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Webforen im Portrait 2 - www.genderwahn.com

Veröffentlicht in Medien, Webforen by marcusjoswald am Juli 5th, 2008

Time Magazine - 25-12-2006 - Mensch des Jahres - The Internetuser

(Wien, im Juni 2008) Zu Beginn 2007 stellte das amerikanische TIME-Magazine die “Person of the Year 2006″ vor: Der “Internet-Nutzer”. Kurz: YOU!

Hat TIME mit wöchentlich 5 Millionen Verkaufsauflage Recht, dann macht es Sinn, Plattformen zu studieren,
in denen sich sehr viele “Internet-User” vereinen: Die Foren.

Blaulicht und Graulicht durchsucht für seine Leser in losen Abständen einige Webforen, vornehmlich solche mit juristischem Bezug, aber auch andere, stellt sie vor und bewertet sie am Ende subjektiv.

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Das Genderwahn-Forum existiert seit Oktober 2006 und ist derzeit das Offensivste und Aggressivste in Österreich, das sich mit Rechtsfragen beschäftigt. Zurückhaltende Kamingespräche finden dort nicht statt.
Gemäß dem Satz von Johann Wolfgang von Goethe “Nur wer sich wandelt, bleibt sich verwandt”, hat das
Forum schon fünf mimetische Entwicklungen vollzogen.

Bewegter Lebenswandel seit Oktober 2006

Die Webseite “Blaulicht und Graulicht” (damals bekannt unter “gerichtlive”), die sich mit Exektuiv- und Justizgeschehen befasste, bestand 18 Monate und hatte 650.000 Zugriffe. Im Herbst 2006 bildete sich in Wien
aus Leuten, die sich bislang unbekannt waren, ein “Leserkreis”, der später als Gegenstück zu den zahlreichen frauenpolitischen Gruppen von “Blaulicht und Graulicht” als “Männerrunde” kommuniziert wurde.

Die Leute trafen sich zu Unterredungen und Planspielen. Teile des “Leserkreises” wollten ein eigenes Forum aufmachen, das an die Hauptwebseite “Blaulicht und Graulicht” gekoppelt ist. Der Herausgeber stimmte zu,
gab die Arbeit aber ab.

Blaulicht und Graulicht Forum 23-12-06

Blaulicht und Graulicht Forum 23-12-06

Phase 1 (Oktober 2006) - “Blaulicht und Graulicht-Forum” (Domain: maennerrechte.funpic.de)

Im Oktober 2006 fanden sich technisch versierte Administratoren und gründeten in Eigeninitiative das “Blaulicht und Graulicht-Forum”. Es waren im besten Sinn männerpolitische Kämpfer mittleren Alters,
die Berufe in allen Ebenen des Staates ausübten. Die Webseite und das Forum leisteten in der Frühphase publizistische Pionierarbeit. Als erste Online-Medien veröffentlichte man die vier Wiener Frauenhausadressen in Wort, Bild und Förderquote.

RA Helene Klaar Profil

RA Helene Klaar Profil

Helene Klaar schrieb eingeschriebene Briefe - und die Männerrunde lachte. (Foto: Profil)

Die ersten beiden Abmahnbriefe der feministischen Anwaltskanzlei Dr. Helene Klaar trafen ein. Sie wurden ignoriert. Im Caféhaus saßen die Vorkämpfer der väterpolitischen Sache und lachten stundenlang über die Kanzlei Klaar. Doch bald wurde der Provider “Funpic” in Deutschland von spezieller Wiener Seite unter Druck gesetzt.

Im Jänner 2007 gab es Auffassungsunterschiede zwischen dem “Blaulicht und Graulicht”-Herausgeber (Webseite, Stamm) und den “Blaulicht und Graulicht”-Forum-Machern. Multimedienherausgeber Oswald hatte nie Administratoren- und inhaltliche Durchgriffsrechte am Forum und es mehrten sich Spambeschüsse und merkwürdige Postings, die man rasch löschen musste, weil sie die Gesamtqualität gefährdeten. Es wurde
empfohlen, das Forum von der Webseite abzukoppeln und es umzubenennen.

Phase 2 (Jänner 2007) - “Men4Justice-Forum” (Domain: men4justiceaustria.funpic.de)

Im Jänner 2007 benannten die Admins in Anlehnung an die britische Väterrechtsbewegung der Jahre 2003 und 2004, die sich “Men4Justice” nannte, das Forum in “Men4Justice”-Forum um. Das Forum lag seit Gründung noch immer auf einem Gratisserver in Hamburg (”Funpic”), was sich als Schwachpunkt herausstellte. Nicht nur Popups gingen laufend am Fenster auf, der Datenraumbereitsteller hatte auch kein politisches Rückgrat. Die Admins wußten, dass beim geringsten politischen oder scheinjuristischen Widerstand das
Forum vom Netz fällt.

Da weiter heiße Eisen antifeministischer Art thematisiert wurden, war die Wiener Feministenmafia natürlich am Sprung, ihr Revier zu verteidigen, notfalls durch juristische Schlägertrupps in Schutzgeldmanier solche Foren abzuschießen, die gegen die political correctness und den common sense liefen.

Nach Interventionen von besonderer Seite ging der Hamburger Kindergarten-Provider “Funpic” ohne vorgängiges Wiener Gerichtsverfahren in die Knie. Er nahm im Februar 2007 das Forum vom Netz.

Phase 3 (März 2007) - “Männerrechte-Forum” (Domain: maennerrechte.iphpbb.com)

Im März 2007 schlüpfte das Forum bei einem Provider in Gmunden (OÖ) unter und spielte den gesamten
Alt-Content ein. Es hieß nun “Männerrechte”-Forum und hatte eine .com-Endung. Der Wechsel war eine
neue Herausforderung auch an die Software, die in der nächsten Entwicklungsstufe steckte und einige Datenbackup-Lösungen hatte, die sich für die Zukunft als sehr brauchbar herausstellen sollten.

Auch nun gab es durch den straffen politischen, antifeministischen Zug im Forum bald Interventionen von besonderer Seite. Man müsste in die Bücher gehen, ob es RAin Klaar (feministische Rechtsanwältin, Wien) oder der Linzer RA Tews war (der in die Mangel genommen wurde, weil er in einem Fall als “Brandbeschleuniger”
im Scheidungsverfahren agierte und die politische Vätersache aufs Spiel setzte). Die Gmundner Festwochen währten nur kurz, es wurde kein Engagement auf Dauer. Ab Mai 2007 sagte das Forum dem Server Ade.
Nicht freiwillig.

Phase 4 (Mai 2007) - “Antifeminist-Forum” (Domain: derantifeminist.funpic.de)

Im Mai 2007 begann Phase vier als Übergang und Neuorientierung. Die Admnis gingen mit dem ganzen
Inhalt im Rucksack (Datenbackup) reumütig wieder zum Hamburger Server “Funpic” in der Erfahrung zurück, dass österreichische Server für justizpolitische Arbeit im Netz völlig unbrauchbar sind.

Die Verstrickung in Filz und Teilinteressen, die Übermacht der Telekom und UPC führten zu zahlreichen Unwägbarkeiten, die das Unternehmen im Ernstfall unsicher werden ließen. Politische Feigheit, Rückgratlosigkeit und Hinfälligkeit vor jedem Anwaltsbrief der politischen Gegner machen eine Bindung an einen österreichischen Provider für das gesamte Unterfangen eines justizpolitischen, antifeministisch gestimmten Webforums unmöglich.

Unter der neuen Flagge “Antifeminist-Forum” lief es von Mai bis August 2007 mehr oder weniger unbeachtet und gefüttert vom innerern Kreis der Avantagarde der österreichischen Väterrechtsbewegung.

Bis im August ein neuer Administrator kam und einiges neu machte.

Phase 5 (August 2007) - “Genderwahn-Forum” (Domain: genderwahn.com)

Ab August 2007 trat ein neuer Admin der Bewegung bei. Ab nun herrschte ein neuer Elan mit allen Nachteilen der neuen Dominanzkraft. Der Coup des Jahres gelang den Machern aber mit der neuen Domain: “Genderwahn”.
Ein kraftvoller Fußzangenbegriff, eingängig, politisch, tendenziös, bisweilen unkorrekt. Der Begriff hat das Zeug, ein Jahr später, 2008, das “Unwort des Jahres” zu werden.

Auch sonst gab es Neuerungen. Der gesamte Foreninhalt wurde ins Ausland ausgelagert. Der neue Name “www.genderwahn.com” wurde nach und nach von den Machern etabliert. Die Bespielung des Forums erfolgte nach alter Bauweise. Obgleich nun auf exzessive Weise begonnen wurde, Aktenscannings in das Forum zu schaufeln.

Im heißen Sommer 2007 veränderte das Forum sein Bild grundsätzlich.

Klistier und Plaisir

Nicht nur zum Vorteil, meinen Kritiker. Doch die Technik des massiven Abfüllens des Genderwahn-Forum mit Dokumenten, subjektiven Gerichtsentscheidungen, subjektiven Gerichtseingaben, Pressespiegeln im Volltext, füllte den Magen des “Genderwahn-Forum” wie mit einer Klistierpumpe künstlich mit justizbezogenen Daten. Zieht man den Stöpsel weg, verbreitet sich die ganze Scheiße in Suchmaschinen im Dünnfluss.

Die Scheiße, die an Gerichten geschah, und über die am Ex-”Blaulicht und Graulicht-Forum” (samt Neuformaten in Phase 1-4) noch in nobler Zurückhaltung und gepflegtem Ton diskutiert wurde, wird
im “Genderwahn-Forum” (Phase 5) druckvoll hinausgepresst.

Väterpolitischer Geist aus Flasche gelassen

Im “Genderwahn-Forum” wurde ein altbiblischer väterpolitischer Geist aus der Flasche gelassen. Das Forum sieht sich das Trägerrakete und Flugzeugträger zugleich. In der Luft, zu Wasser und auf dem Lande will man österreichweit die Meinungshoheit zu väterpolitischen Fragen medial erobern.

Das könnte gelingen, denn: In Österreich gibt es sonst nichts. Die Feministen haben diestandard.at und Kleinforen. Die Männer rissen bisher nur im Wirtshaus und am Pissoir zwischen zwei Krügel Bier vollmundig den Mund auf.

Medial unternahmen sie nichts. Dem schafft das “Genderwahn-Forum” Abhilfe.

Vom allgemeinen Männer-, Frauen- und Kinderrechteforum zum Genderwahnforum

Genderwahn - Forum bis 23. Juni 2008

Genderwahn - Forum bis 23. Juni 2008

Am 23. Juni 2008 erlebte das Forum erneut die Umbenennung. Dieses Mal freiwillig. Nachdem seit Anfang 2008 der Begriff “Genderwahn” politisch durch massive Hintergrundarbeit gut eingeführt wurde und auch im Parlament Verwendung fand, entschloss man sich, das Forum vom sperrigen “Männer-, Frauen und Kinderrechte-Forum” in das griffigere “Genderwahn-Forum” umzubenennen.

Genderwahn - Forum nach 23. Juni 2008

Genderwahn - Forum nach 23. Juni 2008

Die neue Hülle ändert nichts an der Ausrichtung. Im Mittelpunkt stehen die Kinderrechte, subgeordnet das politische Leitthema der verpflichtenden gemeinsamen Obsorge, danach zu paritätischen Teilen die Männer- und Frauenrechte.

Das Forum ist für alle politischen Väter, die über die eigene Schwanzlänge hinauszudenken bereit sind, offen.

Der Vorteil ist die Vielfalt, der Nachteil das Durcheinander. Zweiter Nachteil ist, dass die Tonlage oft schwere Schräglage hat und den Außenauftritt nach Meinung einiger gefährdet. Manchmal dringt der Ton der Gaststätte durch. Kritiker meinen: Die Härte in der Sache verlangt eine noch größere Genauigkeit im Ausdruck, um Ernst genommen zu werden.

Internationale Mediendokumentation

Auf der zweiten Ebene legt das “Genderwahn-Forum” Wert auf Mediendokumentation. Hier liegt die eigentliche Intelligenz und Stärke des Forums, deren Diskutanten über ein weites Netz an Kontakten im Deutsch sprechenden Raum verfügen. Der Blick grenzt sich nicht auf Österreich ein, sondern bezieht Deutschland und die radikale, internationale Feministenszene ein. Hier sieht man sich als Kontrollinstanz gegen Auswüchse, die in erster Instanz in Medien schnelle Vervielfältigung finden, in zweiter Instanz im “Genderwahn-Forum” dann aber zurechtgerückt werden.

Allen Abschaltversuchen (Klaar, Tews, Jabloner 1 + 2, etc.) zum Trotz ist das Forum eine wertvolle Hilfe im täglichen Geschlechterkampf. Dieser Kampf betrifft seit dem Aufkommen der Gender-Disziplin alle Menschen in allen Gesellschaftslagen.

Keine Strukturanalysen, sondern Strukturfunktionsanalysen

Es darf erinnert werden, dass sich Soziologie bisher mit rein struktureller Analyse der Gesellschaft beschäftigte. Die in den 60er Jahren in Birmingham (GB) zum Missfallen der klassischen Soziologie erfundene Gender-Soziologie geht den politischen Schritt weiter und macht eine strukturfunktionelle Analyse der Gesellschaft.

Der klassische Soziologe analysiert die Familie als Bestandteil der Gesellschaft. Der Gender-Soziologe analysiert die funktionelle Bedeutung der Einzelnen in der Familie im vektoriellen Machtgefüge und die funktionellen Ungleichheiten - und gibt Ansätze, was zu verändern ist. Genderanalyse ist Machtfunktionsanalyse.

Das “Genderwahn-Forum” ist der strukturfunktionellen Kraftfeldanalyse der Gesellschaft verpflichtet und
nicht reinem Bejammern (a’ la: Exfrau ist ungerecht, Gerichte sind ungerecht, etc.) und Beschreiben des Ist-Zustandes. Daher ist das “Genderwahn-Forum” auch kein “Selbsthilfe-Forum” im eigentlichen Sinn, da von Männern dezidiert verlangt wird, dass sie das Hirn einschalten, bevor sie am Forum schreiben.
Das “Genderwahn-Forum” ist ein Forum für mobile Veränderung und Revolution.

Das setzt voraus, dass Funken fliegen. Man will feministische Machtzentren entmachten und väterpolitische Machtzentren schaffen. Damit trägt man nicht nur zu einem neuen Begriff der Vaterschaft bei, sondern auch
zu einem neuen Gesellschaftsbild insgesamt.

Neue Vaterschaft

Manchmal leidet das Forum an Verbalinjurien und Ausritten in Fäkaliensprache, was dem großen Ziel sicher nicht unbedingt nützt. Gleichzeitig ist die sichtbare Wut auf das väternachteilige Justizsystem ein Leuchtsignal und die angespannte Triebfeder für das Forum. Die freiwerdende Übersetzungskraft ist zugelassen, weil schwer traumatisierte Väter, denen alles genommen wurde, was ihnen lieb war, auch die Chance bekommen müssen,
Dampf abzulassen.

Aktuell: Schwere Flügelkämpfe

Aktuell gibt es Flügelkämpfe im “Genderwahn-Forum”, weil Administratoren nach zwei Jahren Arbeit ausgebrannt (”Burn Out”) sind und teilweise verführt durch gerichtlich zugestandene Besuchsrechte energie- und leblos im männerpolitischen Kampf wurden. Diese Machthaber an der Forumsspitze fordern, dass die Schärfe und Radikalität im Forum zurückgenommen werden möge. Dem widersprechen andere Vorkämpfer, dass der Kampf nicht auf Einzelfällen aufzuhängen ist, da das genau die Losung sei, die man von frauenpolitischer Seite ausgibt.

Das simple Motto - “Gib dem Mann drei Stunden Besuchsrecht pro Woche mehr und er gibt politisch Ruhe” -
lässt der radikale Flügel, der die verpflichtende gemeinsame Obsorge im Ziel hat, nicht gelten.

Die Flügelkämpfe lassen sich nicht glätten, daher splittet sich das Forum - laut letzten Informationen -
in den nächsten Monaten in zwei Teile auf. Und verdoppelt somit für Google die Inhalte.

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Forum für juristisch Fortgeschrittene und politisierte Männer.

Webpräsenz: Forum www.genderwahn.com

Page Impressions: Pro Monat 130.000 (Juni-Daten).

Bewertung: 4 Sterne (von 5)

Politische Grundtendenz: Antifeministisch. Behördenkritisch. Väterpolitisch.

Sprachliches Hauptmerkmal: Angriff in die beste Verteidigung.

Nutzung durch Blaulicht und Graulicht-Team: Fast täglich.

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)

Webforen im Portrait 1 - www.gericht.at

Veröffentlicht in Medien, Webforen by marcusjoswald am Juni 17th, 2008

Time Magazine - 25-12-2006 - Mensch des Jahres - The Internetuser

(Wien, im Juni 2008) Zu Beginn 2007 stellte das amerikanische
TIME-Magazine die “Person of the Year 2006″ vor: Der “Internet-Nutzer”. Kurz: YOU!

Hat TIME mit wöchentlich 5 Millionen Verkaufsauflage Recht, dann macht
es Sinn, Plattformen zu studieren, in denen sich sehr viele “Internet-User” vereinen: Die Foren.

Blaulicht und Graulicht durchsucht für seine Leser in losen Abständen einige Webforen, vornehmlich
solche mit juristischem Bezug, aber auch andere, stellt sie vor und bewertet sie am Ende subjektiv.

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Das Forum der Webseite www.gericht.at existiert seit rund fünf Jahren und wird von einer Wiener EDV-Firma im 3. Wiener Bezirk angeboten. Auf gericht.at werben konstant ein Anwalt und eine Detektei mit Banner.
Sie dürften im Hintergrund Interessen verfolgen.

Das Forum ist exakt umschrieben die Fussball-Stehplatztribüne der Wienerliga. Es wird nicht der sachliche Dialog in respektvoller Distanz miteinander geübt, sondern vorerst einmal sehr laut aufs Spielfeld gerufen.

Bierdusche inklusive!

Beliebt sind die Allerweltsthemen rund ums “Familienrecht”. Hier scheint jeder kompetent zu sein, der einmal in seinem Leben Geschlechtsverkehr hatte. Jeder hat dazu seine hochpersönliche Meinung. Am Ende bleibt die Frage, was sie wiegt. Denn rechtlich abgestützt werden Aussagen auf gericht.at so gut wie nie. Es geht weniger ums Recht, denn ums Rechthaben.

Das Forum ist zu allem Überdruß nicht moderiert. Jeder kann sagen, was er will. Veröffentlichung in Echtzeit.

Es kam schon vor, dass einer die Meinung des Vorredners nicht teilt. Dann wird ihm rüde das Wort abgeschnitten oder die “Meinung gesagt”. Auf gericht.at werden Grabenkämpfe schienbeinhart ausgetragen. Bierdusche kostenlos und inklusive. Peinlich, dass alles offen und ewig nachzulesen ist.

“Anfragen” zu: Zölle, Schimmelpilz, Lärmbelästigung, Probleme mit der Ex

Es überwiegen auf diesem Forum die “Anfragen”. Es fragen Leute an, wieviele Stangen Zigaretten man über die Grenze schieben darf. Manchmal geht es um Schimmelpilz in den eigenen vier Wänden. Oder um die “Ex”, die
das Besuchsrecht zu ihren Gunsten aussteuert und verweigert. Dann wieder sind die brennenden Themen Lärmbelästigung oder die Kirchensteuer - und wie man sie nicht zahlt. Also die gesamte Bandbreite des kleinen Zusammenlebens.

“Wer vieles bringt, wird manchen etwas bringen”, sagte einst Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Auch in Web-Foren? Das gericht.at-Forum ist trauriges Sittenbild und Sammelsurium des erschlichenen, persönlichen Vorteils. Schlecht lesbar im Layout. Hinzu kommt die mangelnde sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Nutzer, die sich wortkarg-fordernd der Palette der Sonderzeichen behelfen, um ein Minimalmaß an Aufmerksamkeit zu finden.

Kinnhaken und Klagsandrohung

Größter Nachteil: Alle Nutzer schreiben unter Pseudonym. Unter dem geschlossenen Visier kommt vor,
dass sich User sogar untereinander Klagen androhen. Im Schutz der Anonymität werden kraftvolle, virtuelle Kinnhaken ausgeteilt. Manche User sollte man einem Alkotest unterziehen - es würde böse Überraschungen geben.

Im Forum www.gericht.at herrscht insgesamt zu viel Lärm der Sportarena, zu viel Deixsche Feistheit und Stammtischmoral. Alle Bereiche des Forums sind offen zugänglich. Diskretion und Vieraugengespräch sind ausgeschlossen. Es herrscht keine Gruppenbindung, jeder agiert als Einzelkämpfer und Zwischenrufer.

Stets volles Haus

Dennoch gewann in letzter Zeit dieses Forum in der österreichischen Webszene wieder Auftrieb und Zulauf, nachdem das familienrechtliche “Dr. Tews”-Forum (Linz) nach dessen finanziellem Bauchfleck an Frequenz
verlor und viele User direkt ins “gericht.at”-Forum abgewandert sind.

Bestenfalls als “Einsteigerforum” zu empfehlen.

Webpräsenz: Forum auf www.gericht.at
Bewertung: 2 Sterne (von 5)
Politische Grundtendenz: Keine erkennbare.
Sprachliches Hauptmerkmal: Querulieren.
Nutzung durch Blaulicht und Graulicht-Team: So gut wie nie.

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)

Clemens Jabloner schreibt Internic: “Anwürfe” durch Genderwahn.com

Veröffentlicht in Justizkultur, Medien, Webforen by marcusjoswald am Mai 22nd, 2008

Genderwahn-VwGH-Präsident Clemens Jabloner-Internic-20-05-08-Archiv Blaulicht und Graulicht

Verwaltungsgerichtshofpräsident Dr. Clemens Jabloner äußert in einem Brief vom 20. Mai 2008 an den Internetregistrar Internic seine Sorge um den Richterstand. (Screenshot Brief, Archiv Blaulicht und Graulicht)

(Wien, im Mai 2008) Jetzt wird die Sache eine prima Causa.

Der Verwaltungsgerichtshofpräsident Dr. Dr. h.c. Clemens Jabloner griff höchstpersönlich in die Tasten und schrieb an den Wiener Internetregistrar Internic in der Affäre rund um das Webforum www.genderwahn.com.

Darin zeigt er sich irritiert und besorgt, dass die auf diesem Forum verbreiteten, teilweise unflätigen Beleidigungen gegen Richter in ganz Österreich, das Image des Standes beeinträchtigen können.

“Wenn man beispielsweise nach dem Namen des Senatspräsidentin des Verwaltungsgerichtshofs, Dr. Ilona Giendl, in Google abfragt”, komme man an erster Position auf diese Seite, hat der Präsident des VwGH herausgefunden.

Der Präsident fordert den Domainbereitsteller auf, binnen 3 Tagen die Webseite zu löschen. Konkrete Beispiele mit Verfehlungen werden nicht im Brief angeführt. Die Firma Internic schickte am selben Tag an das Forum eine Kündigung. Blaulicht und Graulicht berichtete (20. Mai 2008). Soweit ist das erfüllt und die Firma im 2. Wiener Bezirk ist aus dem Schneider.

Clemens Jabloner

Gerichtspräsident Jabloner droht der Internetfirma mit der Finanzprokuratur.
(Screenshot Brief, 20. Mai 2008, Archiv Blaulicht und Graulicht)

Die 3-Tages-Frist wurde vom Domainregistrar eingehalten. Wohl auch zum Selbstschutz kündigte man dem Forum kurzerhand den Domainnamen.

Freilich änderte das nichts am Bestand des Forums. Dieses existiert weiterhin und war nicht das erste Mal von Einstellung bedroht - sondern zum vierten Mal seit Sommer 2006.

Den Machern gelang es ein jedes Mal mit identen Inhalten wiederaufzuerstehen.

Von der Wiener Frauenrechtsanwältin Dr. Helene Klaar, über den Linzer Scheidungsanwalt Dr. Günther Tews, Wiener Feministengruppen bis hin zum Verwaltungsgerichtshofpräsident - die “Interventionen” unter Berufung auf das Gesetz sind Legende. Freilich wagte sich noch keiner in eine direkte Gerichtsauseinandersetzung.

Eitelkeiten von Polizeibeamten auch hierorts erlebt

Beim Internet grassiert zu schnell der Wunsch als Vater des Zensurgedankens: Missliebige Webseiten gehören eingestellt, so der Tenor. Davon kann auch diese Seite ein Lied singen. Hier drängte 2007 der Wiener Bezirksinspektor und selbst ernannte “Stalking-Experte”, Alexander Knoll, auf Einstellung der Webseite.

Er machte es simpel - und wirksam. Es genügte etwas Druck auf den damaligen Provider Knallgrau im
17. Wiener Bezirk mittels angedrohter Klage. Der Provider war zu schwach und erstarrte in Ehrfurcht wie eine Salzsäule, als jemand “von der Polizei” etwas beklagte. Der Provider nahm ohne vorangehenden Zivilprozess
(auch damals ging es um §1330 ABGB und um nichts mehr) eine Komplettwebseite mit 5.6 Millionen Zeichen Text (das entsprach zwanzig Büchern im Umfang von 150 Druckseiten) über Nacht vom Netz.

Die vom Herausgeber gegen den Provider Knallgrau in knapp 250 Seiten Stärke eingebrachte Klage scheiterte im März 2007 leider an zwei Tagen Fristversäumnis und wurde vom LG Wien schriftlich zurückgewiesen.

Fehlende Fortune

Wie man am durchaus lebendigen Beispiel sieht, hatte auch dieses “Abwürgen” der freien Meinungsäußerung nur sehr vorübergehend und kurzfristig Fortune.

Ob dem Verwaltungsgerichtshofpräsidenten Clemens Jabloner mit dem Internetforum namens www.genderwahn.com mehr Erfolg beschieden ist, wird man sehen.

Wenn Abschaltprofis auf Einschaltprofis treffen, ist das Match von vornherein ausgeglichen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)

Abschaltversuch des Justizministeriums gescheitert: www.genderwahn.com

Veröffentlicht in Medien, Männerpolitik, Webforen by marcusjoswald am Mai 20th, 2008
Genderwahn com -Screenshot

Genderwahn com -Screenshot

(Wien, im Mai 2008) “Wir waren vielleicht 50 Minuten offline”, sagt der Mitinitiator des Internetforums “www.genderwahn.com” im Gespräch mit B&G. Sein Ton klingt triumphierend. Heute Mittag, 20. Mai 2008, wurde auf Betreiben des Justizministeriums nach einer Nachricht an den Domainregistrar INTERNIC das Webforum www.genderwahn.com ohne Vorankündigung geschlossen.

Forum-Mitinitiator Mag. Herwig B. entlockt das nur ein Schmunzeln. Er rückt ungefragt gleich die neue Position des Forums heraus, wo sich die 2.900 “Wortbeiträge” in 1.376 “Themen” der 70 (registrierten) Mitglieder nun befinden. Keineswegs sei das Forum “untergangen”, sondern es liege weiter auf Kurs im weiten Ozean des World Wide Web.

Abschaltprofis treffen auf Einschaltprofis

Der Brief der INTERNIC wurde bereits im Genderwahn-Forum veröffentlicht. Es heißt: “Da wir davon Kenntnis erlangt haben, dass Sie auf Ihrer Webseite im Forum offensichtlich gegen den § 1330 ABGB verstoßen, fordere ich Sie unverzüglich auf, die diffamierenden Inhalte, welche österreichische Richter und das österreichische Rechtssystem im allgemeinen heruntermachen, zu entfernen. Hochachtungsvoll - Internic GesmbH, Schönngasse 15-17/8, A-1020 Vienna / Austria.” (20.05.2008)

Die Haltung von Mag. Herwig B. ist deutlich: “Wenn Beiträge von Teilnehmern gegen den § 1330 ABGB (Ehrenbleidigung, Anm.) verstoßen, muss man dem Forum und seinen Betreibern den Prozess eröffnen. Am konkreten Beispiel. Wir gehen gern in Verfahren.” Abdrehen allein ginge nicht. Das ließe man sich nicht bieten.

Avantgarde, Speerspitze

Herwig B. geht auf Konfrontationskurs und er tut das schon lange. Er gilt als der größte “Serienanzeiger” von Wien (Wortlaut aus OGH-Urteil). Kein Staatsanwalt, Richter oder Gutachter ist vor ihm sicher. Mit einem halben Duzend Anzeigen liegt er beim EuGH. Seine Motive werden als lauter eingestuft, seine Wortwahl nicht immer.

Das Forum, das sich laut Selbstdefinition um “Männer-, Frauen und Kinderrechte” sorgt, besteht nicht bloß aus ihm. Es finden sich gemäßigte und radikale Querdenker, die ein Ziel haben: Die objektiven Kinderrechte, losgelöst vom übergroßen Mutterbegriff, zu stärken und die aus ihrer Sicht “einseitigen Frauenrechte” zu hinterfragen. Das ist unbequem, nicht immer elegant, schon gar nicht sexy. Da einige Forenteilnehmer wissen, dass Politik zu machen politisch zu sein bedeutet, eckt das Forum an vielen Stellen an.

Dokumentation von Spruchpraxis und Datenbank

“In erster Linie dokumentiert das Forum das Geschehen”, erläutert B. Man veröffentliche Pressespiegel, Aktenauszüge zu Fällen, die bekannt sind. Dadurch sei man Speerspitze und Avantgarde, weil man Böswilligkeiten
in der Rechtssprechung zu Lasten des Mannes aufzeige.

Die Datenbank hat Mag. Herwig B. schon geholfen. Als er kürzlich bei einem Parlamentarier im Wiener Hohen Haus Termin hatte, um ein neues Familienrechtsmodell vorzustellen, “fand die Datenbank des Genderwahn-Forums Entscheidungen des EuGH schneller als der Parlamentsrechner”. Das Prinzip “OpenJustice” will das Forum weiterverfolgen. Allein schon daher werde man eine “Abdrehung durch das Justizministerium nicht tolerieren”.

Sagt’s - und verweist auf den neuen Platz, an dem sich das Forum nach dem 20. Mai 2008 befindet.
In der Ukraine.
Link: www.genderwahn.com

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien)