit vier Leibwächtern der Firma ISS wagt. Die Selbstbeherrschung, das kenntnisreiche Ausnutzen des – wie von vielen gesagt – korrupten Justizsystems, ist, das wissen viele Männer, die Grundlage, dass man in diesem System überhaupt noch etwas erreicht. Daher werden auch in Zukunft bei solchen Veranstaltungen, von denen weitere in Planung sind, nie Gewaltübergriffe stattfinden. Auch wenn es den schärfsten Justizkritikern immer wieder in den Mund gelegt wird, sie seien potentiell zu Gewalt bereit.
Emotional geladen, aber beherrscht
Die Gewalt provoziert noch schärfere Gegenmaßnahmen innerhalb des väterfeindlichen Justizsystems. Die Grundregel der Gewaltfreiheit kann sich jeder, der bei Greenpeace Ausbildung genoss, an der Widerstandskultur großer Organisationen ansehen. Dort wird tolerierte Systemkritik im Großen betrieben. In der Justiz, in der verzärtelte, wohlstandsverwahrloste Bürgerstöchter und Bürgerssöhnchen Dienst tun, genügt jedoch schon ein Bruchteil an sonst akzeptierter Protestkultur, um eine Kette von Beschlüssen ins Laufen zu bringen, die sich wiederum für Männer nachteilig auswirken. Daher werden diese Gruppen weiterhin auf Gewalt verzichten und den Justizpalast kein zweites Mal in Brand stecken. Und wenn es so schon weit ist, dass Familienrichter für eine Podiumsdiskussion vier Leibwächter brauchen, dann muss sich die Richterschaft fragen, ob sie etwas falsch macht und nicht die Protestbewegung aus den Kreisen der Väterrechtler.

Der Verein Vaterverbot hat derzeit den stärksten Organisationsgrad. Man errichtet Landesgruppen und Ortsgruppen. Man geht an die Öffentlichkeit. Manchmal noch zu freundlich und zahm. Aber durchaus mit analytischer Strategie der Vereinnahmung derer, die von vielen als Feinde gesehen werden: Richter und Politiker. Man wird die Entwicklung dieses Vereins aufmerksam beobachten müssen.
Im Bild einer der Sprecher. (Foto: Marcus J. Oswald)
Die Vereine sind unterschiedlich ausgerichtet. Das Motto lautet derzeit noch: Getrennt Marschieren, gemeinsam Auftreten. Hinter den Kulissen gibt es im Jahr Drei einer Neuen Männer- und Väterbewegung in Österreich kleine Eifersüchteleien. Die einen betreiben ein großes Internetforum. Die anderen kooperieren fromm mit einer Partei. Die dritten stehen in Salzburg durchaus der katholischen Kirche nahe. Die anderen nehmen Luca ins Zentrum. Die weiteren im Süden sind fern vom Schuss aber gut mit der Volksanwaltschaft. Einer gründete eine Männerpartei und sagte den anderen Männern nichts davon. Die nunmehr stark auftretenden Männer von „Vaterverbot“ genießen Medienrespekt und lesen in vielen Regionen duzende Gestrandete auf, um sie zur Mitarbeit zu animieren. Niemand kann sagen, wohin es führt, denn nichts ist schwieriger als gleichlautende Interessen zu bündeln. Am Besten harmoniert es noch, wenn man eine Veranstaltung macht. In Hinkunft, das klang durch, will man den Vatertag als neuen Protesttag umfunktionieren und an diesem Tag jährlich eine Demonstration abhalten – bei der wieder die unterschiedlichen Gruppen gemeinsam auftreten.

Die Neuen Männer stehen im Krieg mit der Justiz und sie suchen die Gruppe. In einer
Come-Together-Veranstaltung gibt es viele Wortmeldungen aus dem Publikum, denen
die anderen mit voller Konzentration und Andacht lauschen. (Foto: Marcus J. Oswald)
Wenn an einem Podium zwei Vereine und ein Vertreter einer Kleinstpartei sitzen, wissen die Vereine, dass im Publikum die wahren Kaliber sitzen. Wenn dann die Richterin Doris Täubel-Weinreich mehrzeitlich im Gesetzbuch blättert statt die Linie der Richtervereinigung zu erklären, deren Fachbereichssprecherin für Familienrecht sie ist, kommt Unmut auf. Wenn ein Vertreter der Volksanwaltschaft am Podium seine Einrichtung lobt, aber nicht erwähnt, dass das Ergebnis der Beschwerden bei der Volksanwaltschaft ernüchternd ist wie der Blick aufs Konto im Jänner, kommt noch mehr Unmut auf. Der Jurist Markus Huber vergaß zu erwähnen, was kundige „Blaulicht und Graulicht“-Leser längst wissen: Zwischen 2002 und 2006 wurde den insgesamt 2.434 eingebrachten Beschwerden nur in 77 Fällen (3,16%) Berechtigung zuerkannt. Missstände wurden gar nur in 14 Fällen (0,58%) festgestellt, also pro Jahr bei 2 bis 4 der eingebrachten Beschwerden. Scheidungsvätern, die von Rechtspflegern, die nach drei Jahren Ausbildung zu Richterweihen kommen, und von mütterrechtlich auf Linie gebrachten Familienrichterinnen systematisch benachteiligt werden, die Volksanwaltschaft als erste Adresse zu empfehlen, empfinden viele wie das Hornberger Schießen. Man darf an die Historie erinnern: In Hornberg hatte sich 1564 der Herzog Christoph von Württemberg angesagt. Dieser sollte mit Salut und allen Ehren empfangen werden. Als alles bereit war, näherte sich aus der Ferne eine große Staubwolke. Alle jubelten und die Kanonen donnerten, was das Zeug hielt. Doch die Staubwolke entpuppte sich nur als eine Postkutsche.

Nicht wirklich wohl fühlten sich die beiden Beamten, die die Dinge schön redeten, aber schnell durchschaut waren: Richterin Doris Täubel-Weinreich und Markus Huber, ein Mitarbeiter der Volksanwaltschaft, lernten an der Universität, dass Paragrafen im Zentrum stehen. In Wahrheit ist es die Deutung des Gesetzes und damit die Politik, Ideologie und Wertausrichtung in einer bestimmten Zeit, die es definiert. (Foto: Marcus J. Oswald)
Von der Veranstaltung, die als erste größere Mannifestation gedeutet wird, wird auf dieser Webseite zur Dokumentation eine Nachlese veröffentlicht. Dies geschieht in Textfassung und als Videotrailer. Von der Veranstaltung wurde im Zwei-Kamera-System ein Mitschnitt angefertigt. Zusätzlich existiert ein Video mit einer kleinen Kamera. Moderator Robert Marschall von der Webseite „wien-konkret“ wurde ersucht, einen Trailer von der Veranstaltung in der Länge von fünf Minuten zu schneiden, damit dieser auf mehreren einschlägigen Webseiten eingebaut und die Botschaft einer im Familienrecht merklich hilflosen Justiz syndiziert werden kann.
Es sollen auch die daran teilhaben können, die zu Hause geblieben waren. Etwa Mag. Herwig Baumgartner, der schon einen ganzen, aus seiner Sicht inkompetenten, OLG-Wien-Senat aufgemischt hat. Er erschien persönlich nicht am 8. Jänner 2009. Das geschah in der Absicht, um das sanfte Hineingleiten des neuen Vereins „Vaterverbot“ in den Justizmarkt nicht zu gefährden. Baumgartner ist Protestkultur für Fortgeschrittene. Nach der Veranstaltung wurde ihm in einem Wiener Lokal, wo er wartete, ausführlich von den Hauptpunkten der Veranstaltung berichtet.
Ein anderer war da: Ernst-Peter Hauser. Er lud das „Blaulicht und Graulicht“-Magazin zu seiner nächsten Verhandlung ein: Sie steigt am 28. Jänner 2009 am Bezirksgericht Hietzing. Es ist dem Magazin eine große Freude, an dieser öffentlichen Verhandlung teilzunehmen. Die Maulhure des Wiener Feminismus, Anwältin Helene Klaar, klagt Ernst-Peter Hauser nach „Übler Nachrede“. Die Frauenhaus-Syndikatsanwältin aus der Kanzlei Klaar-Marschall fühlt sich im Rahmen eines Gerichtsverfahren beleidigt.
Komplett-Zusammenfassung der Kick-Off-Veranstaltung der Väterrechtler am 8. Jänner 2009 (19 bis 22 Uhr) kann erst folgen, wenn die technischen Möglichkeiten vorliegen. Ein erstes Klein-Video hier (Schnitt: Marcus J. Oswald, 17. Jänner 2009).
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Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Humanes Recht, Männerpartei, Vaterverbot, Väter ohne Rechte, Familienrecht, Männerpolitik, Scheidung, Väterrechte)
Auf zum Appell – Vätertreffen – 8.01.2009
„Bei jeder Aufgabe ist es ohne allgemeine Appelle, die sich an alle wenden, unmöglich, die breiten Massen in Bewegung zu bringen. Aber wenn die leitenden Funktionäre sich auf allgemeine Aufrufe beschränken, ohne sich selbst konkret und gründlich mit der Arbeit zu befassen, um, nachdem sie dort einen Durchbruch erzielt und Erfahrungen gesammelt haben, diese Erfahrungen dann bei der Leitung anderer Organisationen auszunutzen, werden sie nicht nachprüfen können, ob ihre allgemeinen Aufrufe richtig sind; sie werden auch den Inhalt dieser Aufrufe nicht bereichern können, und es besteht dann die Gefahr, dass die allgemeinen Appelle in der Luft hängen bleiben.“
Mao Tse-Tung. Großer Vorsitzender. 1. Juni 1943. In: „Einige Fragen der Führungsmethoden“. (Werke Bd. III)

Das österreichische Kindschaftsrecht stellt das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Viele Männer und Väter werden jedoch in ihrer Väterrolle geschnitten, wogegen nun zahlreiche Vereine aufstehen. (Foto: Gottfried Helnwein, etwa 1972. Repro: Oswald)
(Wien, im Jänner 2009) Die Lage in Wien ist ruhig. Minus 9 Grad. Die kriminelle Front ist friedlich. Dort und da ein Bauchstich, aber nichts Großes. Der Goliath Landesgericht Wien macht eine Verschnaufpause und atmet durch. Mohammed Mahmoud, ohne Davidstern, ist in Hungerstreik getreten, aber die Justizanstalt Josefstadt bekräftigt, dass keine Lebensgefahr besteht. Von Helmut Elsner, nicht im Hungerstreik, aber am Hungertuch, hörte man auch schon mehr (etwa im Dezember-WIENER, wo er die Weltwirtschaftslage erklärte). Es ist allgemein ruhig. Die Lage ist übersichtlich.
Das ändert sich schlagartig am 8. Jänner 2009. Um 19 Uhr findet im 5. Wiener Bezirk im Lokal „Vom Feinsten“ ein Männertreff statt, der von vielen mit großen Papa-Augen erwartet wird. Die kundige Fachrunde kommt nicht zum Biertrinken zusammen. Am Podium sitzen honorige Personen, die das Familienrecht mit den väternachteiligen und dadurch kindernachteiligen Facetten diskutieren.
Es sitzen am Podium:
- Vorsitzender des Vereins Vaterverbot, Norbert Grabner
- Vorsitzender des Vereins Väter ohne Rechte, Martin Stiglmayr
- Vorsitzender der Männerpartei, Oliver Peter Hoffmann
- Vorsitzende der Abteilung Familienrecht der Richtervereinigung, Mag. Doris Täubel-Weinreich
- Vorsitzender des Stadtmagazins wien-konkret.at, Robert Marschall (Moderation)
- Volksanwaltschaft, Mag. Markus Huber (angefragt)
- Französische Botschaft in Österreich, Mag. Angelika Lebrun (angefragt)
Ort: Restaurant „Vom Feinsten“, Margaretenstraße 166, 1050 Wien.
Einige wurden nicht eingeladen. Die Tiroler, Kärntner, Salzburger und Wiener Fraktion wurde nicht berücksichtigt. Dafür lud man Oliver Peter Hoffmann ein, der keinerlei nennenswerten Beitrag zur Diskussion leistet. Dieser zeigt mit seiner großspurigen „Männerpartei“ kein Profil. Außer, dass er, wie recherchiert wurde, diverse Domains parkt, hat dieser Mann nichts zu sagen. In einem Internetforum hieß es dazu: „Mir missfällt, dass dieser Hoffmann sich zwar öffentlich nirgends schriftlich äußert, aber ein Gesichtsbad nimmt. Er meint, weil er eine gute Domain hat (maennerpartei.at, auch juristen.at), hat er etwas zu sagen. Da scheint etwas Freunderlwirtschaft im Gange zu sein. Man muss sich auf die Fachfragen konzentrieren.“
Auch Mitläufer dabei
In der Tat: Was dieser Mann genau macht, erklärt sich keinem in der Männerbewegung. Am 14. Dezember 2008 hat er vor einer Würstelbude bei der Wiener Stadthalle angeblich einen „Parteitag“ durchgeführt. Zu Sachthemen äußert er sich nie. Dieser Mann lebt politisch unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Dass der 43-Jährige fünf Jahre in Australien mit Forschungsstipendium gearbeitet und sich eine Menge Domains gesichert hat, macht ihn noch zu keinem „Vorsitzenden der Männerpartei“.
Die Veranstalter sind trotzdem zuversichtlich, neuen Schwung in die Diskussion zu bringen. Einer aus dem „Verein Vaterverbot“ sieht in einem Internetforum die Zeichen der Zeit gekommen und feuert unter seinem Namen „Hades“ die gesamte Mannschaft an: „Väter brauchen keine Gerichtsurteile! Väter brauchen keine Anwälte! Väter brauchen kein Besuchsrecht! (… Kinder sind keine Gefangenen!) Väter brauchen keine Besuchsbegleitung! Kinder und Väter brauchen keinen Psychiater! (…Sie sind nicht krank – danach sind sie dann traumatisiert!) Kinder und Väter brauchen keinen Psychologen! (…Sie sind nicht verwirrt – können selbst sprechen!) - 2009 – Der AUFBRUCH -
Die AUFERSTEHUNG aller VÄTER!“
Das ist der Appell der Veranstalter.
Marcus J. Oswald (Ressort: Familienrecht, Veranstaltung, Aus den Vereinen, Väter ohne Rechte, Männerpartei, Vaterverbot)









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