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Christian Frasl über: Innovative Drogenfahnung mit Cannachopper

Veröffentlicht in Christian Frasl, Gastautoren, Polizeikultur, Suchtgift von marcusjoswald am 25. Mai 2009
Informierter Kenner von Kriminalität und Milieu: Gastautor Christian Frasl. (Foto: nn.)

Intimer Kenner von Kriminalität und Milieu: Gastautor Christian Frasl. (Foto: nn.)

Der Wiener Christian „Schnurz“ Frasl gilt als Informierter zum Kriminal- und Milieuwesen. Im Gastbeitrag gibt er einen Überblick zu neuen Einsatzmethoden gegen die Drogenkriminalität am Beispiel Holland.

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(Wien, im Mai 2009) High Tech-Drohnen sind den meisten Menschen bis jetzt nur aus der Kriegsführung der USA ein Begriff. Immer öfter ersetzen diese fliegenden Roboter sündteure Kampfjets und Kampfhubschrauber. Ausgestattet mit Kameras (klassisch, Infrarot, etc.), Zielradar und Präzisionsbomben (Treffgenauigkeit +/- 1 Meter) spüren diese unbemannten Wunderwerke der Elektronik, ferngesteuert aus einem sicheren Bunker, flüchtende Taliban im Grenzgebiet Afghanistan/Pakistan auf und töten diese.

Dass jede „durchschlagende“ elektronische Erfindung, wenn sie sich im Krieg bewährt hat, Anwendung im zivilen Sektor findet, ist logisch (siehe Internet, GPS) und so bekam die Niederländische Drogenfahndung Anfang des Jahres 2009 den ersten CANNACHOPPER zu Testzwecken geliefert.

Drohne mit Geruchssensor

Der Cannachopper sieht auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Modellbauheli und Biologiemodell einer Fliege aus. Doch was in ihm steckt, ist beachtlich. Die Drohne verfügt über dieselben Kameras wie die der US-Armee. Eine Erkennungssoftware analysiert die Bilder in Zehntelsekunden und die Spezialkameras ermöglichen einen Tag-Nacht Betrieb bei nahezu jedem Wetter.

Ein neu entwickelter „Geruchssensor“, der auf THC-haltiges Cannabis geeicht ist, ist aber das wahre Herzstück des Cannachoppers. Während des Fluges analysiert er die Luftpartikel und schon bei einem Millionstel THC aktiviert sich die Zielerfassung der Drohne. Dabei spielt die aussendende Menge keine Rolle da der High Tech Sensor schon Mengen ab 0,5 Gramm orten kann! Auch Windrichtung und Ortswechsel (Autofahren, Gehen) können die „fliegende Spürnase“ nicht irritieren. Hat sie erst mal Witterung aufgenommen, klicken unweigerlich die Handschellen!

Elektronische Spürnase – für Kamin und Rohre

Gesteuert wird die Drohne über zwei Laptops, einer für die Flugbewegungen, einer für die Analyse und Zielerfassung. Somit lässt sich das gesamte Equipment in jedem noch so kleinen PKW verstauen. Die Arbeit der Drogenfahnder wird dadurch um vieles vereinfacht! Diese sind jetzt nicht mehr auf klassische Informanten oder monatelange, personalintensive Überwachungen angewiesen, um an Informationen über Schmuggelfahrten und Indoorplantagen zu kommen. Der „Kollege am Himmel“ spart ca. 60% Arbeit ein, bei 100% Erfolgsgarantie!

Die Produzenten des CANNACHOPPER stellten sich dem ultimativen Härtetest, dem Niederländischen Drogenmarkt. Zuerst wurde die Drohne über Großstädten getestet. Man schnüffelte mit grandiosem Erfolg an Kaminen sowie Klimaanlagen. Danach testete man den fliegenden Schnüffler im Grenzgebiet zur BRD (Region Achterhoek/Provinz Gelderland) entlang der Hauptschmuggelroute in den deutschsprachigen Raum. Mit überwältigendem Erfolg. In den drei Monaten, in denen der Cannachopper jetzt im Testbetrieb läuft, konnten die Fahnder mehr als 100 Plantagen ausheben und mehr als 300 Transporte abfangen!

Harte Zeiten für Dealer

Somit ist klar, es kommen harte Zeiten auf Produzenten, Schmuggler und Dealer zu! Die Niederländische Innenministerin Guusje ter Horst hat bereits ein weiteres Dutzend Cannachopper geordert. Bei der letzten Innenminister-Konferenz der EU schwärmte sie in höchsten Tönen vom „fliegenden Schnüffler“.

In den Laboren des Produzenten wird nun intensiv an der Erweiterung des „Geruchssensors“ gearbeitet, sodass er auch Kokain und Heroin aufspüren kann.

So könnten ganze Häfen wie Rotterdam oder Hamburg, aber auch Flughäfen und deren Fracht binnen 1-2 Stunden auf Drogen durchforstet werden, was den bisherigen Schmuggeltechniken und Routen den Todesstoß versetzen würde!

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Auf You Tube stellt ein Film das Fluggerät der holländischen Polizei vor (Sprache: nederlands).

Christian Frasl (Ressort: Gastautor Christian Frasl, Polizeikultur, Suchtgift)