Entsorgte Väter machen Kino voll

Nach dem Film: Männerpartei-Chef Oliver Hoffmann und der deutsche Regisseur Douglas Wolfsperger mit dem Mundl-Bier. (Foto Marcus J. Oswald)
(Wien, am 25. November 2009) Volles Haus bei der Vorpremiere von „Der entsorgte Vater“ von Douglas Wolfsperger. Die Zuseher sind ein echtes Testpublikum: Sie gehen mit dem Film mit. Zwischenrufe bei Schlüsselszenen. Szenenapplaus für programmatische Aussagen im Film. Nach dem Film stellt sich Regisseur Douglas Wolfsperger den Fragen, die eine Debatte mit Statements zu Kernthemen des Familienrechts auslösen. Zwei wirkliche Richter im Publikum, darunter die Ressortsprecherin für Familienrecht der Richtervereinigung, dazu ein Vertreter der Volksanwaltschaft. Alle Obleute der maßgeblichen Neuen Väterrechtebewegung. Sie sind voller Pläne. Der Saal A des Tuchlauben-Kinos ist bis auf den letzten Platz gefüllt (210 Sitze).
+++
Es ist ein Film, der Herz und Verstand anrührt. Der Film „Der entsorgte Vater“ könnte ein neuer Leitfilm der Väterrechtebewegung werden. Er zeigt ohne Visier und abgedunkelte Augenblenden, offen und in schönen Bildern Männer, die aus dem Leben kommen und durch die Justiz ins Abseits entsorgt wurden. Hauptdarsteller sind ein deutscher Polizist, ein Hobbypilot, ein Arbeiter und ein ehemaliger Lehrer, der heute Väterrechteaktivist.
Der Film wie er in Österreich gezeigt wurde, ist die Langversion wie sie in Deutschland nicht gezeigt werden kann. Dort reklamierte die Exfrau des Regisseurs ein acht Jahre altes Foto seiner Tochter aus dem Film heraus. Doch diese Einstweiliger Verfügung gilt nicht für Österreich. Daher sehen die Gäste – zum Glück – den ganzen Film.
Statement von Douglas Wolfsperger zur Einstweiligen Verfügung im O-Ton (erstes Video):
Filmausschnitte:
Dokumentarfilme gelten in der Regel als langweilig. [...]

Spricht wie ein Professor: Jurist Adrian Hollaender. Der engagierte Stehgreifredner zum Thema Familienrecht und dem mangelnden Geist der Menschenrechte in seiner praktischen Auslegung in Österreich.
(Foto: Marcus J. Oswald am 25. November 2009 im Tuchlauben-Kino Saal A)
Statement von Adrian Eugen Hollaender im Tuchlauben-Kino:

Bereichssprecherin für Familienrecht in der österreichischen Richtervereinigung und seit zehn Jahren Familienrichterin, Doris Täubel-Weinreich, zeigt sich vom Film berührt und spricht aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald am 25. November 2009 im Tuchlauben-Kino Saal A)

Vaterverbot-Graz-Sprecher Oberarzt Thomas Auer aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald)

Väter ohne Rechte-Obmann Martin Stiglmayr wurde von der Vaterverbot-Veranstaltung irrtümlich nicht eingeladen, las aber hier von der Veranstaltung und lud sich selbst ein. Wortspenden aus dem Publikum. (Foto: Marcus J. Oswald)

Zwei Ex-Siemensianer: Nach dem Film zeigen Aktivisten und entsorgte Väter das Filmplakat Der entsorgte Vater.
(Foto: Marcus J. Oswald)

Premierengast Herr Friedl in Begleitung seiner entzückenden Lebensgefährtin (nicht im Bild).
(Foto: Marcus J. Oswald)

Wortmeldung aus dem Publikum: Autor Gerald A. Zeiner, der im Buch Scheidungshuren eine ökonomische Analyse vornimmt, wer an der Scheidungsindustrie verdient. (Foto: Marcus J. Oswald im Saal A)

Eine Schautafel aus Buch Scheidungshuren. (Foto: Buch)
Statement von Gerald Zeiner im Video:

Vom Film überzeugt: Premierengast Patrick Lange reiste aus Mödling an. (Foto: Marcus J. Oswald im Foyer)

Mittlerweile schon Stammgast bei wichtigen Ereignissen (zuletzt Herwig Baumgartner-Verhaftung):
Premierengast Johann Onkel Hans Branis. (Foto: Marcus J. Oswald im Saal A)
Das Thema Herwig Baumgartner war während der Veranstaltung, die von 20 Uhr (mit Nachbesprechung) bis 0 Uhr 50 dauerte, mit keinem Wort ein Thema. Wohl waren Delegierte des Vereins „Humanes Recht“ gesichtet, doch keiner dieser Vereinsvertreter meldete sich aus dem Publikum zu Wort. „Vaterverbot“ wollte als Veranstalter keine Unruhe. Per Email schrieben Sie ans Journal: „Hallo Marcus, es sind 8 Karten auf Deinen Namen reserviert. Uns ist sehr wichtig, dass die Veranstaltung höchst ruhig und seriös abläuft, deshalb ist die „XXX-Truppe“ ausdrücklich NICHT erwünscht. Emotionale Ausbrüche, Beschimpfungen und Provokationen sind definitiv unerwünscht, auch wenn sie sachlich noch so begründet und verständlich sind. Informiere diesbezüglich bitte Deine Leute. Es haben sich auch einige für unsere Sache höchst wichtige Personen angemeldet, die wir keinesfalls provozieren wollen. Auch wenn es vielen Wienern nicht passt, arbeitet Vaterverbot friedlich und konstruktiv. Wir suchen Verbündete, keine Feinde. Ein blinder Kampf befriedigt bestenfalls den eigenen Kampfwillen, der Sache nützt er in unserem Fall aber nichts. lg, Kurt Heiligenmann“. (per Email, 25. November 2009)
Es gab rund 40 Wortmeldungen aus dem Publikum und nur in einer einzigen wurde Baumgartner – nicht namentlich – erwähnt. Ein Richter griff das Mikrophon und beklagte sich, dass „mittlerweile Richter auch bedroht werden“. Er forderte zur Mäßigung im Kampf um die Themenhoheit auf.
Die Wortmeldungen (zusammengefasst):

Dr. Thomas Auer von Vaterverbot - Im Forderungskatalog sind Positionen ausgearbeitet. (Fotoquelle: Vaterverbot)
Wortmeldung Thomas Auer: Vaterverbot-Vorstand Auer lobt den Film dankt dem Regisseur, dass er „dem gesellschaftlichen Problem ein filmisches Werk geschaffen hat“. Auer verweist darauf, dass sich die Väter in Österreich derzeit „organisieren“. Sein Verein hat „innerhalb eines Jahres 4.500 Mitglieder akquiriert“, darunter 30% Frauenanteil. In der Hauptsache betroffene Scheidungsteile. Zum Forderungskatalog.
Ein Diskutant (ohne Namen): „Es ist ganz verblüffend wie dieser Film mir einen Spiegel meiner eigenen Realität vorgehalten hat. Ich glaube, es geht ganz, ganz vielen Vätern so.“ Und weiter: „Was ich im Film auch gehört habe, ist das Statement, dass es politisch so gewollt ist. Ich frage mich: Warum? Was hat die Gesellschaft davon, wenn man eine Bevölkerungsschicht so unterdrückt, so erniedrigt und so die Rechte und somit die Lebensqualität entzieht?“
Ein Diskutant (ohne Namen): „Ich habe mich vor 25 Jahren als männlicher Kindergärtner beworben.“ (Statement folgt im O-Ton als Kurzfilm!)
Wortmeldung Martin Stiglmayr: Väter-ohne-Rechte Obmann Stiglmayr aus Tulln verweist auf Väter, die sich um Kinder kümmern wollen. Und er sieht einen politischen Willen, der das verhindert. Er fordert Beugestrafen für Mütter, wenn das Besuchsrecht nicht klappt. Als abschreckende Massnahme. Er verweist auf ein deutsches Modell rund um den Richter Rudolph, der mittlerweile Anwalt ist, der das einmal durchzog und danach klappte es immer mit dem Umgangsrecht. Douglas Wolfsperger erwidert, dass er das Modell kennt und dass Richter Rudolph, der nun Anwalt ist, mittlerweile sein Anwalt ist. „Rudolph ist ein großer Vordenker der deutschen Väterbewegung.“
Wortmeldung Oliver Hoffmann (Männerpartei): folgt.
Wortmeldung Doris Täubel-Weinreich: folgt.
Wortmeldung Adrian Hollaender: Im Wortlaut.
Weitere Wortmeldungen: folgen.

Am Tatort - Marcus J. Oswald. (Foto: Kamerakind um 0 Uhr 53)
Vaterverbot proudly presents – Premiere „Der entsorgte Vater“ – Tuchlauben Kino

Verein Vaterverbot lädt zur vorgezogenen Kinopremiere in das Wiener Tuchlauben-Kino und ins Grazer-Geidorf Kino. Regie-Karten auf der Webseite! (Foto: Der entsorgte Vater. Filmwebseite: www.derentsorgtevater.de)
(Wien, im November 2009) Der Verein Vaterverbot, der gemäßigt, aber in der Sache bestimmt auftritt, bietet all jenen, die sich mit der neuen Väterrechtebewegung identifizieren oder sich mit deren Zielen solidarisch erklären, am 25. November 2009 in Wien und Graz einen kostenlosen Kino-Abend. Zwei Tage vor dem offiziellen Kinostart läuft die Dokumentation „Der entsorgte Vater“ des deutschen Regisseurs Douglas Wolfsperger.
Die Synopsis (roter Faden) des Films: „Douglas Wolfsperger widmet sich einem gesellschaftlichen Phänomen, das in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt: Männer, die nach einer Trennung von ihren Frauen nicht nur als Partner, sondern auch als Vater „entsorgt“ werden und die – oft vergeblich – um die Beziehung zu ihren Kindern kämpfen. Vier Väter schildern in berührenden Interviews ihr Leid und ihre Bemühungen. Eine Mutter begründet die Umgangsverweigerung aus ihrer Sicht.“
Vertiefung der öffentlichen Diskussion
All jene, die sich den Film anschauen wollen, sind willkommen. Der Regisseur ist im Wiener Tuchlauben-Kino persönlich anwesend. Nach dem Film wird es eine kleine Diskussion und geselliges Beisammensein geben. Der Film will eine gesellschaftliche Diskussion, die seit einigen Jahren schärfer wahrgenommen wird, nicht nur anstoßen, sondern vertiefen. Dass die öffentliche Diskussion schärfer geführt wird, kann man damit belegen, indem man einfach die Medienberichte zwischen 2005 und 2009 auf einen Tisch legt und gegengleich Medienberichte aus dem Zeitraum 1995 und 1999.
In den 90er Jahren war das Thema Vater-Kind-Beziehung medial überhaupt kein Thema. Es existierte nicht. Mitte 2000 im selben Zeitfenster werden dazu Diplom- und Doktorarbeiten an Universitäten und Sachbücher geschrieben. Dieser neue Kinofilm will mit dem „Medium Film“ das Thema in ein breites Bewußtsein bringen.
Kostenlose Regiekarten liegen bereit
Kostenlose Premierenkarten gibt es via Webseite Vaterverbot. Der Verein hat ein Kontingent an Karten. Einfach unten eintragen und den Namen angeben, für den sie hinterlegt werden sollen. Zum Tuchlauben-Kino geht es hier.
Einmal im Sommer 2009 gab es eine Einstweilige Verfügung. Der Film wird so aber sicher nicht verhindert. (Gerichte überschätzen sich.)

Zum Trailer des Films.
Hier gibt es einen Trailer zum Ansehen.
Die Filmwebseite lautet: www.derentsorgtevater.de
Offizieller Kinostart in Österreich: 27. November 2009
Originaltitel: Der entsorgte Vater
Land, Jahr: D, 2008
Filmlänge: 86 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Douglas Wolfsperger
Produktion: Douglas Wolfsperger Filmproduktion GmbH in Co-Produktion mit:
SWR (Redaktion: Gudrun Hanke-El Ghomri) und ARTE (Redaktion: Ulle Schröder)
Drehbuch: Douglas Wolfsperger
Kamera: Tanja Trentmann bvk, Inigo Westmeier bvk
Schnitt: Bernd Euscher
Ton: Kai Lüde
Musik: Konstantin Gropper
Verleih: GMFilms / Wilder Süden Filmverleih
+++
Der Verein fragte freundlich am 19. November 2009 per Email an: „Sehen wir uns bei der Premiere des Films „Der entsorgte Vater“ am Mittwoch den 25.11. um 20 Uhr im Tuchlaubenkino?“ Aber klar doch!

Vaterverbot lädt ins Kino.
Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen, Familienrecht, Scheidung, Väterrechte, Vaterverbot)
1. Österreichischer Väternotruf – Gegründet von einer Frau

Die 36-jährige Anwältin Britta Schönhart ist hochmotiviert. Sie gründete einen 1. Österreichischen Väternotruf und stößt damit in eine Marktlücke vor, die viele nicht sehen wollen.
(Quelle: Wiener Bezirkszeitung, 41/2009, 7. Oktober 2009, S. 6)
(Wien, im Oktober 2009) Lange hat es gedauert. Zwei, drei Jahre lang hauen Vätergruppen öffentlich und nicht immer sanft „auf den Putz“, zeigen auf, thematisieren etwas, das in der Form lange nur „unter die Tuchent“ gekehrt wurde. Oft kommt dabei „das Politische“ als Würze hinzu. Es ist aber auch ein Teil der Wahrheit: In großen Städten gelten Frauen als leicht manipulierbare Stimme. Daher will man ihnen nicht im allerpersönlichsten Lebensbereich etwas wegnehmen: Zum Beispiel das Kind. In Wien beträgt der Frauenanteil 52,2 Prozent. Viele haben Kinder.
Frauen als Wählerinnen betrachtet
Politisch gesprochen, also in der Makrosicht, tut jeder Politiker für den Stimmerhalt Gutes, wenn er das Kindergeld hochschraubt, die Zügel der Alimentationspflicht strafft und die alleinige Obsorge im Scheidungsfall bei der Frau lässt. Denn es spricht sich herum. Auch Geschiedene haben verheiratete Freundinnen. Für Machthaber macht es politisch wenig Sinn, Frauen als Hüterinnen des Nachwuchses anzugreifen.
Nur so erklärt sich, dass alle Jugendämter „Mütterämter“ sind und vorsprechende Väter dort kein Leiberl haben. Sie dürfen auf der Bank warten, ins Amt kommen, werden aber von DSA-Sozialarbeiterinnen nicht erhört. Es folgen bezirksgerichtliche Entscheidungen, die sich vertikal nach oben fortsetzen. Das Szenario wird bis zum Höchstgericht zementiert.
88.000 Neuscheidungen pro Legistlative (= 176.000 WählerInnen)
Man muss es nicht auf sozialdemokratisch beherrschte Städte reduziert sehen. Dieses Journal gibt eine Wette ab, dass, sollte in Wien einmal die FPÖ ans Ruder kommen, sich in der Scheidungsfrage und Obsorgefrage nichts gravierend ändert. Denn auch eine FPÖ will an der Macht bleiben und braucht dazu die Wählergunst der Frauen. Bundesweit und innerhalb einer Legislative gesprochen, fällt die Quantität ins Gewicht. Wenn es jährlich 22.000 Neuscheidungen gibt, sind das innerhalb einer Legislative 88.000 oder 176.000 Personen (ohne Kinder gerechnet). Man kann heute mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass zahlreiche Scheidungsväter aus Frust, angefressen „vom System“, das sie im allerpersönlichsten Lebensbereich trifft, FPÖ ankreuzen und viele Scheidungsmütter, denen von politischer Seite „geholfen“ wird, die SPÖ. In Ballungszentren steigen Väter bei Scheidungen mit leiblichen Kindern deutlich schlechter aus als in der Region Österreichs, was so manche Wählerbewegung ergibt.
Trotz dieser gefestigten Sachlage in der schwer angegriffenen Psyche des Österreichers, gibt es nur sehr wenige Rechtsanwälte, die sich grundsätzlich zum Thema äußern und ein Arbeitssystem entwickeln, um das zu verbessern. Wann immer man mit Scheidungsanwälten spricht, hört man nur, dass alles viel zu kompliziert ist und, dass sie sich damit lieber nicht beschäftigen wollen. Sie sehen es Fall um Fall und Honorar um Honorar. Gegen die Politik einer Stadt laufe man nicht an, das tue man sich nicht an.
Frau gründet Väternotruf
Umso überraschender ist es, dass nun eine Anwältin aus der Wiener Innenstadt (sie hat die Kanzlei hinter dem Stephansdom in einem alten Haus im zweiten Stock) aktiv wird. Sie trat heuer schon in einem Sorgerechtsstreit ziemlich offensiv an und in die Medien und rüttelte wach. Sie ist Jahrgang 1973, noch sehr motiviert, gebürtige Deutsche und hat offenbar einen direkteren Blick auf die Dinge. Nun hat sie einen „1. Österreichischen Väternotruf“ gegründet. Bevor nun einige kritisieren, dass das besser ein Mann, ein männlicher Anwalt machen sollte, muss man der Initiative eine Chance geben. Die männlichen Scheidungsanwälte in Wien sind a. entweder Schlappschwänze, die vor der Politik buckeln, b. selbst tief in ein Scheidungsverfahren verstrickt oder vertreten c. vornehmlich Frauen als Klienten!
Britta Schönhart will Männer beraten, die Väter sind und unter die Räder der sozialdemokratisch dominierten Stadtverwaltungen, insbesondere der „Jugendwohlfahrten“ in den Ballungszentren geraten. Das kann ein erfrischender Zugang sein. Sie hat damit die Marktlücke, die andere nicht sehen wollen, entdeckt. Schönhart ist unverbrauchte 36 Jahre alt, und daher muss man abwarten wie es sich entwickelt.
Die Hotline des „1. Österreichischen Väternotrufes“ lautet: 0900-470034.
Marcus J. Oswald (Ressort: Familienrecht, Scheidung)
Staat verdient an Scheidung nun ordentlich mit
(Wien/Wels, im August 2009) Man muss nichts schönreden, auch wenn Urlaubszeit ist. Ab 1. August 2009 gelten neue Gebührenbestimmungen in Scheidungsverfahren, die Trennungen nicht einfacher machen.
Vielfach greift die Republik Österreich Scheidungswilligen in die leeren Taschen. Die Situation ist oft nicht nur mental, sondern auch geldseitig angespannt.
Die neue Kostenstruktur im Überblick (ab 1. August 2009):
- Antrag auf einvernehmliche Scheidung: 269 Euro (zuvor: 198 Euro)
- Gebühr bei strittiger Scheidung: 220 Euro (vormals: 210 Euro)
- Gebühr bei Gütertrennung: 253 Euro (vormals: 198 Euro)
- Gebühr bei Gütertrennung mit Liegenschaft (Haus): 379 Euro (vormals: 297 Euro)
Gänzlich neu ist die Gebühr für Besuchsrechts- und Informationsantrag zum leiblichen Kind.
- Antrag für Besuchsrecht des nicht-obsorgeberechtigten Teils: 116 Euro in Erstinstanz, 232 Euro in Zweitinstanz, 348 Euro in Letztinstanz
- Antrag auf Informationrechte zum Kind (Krankheit, Schulleistung) durch nicht-obsorgeberechtigten Teil: 116 Euro in Erstinstanz, 232 Euro in Zweitinstanz, 348 Euro in Letztinstanz
Einen interessanten Vergleich stellt den Linzer Scheidungskonsulent Günter Tews an.
Tews analyisert: Inflation stieg um 52 %, Gebühren um ein Zehnfaches
Er analysiert den Längsschnitt und stellt fest, dass die Inflation in den letzten zwei Jahrzehnten um rund 52 Prozent gestiegen war. Im Vergleich dazu der Anstieg bei den Gerichtsgebühren in den letzten zwanzig Jahren (1989-2009):
- Kostenanstieg bei einvernehmlichen Scheidungen: +630%
- Kostenanstieg bei strittigen Scheidungen: +500%
- Kostenanstieg bei Vermögensaufteilungen: + 688%
Tews wird zu diesem Thema in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ mit folgenden Worten zitiert: „Die Realität von Scheidungspaaren ist, dass beide oft in schwierigen finanziellen Verhälntnissen leben. Es ist beschämend, dass der Staat auch noch unverhältnismäßig hohe Gebühren verlangt.“
Neue Gebühren umstritten – Besuch und Information nicht gewünscht?
Die neu geschaffenen Gebühren „rund ums Kind“, insbesondere bei „Besuchsantrag“ und dem „Informationsantrag“ sind umstritten. Sie wurden trotz vieler berechtigter Einwände nun Gesetz. Organisierte Gruppen aus dem Väterrechte- und Frauenrechtebereich wendeten ein, dass durch die Höhe der Gebühren nun kein Nicht-Obsorgeberechtigter mehr einen Sonderantrag stellen werde (Besuchsrecht zum Vatertag, Sonderbesuchsrecht zu Energieferien; Leistungsauskunft zu Schulzeugnis), weil das hunderte Euro, im Rekursfall viele hunderte Euro an Kosten erzeugt.
Stiefeltern werden in die Pflicht genommen
Doch das neue Familienrecht ist politisch darauf ausgerichtet, Exmännern und Exfrauen weniger automatische Rechte einzuräumen. Hingegen werden Patchwork-Strukturen gefördert und neu eingeheiratete Stiefväter und Stiefmütter stärker in den Lebensalltag eingebunden. Das „Unterschreiben von Entschuldigungen“ beim Kranksein im Unterricht ist nur eine kleine Randnote. Sie hat aber Symbolkraft. Hier wird im neuen Familienrecht, das ab 1. Jänner 2010 gilt (die Gebührenregelungen sind ein Vorgriff mit Wirkung 1. August 2009) die Obsorgekompetenz vom nicht-obsorgeberechtigten leiblichen Elternteil zum Patchwork-Elternteil delegiert.
Vermögensaufteilung bei Eheschließung
Viele neue Details bringt das reformierte Familienrecht, das sich im Kern um die Auflösung der Familie kümmert. Zwei Punkte herausgegriffen: Ab 1. Jänner 2010 können Paare – ohne „Ehevertrag“ – Geld, Wohnung, Haus, Fernseher, Waschmaschine, Hausrat und Schmuck schon beim Schließen der Ehe für den Zeitpunkt der etwaigen Trennung „aufteilen“. Beglaubigt wird der Akt durch einen Notar.
Ferner wird die Reform des „Unterhaltsvorschusses“ kommen. Ab 1. Jänner 2010 genügt in Österreich ein „Exekutionsantrag“ und nicht erst das Abwarten eines ersten, erfolglosen Pfändungsversuchs.
Marcus J. Oswald (Ressort: Fakten, Familienrecht, Scheidung)







Einen Kommentar schreiben